Die Turbulenzen rund um den Radverkehr der Fußgängerzone halten an: Nach dem Ratsbeschluss, Radler tagsüber auszusperren folgte jetzt die Kehrtwende. Das hat Konsequenzen.

In der vergangenen Woche hatte es eine heftige Debatte gegeben. Zuerst legte der KStA mit einem Artikel vor, der alle Radfahrenden alt aussehen ließen. Ohne Hemmung wurden sie allesamt zu Randalefahrern erklärt, die nichtsahnende Fußgänger attackieren. Dann gab es Leserbriefe, die in die gleiche Kerbe schlugen.

So kam, was kommen musste: In der Ratssitzung am Dienstag wurde der einjährige Testbetrieb beendet und beschlossen, dass die zeitliche Einschränkung bestehen bleibt.

Das rief den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und andere Fahrradverbände auf den Plan. Zu ihrer eigenen Überraschung erreichten sie durch intensive Gespräche, dass Politiker und das Ordnungsamt zur Besinnung kamen: Die Fußgängerzone wird ab heute ohne zeitliche Beschränkung für Radfahrer geöffnet.

Diese Entscheidung wurde in Berlin erfreut aufgenommen. Verkehrsminister Andreas Scheuer erlaubte daraufhin persönlich eine zeitliche Erweiterung der Stimmabgabe für den Fahrrad-Klimatest, der in den letzten Jahren für Bergisch Gladbach so wenig positiv ausgefallen ist. Dreimal auf dem vorletzten Platz zu landen, ist nun wirklich kein Aushängeschild für die Fahrradstadt Bergisch Gladbach.

Scheuer ordnete an, dass mehrere hundert seiner Mitarbeiter den Fahrradtest für Bergisch Gladbach ausfüllen sollten und er erreichte noch am Freitag, dass Bergisch Gladbach auf dem ersten Platz aller deutschen Großstädte landete.

Natürlich ist das Ergebnis streng geheim und wird erst am 9. April veröffentlicht. Allerdings wurden die Bürgermeister der Gewinnerstädte schon vorher informiert und so darf Lutz Urbach nächste Woche nach Berlin fahren um den Preis entgegen zu nehmen.

Unser Bürgermeister ist mächtig stolz und hat versprochen, nur noch mit dem Dienst-Pedelec zur Arbeit zu fahren. Und damit das teure Teil nicht nass wird, darf es auch wieder in die Pedelec-Garage im Bensberger Rathaus einziehen, wo es vom neuen Elektro-Auto verbannt worden war. In der Garage befindet sich nämlich die einzige Steckdose für die E-mobilen Fahrzeuge.

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Seit Gründung des ADFC Kreisverbandes RheinBerg-Oberberg e.V. in 2013 bin ich im Vorstand, seit Herbst 2015 Vorstandsvorsitzender.

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