Nach wie vor gibt es offene Fragen, was bei der Eindämmung des Corona-Virus erlaubt ist – und was nicht. Daher gibt die Stadtverwaltung jetzt „dringende Empfehlungen für das individuelle Verhalten” heraus, die sich auf den privaten Bereich beziehen.

Eigentlich ist die Corona-Schutzverordnung des Land NRW vom vergangenen Sonntag eindeutig, an welche Verhaltensregeln man sich halten sollte und was in der Öffentlichkeit (nicht) erlaubt ist.

In der Stadtverwaltung gehen jedoch immer wieder Fragen ein, die zeigen, dass es bei der Interpretation der Regeln einige Unklarkeiten gibt – vor allem, wenn es um die eigentlich private Sphäre geht.

Das zeigt sich auch auf den Facebookseiten der Stadt und des Bürgerportals und war auch bei der virtuellen Bürgersprechstunde von Bürgermeister Lutz Urbach am Dienstag ein Thema.

Typische Fragen, die dabei gestellt wurden:

  • „Darf mein Sohn sich mit seinem Freund treffen, es sind dann ja nur zwei Personen?“
  • „Darf ich mich mit meinem Kind und einer Freundin treffen?“
  • „Sind Ansammlungen im privaten Raum von zehn Personen erlaubt?“

Um diese Unsicherheiten zu klären hat sich der Krisenstab der Stadt mit dem Rechtsamt und der Ordnungsbehörde beraten und gibt nun folgende dringende Empfehlungen heraus:

Familien sollen sich nicht mit anderen Familien austauschen.

Dies ist aus tatsächlichen und rechtlichen Gesichtspunkten zu begründen: Für den öffentlichen Raum draußen gilt gemäß § 12 der Coronaschutzverordnung des Landes NRW ein Verbot für Ansammlungen von mehr als zwei Personen.

Die Verordnung legt in § 11 zwar kein explizites Kontaktverbot für innen und außen fest. Dafür aber ein ausdrückliches Verbot von Versammlungen und Veranstaltungen.

Der Hintergrund ist einfach: Jedes Familienmitglied hat Sozialkontakte, entweder geht man arbeitet oder geht zum Einkaufen oder erledigt andere zwingende Dinge in der Öffentlichkeit. Überall kann das Corona-Virus sein.

Wenn sich nun Familien und Kinder mischen und eine Person ist infiziert, sind direkt beide Familien in Quarantäne. Möglicher Weise bleiben Infektionen auch zunächst unerkannt, werden aber trotzdem bereits auf andere übertragen.

Das sollte in jedem Fall vermieden werden.

Daher der dringende Rat: Lassen Sie die Kinder nicht miteinander spielen. Abstand halten ist derzeit das oberste Gebot. Bitte beherzigen Sie diese Vorsichtsmaßnahme. Dies ist nicht leicht, aber es ist der sicherste Weg, eine Infektion nicht weiter zu verbreiten.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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9 Kommentare

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  1. Dürfen sich familien die aus 3 verschiedenen haushalte verwandt sind. Lassen die kinder zusammen spielen und besuchen sich jedentag. Obwohl es Kontaktverbote gibt. Mit freundlichen grüßen Claudia Lutz

  2. So (falsch) denken leider viel zu viele Menschen!! Kinder übertragen viel leichter, sie halten sich natürlicherweise nicht ans Abstand halten. Es sind gerade mal gute 2 Wochen, das verkraftet wohl jedes Kind, diese Zeit mit seinen Eltern zu verbringen. Ja, klar, man muss kreativ sein, sich beschäftigen, Zeit haben. Aber das sollte uns die Gesundheit wert sein. Im Übrigen gibt es auch schwere oder tödliche Verläufe bei jungen Menschen, sogar Teenagern/Kindern.
    Halten Sie durch!!

  3. “Lasst Kinder nicht miteinander spielen”. Natürlich ist mir der Weg einer Infektionskette bewusst, jedoch finde ich es unverantwortlich Kinder so lange von Gleichaltrigen zu isolieren. Kinder brauchen den Austausch mit anderen Kindern, und Kinder können nicht verstehen was gerade passiert.
    Die “Älteren” und Risikopatienten Ü50 hingegen schon. Ich verstehe nicht weshalb man nicht einfach Menschen mit erhöhtem Risiko isoliert und dafür gesunden Kindern die Freiheit lässt ein Kind zu sein.

  4. Es gab Zeiten und Gelegenheiten, da war ziviler Ungehorsam angebracht und ein Zeichen von streitbarer Demokratie. Heute die Bestimmungen zu hintergehen, die helfen, die Pandemie so bald wie möglich einzudämmen, ist menschenverletzend und -verahctend. Und es sind wahrlich nicht nur junge Leute, die das tun. Überall kann man ältere Menschen sehen, die mit Enkeln spazieren gehen, zu Dritt oder Viert wandern und sich keinen Deut darum scheren, in Lebensmittelläden Anstand zu halten oder nur nach Aufforderung einzutreten. All diesen Mitbewohnern lasst gesagt sein: EURE IGNORANZ WIRD MIT EINIGER WAHRSCHEINLICHKEIT ETLICHE TODESOPFER KOSTEN!

  5. So ist das. Die spontane Aussage des Bürgermeisters während der Sprechstunde ist durch die neue Mitteilung korrigiert worden.

  6. Das kommt auf den Ort an. In Bergisch Gladbach ist der Stadtordnungsdienst unter der Nummer 0160 6152 184 erreichbar. Wenn Sie woanders wohnen müssen Sie sich an Ihre Gemeinde wenden.

  7. Bei uns im Ort treffen sich immer noch Jugendliche im Wald.Ist sogar ein eingezäuntes Gelände und sie sitzen dort ganz offen mit 4 oder 5 Mann.Wo kann man das den melden?

  8. Es ist wirklich alles nicht ganz eindeutig und manchmal werden neue Verwirrungen aufgeworfen. Lutz Urbach sagte nämlich ein Kind darf mit EINEM Freund spielen. Das geht natürlich nicht weil der Abstand beim Spielen nicht eingehalten wird von Kindern. Und genau dies wird aktuell im Bürgerportal wieder geschrieben. Keine Kontakte zu Kinden aus anderen Familien.

  9. Das sicherste für die beiden Kassiererinnen wäre, wenn sie keine Kundschaft zu bedienen hätte. Trotzdem gehen sie jeden Tag zur Arbeit und stellen die Versorgung sicher. Vielen Dank!