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Gabriele Kreileder-Heitz

Mit der Einführung des sogenannten Bestellerprinzips 2015 hat der Gesetzgeber beschlossen, dass Mieter keine Maklerprovision bei der Inanspruchnahme einer Maklerdienstleistung zu bezahlen haben. Nun plant der Gesetzgeber, diese Regel auch auf Verkaufsimmobilien auszuweiten.

Kann die Einführung des Bestellerprinzips für Immobilienkäufer tatsächlich eine Lösung für die Probleme des Immobilienmarkts sein?

Da die Probleme des Immobilienmarktes nicht ein Problem der Höhe und der Verteilung der Provisionen ist, meinen wir NEIN. Die Probleme des Immobilienmarktes sind nicht lösbar durch staatliche Eingriffe in die Vertragsfreiheit.

Warum?

Erstens: Verkäufer werden Maklerprovisionen voraussichtlich einpreisen, sprich auf den Wunschkaufpreis aufschlagen. Der Staat provoziert somit sogar Preissteigerungen.

Zweitens: Durch die höheren Kaufpreise verdient der Staat an der höheren Grunderwerbsteuer mit, denn diese wird auf den Gesamtkaufpreis entrichtet. Diese wurde seit 2006 übrigens seitens der Länder stark erhöht und belastet Immobilienkäufer mit 6,5 Prozent sehr stark.

Drittens: Beratungs- und Dienstleistungsdefizite drohen künftig Käufern, denn sie brauchen die Beratungs- und Dienstleistungen des Immobilienmaklers nicht mehr bezahlen. Qualität hat ihren Preis. Gut ausgebildete und seriöse Makler – die Ihre Fortbildungsverpflichtungen und Ausbildung ernst nehmen – brauchen zur Sicherung Ihrer Qualität und Ihres betriebswirtschaftlichen Erfolges die Bezahlung von beiden Vertragsparteien, für die sie tätig werden. Wo bleibt hier der Verbraucherschutz?

Ein Immobilienmakler ist ein Doppelmakler und für beide Parteien tätig!

Mit dem neuen Gesetz sollen Käufer nun quasi „per Gesetz“ auf sich alleine gestellt werden, und müssen auf wichtige Beratungs- und Dienstleistungen Ihres Maklers verzichten.

Viertens: Kaufnebenkosten wie Maklercourtage werden seitens der Bank in der Regel nicht finanziert. Wird die Maklerprovision eingepreist, steigt voraussichtlich um diesen Betrag auch der Kaufpreis. Ob die Banken die teureren Immobilienpreise tatsächlich auch finanzieren bzw. beleihen?

Im Zweifelsfall rückt die Wunschimmobilie sogar außer Reichweite, weil die Finanzinstitute bei der Höhe der Darlehenssumme abwinken.

Bestellerprinzip für Kaufimmobilien? Das wäre ein Irrweg, denn:  

  • Käufer sind nicht in gleicher Weise schutzbedürftig wie Mieter,
  • es verletzt die Berufs- und Vertragsfreiheit der Makler,
  • es ist auch eine Frage der Gerechtigkeit: Denn: in Deutschland wird die Maklerprovision überwiegend zwischen Käufer und Verkäufer geteilt.

Unser Resümee:

Machen wir uns nichts vor: Das sogenannte Bestellerprinzip bei Immobilienkäufen wird die Not am Wohnungsmarkt nicht lösen. Immobilien werden nicht plötzlich billiger, nur weil künftig vornehmlich die Verkäufer zur Maklerkasse gebeten würden.

Zielführender und eine echte Entlastung wäre beispielsweise ein Grunderwerbsteuer-Freibetrag für den Immobilienersterwerb – hier hat jedoch der Finanzausschuss bereits abgelehnt.

Makler sind leider nicht gerade die beliebteste Zunft am Immobilienmarkt. Lassen Sie uns in Ausbildung und Qualitätsstandards investieren statt sie zum Sündenbock des Marktes, einer verfehlten Wohnungsbaupolitik und einer klientelorientierten Politik zu machen!

Es grüßt Sie herzlich, Ihre Gabriele Kreileder-Heitz

Diplom-Sachverständige (DIA) für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, Mieten und Pachten; Immobilienkauffrau (IHK);  Mediatorin (FSB)

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dieImmobilie – IhreEXPERTEN

Gegründet von der Immobilienkauffrau und Sachverständigen Gabriele Kreileder-Heitz, ist dieImmobilie bereits seit 10 Jahren sehr erfolgreich regional tätig. Dabei hat sich das Immobilienunternehmen besonders durch seine Sparten Verkauf/Vermietung, Verkehrswertermittlung und Immobilienverrentung fest etabliert.

Hohe Professionalität und Kundenorientierung, welche letztendlich nicht nur durch die Zertifizierung nach DIN EU 15733 gewährleistet werden, sind die wichtigsten Werte für das Unternehmen.

Seit Anfang 2017 ist Gabriele Kreileder-Heitz zudem als Diplom-Sachverständige für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, Mieten und Pachten (DIA) nach DIN EU 17024 zertifiziert. So kann das Immobilienunternehmen sämtliche Leistungen und Beratungen rund um den Verkauf, die Vermietung und Wertermittlung Ihrer Immobilie anbieten.

Auch weitere immobilienbezogene Fachgebiete wie Architekten- und Ingenieursleistungen, Finanzierungen, HomeStaging, Hausverwaltung und Handwerkerdienstleistungen deckt Gabriele Kreileder-Heitz über Ihr umfassendes Expertennetzwerk ab.

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Gabriele Kreileder-Heitz

ist Immobilienkauffrau und Diplom-Sachverständige (DIA) für die Bewertung von bebauten und unbebauten Grundstücken, Mieten und Pachten. Sie ist Expertin auf dem Gebiet der Verkehrswertermittlung, Marktwerteinschätzung und der Vermittlung von Immobilien. Langjährige Berufserfahrung und hervorragende...

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