Mit dem Containerdorf in Lückerath hat die Stadt jetzt auch die letzte provisorische Unterkunft für Flüchtlinge geschlossen. Damit geht eine Ära zu Ende – in der sich in Bergisch Gladbach sehr viele Menschen um die Menschen aus Krisengebiete gekümmert haben. Viele der Container werden jetzt umgerüstet und während der Sanierung des hinter dem Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums als Klassenräume genutzt.

Am 4. Juni 2020 endete in Bergisch Gladbach die Nutzung kurzfristig errichteter Bauten für Menschen aus Krisengebieten. Die letzten Bewohner haben die Containerunterkunft in Lückerath verlassen. Alle anderen Provisorien sind bereits außer Betrieb:

So hatte die Zeltstadt in Katterbach in den drei Hallen insgesamt rund 330 Plätze. Der Erstbezug war am 28. September 2015; der Standort blieb bis Mai 2017 in Betrieb.

Die Container an der Franz-Heider-Straße in Paffrath beherbergten bis zu 153 Personen. Sie wurden am 31. Mai 2016 in Betrieb genommen und mit Ablauf der Baugenehmigung im Mai 2019 geräumt.

Der Containerbau in Lückerath bei einem Termin für die Öffentlichkeit

In Lückerath hätten bis zu 286 Menschen wohnen können. Im April 2017 war die Unterkunft bezugsbereit. Zuletzt lebten hier noch um die 40 Bewohner. Rund zehn Millionen Euro wurden in die Standorte investiert. Da die Baugenehmigung auf drei Jahre begrenzt war, war eine längere Nutzung nicht möglich.

Hintergrund: Im Sommer 2015 hatte die Stadt entschieden, die Menschen aus Krisengebieten, in Zelten und Containerbauten unterzubringen. Parallel dazu waren Turnhallen als Provisorien für das Wohnen der Zugewiesenen genutzt worden.

Die Flüchtlingshilfe ist damit jedoch nicht beendet: Sowohl an der IGP als auch in Heidkamp am Gustav-Lübbe-Haus sind die Flüchtlingsinitiativen noch mit Fahrradwerkstatt und anderen Angeboten im Einsatz.

Rund 865 Flüchtlinge leben aktuell in Bergisch Gladbach, die nunmehr größte Unterkunft ist das Gustav-Lübbe-Haus mit rund 100 Bewohnerinnen und Bewohnern.

Containerschule nach Sommerferien

Am Montag beginnen die nun Umbauarbeiten an den ersten Containern in Lückerath. Die Module werden anschließend verladen und zum Nicolaus-Cusanus-Gymnasium gebracht. Sie dienen dann als Klassenräume während der Generalsanierung des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums. 

Insgesamt 80 Container werden von Lückerath ans NCG umgezogen, damit nach den Sommerferien die Containerschule genutzt werden kann. Die Verwendung der übrigen Container wird noch verwaltungsintern geprüft.

Würdigt den Einsatz von Ehrenamtlern und Mentoren während der Flüchtlingskrise: Bürgermeister Lutz Urbach

Viel Integrationsarbeit geleistet

„Ich möchte den heutigen Tag zum Anlass nehmen, um ein herzliches Dankeschön auszusprechen. Danke an die Anwohnerinnen und Anwohner, die im Vorfeld der Planung und des Baus viele Bedenken und Ängste geäußert hatten und dann aber ein gutes Miteinander mit den neuen Nachbarn gelebt haben. Das ist nicht selbstverständlich“, betont Bürgermeister Lutz Urbach. 

Bei Bürgerversammmlungen hatte Lutz Urbach den Anwohnern (hier 2016 in Lückerath) die Pläne erklärt.

„Nicht nur die Lückerather, auch die Nachbarn in allen anderen Stadtteilen mit neuen Unterkünften haben viel Integrationsarbeit geleistet. Ob in Katterbach auf dem Sportplatz an der Grundschule, in Paffrath neben Gesamtschule und Kombibad oder in den Turnhallen in Refrath, Frankenforst, Heidkamp und Sand – überall wurden die Menschen freundlich aufgenommen und von Haupt- und Ehrenamt sorgsam betreut.“ 

Ohne die vielen Flüchtlingsinitiativen, so erläutert Lutz Urbach weiter, wäre der noch andauernde Marathon der Integration wohl bereits zu Beginn gescheitert.

Lesetipp: 2018 hat sich Bürgerportal-Reporterin Laura Geyer in einer vierteiligen Serie am Beispiel Schildgens beschrieben, wie die Stadtgesellschaft mit der Herausforderung umgegangen ist – und wie die Integrationsarbeit die Stadt verändert hat. Alle Beiträge der Serie finden Sie hier.

„Wir als Stadtverwaltung brauchten viele helfende Hände, und die Bergisch Gladbacherinnen und Bergisch Gladbacher standen uns zur Seite“, resümiert der Bürgermeister. „Das war und ist bis heute nicht selbstverständlich. Auch diesen vielen Ehrenamtlern und Mentoren möchte ich ganz herzlich danken.“ 

Flüchtlinge und DRK-Mitarbeiter begrüßen Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Besuch 2015 in Katterbach

Gauck würdigte Willkommenskultur

Urbach erinnert in diesem Zusammenhang auch an den Besuch des Bundespräsidenten Joachim Gauck im November 2015 in Bergisch Gladbach: „Nicht umsonst hat der erste Bürger unseres Staates für seine Informationsreise zur Flüchtlingskrise Bergisch Gladbach ausgewählt. Der Ruf der Willkommenskultur, die wir in unserer Stadt gepflegt haben und noch pflegen, ist bis nach Berlin gedrungen.“ 

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal hat das Flüchtlings-Thema intensiv begleitet, die rund 400 Beiträge dazu finden Sie hier.

Ebenfalls gute Arbeit hat das sogenannte Hauptamt geleistet. Allen voran die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Stadtverwaltung in Kooperation mit den Fachleuten vom Deutschen Roten Kreuz-Kreisverband Rheinisch-Bergischer Kreis e.V.. Aber auch die Hausmeister für die verschiedenen Einrichtungen haben viele Aufgaben mit Bravour gemeistert. So auch die vielen Umzüge in den letzten Wochen. 

Ingeborg Schmidt als DRK-Gruppenleiterin bei der Einrichtung einer ersten Unterkunft 2015 in Sand. Foto: WSD

DRK spielte eine wichtige Rolle

Für das DRK geht ebenfalls eine Ära zu Ende. An allen Standorten waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Betreuungspersonal in den letzten fünf Jahren im Einsatz.

Nun bleibt das Gustav-Lübbe-Haus als Einsatzort erhalten. In Kooperation mit der Stadtverwaltung werden die dort lebenden Migranten betreut.

„Ich bedanke mich stellvertretend für alle, die in den Unterkünften gearbeitet haben, bei Geschäftsführer Reinhold Feistl und der DRK-Vorsitzenden Ingeborg Schmidt“, erklärt Lutz Urbach. „Ohne diese großartige Unterstützung des DRK, die selbstverständlich auch vergütet wurde, wäre die Aufgabe der Integration und Betreuung nicht zu schaffen gewesen.“

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Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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