Die offiziell erfasste Kriminalität in RheinBerg geht weiter zurück; damit liegt der Kreis auf Platz 3 in NRW. Es gibt allerdings auch zwei negative Trends.

Landrat Stephan Santelmann und Kriminaloberrat Ralf van Uden haben die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt – und konnten bis auf wenige Ausnahmen positive Entwicklungen ausweisen: Die Zahl der Straftaten insgesamt ist sowohl im gesamten Kreisgebiet wie in Bergisch Gladbach erneut gesunken, die Aufklärungsquote steigt. Probleme gibt es beim Betrug zu Lasten von Senioren und bei Raubdelikten in Bergisch Gladbach.

Die Zahl der registrierten Straftaten fiel in RheinBerg um zehn Prozent und ist mit 12.203 Fällen so niedrig wie seit zehn Jahren nicht mehr. In der Stadt Bergisch Gladbach ging sie ebenfalls um 10,5 Prozent zurück.

Entscheidend für den Vergleich der Sicherheit zwischen verschiedenen Regionen ist die sogenannte Häufigkeitszahl: sie gibt an, wieviele Straftaten pro 100.000 Einwohner registriert werden – und damit, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, Opfer einer Straftat zu werden.

Diese Häufigkeitszahl sank im Kreis um 484 Punkte auf 4307. Damit seien in NRW nur die Kreise Lippe und Höxter sicherer als RheinBerg – und die liegen weit ab vom Schuss und nicht in unmittelbarer Nähe einer Metropole, argumentierte van Uden.

In Bergisch Gladbach reduzierte sich die Häufigkeitszahl sogar um 648 Punkte auf 5386 – womit die Großstadt GL immer noch deutlich sicherer ist als der NRW-Durchschnitt (7161 Straftaten je 100.000 Einwohner).

Ralf van Uden und Stephan Santellmann präsentieren die Kriminalstatistik 2018

Erneut weniger Einbrüche

Besonders stolz ist die Kreispolizei auf den weiteren Rückgang der Einbruchskriminalität. Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank um elf Prozent auf 475 Fälle; nur in 226 Fällen waren die Einbrecher kreisweit erfolgreich. Das zeige, dass die Präventionsarbeit und der deutlich erhöhte Fahndungsdruck wirke, so die Kreispolizei.

Deutlich gestiegen ist die Zahl der Betrugsfälle zu Lasten älterer Mitbürger. Die Täter agierten in der Regel von Callcentern in der Türkei, geben sich als Polizisten aus und setzen ihre Opfer so massiv unter Druck, dass diese große Geldsummen oder Schmuck herausgeben.

723 dieser Taten wurde im vergangenen Jahr angezeigt, in 22 Fällen kam es zu Geldübergaben in beträchtlicher Höhe. Bei einer Gesamtschadenssumme von 650.520 Euro erbeuteten die Täter im Erfolgsfall durchschnittlich mehr als 30.000 Euro.

Mehr Raubdelikte – vor allem in GL

Die zweite negative Entwicklung betrifft die Zahl der Raubdelikte. Sie stieg im Kreis um 51 Prozent auf 118 Fälle, in Bergisch Gladbach sogar um 92 Prozent auf 75 Fälle.

Diese Fälle hat sich die Kreispolizei genau angeschaut, erkennt aber kein Muster und auch keine örtlichen Schwerpunkte. Weder im Bahnhofsumfeld noch in der Innenstadt häuften sich die Raubüberfälle; die Straßenkriminalität insgesamt ging sogar um knapp elf Prozent zurück.

Bei diesen Raub-Straftaten sind nach Angaben von Kriminaloberrat van Uden häufig Jugendliche beteiligt, sowohl auf Täter- wie auf Opferseite, oft gehe es um das Abgreifen von Handys. Ein einziger, 15-jähriger Intensivstraftäter sei während der Kirmes in Gladbach mit elf Raubstraftaten und 16 Körperverletzungen registriert worden.

Die Zahl der Körperletzungen in Bergisch Gladbach ging um 2,4 Prozent zurück, die Sexualstraftaten um 28 Prozent auf jetzt noch 46 angezeigte Fälle.

Der Anteil der Tatverdächtigen, die der Gruppe der Zuwanderern zugerechnet wird, sank ebenfalls: sie stellten nach 10,2 (2016) und 7,2 (2017) im vergangenen Jahr noch 6,9 Prozent der Tatverdächtigen.

Dokumentation: Kriminalitätsstatistik Rhein-Berg

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