Mehr als eine halbe Million Euro will die Immobilien- und Standortgemeinschaft Hauptstraße (ISG) ausgeben, um Gladbachs Innenstadt attraktiver zu machen. Den Start macht eine Image-Kampagne, um die schönen Facetten der Stadt heraus zu heben. Später gibt es mehr Licht.

Eigentlich habe Bergisch Gladbach doch viele schöne Seiten – nur die nehme die Bevölkerung das oft nicht wahr, konstatiert Gabriele Wisniewski, ISG-Vorstandsfrau und Managerin der RheinBerg-Galerie. Daher wollen die Immobilienbesitzer aktiv für die Stadt werben, für mehr Aufmerksamkeit sorgen, das Wir-Gefühl stärken – und so einem Niedergang der Innenstadt als Einkaufsmeile entgegen wirken.

Vertreter der ISG und der städtischen Wirtschaftsförderung stellen die Kampagne vor.

Mit der sogenannten „gesetzlichen ISG” gibt es dafür jetzt auch die Mittel. Damit wurden – nach einer Abstimmung der Betroffenen und per Ratsbeschluss – alle Eigentümer im Bereich der Fußgängerzone verpflichtet, über fünf Jahre hinweg 1,5 Prozent des Gründstücks-Einheitswertes in einen gemeinsamen Topf zu zahlen – insgesamt 545.000 Euro. Ein solches Programm hatte es bis 2016 schon einmal gegeben, damals war zum Beispiel die Weihnachtsbeleuchtung angeschafft worden. Verwaltet wird das Geld vom ISG e.V., dem rund 40 Immobilieneigentümer angehören, Vorsitzender ist Peter Müller.

Die neue ISG will das Geld jeweils zur Hälfte für Marketing und Kommunikation sowie für eine Aufwertung der Fußgängerzone durch Lichtinstallationen ausgeben. Die Vorbereitungen in Sachen Licht laufen, das wird aber erst Mitte 2019 konkreter, berichtet Müller.

Darüber hinaus wird über ein weiteres Fest in der Innenstadt nachgedacht. Und auch der Müllmann, der zusätzlich zum städtischen Abfalldienst, sonntags für Sauberkeit in der Innenstadt sorgt, soll wieder eingesetzt werden.

In einem ersten Schritt geht es jetzt aber um Öffentlichkeitsarbeit, die ersten Ergebnisse sollen am Wochenende beim Stadt- und Kulturfest vorgestellt werden. Dazu hat die ISG einen Foto-Bulli gemietet, in dem man sich kostenlos fotografieren lassen kann; zudem werden Beutel verteilt.

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal berichtet live vom Stadt- und Kulturfest. Auch auf Facebook, Twitter und Instagram: #StadtfestGL18

Seit gestern gibt es zudem die Website Hier-wir-GL.de und einen Instagram-Account. Dafür hatte die ISG die Kölner Agentur KGGK engagiert und den zentralen Slogan „Wir! Hier! GL” erarbeitet – der sich bald auf Großplakaten und Bussen wiederfinden soll.

Die Website und der Instagram-Account sind noch inhaltsleer – aber hier sollen sich zukünftig auch die Einzelhändler der  Innenstadt wiederfinden, sagt Wisniewski.

Schon jetzt werden die Bürger aufgerufen, sich zu beteiligen – und sich zu Bergisch Gladbach zu bekennen.

Beiträge und Dokumentation zur ISG:

Mehr Licht: Fußgängerzone stellt sich neu auf

Weitere Beiträge zum Stadt- und Kulturfest:

https://in-gl.de/2018/09/04/grosses-schaulaufen-der-vereine-beim-stadt-und-kulturfest/

EVK kommt mit Gesundheitsmesse zum Stadtfest

Stadtlauf: Nur noch wenige Tage bis zum Startschuss

„Standort Bergisch Gladbach besitzt enormes Potential”

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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4 Kommentare

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  1. Keine Stadt und keine Verwaltung, zumindest in Deutschland, kann alles leisten und bereitstellen, was die Bürgerinnen und Bürger sich wünschen. Sie alle, die Städte, sind auf Hilfe angewiesen – vom Bund, vom Land, vom Kreis. In vielen Situationen genügt es aber nicht, finanziell zu unterstützen, es muss tätige Hilfe her. So schafft es bei vielen Anlässen die Bevölkerung, das bereitzustellen, was eine Verwaltung nicht leisten kann. So etwas nennt man auf neudeutsch „Manpower“.

    Viele kleine und große Gemeinschaften „tun“ was, sie bringen sich ein, der Stadt mehr Ansehnlichkeit zu verschaffen, sie wollen unser Bergisch Gladbach nicht dem Zufall überlassen, sie fühlen sich mit verantwortlich. Ob das die „Kaugummi-Entferner“ sind, die Stadtteil-Säuberer, die Wald-Entrümpeler, oder die Anwohner, die mindestens jedes Wochenende den Bürgersteig vor ihrer Tür kehren, alle möchten in einer schönen Stadt wohnen.

