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Einen Thriller und eine Komödie stellen wir Ihnen diesmal vor. Besuchen Sie dazu unsere Lesungen! Außerdem: Ein Roman über die Eifel mit guten Chancen auf den Deutschen Buchpreis.

Andreas Pflüger: Geblendet.
Suhrkamp 2019, € 22,00.

Jenny Aaron ist zurück! Der dritte Band um die blinde Elitepolizistin ist wieder eine „adrenalingeladene Achterbahnfahrt“, verspricht der Verlag, und wir können das voller Wonne bestätigen. Übrigens: Andreas Pflüger kommt wie schon im letzten Jahr zu unserer #litbensberg und wird Ihnen am 08. Oktober seinen Thriller vorstellen. Reservieren Sie gern unter info@buchhandlung-funk.deoder telefonisch 02204 54016. Wir freuen uns auf Sie!

Und darum geht es in dem Buch: Der zweite Band endete mit einem heftigen Angriff von Jennys Feinden (mehr verraten wir nicht, falls Sie „Niemals“ noch schnell nachholen müssen, was wir dringend empfehlen). Das hatte Jenny ganz schön aus der Bahn geworfen und so benötigt sie zunächst eine Auszeit. Bald beginnt die Therapie, mit der sie ihr Augenlicht zurückerlangen soll.

Das wird aber nur klappen, wenn sie ihr Adrenalin unter Kontrolle behält – unmöglich in ihrem Job. Schon bald ist es also vorbei mit der Ruhe. Denn neue und alte Feinde der Abteilung begeben sich in Kampfaufstellung und machen den Kollegen das Leben schwer. Dann taucht auch noch eine handfeste Bedrohung auf: Jemand trachtet Jenny Aaron nach dem Leben. Und das ist nicht irgendwer, sondern eine gefährliche Gegnerin.

Langweilig wird es also nicht, und überhaupt ist das Buch der würdige Nachfolger der herausragenden Vorgänger. Kurze Sätze wie Pistolenschüsse, atemlose Spannung durch knappe Kapitel, kein Wort zu viel. Niemand kann Actionszenen so schreiben wie Andreas Pflüger. Unbedingt lesen, und zwar beginnend mit dem ersten Band „Endgültig“, falls Sie den noch nicht kennen. Wir versprechen, Sie werden es nicht bereuen.

Hier finden Sie das Buch in unserem Online-Shop und hier finden Sie alle Infos zur Lesung.

Thomas Krüger: Solo für Opa.
Heyne 2019, € 9,99.

Lesung, die Zweite: Am 04. November stellt Thomas Krüger bei uns im Rahmen von #litbensberg und der Woche unabhängiger Buchhandlungenseinen neuen Roman vor. Thomas Krüger war lange Zeit als Journalist bei zahlreichen Magazinen und Zeitungen beschäftigt (u.a. FAZ), ist fleißiger Autor zahlreicher Bücher und Verleger des feinen Hörbuchverlags “Schall und Wahn”, der in Bergisch Gladbach sitzt. Reservieren Sie Ihr Ticket zur Lesung unter 02204 54016 oder via info@buchhandlung-funk.de.

Herbert Fröhlich wird vom Leben überrannt – seine 5jährige Enkelin Julia steht plötzlich vor der Tür weil ihre Eltern eine Ehekrise bewältigen müssen. Julia tobt wie ein Orkan durchs Haus und stellt in kürzester Zeit alles auf den Kopf. Zudem ist Margit, Herberts Frau, wie vom Erdboden verschluckt.

Eigentlich wollte Herbert entspannt in seinem Liegestuhl dösen bis er zum Essen gerufen wird, aber schnell dämmert ihm, dass er etwas Grundlegendes verpasst haben muss. Wo steckt bloß Margit? Und wieso ist auch sein heißgeliebtes Auto weg?

Herbert wäre nicht Herbert, wenn er aus der Situation nicht das Beste rausholen würde und so kurzerhand ein Oma-Suchspiel für seine Enkelin erfindet. Noch ahnt er allerdings nicht, wohin ihn das führen wird und auf welch neue Pfade er sich dabei begibt…

Als nach 2 Tagen ein Brief vor der Haustür liegt, der alles verändert, bricht Herbert mit seinen Freunden Otto von Simmering und Enrico als auch mit Julia samt Kuhrucksack auf Richtung Süden.

Die unterschiedlichen Charaktere sind sehr gut gestaltet und wie aus dem Leben gegriffen, sodass keine Langeweile aufkommt. Das Italo-Deutsch von Enrico klingt einem regelrecht im Ohr und bringt den ein oder anderen Lacher mit sich.

Es gibt einige Verwechslungen und zweideutige Situation auf Herberts Reise, die ich beim Lesen als überaus amüsant empfand. Neben all den humorvollen Passagen gelingt es dem Autor zu veranschaulichen, wie rasch man Dinge und Menschen als selbstverständlich betrachtet und was passieren kann, wenn die eigene Bequemlichkeit aus den Fugen gerät.

