Die Bergisch Gladbacher Kindertagespflege bekommt „Nachwuchs“: Zwölf neue Tagesmütter haben ihre Ausbildung beendet.

Sie erhielten nun aus den Händen der Fachberaterinnen des Jugendamtes, Nadine Quabach und Sylvia Ohmstede, sowie der Leiterin des DRK-Familienbildungswerks, Martina Kleinpeter, ihre Zertifizierungsurkunde.

Damit sind sie berechtigt, als Alternative zur Kita Kinder in ihren eigenen Räumlichkeiten, in der Großtagespflege oder im „Treffpunkt-Kindertagespflege“ (Einrichtung, die Krankheits- und Urlaubsvertretungen für Tageseltern sicherstellt) zu betreuen. Die zwölf mitgerechnet, verfügt Bergisch Gladbach insgesamt über 73.

Gründliche Ausbildung

Die Ausbildung ist nicht mal eben so gemacht: 160 Unterrichtseinheiten, Hospitationen und ein Erste-Hilfe Kurs sind erforderlich, um sich als Tagespflegeperson zu qualifizieren. Die Kurse finden beim Familienbildungswerk des Deutschen Roten Kreuzes und der kath. Familienbildungsstätte statt.

Die zwölf Absolventinnen haben ihre Abschlussprüfung bereits im Juli dieses Jahres bestanden. Das Zertifikat, das sie nun erhielten, ist ausgestellt vom Bundesverband für Kindertagespflege und stellt einen bundesweit gültigen Qualifizierungsabschluss dar. Verbunden ist damit eine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes, die alle fünf Jahre erneuert wird.

Alternative zum regulären Kindergartenbetrieb

Jugendamtsleiterin Beate Schlich sieht in der Tagespflege eine echte Alternative zum regulären Kindergartenbetrieb:

„Die Erfahrungen, die wir gemacht haben und die uns berichtet werden, sind durchweg sehr positiv. Die Tagesmütter dürfen als Einzelpersonen maximal fünf Kinder betreuen und können sich entsprechend intensiv kümmern. Wir erleben hier sehr viel Zuwendung und auch Kreativität. Und natürlich den sehr begrüßenswerten Anschluss an das Familienleben.“

In der Großtagespflege, die in Bergisch Gladbach seit 2013 angeboten wird, arbeiten zwei oder drei zertifizierte Kräfte, die maximal neun Kinder aufnehmen dürfen. Sieben Einrichtungen sind bisher im Stadtgebiet zugelassen.

Für alle Einrichtungen der Tagespflege gilt dasselbe Zeitschema wie für Tagesstätten: Ein Platz kann ab 15 Wochenstunden in Anspruch genommen werden, die Betreuung ist ab dem vierten Lebensmonat möglich. Die Anmeldung erfolgt über das Elternportal Little Bird/Betreuungsart Tagespflege.

Gerade in Zeiten eines großen Andrangs auf Kindertagesstätten bringt die Tagespflege somit eine willkommene Entlastung für Jugendamt und suchende Eltern, so Beate Schlich:

„255 Kinder haben wir auf diese Weise unterbringen können, weitere werden im Laufe des Jahres folgen. Zur Zeit können die Kindertagesstätten so schnell gar nicht gebaut werden, wie die Plätze wieder belegt sind. Deshalb sind wir froh, dass es diese engagierten Kindertagespflegepersonen in Bergisch Gladbach gibt, die sich zu Tagespflegepersonen ausbilden lassen.“

Wie wird man Tagesmutter oder Tagesvater?

Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) stellt die Kindertagespflege gleichberechtigt neben die Erziehungs- und Bildungsarbeit in Kindertagesstätten. Für die zukünftigen Kindertagespflegepersonen ist daher eine umfangreiche fachliche Qualifizierung erforderlich:

  • persönliche Eignung (wird vom Jugendamt festgestellt)
  • fachliche Eignung (wird im Qualifizierungskurs erworben)
  • polizeiliche Unbedenklichkeit (Führungszeugnis)
  • gesundheitliche Eignung (wird vom Hausarzt attestiert)
  • geeignete Räumlichkeiten (werden vom Jugendamt überprüft)

Wer sich anmelden möchte, findet Informationen dazu im Internet auf den Seiten der Bildungsträger (z.B. DRK- Familienbildungswerk). Vor Beginn des Kurses ist die Rücksprache mit den FachberaterInnen des Jugendamtes obligatorisch.

Es müssen übrigens nicht zwangsläufig Tagesmütter sein, Tagesväter sind auch herzlich willkommen. Aktuell ist bereits ein Tagesvater aktiv, und ein weiterer wird im Oktober dazukommen – eine sehr erfreuliche Entwicklung für die Tagespflege.

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