Kreisdirektor Erik Werdel

Der Kreis RheinBerg tritt Aussagen entschieden entgegen, die Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus könnten gelockert werden. Das sei ein Trugschluss, der Straf- und Bußgeldkatalog gelte nach wie vor.

„Wir wissen frühestens ab Mitte nächster Woche, ob die seit dieser Woche geltenden Kontaktsperren helfen oder nicht”, warnt Kreisdirektor Erik Werdel vor vorzeitigen Debatte über eine Lockerungen der Maßnahmen. Werdel leitet den Krisenstab des Rheinisch-Bergischen Kreises.

Mit seinem Appell folgt er Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun mit ähnlichen Aussagen. „Wir reden jetzt bis zum 20. April nicht über irgendwelche Erleichterungen”, sagte Braun dem Tagesspiegel.

Ein Maßstab für den Erfolg der Maßnahmen sei die Geschwindigkeit, mit der die Infektionen zunähmen. „Zehn, zwölf oder mehr Tage” müsse es dauern, bis sich die Fallzahlen verdoppeln, erst dann könne über Lockerungen debattiert werden, sagte Braun. Derzeit dauere es etwa drei Tage, bis sich die Krankheitsfälle verdoppeln.

Mindestens bis zum 19. April zuhause bleiben

„Die Kontaktsperre ist derzeit die beste Maßnahme die hilft“, betont Kreisdirektor Werdel. Jeder Bürger solle verantwortungsvoll damit umgehen und „mindestens bis zum 19. April zuhause bleiben. Ausdrücklich verweist er auf den geltenden Straf- und Bußgeldkatalog zur Umsetzung des Kontaktverbots des Landes von dieser Woche.

Kurz zuvor hatte sich auch die Stadt Bergisch Gladbach zu Wort gemeldet und darauf hingewiesen, dass das Gebot der Kontaktreduzierung auch im privaten Bereich gilt – und Kontakte von Familien zu Familien unterbleiben sollten.

Laut Werdel befinde sich auch der Kreis in einer „nie dagewesenen Ausnahmesituation”. Die Lage habe sich nicht entspannt, die Disziplin und Solidarität jedes Einzelnen sei ungeheuer wichtig.

„Alle Menschen tragen Verantwortung”

Der Kreisdirektor appelliert:

„Es muss uns gelingen, die weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Wir sind auf einem guten Weg und dieser muss auf jetzt auf jeden Fall weiter beschritten werden! Alle Menschen tragen Verantwortung, ihre Alltagskontakte auf ein Minimum zu reduzieren und so die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen. Es geht darum, Menschenleben zu retten und unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Wir selbst haben es in der Hand – nur wenn wir die Regeln befolgen!“

In ihrer Mitteilung erinnert die Kreisverwaltung an die bestehenden Handlungsempfehlungen:  

  • Zuhause bleiben!
  • Persönliche soziale Kontakte meiden, insbesondere zu älteren und chronisch Kranken. Nutzen Sie hierfür das Telefon oder Internet, soweit möglich! Oder Schreiben Sie Postkarten / Briefe.
  • Regelmäßig über die Vorgaben und Empfehlungen der zuständigen Behörden informieren – wann immer möglich zunächst über das Internet.
  • Beachtung der jeweils aktuellen Vorgaben – trotz der damit verbundenen erheblichen Einschränkungen.
  • Verzichten auf Händeschütteln.
  • Praktizieren einer guten Händehygiene.
  • Einhaltung der Husten- und Niesregeln.
  • Mindestens zwei Meter Abstand zu anderen Personen halten.
  • Bei Krankheit im Bedarfsfall zunächst telefonisch den Arzt oder die Ärztin kontaktieren.

Zeitverzug bei Meldung von Infektionen

In den vergangenen Tagen hatte das Kreisgesundheitsamt relativ geringe Zahlen von Neuinfektionen gemeldet. Allerdings gegen diese Daten unter Umständen nicht die aktuelle Lage wieder – nach der Untersuchung potenziell Erkrankter durch eine Abstrich dauert es mitunter fünf oder sogar mehr Tage, bis das Ergebnis vorliegt. Die am Freitag veröffentlichten Zahlen gegen also nur einen Hinweis auf den Stand der Dinge zum Wochenbeginn.

Bürgertelefon

Das Bürgertelefon des Rheinisch-Bergischen Kreises ist für medizinisch-gesundheitliche Fragen rund um das Corona-Virus unter der Woche von 8 bis 18 Uhr und am Wochenende von 10 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 02202 131313 erreichbar.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Oh je, da hat es aber 2 Kommentatoren bös erwischt. Die eine stellt infrage, was Tausende von Wissenschaftlern vorgeben und die Regierung bestimmt, der andere meint “Hammer nit, wolle mer nit, fot domit”. Wissen beide, dass gerade solche Äußerungen dazu beitragen, andere zu verunsichern und zu Meinungen verleiten wie ” Siehste, die meinen das auch, also lass und auf die neuen Regeln pfeifen”.

    Frau Degott, sind Sie Wissenschaftlerin, Ärztin, Rechtsgekehrte oder Soziologin? Wenn nicht, erlauben Sie sich in unverantwortlicher Weise Dinge infrage zu stellen, die schlauere Leute längst als einzig Hilfreiches vorgegeben haben.

    Herr Höffken, ich sah am Samstag auffallend wenige Fahrzeuge auf der Kölner Str. in Bensberg, waren es auf der Bensberger Str. tatsächlich so viel merh, dass es Sie entrüstet hat? Und wenn Sie auch 15-20 im Bergischen haben Picknicken sehen. Wie kann man sich verarscht fühlen, wenn man richtig macht, was Millionen andere tun und jetzt genau richtig ist?

  2. Das ist doch alles eine Farce. Sie belügen doch ihre Leser in iGL. Stellen Sie sich doch an die Bensbergerstr., z. Bsp. am Samstag und beobachten den Verkehr. Keine Minimierung !!!! Die Leute fahren ins Blaue, haben Picknick Körbe dabei und treffen sich zum gemeinsamen Brunch. Ich habe Gruppen von 15-20 Leuten im Bergischen gesehen, auf Wiesen sitzend, als wären normale Zeiten. Ich fühle mich mit meiner Family total verarscht, da wir jeden Kontakt vermeiden.

  3. Ist der Test wirklich aussagekräftig?
    Was würde für die Erstellung des Tests an Material zugrunde gelegt?
    Was unterscheidet diese Grippesaison vom anderen?
    Wo ist die Abwägung aller betroffenen Rechtsgüter,wie seelische Gesundheit der Einsamen und Alten,der Kinder,der Menschen in Furcht und Angst,der Menschen,die ihre Arbeit,ihr Einkommen verlieren?

  4. Hoffentlich wird das alles bald aufgehoben und ab Mai kann man wieder fliegen und verreisen

  5. Das ist meine Befürchtung, weil man Corona nicht sieht und es bei uns – bis jetzt – sehr moderat verläuft: dass die Leute nachlässiger werden, die Gefahr der Ansteckung vergessen und die Maßnahmen nicht mehr ernst nehmen. Denn ich glaube nicht, dass wir bis zum Ende der Osterferien über den Berg sind. Wär schön, ist aber wohl eher unwahrscheinlich.