Die Stationsstraße sperren: Ein Pilotprojekt im Programm der Grünen, das für einen klimagereichte Komplettumbau der Stadt steht

Für die Kommunalwahl haben die Grünen ein Wahlprogramm erarbeitet, das Bergisch Gladbachs Weg zu einer klimaneutralen Kommune aufzeichnet. Dabei haben sie eine ganz neue Stadt entworfen.

Seit November hatten sieben Schreibgruppen in einer „grünen Wolke” daran gearbeitet, die Vorstellung der Grünen für eine Stadt der Zukunft am konkreten Beispiel Bergisch Gladbach zu Papier zu bringen. Zum Schluss kam Corona dazwischen, daher musste der Beschluss digital gefasst werden, was ganz ohne Gegenstimme gelang.

Das berichteten jetzt Theresia Meinhardt, eine der Ko-Vorsitzenden, Maik Außendorf, Ratsmitglied und Kreissprecher, sowie Sascha Gajewski, der den Prozess organisierte. Corona spiele in dem Programm keine direkte Rolle – mache aber keine der Kernforderungen weniger dringlich, im Gegenteil, sagte Außendorf bei dem Pressegespräch. Mit der Finanzierung werde es jetzt allerdings deutlich schwieriger.

Zentrales Ziel der Grünen ist es, Bergisch Gladbach bis „spätestens 2035 zu einer klimaneutralen Stadt” zu entwickeln. Daraus leiten sich sehr viele konkrete Vorschläge, Forderungen und Projekte ab, die weit über die Klimapolitik und die Verkehrswende hinausgehen – so spielen der Wohnungsbau und die Bürgerbeteiligung eine wichtige Rolle. Sogar der Flächennutzungsplan kommt vor.

Wir dokumentieren das Programm ganz unten, die 32 Seiten sind gut lesbar und enthalten in zwei Kapiteln auch zwei utopische anmutende Geschichten, wie sich die Grünen das Bergisch Gladbach der Zukunft vorstellen. „Wir wollen den Leuten Lust machen, unsere Stadt als gestaltbar zu erleben”, erläutert Meinhardt.

Amateure und Profis

Die Grünen outen sich gleich im ersten Satz als „Amateure”, weil Politik nicht ihr Beruf ist. Sie seien aber auch „Profis”, was Bergisch Gladbach angehe – und weil sie es als ihre Aufgabe ansehen, die Stadt aktiv zu gestalten. Nicht allein, sondern mit der Stadtgesellschaft.

Die Stadt der Zukunft zeichnet sich für die Grünen durch starke „Quartiere”, wahlweise auch Subzentren oder Nachbarschaften aus, womit im räumlichen Verständnis die Stadtteile gemeint sind, in Wirklichkeit aber eine neue, dezentrale Stadtgesellschaft. Es klingt, wie ein Mix zwischen Nippes und Prenzlauer Berg.

Die grüne Ampel

Im Wahlprogramm bekennen sich die Grünen zum Bündnis mit SPD und FDP, das sie eine „grüne Ampel” nennen. Sie stellen sich hinter den gemeinsamen Kandidaten Frank Stein, rücken aber selbstbewusst ihre eigenen grünen Ideen in den Vordergrund. Jede Stimme für die Grünen sei eine Stimme für grüne Politik, und jede Stimme für Frank Stein eine Stimme für die Umsetzung dieser Politik.

Wie Bergisch Gladbach als „Stadt von morgen” aussieht, das beschreibt das Programm in zwei langen Passagen sehr konkret an zwei Familien, die in dieser Zukunftsstadt wohnen – nach jetzigem Stand eine Utopie, mit einer S-Bahn im 7,5-Minuten-Takt, einer Quartierskultur, innerstädtischen Grünanlagen, Kultur-Clubs auf dem Zanders-Gelände, Rundumbetreuung für Kinder und Senioren sowie bezahlbarem Wohnraum.