Es ist ein kurzweiliger und sehr unterhaltsamer Lesespaß mit vielen heiteren, aber auch manch nachdenklichen Momenten. Die Story nimmt rasch Fahrt auf und liest sich turbulent und leicht, aber mit dem nötigen Tiefsinn.

Der Roman hat mich wirklich gut unterhalten und ich empfehle ihn Frauen und Männern gleichermaßen.

Ende gut, alles gut? Das müssen Sie selbst herausfinden! Thomas Krüger, Sie haben mir Spaß gemacht!

erlesen von Nadine Hoffmann

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Norbert Scheuer: Winterbienen.
C.H. Beck 2019, € 22,00.

Kaum jemand kommt derzeit an Norbert Scheuers „Winterbienen” vorbei, denn der Roman steht auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019. Ohne die Nominierung für diesen Buchpreis hätte ich das Buch wahrscheinlich nie gelesen – was wäre das für ein Verlust gewesen!

Dieser großartige Roman spielt in den Jahren 1944 / 45 in der Eifel. Egidius Arimond ist Imker, ehemaliger Lehrer und Freigeist. In der Gemeinschaft der Stadt Kall ist er zunehmend isoliert. Er ist Epileptiker und benötigt dringend Medikamente, um lebensbedrohliche Krampfanfälle zu vermeiden. Leider wird die Versorgung mit seiner Medizin immer schwieriger. Dass er Juden bei ihrer Flucht über die nahe belgische Grenze hilft, macht sein Leben noch gefährlicher.

In ruhiger, klarer, unmanierierter Sprache erzählt Norbert Scheuer vom Kriegsalltag auf eine unnachahmliche Weise. Bombenangriffe, vorrückende alliierte Einheiten, aber auch die unmittelbare Bedrohung etwa durch Verhaftung, Nahrungsmittelknappheit oder Umwidmung der eigenen vier Wände zu Kriegszwecken wird fast beiläufig, dennoch maximal eindringlich erzählt.

Gegenüber der beängstigenden Außenwelt bildet die intensive Beobachtung des Lebens der Bienenvölker einen wohltuenden Ruhepol für den Ich-Erzähler Egidius wie auch für den Leser. Anfangs hat mich der Umfang des Bienen-Themas ein wenig gestört, aber schnell hat dieser Erzählstrang für mich einen ganz eigenen Reiz gewonnen.

Denn die Bienen und ihre Gemeinschaft erscheinen als Gegenpol zur lebensverachtenden menschlichen Organisation in der historischen Kriegsrealität. Drittes wichtiges Element sind die Schilderungen eines Ahnen von Egidius aus dem Mittelalter, der die Vorfahren der Arimondschen Bienen in die Eifel brachte.

Birgit Jongebloed und Pia Patt führen die Buchhandlung Funk

Das persönliche Schicksal von Egidius steuert auf ein dramatisches Ende zu. Eine Faszination und Spannung baut sich da auf, wie ich sie selten in gehobener Literatur gefunden habe. Dieses Buch hat mich mal so richtig gepackt, und zwar bis zur allerletzten Seite. Was da noch alles passiert, will ich hier auf gar keinen Fall spoilern.

Auch nachdem ich es beendet hatte, ist es mir noch lange nachgegangen. Wahnsinnig gut! Was mir auch sehr gefällt: Offenbar kommt in Scheuers Büchern oft der Ort Kall vor, und bestimmte Figuren der städtischen Bevölkerung tauchen ebenfalls regelmäßig auf. Auch deshalb wird dies nicht das letzte Buch sein, das ich von diesem Autor lese. Ich mag es, wenn ein Autor ein Thema hat, das er immer wieder neu variiert.

Norbert Scheuer hat mit diesem Buch bereits den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis gewonnen. Wer weiß? Vielleicht ist dies der Siegertitel unter den Nominierten für den Deutschen Buchpreis. Ich würde es ihm wünschen.

erlesen von Birgit Jongebloed

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Viel Spaß beim Lesen.

Ihre Birgit Jongebloed und Pia Patt

Die Buchhandlung Funk existiert seit vielen Jahrzehnten in Bensberg und ist seitdem Bestandteil des kulturellen Lebens von Bergisch Gladbach. Mehr als zehn Jahre waren Pia Patt und Birgit Jongebloed bereits in der Buchhandlung Funk beschäftigt, als sie im Oktober 2015 das Geschäft von Almut Al-Yaqout übernahmen.

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Pia Patt, geboren 1974 in Köln, verheiratet, 2 Katzen, wohnt in Lindlar. Sie wurde in der Buchhandlung Funk zur Buchhändlerin ausgebildet und interessiert sich besonders für Kinderbücher, Krimis, und Belletristik. Wenn sie nicht gerade liest, kümmert sie sich um ihren Garten oder feilt an ihren...

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