105 Jahre ist das Zanders-Bad alt, jetzt ist das Becken wieder dicht und strahlt

Rechtzeitig zum Ferienende steht das Hans-Zanders-Bad wieder für Schulen und Vereine zur Verfügung. Erst nach einer langwierigen Suche war die Ursache für den massiven Wasserverlust gefunden worden, die Reparatur forderte dann nur eine moderate Summe.

Die beiden Geschäftsführer der Bädergesellschaft, Frank Stein und Manfred Habrunner, sind zuversichtlich: Das Hans-Zanders-Bad in der Stadtmitte, seit Juli 2019 von Schulen und Vereinen schmerzlich vermisste Sportstätte, öffnet zum Schulstart nach den Weihnachtsferien wieder seine Pforten.

Der Wasserspiegel ist seit der Reparatur nicht mehr gesunken, der Beckengrund schimmert im frischen Azurblau, die Temperatur hat komfortable 26 Grad erreicht. Der dramatische Wasserverlust, der das Schwimmbecken unbenutzbar machte, ist gestoppt.

Manfred Habrunner und Frank Stein erläuterten die Reparaturarbeiten

Jeden Tag 500 Euro für neues Wasser

„Das Becken hat jeden Tag ein Drittel seines Wassers verloren“, berichtet Habrunner. „Wenn wir den Betrieb hätten aufrecht erhalten wollen, hätte das Nachfüllen täglich fünfhundert Euro gekostet. Vom Aufheizen gar nicht zu reden.“

Ein externer Gutachter wurde bestellt, der erst einmal ungläubig den Kopf schüttelte und meinte, dass ein solch riesiger Schwund aller Erfahrung nach durch defekte Verrohrung und nicht durch ein undichtes Becken entstehe.

Die Verrohrung wurde geprüft und als stark beschädigt befunden. „Bis zu 10 cm lange Risse hatte der Ablauf“, erinnert sich Habrunner, „Das komplette System wurde ausgebaut und erneuert.“

Nach der Fertigstellung dann das böse Erwachen: Das Wasser verschwand nach wie vor in fast gleicher Intensität und Schnelligkeit. Die Rohre wurden noch einmal genauestens überprüft, aber Undichtigkeiten waren nicht mehr zu finden.

Fingerdicke Risse im Beton

Also blieb doch nur übrig, das Becken selbst zu untersuchen. Nachdem an mehreren Stellen die Fliesen abgeschlagen worden waren, offenbarte sich die ganze Misere: Der darunterliegende Beton wies fingerdicke, teilweise 5 Meter lange Risse auf.

„Nun haben wir mit dem Gutachter erörtert: Lohnt sich die Reparatur wirtschaftlich? Gibt es anschließend eine Garantie für die Dichtheit? Und wie viel Zeit nehmen die Arbeiten in Anspruch?“, so Habrunner. Letztendlich entschied man sich für eine neuartige Sanierungsmethode: die Versiegelung des Beckens mit einer Zweikomponentenschicht.

„Die Firma hat uns eine Fünfjahresgarantie auf die Dichtheit gegeben, und sie war die einzige, die bis Jahresende mit den Arbeiten fertig sein wollte“, begründet Habrunner die Entscheidung. Was dann tatsächlich gelang, teilweise auch in Nachtarbeit, weil die Versiegelung in einem Arbeitsgang aufgebracht werden musste.

„Kosten gut vertretbar”

Geschäftsführer-Kollege Frank Stein ergänzt die Historie um einen weiteren Punkt, der zunächst für Kopfzerbrechen gesorgt hatte: „Bei solch hohem Wasserverlust konnten auch Fundamentschäden nicht ausgeschlossen werden. Glücklicherweise blieb das Bad davon verschont.“

Den finanziellen Aufwand der Reparatur sieht Stein im grünen Bereich: „60.000 Euro für Verrohrung und Becken sind wirtschaftlich sehr gut vertretbar.“

Stein und Habrunner sprechen den von der Schließung des Bades Betroffenen noch einmal ihre Anerkennung aus: „Der Ausfall des Hans-Zanders-Bades war eine schmerzliche Einschränkung für unsere Schulen und Vereine. Deshalb großen Dank an alle, die darauf mit Verständnis reagiert haben.“

Nach Kombibad ist Mohnweg dran

Und wie geht es weiter mit den städtischen Bädern? Die Sanierung des Außenbereichs im Kombibad Paffrath läuft nach Plan und soll zum Beginn der Sommersaison 2020 abgeschlossen sein.

Für die Bäder Mohnweg und Stadtmitte (Zanders Bad) werden zur Zeit Konzepte und Kostenprognosen erarbeitet, die Baumaßnahmen sind im Zeitraum 2022 bis 2025 vorgesehen.

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