In der ersten Welle waren es gerade die Älteren und Hochbetagten, die sich mit Corona ansteckten. Aktuelle Daten aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis zeigen, dass diese Risikogruppe inzwischen gut geschützt ist. Dagegen sind es jetzt, in der 2. Welle, die Jüngeren, die sehr viel häufiger positiv getestet werden als alle anderen Altersgruppen. Eine für weitere Maßnahmen wichtige Erkenntnis.

Das Landeszentrum Gesundheit NRW veröffentlicht jeden Tag Daten, aus denen die Zahl der Corona-Fälle in den verschiedenen Altersgruppen berechnet werden kann – und auch eine altersgruppenspezifische 7-Tages-Inzidenz. Für das Bürgerportal hat Hilger Müller die Daten ausgewertet und in Grafiken dargestellt – mit bemerkenswerten Ergebnissen.

Die Grafik bildet den Anteil von positiv auf Corona getestete Personen in bestimmten Altersgruppen ab (Zahl der Fälle innerhalb der jeweils letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner; altersspezifische 7-Tage-Inzidenz).

Die rote Linie repräsentiert die Altergruppe jenseits von 70 Jahren. In dieser besonders gefährdeten Gruppe infizierten sich in der ersten Welle Anfang April in der Spitze 68,8 Personen im Rheinisch-Bergischen Kreis (innerhalb von sieben Tagen, hochgerechnet auf 100.000 Perosnen). Doch dann wurden harte Maßnahmen ergriffen, die Alten- und Pflegeheime weitgehend isoliert – und diese Inzidenz ging auf Null zurück.

In den vergangenen Wochen kletterte die Inzidenz der (Hoch-)Betagten zwar wieder bis auf einen Wert von 20 Fällen an, blieb aber unter dem Durchschnittswert der Gesamtbevölkerung.

Die blaue Linie steht für die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in RheinBerg, für die Altersklasse von 0 bis 29 Jahren. Sie verläuft entgegengesetzt.

In der ersten Welle und bis Mitte September infizierten sich relativ wenige Junge mit dem Virus. Aber seit der letzten Septemberwoche steigt die blaue Kurve steil an, bis auf einen Inzidenzwert von 67; aktuell liegt er mit 56 deutlich über dem Durchschnitt der Bevölkerung und fast viermal so hoch wie bei den Betagten.

Im Klartext: Aktuell sind es vor allem die jungen Leute, die sich mit Corona infizieren – und potenziell weiter verbreiten. Dieser Befund bestätigt sich, wenn man die Altersgruppen feiner unterteilt.

Die zweite Grafik stellt die Altersgruppe der 20 bis 29-Jährigen (blau) und der 80 bis 89-Jährigen (grün) gegenüber. Hier erreichten zwar beide Gruppen in der ersten Welle kurzzeitig hohe Inzidenzen (63 bzw. 74), die über den Sommer aber gegen Null sanken.

Jetzt, in der zweiten Welle, bleiben die Werte der Hochbetagten moderat. Dagegen steigt die Kurve der jungen Erwachsenen seit Ende August kräftig an und nähert sich die 100er- Marke.

Die folgende Grafik schüsselt den aktuellen Stand der 7-Tage-Inzidenz für alle Altersgruppen zum Stichtag 13. Oktober aus.

Ein Lesebeispiel: Zwischen dem 7. und 13. Oktober infizierten sich (hochgerechnet auf 100.000 Personen), 89 Vertreter:innen der 20- bis 29 Jährigen – und damit mehr als doppelte so viele wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Auch bei den Jugendlichen (10 bis 19 Jahre) war die Inzidenz mit 54 ziemlich hoch.

Die Senior:innen und auch die Hochbetagten lagen mit Werten zwischen 14 und 21 deutlich unter dem Durchschnitt.

Unter dem Strich wird damit deutlich, dass im Rheinisch-Bergischen Kreis im Moment überproportionale viele junge und jüngere Personen von der Pandemie betroffen sind. Damit liefert diese Datenauswertung einige Erkenntnisse für die Ausrichtung der weiteren Vorsichtsmaßnahmen, mit denen in den nächsten Tagen zu rechnen ist.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Wenn ich Internas höre, dass Krankenschwestern es nicht mit Händedesinfektion und Maske genau nehmen …….. wie soll der normalo das aufnehmen bitte? Da sollte noch mal nachgeschult werden. ALSO nicht nur uns belehren. Das zeigt und spiegeln auch die Infektionszahlen in Heimen…..

  2. Es wäre schön, wenn durch die ausführliche Analyse (Danke für die Arbeit!) bei den jüngeren Altersgruppen mehr Einsicht käme, dass Corona nicht nur Alte trifft und man vielleicht ein wenig vorsichtiger sein sollte! Nicht nur um die Alten zu schützen, sondern vor allem auch sich selbst!