    Nun hat sich eine neue Gruppe gefunden, um die Hauptstraße, das Herz von Bergisch Gladbach, in einem (noch?) besseren Licht erscheinen lassen will. Mit einer großen Summe, finanziert über mehrere Jahre, soll eine „Immobilien- und Standortgesellschaft“ zwischen Markt und Poststraße die Fußgängerzone aufpeppen. Beleuchtung, Werbung und Stadtmarketing werden davon profitieren, einen Teil erhält auch die IG Stadtmitte, die Werbegemeinschaft der Einzelhändler, die damit möglichst ein weiteres Straßenfest auf die Beine stellen sollen.

    Dies alles wird dazu beitragen, die Hauptstraße unserer Stadt aufzuwerten und sie attraktiver machen.

    Aber geht der gemeine Gladbacher, seine Verwandten oder andere Besucher nur über die Hauptstraße? Ist es nicht ein wenig einseitig, wenn Immobilieneigentümer und Einzelhändler eine Straße in einer Stadt mit 110.000 Einwohnern „ertüchtigen“ während andere Straßen, Plätze und „Ecken“ jahrelang aus ihrem kümmerlichen bis schmutzigen Dasein nicht herauskommen?

    Bei aller Zustimmung für die Objekte von WiR!HiER!GL! und des guten Willens, der neben ein paar kommerziellen Gesichtspunkten dahinter steht, scheint es angebracht, die positiven Überlegungen auf ganz Bergisch Gladbach zu beziehen.

    Es wird sehr viel über glanzvolle Objekte wie das Kino am Markt mit Parkhaus diskutiert, den Umbau des Löwencenters, das zu errichtende Stadthaus.

    Wenn aber ein Fremder gefragt wird, was er von Bergisch Gladbach hält, wird er nicht sagen “Eine saubere Stadt“! Gerade fremden Besuchern fallen die vielen Orte mit großer Hässlichkeit auf, die Gladbach „zu bieten“ hat.

    Darum würde es der „Drittgrünsten Stadt Deutschlands“ anstehen, dass diese Schandflecken getilgt werden, egal, wer das initiiert. Dabei ist natürlich der Weg das Ziel, aber wenn nie jemand beginnt, wird der Weg nie beschritten werden.

    Die Initiative „WiR!HiER!GL! ist ein toller Anfang, Bergisch Gladbach zu einer schönen Stadt zu entwickeln, die man gerne besucht und in die man gerne zurückkehrt. Aber bitte nicht nur die Hauptstraße!

  2. zum Thema „Eigentümer werben für Gladbach“
    Dann wäre es auch schön, wenn die Hausbesitzer dafür sorgen, dass an jedem Haus eine Hausnummer angebracht ist. Das würde das Auffinden bestimmter Geschäfte sehr erleichtern.
    l.Grüße

  3. Also ich finde es echt traurig das sich dort eine Initiative bilden muß um die Stadt wieder atraktiver zu machen was unsere wehrten Politiker zunichte gemacht haben.
    Denn es sind nur einige Jahre her wo Bergisch Gladbach noch einladend hübsch genug war um dort zu verweilen.Mal in die Stadt zu fahren und sich was gemütlich umzuschauen und Luft und Leute zu geniesen und dem Treiben in der Stadt zuzuschauen.
    Eine richtig gemütliche romantische Stadt,wo man gerne mal hingefahren ist.
    Und nun,ja nun sieht Gladbach aus wie eine graue zubetonierte …….Ja wie soll man es noch nennen…? Von Gemütlichkeit bzw der alten Romantik keine Spur mehr,stattdessen könnten sich jetzt unsere Herrn Politiker ihre Initialien in den grauen Beton meißeln und finden es wahrscheinlich noch toll.
    Bloss weg mit dem Grünen denn es kostet Geld und macht zuviel Arbeit.
    Beton läßt sich besser reinigen und spart Gelder und der Bürger hatte ja damals selber die Wahl….. welchen Boden man wollte. Wobei ich denke es war sowieso schon vorher alles abgemacht nur zum Schein tut man so als ob der Bürger mitspracherecht hat und Er ist beruhigt.
    Das Andere,es gibt schon angenehm viele Parkplätze aber nicht Jeder möchte gleich mit dem Auto fahren,was ja auch ok ist.Aber was ist mit den Motorradfahrern….?
    Man hat mitlerweile doch nur noch die Möglichkeit am „Marktkauf“ zu parken und dort ist es schnell und häufig überfüllt.
    Ja und dann…..? Auch nur in der Nähe der Fussgängerzone zu parken und es kommt schnell die Knölschentante.Und nun ?

    Da denke ich mir doch,ich bleibe lieber hier im Grünen solange es noch da ist (denn auch ausserhalb des Stadtzentrums soll so viel wie möglich zugebaut werden,also wieder zubetoniert) und bestelle lieber bei amazon und co…..
    Mache ich damit die Stadt kaput,…Hmmm…..Zum Einen ist Sie doch schon kaput,zum Anderen tun mir ja doch wiederum die Geschäfte leid die zumachen müssen.

    Wenn die Politiker mehr Hirnschmalz gehabt hätten anstatt Gier nach Geld und angeblichen Ansehen,bräuchte man heute keine Initiative um die Stadt wieder zu beleben denn da wäre Sie es noch von selbst und man könnte das schöne Geld für nette andere Dinge ausgeben.

  4. Das Geld wäre bei der Instandsetzung der GL Straße besser angelegt. Damit fängt der gute Eindruck für die Auswärtigen an.
    Schönen Tag