Bürgermeister Urbach mit den drei Schulleitern Sulski, Bertenrath und Knoch

Mit einer Feierstunde wurde das sanierte Otto-Hahn-Schulzentrum am Freitag offiziell von dem Generalplanungsunternehmen agn rheinmain an die Stadt Bergisch Gladbach als Schulträger übergeben. Jetzt müssen Realschule und Gymnasium noch ausgestattet werden, zum Jahresende soll der Unterricht starten.

Geschäftsführerin Tanja Dickert überreichte Bürgermeister Lutz Urbach eine Schultüte als Symbol für den Neuanfang des Gebäudes, das 1973 gebaut und seit Januar 2016 kernsaniert wurde.

Zuvor fand in der neuen Aula eine Übergabe-Feier statt. Diese wurde von den Schülerinnen und Schülern der Otto-Hahn-Realschule und des Otto-Hahn-Gymnasiums gestaltet.

Auf der Bühne Anna Cotter und David Böhnke.

Zudem gab es Redebeiträge von Lutz Urbach, der neuen Fachbereichsleiterin Ruth Schlephack-Müller, der agn-Geschäftsführerin Tanja Dickert und den beiden Schulleitern Felix Bertenrath (OHR) und Karl-Josef Sulski (OHG).

Coronabedingt war die Gästeliste auf 75 Personen begrenzt, daher konnten nur eine kleine Zahl an Mitgliedern des Rates, Vertreterinnen und Vertreter der Schulgemeinschaft, Verantwortliche der Stadtverwaltung sowie Beteiligte der beauftragten Firmen vor Ort sein.

Viele Hürden und Hindernisse überwunden

„Ich bin sehr froh und auch stolz, mit der Fertigstellung der Bauarbeiten nun einen großen Schritt zur Eröffnung der hochmodernen Schulen machen zu können“, betonte Bürgermeister Lutz Urbach in seiner Rede. Er zeigte die vielen Hürden und Hindernisse auf, die letztlich zu der langen Planungs- und Bauphase geführt haben:

Im Jahr 2013 wurde ein europaweites Ausschreibungsverfahren für die Generalplanung durchgeführt, bei der das Planungsbüro agn-rheinmain für die Planung und Ausführung ermittelt wurde. Ein Mitbewerber legte Beschwerde gegen die Vergabe ein, das führte zu ersten Verzögerungen.

Weitere Schwierigkeiten folgten, als sich abzeichnete, dass die ursprünglich veranschlagten Kosten von 18 Millionen Euro nicht ausreichen würden. Der zuständige Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr bewilligte daraufhin die Budgeterhöhung auf 27,5 Millionen Euro. Darin enthalten waren auch die vorgelagerte Schadstoffsanierung im Werktrakt und die Brandschutzmaßnahmen, die zum weiteren Betrieb der Schulen bis zum Sanierungsstart gefordert wurden.

Ein maßgeblicher Bestandteil der Kostensteigerung war die Integration der aus den neunziger Jahren stammenden Fassade in die Sanierung. Dadurch ließen sich bessere energetische und klimatische Bedingungen im Gebäude erzielen und in Folge auch die Betriebskosten des Gebäudes senken.

Kosten auf 33 Millionen Euro gestiegen

Unplanbar war, dass für das Containerdorf aufgrund der Flüchtlingskrise plötzlich die benötigten 280 Container nur mit viel Glück auf dem überhitzten Markt zu einem angemessenen Preis zu finden waren. Durch Zufall konnte die Stadt eine Containeranlage in München erwerben, die dort zur Auslagerung der Stadtwerke gedient hatte.

Im August 2018 folgten weitere Mehrkosten in Höhe von drei Millionen Euro für Planungsänderungen, Planungsfortschreibungen, Risikoaufschlägen und die Kanalsanierung. Auch hier stimmte der AUKIV zu. Im Verlauf des Umbaus kam es zu weiteren Kostensteigerungen durch die enorme Steigerung des Baupreisindex von 10% in den letzten zwei Jahren, bzw. 16,5% in der gesamten Bauphase.

Die prognostizierten Gesamtkosten der Schulsanierung belaufen sich laut Generalplaner nun auf ca. 33 Millionen Euro.

Containerklassen haben Ende 2020 ausgedient

Der Unterricht in den Containerklassen hat 2020 ein Ende. Die Baufirmen haben es geschafft, aus dem dunklen und sanierungsbedürftigen Gebäude ein modernes Schulzentrum zu errichten.

„Die restliche Ausstattung des Schulzentrums erfolgt in den nächsten Wochen, sodass sich die ca. 1000 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums mit Schulleiter Karl-Josef Sulski und die ca. 550 Schülerinnen und Schüler mit Schulleiter Felix Bertenrath nun auf eine frisch sanierte Schule und eine neue Lernumgebung freuen können, die einen hohen Unterrichtsstandard ermöglicht“, so Bürgermeister Lutz Urbach.

