Drängt auf die Fertigstellung eines Gesamtverkehrskonzepts: der CDU-Sprecher im Verkehrsausschuss, Hermann-Josef Wagner. Foto: Jo Schlösser

Für die CDU-Fraktion fordert Hermann-Josef Wagner eine rasche Verbesserung auf Straßen und Schienen. Radwege, Ampelschaltungen und Bushaltestellen sind betroffen. 

Die Stausituationen im gesamten Stadtgebiet müssen nach Meinung des verkehrspolitischen Sprechers der CDU-Fraktion, Hermann-Josef Wagner, dringend in den Griff genommen werden.

Als Voraussetzung für einen verbesserten Verkehrsfluss sollte durch die Verwaltung möglichst bald eine Bestandsaufnahme mit den wichtigsten Verkehrsachsen und ihren Engstellen auf einer Karte dargestellt werden, betont der Politiker in der September-Ausgabe der Zeitschrift „CDU-Fraktion inform“.

In einem zweiten Schritt müsse die Erstellung eines Gesamtverkehrskonzepts folgen, wie dies im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr (AUKIV) mehrheitlich als Auftrag an die Verwaltung beschlossen worden sei, unterstreicht Wagner, der auch Sprecher der CDU-Fraktion im AUKIV ist.

Dazu erläutert er wörtlich:

„Wir können und wollen den Menschen nicht vorschreiben, wie sie ihre täglichen Wege zurücklegen. Viele müssen schlichtweg mit ihrem PKW durch die Stadt über die Autobahn zu ihrer Arbeitsstätte – und das täglich. Zudem geht ein nicht unerheblicher Teil des Verkehrs aus dem Bergischen Land – mangels anderer Möglichkeiten – mitten durch Bergisch Gladbach.

Wir sollten von daher alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Verkehr flüssiger zu gestalten. Wenn es gelingt, durch einzelne Maßnahmen den Verkehrsfluss zu verbessern, hilft das vielen Bürgerinnen und Bürgern weiter, nämlich all denen, die jeden Tag die Staus ertragen.“

„Grüne Wellen” und Haltebuchten

Ganz vorne steht für Wagner die Überprüfung von Ampelschaltungen und die Schaffung „grüner Wellen“. Die Bushaltestellen sollten, wo immer möglich, in Haltebuchten verlegt werden.

Sodann könnten mehr Nebenstraßen als ‚Bypässe‘ geöffnet und hier ein alternierendes Parken eingeführt werden. Der weitere Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) sei wünschenswert, er verlange aber auch wegen der Kosten Augenmaß, gibt Wagner die Haltung in der CDU-Fraktion wieder.

Ihm gehe es darum, „die gesamte Verkehrsproblematik als große Herausforderung für die nächsten Jahre zu meistern“. Deshalb sollte so rasch wie möglich das eingeforderte Verkehrskonzept erstellt werden, „um es dann Schritt für Schritt in die Tat umzusetzen.“

Auch der Radverkehr werde zunehmend wichtig. „Gerade die Radwege in die Innenstadt hinein sind teilweise noch in einem mangelhaften Zustand oder nur als Stückwerk vorhanden“, kritisiert der AUKIV-Sprecher.

Die CDU-Fraktion hofft auf den baldigen Bau eines durchgängigen zweiten S-Bahn-Gleises. Foto: Jo Schlösser

Sodann müssten die Radwege zu den weiterführenden Schulen dringend ausgebaut und umgestaltet werden, „damit unsere Kinder sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen“. Auch der zweigleisige Ausbau der S11 zwischen Bergisch Gladbach und Köln-Dellbrück gehöre umgesetzt.

„Die ablehnende Haltung zum zweiten Gleis von Umweltschutz-Verbänden ist mir völlig unverständlich. Je mehr Menschen auf die S-Bahn umsteigen, desto mehr werden Straßen entlastet. Und das dient der Umwelt“, gibt Wagner zu Bedenken.

