Die Randgrundstücke mit dem Verwaltungsgebäude der Zanders GmbH gehören der Stadt bereits, jetzt will sie das gesamte Areal kaufen. Foto: Thomas Merkenich

Nach der CDU legen sich auch SPD und Grüne fest; die Mehrheit des Rats stützt den Vorschlag der Verwaltung, das Zanders-Areal zu kaufen. Vordergründig soll das Unternehmen damit etwas Luft bekommen, doch noch einen Investor zu finden. Die Stadt denkt aber weiter.

„Die Chancen sind größer als die Risiken: Wir unterstützen den Ankauf der Zanders-Kernflächen durch die Stadt”, erklärten die Fraktionen von CDU und SPD in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Grünen schließen sich an: „Unsere Fraktion steht dem Ankauf des Zandersgelände positiv gegenüber. Wir werden dem Ankauf zustimmen!”, sagt Co-Fraktionschef Dirk Steinbüchel. Das Risiko der Altlasten dürfe dabei natürlich nicht aus den Augen gelassen werden.

Am Freitag hatte Bürgermeister Lutz Urbach bekannt gemacht, dass die Stadtverwaltung auch die restlichen 23 Hektar des insgesamt 36 Hektar großen Areals der Papierfabrik kaufen und das Unternehmen vermieten will. Damit soll der insolventen Firma Zeit verschafft werden, doch noch einen Käufer zu finden; sollte dies scheitern, sichere sich die Stadt ein wichtiges Grundstück für die Stadtentwicklung.

Eine Einschätzung, die von den beiden großen Fraktionen und den Grünen geteilt wird. Mit dem Kauf biete sich für die Stadt „eine historische Chance. Die zweifellos vorhandenen Risiken erscheinen demgegenüber eindeutig geringer”, urteilen CDU und SPD.

Die CDU hatte bereits am Freitag grünes Licht gegeben – und dabei ausdrücklich auf das Altlastenproblem verwiesen: Zurzeit könne niemand sagen, welche Altlasten die Böden des Grundstücks belasten, räumte Fraktionschef Michael Metten ein. Diese Risiken seien aber beim Kaufpreis berücksichtigt, daher sei die Kaufentscheidung „trotz erheblicher Unsicherheiten vertretbar”.

Der Kaufpreis ist nicht bekannt; für die erste Teilfläche von 13 Hektar mit den Bürogebäuden hatte die Stadt nach unbestätigten Angaben 13 Millionen Euro gezahlt.

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In der gemeinsamen Erklärung betonen CDU und SPD jedoch, dass ein Kauf zunächst ein positives Signal für „die Fortsetzung der Papierproduktion und den Erhalt der allermeisten noch vorhandenen Arbeitsplätze” sei. In einer „extrem zugespitzten wirtschaftlichen Situation” ermögliche das Geschäft ein Atemholen und die Fortsetzung der „laufenden Bemühungen um die Gewinnung von Investoren, die an einem Erhalt der Fabrik interessiert sind und das Werk vor der Ausschlachtung bewahren möchten”.

Sollten diese „guten Absichten langfristig nicht tragen”, sichere sich die Stadt alle Optionen und eine wesentlich bessere Ausgangslage für alternative Planungen im Innenstadtbereich von Bergisch Gladbach: „Mit einem Ankauf schaffen wir nicht nur neue Hoffnungen für die Zandrianer, wir können auch ein neues Kapitel der Stadtentwicklung aufschlagen mit der realistischen Hoffnung, diese dann auch tatsächlich und relativ kurzfristig umsetzen zu können.”

Das Zanders-Gelände an der Gohrsmühle. Foto: Bergisch Schön

Dabei werde die Stadt von „allen beteiligten Behörden und fördernde Einrichtungen” unterstützt; „selten wollten so viele Menschen und Institutionen Bergisch Gladbach helfen!”, schreiben CDU und SPD.

Bei einer Informationsveranstaltung für den Stadtrat am Donnerstag hatte Regierungspräsidentin Gisela Walsken zugesagt, bei der Beseitigung von Altlasten zu helfen, berichtete CDU-Fraktionschef Metten. Walsken und auch Landrat Stephan Santelmann hatten nach Angaben von Bürgermeister Urbach zudem „in positiven und konstruktiven Gesprächen” erkennen lassen, dass sie die Finanzierung des Grundstückskaufs auch außerhalb des geltenden Kreditdeckels der Stadt genehmigen wollen.

Selbst mit Blick auf den Stadthaushalt gewinnen CDU und SPD dem geplanten Grundstücksgeschäft positive Aspekte ab, nennen aber keine Details: „Auch mit Blick auf den Haushalt sehen wir den Ankauf  als Auftakt und Basis für künftige Strukturverbesserungen, die bestehenden strukturellen Ungleichgewichten entgegenwirken können.”

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2 Kommentare

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  1. Wenn die Stadt diese Möglichkeit, die restlichen ha des eigenen Gebietes zu erwerben, auslassen würde, dürften wir mit einem Bieterrennen rechnen, dass sicher viel mehr Geld in die stadteigene Kasse spülen würde als die wie auch immer aussehende, eigene Verwertung. Das aber könnte – je nach Planung – wie ein Geschwür die Stadtlandschaft verunzieren, die nach dem Kauf eine sehr positive Entwicklung nehmen könnte. Hier war für Verwaltung mal nicht die Sanierung des Stadtsäckels 1. Priorität sondern die Chance, unsere Stadt einer besseren Zukunft zuzuführen – trotz FNP.

  2. Hier stimmt es: Fantastisch!
    Hätte man diese Chance ausgeschlagen, wäre dies eine Bankrotterklärung der Stadt in Fragen der Gestaltung von Zukunft gleichgekommen. Risiken gibt es immer, aber hier überwiegen die Chancen, weil nun der Souverän und nicht ein Investor über die Ziele entscheidet. Glückwunsch an die Befürworter!