Anwalt Marc d’Avoine ist jetzt regulärer Insolvenzverwalter und führt Zanders mit einem eigenen Team.

Wie erwartet hat das Amtsgericht Köln das reguläre Insolvenzverfahren für die Papierfabrik eröffnet. Die Manager des Eigentümers Mutares ziehen sich zurück, der Anwalt Marc d’Avoine übernimmt mit einem Team eigener Leute das Kommando – und würde Zanders gerne rasch verkaufen.

Der Insolvenzspezialist d’Avoine war bereits seit Ende Juni vorläufiger Verwalter, dieses Amt behält er im jetzt eröffneten regulären Insolvenzverfahren. Das entschied das Amtsgericht bereits am Samstag, teilte d’Avoine jetzt mit.

Der Anwalt betont, dass der Betrieb des Papierproduzenten mit seinen gut 500 Beschäftigten und auch der bereits eingeschlagene Restrukturierungsweg fortgesetzt werde. Die beiden anderen Optionen, eine Fortführung der Geschäfte in „Eigenverwaltung” durch Mutares ist damit ebenso vom Tisch wie eine rasche Schließung des Unternehmens.

Das neue Team – zu dem neben d’Avoine der Arbeitsrechtler Oliver Teubler und der Betriebswirt Paul Michels gehören – räumt aber auch ein, dass zunächst weiter geprüft werde, „ob und welche Sanierungsmaßnahmen” ergriffen werden. In der vergangenen Woche hatte d’Avoine gesagt, dass für eine erfolgreiche Sanierung auch Anpassungen beim Personal notwendig seien.

Ziel ist offenbar der Verkauf der Papierfabrik an Investoren in der Branchen. Zanders stehe „weltweit für Qualität und hochwertige Produkte”, heißt es in der Pressemitteilung, dieser „nach wie vor gute Ruf” bilde die Basis für die Suche nach potentiellen Investoren.

Gespräche mit Interessenten laufen bereits, bestätigt d’Avoine. Mit einem Abschluss sei aber „frühestens im Oktober zu rechnen”.

Ende August ist die Drei-Monats-Frist abgelaufen, in der das Arbeitsamt die Lohn- und Gehaltszahlungen übernommen hat – und die nun wieder vom Unternehmen selbst getragen werden. Die Betriebsrenten sind dauerhaft durch den Pensionssicherungsverein gedeckt.

Die Chonologie der Ereignisse:

Zanders: Insolvenz in Eigenverwaltung

Zanders stellt Verfahren auf dem Weg zur Insolvenz klar

Gericht leitet bei Zanders Insolvenzverfahren ein

Agentur für Arbeit zahlt bei Zanders auch die Zuschläge

Mutares legt bei Zanders Geld auf den Tisch

Stunde der Wahrheit für Zanders rückt näher

Redaktion

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2 Kommentare

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  1. Mit Anlauf in die Insolvenz!
    Die Insolvenzverwaltung beweist Weitblick. Ich habe selten ein Industrieunternehmen gesehen, bei dem die Eigentümer und das Management so Resistent gegen Effizienzmaßnahmen waren wie in diesem Fall. Viele bewährte Möglichkeiten zur Betriebskosten- bzw. Rohstoffkosteneffizienz wurden ausgeschlagen bzw. blieben ungenutzt.

  2. Nachdem nun eingetreten ist, was viele erwartet und befürchtet haben, wird die Braut jetzt schön gemacht, um sie neu zu verheiraten. Mit 5 Investoren ist Zanders schlecht gefahren, der letzte strebt schließ endlich zusammen mit dem Insolvenzverwalter einen Verkauf an. Das Spitzen – Know How ist weltweit bekannt, unnötige Belegschaftsteile werden wohl entlassen und wenn jetzt noch eine praktikable Lösung für die Rentenlasten gefunden wird, verschwindet Zanders aus Bergisch Gladbach. Ein ruhmreiches Kapitel Bergisch Gladbacher Stadtgeschichte geht zu Ende.