Weitere Beiträge zum Thema:

Neuralgische Verkehrsknoten erfassen und entschärfen

Grünes Licht für Verkehrsuntersuchung in Schildgen

Thielenbruch und Gladbach: Neue Details zum 2. Gleis

„10-Minuten-Takt der S 11 mit einem Gleis möglich”

.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

4 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Zahllose Studien zeigen, dass mehr bzw. größere Straßen stets zu mehr Verkehr führen. Wenn der ‘Verkehr flüssiger gestaltet’ und Straßen und Ampeln entsprechend optimiert werden, fahren auch mehr Autos durch der Stadt. Die ‘Öffnung von Nebenstraßen als Bypässe’ bedeutet im Klartext, dass zusätzlich zu den Hauptadern auch kleinere Straßen im Stau ersticken. Wenn das das Ziel ist, dann weiter so!

    Die Folgen spüren Fußgänger und Radfahrende, die mehr Abgase einatmen und länger an roten Ampeln warten. Ihr Anteil am Gesamtverkehr wird sich so sicher nicht erhöhen, genausowenig der des ÖPNV. Klar kosten neue Rad- und Schienenwege Geld – aber sie sind weitaus billiger als der Autoverkehr samt Folgekosten durch Umwelt- und Gesundheitsschäden.

    Holland ist etwa eine Stunde entfernt. Warum schaffen es unsere Nachbarn, Innenstädte entspannt und lebenswert zu gestalten – und wir nicht?

  2. Wie sieht das denn so in Bergisch Gladbach aus?

    Unterstützt unser Bürgermeister oder die Mitglieder des Stadtrates die Volksinitiative Aufbruch Fahrrad?
    Liegen in den Ämtern und öffentlichen Stellen die Unterschriftenlisten aus? Haben unsere lokalen Politiker eventuell schon unterschrieben?

    Ist das Aktionsbündnis zur Förderung der Fahrradmobilität überhaupt bekannt?

    https://www.aufbruch-fahrrad.de/

  3. Willkommen in den 60er-70erJahren… Lasst Fußgänger weiter an Ampeln erstarren für den Autofahrertraum “Grüne Welle”. 90 Sekunden sind echt viel zu kurz. Wie wäre es mit einer Taktung über 180 Sekunden rot für Fußgänger und Radfahrer. Fördert zwar den Unmut der nicht motorisierten aber egal.. Für solch eine Politik ist die CDU noch lange nicht bereit. Sie wollen Probleme lösen? Untertunnelt Bergisch Gladbach weg mit den Autos von der Oberfläche und dann freie Fahrt vom Bergischen bis in den Rhein. Schafft Fuß und Radbrücken. Das bremst keinen Verkehrsteilnehmer aus. Mehr Kreisverkehre, weil es flüssiger läuft. Nebenstraßen werden zu Fahrradstraßen, damit Schulkinder sicherer zur Schule gelangen können. Der ÖPNV verbessert sich nur wenn er nicht selbst im Stau steht. Also raus mit den Autos oder Alternativ wieder mehr Schienenverkehr in die Stadt bringen. Oh das kostet Geld viel viel Geld… Das will die CDU ja nicht. Also dann doch zurück zum Vorschlag Nummer 1 Der ewige Traum des Autofahrers der alle anderen Verkehrsteilnehmer benachteiligt. Die Grüne Welle!!! Kostet wenig bringt wenig aber rettet Wählerstimmen.

  4. Genauso, wie die von Herrn Wagner bemitleideten Menschen “schlichtweg mit ihrem PKW durch die Stadt” fahren müssen, muss ich (wie auch viele Anwohner an betroffenen Straßen) regelmäßig atmen. Das Problem ist, dass durch die von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen meine Atemluft qualitativ nicht besser wird. Ein Lungenfacharzt aus Leverkusen hat wegen der steigenden Verkehrsbelastung schon vor zwei Jahren eine Klage eingereicht:
    https://rp-online.de/nrw/staedte/leverkusen/vw-abgasskandal-leverkusener-lungenarzt-stellt-strafanzeige_aid-18176353
    Wahrscheinlich brauchen wir aber noch viele weitere Krankheitsfälle, ehe die Politik für eine Bekämpfung der Ursachen sorgt!