Wie das erreicht werden soll wird auf den folgenden Seiten aufgeblättert. Wir fassen die wichtigsten Forderungen, Ideen und Vorschläge in Stichworten zusammen:

Mobilität und Verkehr

  • der Anteil des klimafreundlichen Verkehrs soll bis 2025 auf 60 Prozent steigen
  • die Stationsstraße wird Auto-frei, als Pilotprojekt
  • der Fuß- und Radverkehr werden massiv gefördert
  • das Radwegenetz wird drastisch verbessert, auch durch einen Radschnellweg auf dem alten Bahndamm
  • die Stadt stellen einen Rad- und Fußwegbeauftragten ein
  • die S 11 wird zweigleisig
  • die Verlängerung der Stadtbahnlinien 1 und 18 sowie die Alternative einer Seilbahn werden geprüft
  • der ÖPBV wird durch ein solidarisches Bürgerticket finanziert
  • Investitionen in neue Straßen werden vermieden
  • Neubaugebiete werden im Binnenverkehr autofrei, mit zentralem Parkplatz oder Tiefgarage
  • öffentliche Stellplätze werden, wo möglich, in Flächen für Rad- und Laufverkehr oder Grünstreifen umgewandelt
  • Anwohnerparken wird kostenpflichtig
  • das kostenlose Kurzzeitparken wird abgeschafft
  • Tempo 30 in allen Wohngebieten – und darüber hinaus
  • die Stadt sichert für die Wiederbelebung des Schienengüterverkehrs ein Grundstück
  • Lastenräder übernehmen die letzte Meile und stärken den Einzelhandel gegenüber dem Internet-Handel

Soziale Gerechtigkeit – im weiteren Sinn

  • ein Bildungspaket für Kinder
  • Sprachförderung stärkt die Integration
  • Strukturen für Menschen mit Behinderung werden ausgebaut
  • Förderung von sozialem Wohnraum für eine wachsende Stadt
  • Förderung des selbstbestimmten Lebens bis ins hohe Alter
  • Gleichstellung von Frau und Mann

Wirtschaft

  • Unternehmen sollen für ein nachhaltiges Wirtschaften gewonnen werden
  • Müllvermeidung, Energieeffizienz und umweltfreundliche Logistik werden gefördert
  • Werbung für einen freiwilligen Verzicht auf Einwegverpackungen
  • Aufbau eines Lieferdienstes für Einkäufe mit Lastenrädern
  • Gewerbegebiete (auch neue) werden klimaneutral entwickelt
  • leistungsstarkes Internet und Mobilfunknetzt
  • Photovoltaik und Windenergie werden gefördert
  • die Belkaw soll wieder ganz der Stadt gehören und ihre Stromproduktion bis 2030 komplett auf erneuerbare Energien umstellen

Verwaltung

  • die Verwaltung wird gestärkt …
  • … und bekommt eine moderne IT
  • die Digitalisierung wird mit Augenmaß voran getrieben
  • die Stabstelle für Digitalisierung wird aufgewertet

Finanzierung

  • grundsätzlich entsteht durch den Haushaltsausgleich in 2021 mehr Spielraum …
  • … aber durch Corona ist wieder vieles offen
  • moderate Steuererhöhung sind möglich, um einen langfristig ausgeglichenen Haushalt zu erreichen
  • der Steuersenkungswettbewerb anderer Gemeinden macht eine Erhöhung der Gewerbesteuer unmöglich
  • bei der Neuordnung der Grundsteuer soll innerstädtischer unbebauter Grund stärker besteuert werden
  • umweltschädliches Verhalten soll finanziell belastet werden, etwas durch eine Verpackungssteuer auf Einwegverpackung und Einwegbecher

