Der neue Lageplan für den Ausbau der Psychosomatischen Klink (dunkelgrün). Die Zufahrt (hellgrau) führt jetzt zwischen dem Verwaltungsgebäude der Gemeinnützigen Werkstätten und der Strunde mittig auf das Gelände.

Die sogenannte „Offenlage“ erlaubt es den Bürger:innen, Bebauungspläne kritisch unter die Lupe zu nehmen und Einwände zu erheben. Beim umstrittenen Ausbau der PSK am Schlodderdicher Weg ist es jetzt soweit – allerdings nur online.

Bereits in der Juni-Sitzung des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses wurde die Offenlage des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Nr. 2496 – Schlodderdicher Weg beschlossen. Damit geht die Planung für den Erweiterungsbau der Psychosomatischen Klinik in die nächste Runde nach Aufstellungsbeschluss und frühzeitiger Bürgerbeteiligung.

Die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die „Träger öffentlicher Belange“ (Behörden oder Einrichtungen, deren Fachgebiete betroffen sind) können die Planunterlagen online auf den Seiten der Stadtplanung Bergisch Gladbach einsehen. Bis zum 11. November läuft die Frist, in der Stellungnahmen eingebracht werden können.

Hinweis der Redaktion: Der Entwurf des B-Plans mit allen Anlagen und zahlreichen Gutachten kann auf der städtischen Website komplett gelesen und heruntergeladen werden.

Die reine Online-Offenlage ist ein Novum für Bergisch Gladbach und der immer noch grassierenden Corona-Pandemie geschuldet. Der Verzicht auf den sonst üblichen Aushang im Rathaus Bensberg ist rechtlich durch das Planungssicherstellungsgesetz (PlSiG) gedeckt.

Auf dieser Wiese soll das neue Gebäude entstehen; rechts fließt die Strunde, hinten ein Gebäude der GWK

Auf Anfrage werden die Planunterlagen aber als Papierausdruck, auf CD oder auf USB-Stick per Post zugeschickt. Unter den Telefonnummern  02202/14-1392 oder -1346 können die Unterlagen angefordert und Rückfragen gestellt werden.

Der „vorhabenbezogene Bebauungsplan“ ist ein Instrument des Bauplanungsrechts, das es Investoren ermöglicht, in Abstimmung mit der zuständigen Behörde Planungsrecht für konkrete Einzelvorhaben zu schaffen. Die Kosten dafür trägt der Antragsteller. 

Eine Flotte von Bussen befördert die Beschäftigten der Gemeinnützigen Werkstätten

Neue Lösung für die Zufahrt

Für den B-Plan Schlodderdicher Weg sind seit der frühzeitigen Bürgerbeteiligung umfangreiche Informationen eingeholt und die gesetzlich vorgeschriebene Umweltprüfung durchgeführt worden.

Besondere Aufmerksamkeit hatte der Einwand der benachbarten Gemeinnützigen Werkstätten Köln (GWK) erzeugt, der sich gegen die Führung des Anliegerverkehrs zur Klinik über die Stichstraße zwischen den beiden Gebäuderiegeln ihrer Einrichtung wandte.

Begründet wurde dies mit dem Hinweis, dass in den Werkstätten vorwiegend Menschen mit Behinderung arbeiten, die oft über die Fahrbahn wechseln, und mit dem starken Verkehrsaufkommen im Zubringerdienst zu Arbeitsbeginn und -ende.

Die ursprüngliche Zuwegung (orange) wurde verworfen, nur wird der rot markierte Weg gebaut.

Zur Lösung dieses Konflikts hatten die GWK das Angebot gemacht, einen Geländestreifen südlich des Betriebsgeländes abzutreten, um dort die Zufahrtsstraße anzulegen. Diese Option musste zunächst wegen ihrer Nähe zur Strunde umweltrechtlich überprüft werden, ist aber mittlerweile die von  Politik und Verwaltung favorisierte Variante.

Die während der aktuellen Offenlage eingehenden Stellungnahmen werden durch die Stadtplanung überprüft und der Politik vorgelegt, die dann über Stattgabe oder Ablehnung zu entscheiden hat.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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2 Kommentare

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  1. Hallo Herr Kickuth,

    ich kennen Sie nicht, deshalb die Frage: woher kennen Sie die Klinik so gut, dass Sie zu diesem Staement kommen? Wenn nicht die Bürgerinitiative und die GWK vehment gegen die ersten Pläne gekämpft hätten, wären diese verwirklicht worden. Klinikträger und Stadtverwaltung wollten einen schnellen Deal auf Kosten der beschäftigeten Menschen mit Behinderung beim Nachbar GWK. Drum hat die Verwaltung ein “vorhabenbezogenen Bebauungsplan befürwortet, der ansonsten recht schwierig zu erhalten ist. Krüger hat das auch so gemacht. Darum lässt sich vermuten, dass Verwaltung und Klinikbetreiber das Vorhaben eilig durchdrücken wollten zum Schden anderer. Dem wurde ein Riegel vorgeschoben, der jetzt mit dem neuen Entwurf durchbrochen wurde.

    Das Problem der angrenzenden Wiese bleibt. Auch das Versprechen der Klinik, es gäbe keine weiteren Ausbaupläne und es würde auch in Zukunft nicht weiter gebaut, kann sich eines Tages als Geschwätz von gestern erweisen, das den Schätzer nicht mehr kümmert.

  2. Warum wird die Psychosomatische Klinik so schlecht geredet. Ich kenne kaum eine Klinik, die so gut mit Patienten umgeht. Sie arbeitet sogar mit Rückfallpatienten, was keine der anderen Kliniken im Umkreis und in der Stadt tun. Die Klinik ist ein Aushängeschild für die Stadt. Sie genießt einen weit über die Grenzen von NRW hinaus einen guten Ruf. Ich weiß Patienten mit derartigen Problemen sind nicht immer einfach. Es wäre schön, wenn die Stadt und auch die Anwohner einmal intensiver mit der Klinik und ihren Patienten beschäftigen würden. Hansjörg Kickuth