Anna Cotter (Gesang) und David Böhnke (Gitarre) vom OHG hatten die gut einstündige Feierstunde mit dem Song „back to black“ von Amy Whinehouse eröffnet. Sie erhielten großen Applaus wie auch ihre Schulkameradin Juliana Kupper Palomares, die mit „Mr. Jingles“ eine Eigenkomposition am Klavier präsentierte.

Aufwendiges Großprojekt bindet viel Personal

Ruth Schlephack-Müller, die seit dem 1. August den Fachbereich 8 Immobilienbetrieb leitet, zeigte in ihrer Rede den Spagat auf, den die Fachleute der Verwaltung bei solchen Großprojekten zu leisten haben.

„Ausschreibungen, Vergaben, Baukontrolle, Bauleitung – alle diese Aufgaben binden viel Personal“, erläuterte die Fachbereichsleiterin und dankt ihrem Vorgänger Bernd Martmann, der das Großprojekt angeschoben hatte. Ein weiterer Dank ging in Richtung der zahlreichen Kolleginnen und Kollegen in den verschiedenen Fachbereichen und im Rechnungsprüfungsamt, die in den vergangenen Jahren die Sanierung Schritt für Schritt begleitet haben.

Licht und Luft in die Schule bringen

Auch agn-Geschäftsführerin Tanja Dickert sprach viele Dankesworte. An ihr Planerteam und an die Mitarbeiter der verschiedenen Baufirmen. „Wir sind sehr froh, dieses gute Ergebnis erzielt zu haben“, zeigte sich die Planerin erleichtert.

„Vor allem das Licht und die Luft in diesen Gebäudekubus zu bringen, war eine große Aufgabe, die wir gemeistert haben“, zog sie Bilanz. „Ich wünsche beiden Schulgemeinschaften einen guten Start in den neuen Räumen.“

Bürgermeister Urbach mit Tanja Dickert

Volldigitalisierte Schule

Nach den umfangreichen Baumaßnahmen erwartet die Schülerinnen und Schüler eine volldigitalisierte Schule. Modernste naturwissenschaftliche Fachklassen bieten den Lehrerinnen und Lehrern durch innovative Technologien und digitale Tafeln neue Möglichkeiten des Unterrichts.

Die Organisation der Schule ist nun in Jahrgangs- und Fachclustern möglich. Außerdem umfassen die Sanierungsarbeiten die Mensa, die Bibliothek, die Aula sowie die Musikstudioräume. Um den Bedürfnissen der beiden Schulen unter einem Dach bestmöglich zu entsprechen, wurden Ideen und Vorstellungen der Schulen mit in die Sanierungspläne miteingearbeitet.

Die Akrobatik- und Tanz-AG mit Schülerinnen beider Otto-Hahn-Schulen unter der Leitung von Tina Zahn testete dann auch als erste Gruppe den neuen Bühnenbelag. Die Sportlerinnen präsentierten eine sehr gute Choreographie.

Schulleiter erobern die Bühne zurück

„Endlich stehen wir hier auf der Bühne“, konstatierten auch Felix Bertenrath und Karl-Josef Sulski als letzte Redner. Die beiden Schulleiter ließen die lange Zeit der Planung und des Baus Revue passieren.

„Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, wir hoffen, dass die Restarbeiten bald erledigt sind, damit das Schulleben hierhin zurückkehrt”, betonten die Pädagogen. Ihr Dank galt auch den beiden Schulgemeinschaften, allen voran der engagierten Sanierungsgruppe.

Obwohl der Unterricht in den Räumen noch etwas warten muss, gab es bereits die symbolischen Zugangsschlüssel. Bürgermeister Lutz Urbach wurde bei der Übergabe von Wolfgang Knoch unterstützt. Der ehemalige OHG-Leiter war zu seiner aktiven Zeit die treibende Kraft für die Umsetzung der Sanierungspläne.

Juliana Langer

Juliana Langer beendete mit dem Violinen-Solo „Caprice Nr. 13 op. 1“ von Nicole Paganini die Feierstunde. Anschließend wurden alle Interessierten von den städtischen Fachleuten des Immobilienbetriebs, der Gebäudewirtschaft und der Schulverwaltung durch das Schulgebäude geführt.

Bergisch Gladbach verfügt mit den Otto-Hahn-Schulen nun über frisch sanierte und zeitgemäße Schulen, die den derzeitigen Ansprüchen im Lehrbereich in vollem Umfang entsprechen. „Und darauf bin ich – darauf können ‚wir‘ alle – sehr stolz sein”, so Bürgermeister Lutz Urbach.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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