Kultur

  • städtische Kultureinrichtungen werden gestärkt
  • Stadteil- und soziokulturelle Einrichtungen wie die Jugendzentren werden gestärkt
  • auf dem Zanders-Gelände soll ein offenen Initiativenhaus entstehen, mit Ateliers und Probenräumen für die freie Kulturszene
  • die Mitarbeiter der Musikschule sollen besser bezahlt werden
  • die Musikschule soll ein neues Gebäude in der Innenstadt bekommen

Bürgerbeteiligung

  • … auf Augenhöhe, wertschätzend, mit analogen und digitalen Formaten
  • Bürgergutachten sollen eingeführt werden
  • Gründung eines Jugendparlaments
  • ein Klimabeirat beim Bürgermeister soll die Bürgerschaft einbinden
  • der Ausschuss für Anregungen und Beschwerden bekommt mehr Rechte
  • Dialogforen sollen die Arbeit der Fachausschüsse begleiten

Sport

  • die Vereine sollen als Orte der Teilhabe, Inklusion und Rassismusbekämpfung gestärkt werden
  • der Breiten- und Leistungssport soll für alle Generationen und sozialen Schichten geöffnet werden
  • die Sportstätten sollen ausgebaut werden
  • Kinder bekommen eine ausreichende Schwimmförderung

Stadtentwicklung: grün, urban und kompakt

  • höhere Dichte der Bebauung und soziale Durchmischung entlastet die ökologische Bilanz und sichert die Nahversorgung
  • fußläufige Erreichbarkeit aller Stadtfunktionen
  • Nebenzentren und Stadtteile werden gestärkt
  • ländlichere Bereiche werden mit Zentren vernetzt
  • soziale Bauprojekte und Baugruppen in Gemeinschaftseigentum werden gefördert

Grüne Boden- und Wohnungspolitik (und der FNP)

  • konsequente Umsetzung eines Baulandsmanagements: Stadt kauft Boden auf und teilt zu, um Preise zu dämpfen
  • Vorrang für Vergabe in Erbpacht oder Verkauf an Träger des Gemeinwohls
  • Förderung innovativer Wohnformen
  • Förderung von Baugenossenschaften über die RBS hinaus
  • Baulandbeschlüsse stellen sicher, dass bei privaten Bauprojekten ab 10 Wohneinheiten mindestens 30 Prozent im geförderten und 30 Prozent im preisgedämpften Mietwohnungsbau entstehen
  • Widerstand gegen die Bebauung siedlungsstrukturschädlicher und für den Klimaschutz bedeutsamer Flächen den Flächennutzungsplans
  • kritische Begleitung jedes Bebauungsplans
  • integrative Wohnformen sollen Senioren dazu veranlassen, aus zu groß gewordenen Häusern auszuziehen
  • wenn eine Entwicklung neuer Flächen unvermeidlich ist, soll das in qualitätsvoller Dichte und mit gemischten Funktionen geschehen, quasi autofrei durch eine umweltfreundliche Verkehrsanbindung
  • Innenentwicklung hat Vorrang vor Außenentwicklung
  • die Stellplatzsatzung wird reformiert
  • Dach- und Fassadenflächen sollen für den Klimaschutz genutzt werden
  • Pflicht zur Nutzung von Solarenergie
  • alle städtischen Bauprojekte müssen am Ziel der Klimaneutralität ausgerichtet werden
  • der öffentliche Raum wird wiederbelegt, neue Orte der Verbindung geschaffen

