Dorothee Wasmuth

In Bergisch Gladbach fehlen zum nächsten Schuljahr erneut viele Betreuungsplätze in den Offenen Ganztagschulen (OGS). Ein Zustand, für den die FDP die Stadtverwaltung kritisiert: die Kommunikation den Eltern gegenüber sei schleppend, die Suche nach Lösungsmöglichkeiten wenig überzeugend. 

Dorothee Wasmuth, FDP Fraktion und Mitglied des Jugendhilfeausschusses, nimmt zur Situation der OGS-Plätze in Bergisch Gladbach in Form von Fragen und Antworten Stellung.

Wieviele OGS-Plätze fehlen nach heutigem Stand in Bergisch Gladbach?

Es fehlen derzeit 192 Plätze, an einzelnen Schulen ist die Situation besonders kritisch. An der Grundschule Katterbach z. B. fehlen 15 Plätze, in Hebborn 27, in Heidkamp 15, Bensberg und Moitzfeld sind nach wie vor unterversorgt und auch in Refrath und Frankenforst gestaltet sich die Situation wie schon in den letzten Jahren schwierig.

Aktuell fehlen noch 190 OGS-Plätze

Welche Lösungsansätze verfolgt die Verwaltung?

An der KGS In der Auen beispielsweise sollen die fehlenden 30 Plätze durch eine Containerlösung zur Verfügung gestellt werden, in Hebborn weitere 22 Plätze durch Nutzung der Aula für das Mittagessen. Für andere Schulen wiederum gibt es bisher keinerlei Lösungsansätze seitens der Verwaltung.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Beitrag handelt es sich nicht um ein Interview der Redaktion, sondern um einen Beitrag der FDP Bergisch Gladbach.

Welche Beschwerden tragen die Eltern an Sie heran?

Die Eltern in Bergisch Gladbach formulieren seit Jahren die gleichen Probleme. Wieso erfolgt die Information über die Situation und die geplanten Lösungen so schleppend an die Eltern und warum kommt es überhaupt immer wieder zu diesem „plötzlichen“ Fehlen von OGS-Plätzen? Der Großteil der Kinder, die jetzt eingeschult werden, ist schließlich bereits vor 6 Jahren in der Gemeinde geboren.

Die benötigte Anzahl an OGS-Plätzen ist, wenn man Erfahrungswerte an Zu- und Abflüssen hinein nimmt in die Rechnung, durchaus planbar. Spätestens mit Anmeldung der Kinder in Schule und OGS bereits ein ganzes Jahr zuvor sollten Klarheit über Bedarf und das Angebot herrschen. Davon sind wir weit entfernt.

Was kritisieren Sie als jugendpolitische Sprecherin der FDP?

Zuerst einmal möchte ich betonen, dass in den letzten Jahren viele Plätze geschaffen wurden, um das OGS-Angebot kontinuierlich zu erhöhen. Aber es zeigt sich jedes Jahr aufs Neue, dass die Plätze nicht ausreichen.

Wir kritisieren vor allem die schleppende Kommunikation den Eltern gegenüber und die wenig überzeugende Suche nach Lösungsmöglichkeiten. Die Eltern fühlen sich nicht ernst genommen und allein gelassen. An einem fehlenden OGS-Platz hängt mitunter die Existenz einer Familie, da ohne Kinderbetreuung nur ein Elternteil arbeiten kann.

Gerade in unserer Region sind jedoch zwei Einkommen nötig, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Außerdem bedeuten Fehlzeiten in der Erwerbsbiographie erhebliche Einbußen bei der Rente: Dies trifft überwiegend die Mütter, denen oft durch jahrzehntelange Teilzeitarbeit die Altersarmut droht. Dem wollen wir zuvorkommen.

Wir als FDP-Fraktion im Rat meinen: Der Platzmangel für die einzelnen Schulen kann deutlich früher konkret festgestellt werden. Dann kann man früh genug nach Lösungen suchen! Und da gibt es die eine oder andere Option – wenn man nur will.

Die letzten Jahre haben aber gezeigt, dass die Eltern im wahrsten Sinne des Wortes erst auf die Straße gehen müssen, bis die Verwaltung auch unkonventionelle Lösungen in Betracht zieht und unter dem Druck der Öffentlichkeit umsetzt. In diesem Jahr droht das Gleiche!

Die Leidenschaftslosigkeit, mit der in der letzten Sitzung des Jugendhilfeausschusses auf die Zahl der fehlenden Plätze reagiert wurde, ist erschreckend. Die Verwaltung muss mit Hochdruck an einer Lösung arbeiten – dazu gehört etwa die Überarbeitung von Raumnutzungskonzepten gemeinsam mit den Trägern: Ziel ist die Nutzung von Schul- und Klassenräumen für die OGS.

Für ein familienfreundliches Bergisch Gladbach sollten alle an einem Strang ziehen.

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Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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