Kinder, Jugend und Familie

  • Bildung und frühkindliche Erziehung haben einen hohen Stellenwert
  • Qualität der Arbeit in den Kitas wird dauerhaft verbessert, mehr künstlerische und musische Angebote
  • Zahl der Betreuungsplätze wird ausgebaut
  • Inklusion ist in allen Bereichen wesentlich und muss mit Personal gefördert werden
  • Betreuungszeiten sollen flexibler und bedarfsgerechter werden, bis hin zu einer nächtlichen Betreuung
  • Schaffung kommunaler Kita-Einrichtungen, die eine Vorreiterrolle übernehmen
  • Förderung eines Zweckverbands mittelständischer Unternehmen zur Gründung von Betriebs-Kitas
  • Beiträge zur Kita werden schrittweise gesenkt, bis hin zur vollständigen Abschaffung
  • Grundschul- und OGS-Plätze werden energisch ausgebaut
  • der Sanierungsstau in den Schulen wird schrittweise abgebaut
  • zusätzliche Hausmeister sichern den Erhalt der Gebäude
  • Schulen werden bedarfsgerecht digitalisiert
  • Angebot der offenen Jugendarbeit werden besser vernetzt und sichtbarer gemacht
  • Jugendzentren werden weiterentwickelt und ausgebaut
  • Gründung eines Jugendparlaments
  • der Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen wird gefördert

Klima, Umwelt, Natur

  • Stadt wird bis 2035 klimaneutral
  • dabei müssen alle städtischen Bereiche zusammen handeln
  • klimatische und ökologische Folgen sind bei allen städtischen Entscheidungen mit hoher Priorität zu berücksichtigen
  • Wirtschaft und Bürger werden aktiv beteiligt
  • Freiflächen, Grünflächen und Naherholungszentren werden gestärkt, vernetzt und weiterentwickelt
  • eine Baumschutzsatzung wird zügig wiedereingeführt
  • Stadt setzt klare Impulse zur Vermeidung von Müll
  • Müll soll konsequenter recycelt werden
  • private Reparatur-Cafés werden gefördert
  • nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder wird gefördert
  • nachhaltige Landwirtschaft wird gefördert
  • Bäche werden freigelegt, die Ufer renaturiert
  • die Strunde auf dem Zanders-Gelädne wird freigelegt
  • die Einleitung von Regenwasser soll vermindert werden

Dokumentation: Das Programm im Wortlaut

Weitere Beiträge zur Kommunalwahl

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

12 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Hurra, wir haben einen Diskurs, den braucht es! Natürlich ist nicht zu erwarten, dass ein GRÜNES Wahlprogramm, das eine Zukunft für Bergisch Gladbach zu beschreiben versucht, die einen Erhalt der Lebensqualität für jetzige und zukünftige Generationen beschreibt, und ja, in diesem Sinne sich visionär darstellt, auf ungeteilte Zustimmung trifft. Was das Programm eben nicht sein soll, ist eine zusammenhanglose Auflistung von Einzelmaßnahmen, die für sich vielleicht auf Zustimmung stoßen aber die strukturellen Herausforderungen, die unbestreitbar groß sind, nicht angeht. Es braucht keine Grünen Parteiprogramme um darzulegen, dass unsere bisherige Art des Wirtschaftens und die dazugehörigen politischen Rahmenbedingungen die Zukunftsfragen bisher nicht gelöst haben, dafür reicht alternativ ein Blick in die vielen Dokumentationen zu ökologischen wie sozialen Fragen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, des Umweltbundesamtes, des WBGU, etc. Diese Vorschläge bieten im Rahmen der kommunalen Gestaltungsspielräume Lösungen an und wenn sich in der Diskussion über diese noch bessere Ideen ergeben, die das gleiche Ziel erreichen, dann freuen sich sicher auch die Ideengeber. Ich hoffe indes, das wir als Stadtgesellschaft nicht zu weit auseinander sind, was das Ziel angeht und die Dringlichkeit, das sollte uns dann in Verantwortung für die Zukunft Sorgen bereiten.

  2. In einigen Kommentaren ist viel von Träumereien in Bezug auf die Finanzierbarkeit unserer Themen zu lesen. Dabei frage ich mich wirklich, wer hier Träumerei und Realitätsverweigerung betreibt. Beinahe im Wochentakt vermelden Wissenschaftler neue Szenarien, wonach die Klimakrise immer schlimmere Auswirkungen weltweit haben wird.

    Erst vorgestern tickerte eine neue Studie durch die Nachrichtenkanäle: 3,5 Milliarden Menschen werden voraussichtlich in 50 Jahren unter extremer Hitze leiden und durch die Folgen ihre Lebensgrundlage und Heimat verlieren:

    https://www.tagesschau.de/ausland/studie-treibhausgase-101.html
    https://www.pnas.org/content/early/2020/04/28/1910114117

    Betrifft uns alles nicht? Haben wir nichts mit zu tun? Können wir vor Ort sowieso nichts machen? Ach – Afrika, Asien, Südamerika – ist doch alles weit weg?

    Wir sind davon überzeugt, dass wir ALLE Verantwortung übernehmen müssen und unser Handeln immer danach ausrichten sollten, wie wir diese Erde auch noch lebenswert für unsere Enkel erhalten.

    Corona zeigt uns gerade überdeutlich, was alles finanziell möglich ist, wenn wir nur anerkennen, dass wir auf eine existentielle Krise zusteuern und SOFORT handeln müssen.
    Manche Kommentare kann ich nur so lesen, dass einige weiter der Meinung sind, wir könnten es uns leisten, sehenden Auges auf eine noch viel schlimmere Krise zuzusteuern und Maßnahmen gegen die Klimakrise unter einen Finanzierungsvorbehalt zu stellen.

    Wir wollen dafür sorgen, dass all das viele Geld welches nun fließt, so ausgegeben wird, dass beide Krisen zusammengedacht angegangen werden. Das wäre vorausschauende Finanzpolitik im Sinne der kommenden Generationen! Oder können wir nur handeln, wenn wir ganz unmittelbar im Jetzt betroffen sind?

  3. Bei der Erhöhung der Taktung des S-Bahn-Verkehrs, nur möglich mit zweigleisigem Ausbau, hat die Stadt Bergisch Gladbach leider nur wenig Einfluss.
    Die Entscheidung der Landesregierung steht ja, jetzt ist die Bahn am Zug.
    Das kann dauern, und wehe, es findet sich eine Gelbbauchunke oder ähnliches Getier im Dellbrücker Wald. Dann schreien wieder die Grünen, die sich gerade für den zweigleisigen Ausbau ausgesprochen haben.

    Ich bin grundsätzlich dafür, Container von der Autobahn auf die Schiene zu bringen. LKW zerstören den Straßenbelag schnell, sorgen für Kosten und Stau.

    Seit Jahrzehnten läßt die Bahn das Gelände um den Bahnhof vergammeln.
    Ob es sinnvoll ist, hier einen Containerumschlagplatz zu errichten, kann man diskutieren. Die Container müssen ja auch von LKW aufgenommen werden.
    Und diese LKW müssen dann ja mitten in die Stadt einfahren.
    Ich weiß, dass das Experiment, im Industriegebiet Heidkamp einen Containerumschlagsplatz zu errichten voll in die Butz gegangen ist,
    trotzdem würde ich die Bahnstrecke dahin nicht aufgeben.

    Mit dem Fahrrad kann man ab Mühlheimer Straße, direkt hinter der Brücke,
    oder ab Finanzamt, sehr komfortabel parallel zum Bahndamm bis nach Frankenforst fahren. Am Eisstadion kann man abbiegen und durch den Wald ungestört vom Autoverkehr bis nach Refrath fahren.
    Ich fahre die Strecke täglich zur Arbeit, wieviele Radfahrer kommen mir da entgegen? Einer oder vielleicht zwei.
    Hier braucht es keinen Radschnellweg, der vorhandene Weg ist sogar beleuchtet.

    Die Hinführung, bis man dann endlich mal auf dem Radweg, der parallel zum Bahndamm verläuft, angekommen ist, ist das Problem.

    Ich weiß nicht, was in Zukunft auf dem Zanders-Gelände passieren wird,
    einen Radweg vom Haupteingang der Zanders-Fabrik an der Gohrsmühle bis hin zur Zederstraße halte ich für sinnvoll, die Verkehrsführung auf der Hauptstraße ist für alle Verkehrsteilnehmer eine Zumutung.

    Der Radfahrer, der raus aus der Stadt richtung Gronau fährt, weiß überhaupt nicht, wie er sich verhalten soll.
    Da hört der Radweg auf, man befindet sich aber in einer Einbahnstrasse,
    entgegen der Fahrtrichtung,
    auf dem Zebrastreifen hat man als Radfahrer auch nichts zu suchen.

    Die Kombination von Einbahnstraße und Sackgasse gibt es hoffentlich nur in Bergisch Gladbach.

    Man könnte den Radweg verlängern bis zur Dechant-Müller-Straße, es sind nur wenige Meter, Bordsteinkante absenken, die Fahrbahn mit roter Farbe einpinseln (wie für Radwege übliich),
    so dass der Radfahrer hier korrekt nach links abbiegen kann.

    Ich sehe es zweimal täglich, auf dem Weg zur Arbeit und zurück, totales Chaos.

  4. Es wäre zu schön, um war zu sein, wenn das ein oder andere des Programs umgesetzt wird. Thema Finanzierung: Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Verkehrspolitik bei Neuinvestitionen grandios versagt hat- Geld wurde investiert, aber eben nicht unter Berücksichtigung besserer Verkehrskonzepte (Stationsstraße, Drischer Kreisel, Turbokreisel…- nirgends wurde es für alternative Verkehrsmittel besser). Wenn bei neuen Projekten daran gedacht wird, wäre schon vieles gewonnen.

  5. genial! und perfekt. Ich danke für die guten Vorsätze. Hoffentlich kommt davon ALLES durch. Ganz besonders gut finde ich den Teil Verkehr, Wohnen und FNP. Was haben die anderen Parteien zu bieten??? Das ist mit Abstand der beste Plan.

  6. Nachdem die CDU mit einer kleinen Unterbrechung seit Jahrzehnten diese Stadt regiert und es in dieser Zeit sträflich versäumt hat, viele Dinge, die die Grünen berechtigterweise in ihrem Wahlprogramm thematisieren, ernsthaft aufzugreifen, wäre ich bereit dieser Perspektive einen gewissen Vertrauensvorschuss einzuräumen, dass einige – wenn auch nicht alle – Probleme dieser Stadt vielleicht einmal konsequenter angegangen werden. Als ein Beispiel sei nur die verkehrstechnische Anpassung an die heutige Zeit genannt. Hier hat die CDU bei der Lösung wesentlicher Probleme versagt. Im Übrigen blieb die CDU in zurückliegenden Wahlprogrammen deutlich unverbindlicher und betrieb Vergangenheitsbewältigung bzw. begnügte sich mit Beschreibung der derzeitigen Situation. Das hat leider auch nicht geholfen. Dieses Gebaren wiederholt sich leider seit Jahren.

  7. Der verstorbene Bundeskanzler Schmidt hat zwar mal gesagt:”Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen!” Aber ohne Visionen würde die Menschehit heute noch auf Bäumen turnen. Man draf aber gespannt sein, ob wenigstens die SPD mit dem Bürgermeisterkandidat diese Visionen der Grünen unterstützt, die FDP wird dasmit nicht können. Herr Krell möchte zwar gerne mitregieren, aber als Vertreter dieses Programms würde seine Partei den letzten Rest der Glaubwürdigkeit verlieren.

  8. Eine phantastische Zusammenstellung von allen aktuellen politischen Schlagworten. Wie gesagt „phantastisch“. Nur mit Phantasie sollte Politik nicht betrieben werden, sondern mit Realitätssinn. Und der fehlt. Von den Kosten ganz zu schweigen!

  9. So wollen die Grünen die Stadt umbauen…
    Was ich da lese, sind nur viele Überschriften sogenannte Headlines, die auch die Bildzeitung als Aufmacher benutzen. Es sind Visionen, die es gilt Ganzheitlich zu formulieren… wie will eine Partei, (die grüne Wolke) die sich “Amateure” nennen, bei der Themenflut zu Potte kommen? Wer soll diese einzelnen und zugleich umfangreichen Themen professionell mit Leben füllen? Dann noch die praktische Umsetzung! Es bleibt wohl eher ein grünes Wolkenkuckucksheim.
    Eigentlich Schade… es sind gute Ideen! Alle Parteien und Bürgerinitiativen müssten an einem Strang und dazu in die richtige Richtung ziehen – es wäre ein Traum!

  10. Man liest viele Träumereien und ein paar gute Dinge.

    Man merkt, dass die grüne Wählerschaft und Mitglieder aus gut situierten Kreisen kommen oder eher der esotherischen Ecke angehören.

    Jeder EUR kann leider nur einmal ausgegeben werden. Dies gilt für die Stadt als auch für die Familien.

    Wie unten angesprochen, wird vieles nicht finanzierbar sein.

    Darüber hinaus sollten die Grünen mal bei Ihren Kollegen in Finnland nachhören, wie es mit CO2-armer Kernenergie aussieht. Der Ausstieg fördert den Kohlestrom und Kernenergie aus alten Meilern außerhalb Deutschlands.
    Die EEG Umlage ist eine riesige Umverteilung von Unten nach Oben. Man denke an den Bonner Sonnenkönig (Solarworld / Ehemals Grüner).
    Recycling wäre auch ein gutes Thema, ohne grünen Punkt, sondern nach neuester Technik. Eine Tonne Bio, eine Papier und eine für alles andere, dass maschinell besser sortiert wird.

    Kein neuer Straßenbau? Wo sollen denn die ganzen Leute wohnen, die man eingeladen hat? Entweder wird alles enger oder die Stadt vergrößert sich mit Neubaugebieten.

    Und es ist schön, dass alle auf das Fahrrad umsteigen sollen. Kennen die Grünen auch die Diebstahlrate? Es wird Zeit für Fahrradboxen oder -türme, sonst werden die Hausratversicherungen noch teurer ;)

    Aber es heißt ja so schön “Wenn man träumt, soll man auf nichts verzichten.” Die Realität wird anders aussehen.

  11. Es muss dringend der Wahn reduziert werden, die (noch) grüne Stadt Bergisch Gladbach noch mehr zuzubauen. Nach Angaben des Landes sind in den letzten 3 Jahren ca. 100 Fußballfelder an Vegetationsflächen einer Bebauung zum Opfer gefallen.

    DAS muss gestoppt werden!

  12. Die Grünen haben tolle Vorstellungen skizziert, doch habe ich das Gefühl, es müssen zunächst Forderungen aufgestellt werden,den nächsten Schritt werden wir schon mit Druck umsetzen, wenn wir die Macht und den Einfluss an uns gerissen haben. Ein neuer Bürgermeister Stein muss her. Er wird schon unsere Vorstellungen mittragen. Immerhin haben wir ihn in den Sattel mitverfolgen. Nur wo soll das Geld für Ihre Träumereien herkommen? All ihre Forderungen müssen realistisch sein. Mit Wünschen allein lässt sich ihr Ideal umsetzen. Ich möchte die konkreten Finanzplanung einmal sehen. Gibt es die überhaupt? Wo bleiben andere Interessen ( Stadt Köln, private Investoren, Wirtschaftlichkeit und Investoren für solche Projekte) . Die Grünen waren sehr häufig Träumer für eine andere und auch gewünschte bessere Welt, doch häufig fehlt das sehen einer anderen realen Welt. Viel Spaß, Freude und Ideenfindung zu den genannten Themen. Doch überlassst doch bitte die reale Umsetzung den Personen, die Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen, um reale Inhalte zu stemmen. Ein Bürgermeisterkandidat mit ausgesprochenen IT Wissen und Erfahrungen ist da ein erster Weg. Hj. Kickuth