Mitglieder des Wirtschaftsgremiums bei der Videokonferenz mit Frank Stein

Im Gespräch mit lokalen Unternehmern hat Bürgermeister Frank Stein vorgeschlagen, zur Entlastung der Unternehmen die Grundsteuer B 2020 einmalig zu senken. Das Wirtschaftsgremium der IHK begrüßt diese Idee, ist aber über Steins Ablehnung einer Straße auf der alten Bahndammtrasse wenig begeistert.

Die Wirtschaftsgremien der Industrie- und Handelskammer zu Köln dienen dem Austausch der lokalen Unternehmen mit der lokalen Politik. Bei der aktuellen Sitzung des Wirtschaftsgremiums Bergisch Gladbach (virtuell als Videokonferenz) nahm der neue Bürgermeister Frank Stein teil, berichtet die IHK.

„Wir freuen uns über die offene und konstruktive Diskussion mit Herrn Stein“, sagt Fred Arnulf Busen, stellvertretender Vorsitzender des Gremiums und Geschäftsführer der Polytron Kunststofftechnik GmbH & Co. KG. „Auch wenn man sich nicht immer einig ist, helfen klare Aussagen von Seiten der Politik und Verwaltung für die Planungssicherheit in unseren Unternehmen.“

Steuersenkung zur Entlastung

Stein habe die Bedeutung der lokale Wirtschaft mitsamt der Arbeitsplätze vor Ort betont; mit der Konversion des Zanders-Gelände könnte weitere hinzukommen. Begrüßt worden sei „das Ansinnen Steins, im Haushalt 2021 eine einmalige Senkung der Grundsteuer B vorzusehen, um sowohl die Einwohnerinnen und Einwohner als auch die Unternehmen in Bergisch Gladbach finanziell zu entlasten”.

Einigkeit habe auch bei der Notwendigkeit einer guten Breitbandanbindung geherrscht, die durch viele Mitarbeitende im Homeoffice noch gewachsen ist.

Debatte über Straße auf dem Bahndamm

Kontrovers diskutiert worden sei die Idee einer Straße auf dem Bahndamm, die Stein ablehnt. Vertreter des Autobahnzubringer e.V., die auch Mitglied im Wirtschaftsgremium sind, präsentierten eine Visualisierung, um Stein von der Notwendigkeit zu überzeugen. Sie verwiesen in diesem Zusammenhang auf eine Befragung der Bürger, in der eine Mehrheit für eine Straße auf dem Bahndamm votiert habe.

„Die Verkehrssituation in Bergisch Gladbach ist an der Belastungsgrenze“, sagt Eva Babatz, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Leverkusen/Rhein-Berg, die das Gremium geschäftsführend betreut. „Die Unternehmen benötigen eine leistungsfähige Infrastruktur. Dafür sind in einem intelligenten Verkehrsmix auch Straßen notwendig, um Güter schnell und sicher zu transportieren. Wir fordern daher ein gesamtstädtisches Verkehrskonzept, das zu spürbaren Verbesserungen der Situation führt.“

Darüber hinaus berichtete Gremiumsmitglied Bernhard Graner-Sommer, Geschäftsführer der Graner + Partner Ingenieure GmbH, erstmals in seiner Funktion als Vizepräsident der IHK Köln über den Wunsch des Kammerpräsidiums um Präsidentin Dr. Nicole Grünewald, der Region außerhalb Kölns ein stärkeres Gewicht in der IHK zukommen zu lassen.

„Wir freuen uns über jede Unterstützung seitens der IHK für Bergisch Gladbach und den Rheinisch-Bergischen Kreis“, resümierte Busen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Das der Bahndamm nicht zu einer Strasse umgebaut wurde hat nur zweitrangig damit zu tun, dass hier Anwohner gerne im Grünen wohnen und Radfahrer gerne auf Radwegen fahren möchten. Jahrelang wurde die Sinnhaftigkeit solch einer Strasse unabhängig geprüft und immer wurde sich dagegen entschieden.
    Egoistisch ist es, in Anbetracht der Verkehrslage, im gesamten Stadtgebiet neue, grosse Wohnquartiere zu schaffen ohne auch nur eine einzige Massnahme der Verkehrsentlastung VORHER auf den Weg zu bringen. Aber: der langfristige Trend geht weg von hunderttausenden Büropendlern jeden Tag. Wenn man vielleicht nicht mehr berufstätig ist bekommt man das vielleicht nicht mit. Also warum sollte man gegen den Trend letzte grüne Refugien zerstören? Hätte man das vor 30 Jahren gemacht wäre es vielleicht sinnig gewesen.

  2. Wer neben der geplanten Trasse wohnt ist natürlich dagegen, wer im Grünen sein Haus hat, ist gegen weitere Bebauung. Fahrradfahrer wollen Radwege. Das ist natürlich menschlich und irgendwo verständlich. Aber ist es nicht irgendwo auch egoistisch. Wir leben alle in einer Stadt, welche mit uns im Laufe der Zeit zu dem gewachsen ist wie es heute ist. Mit Steckenpferd Politik kann eine Verwaltung nicht gemeinschaftsdienlich arbeiten. Wir müssen alle etwas von dem Angenehmen abgeben und auch dadurch zum Gelingen einer funktionierenden Stadt beitragen .

  3. Die IHK Köln, die sich ohnehin, wie alle IHKs, schwertut, der gesamten Unternehmerschaft in ihrem Gebiet ihre Daseinsberechtigung zu beweisen, zeigt mal wieder ihren Bestreben, mit der Bevölkerung nichts zu haben zu wollen. Der dringende Apell, den alten Bahndamm nun schnellstens mit einer Straße zur Entlastung von Alt-Gladbach zu bebauen, stößt Gott sei Dank – und man kann nur hoffen, dauerhaft – auf den Widerstand unseres neuen Bürgermeisters, womit für Viele die Ampel schon ihre Daseinsberechtigung als Träger des BMs und stärkste Kraft im Rat bewiesen hat.

    Die nur von großen Unternehmen und deren Ideen folgenden kleineren Firmen unterstützte IHK, die Gebühren fast ohne Gegenleistung einziehen darf, will den Bürger:Innen Bergisch Gladbachs eine Straße aufzwingen, die man schon vor über 30 Jahren bauen wollte, was bis heute nicht gelang. Auch die Tricks des “Autobahnzubringer e.V.” konnten Düsseldorf nicht verführen, der Bebauung des Bahndamms zuzustimmen. Die technischen Tatbestände, die gegen eine Autostraße sprechen, sind derart vielfältig, dass man erstaunt sein muss, dass die IHK immer noch dieses Anliegen verfolgt. Man sollte meinen, dass Unternehmer, wie sie im Vorstand der IHK sitzen, nach 30 Jahren klug geworden sind.

    Auf einem anderen Blatt steht die Ignoranz der Bevölkerung gegenüber, die Ihresgleichen sucht. Selbst das Lügengebilde, das mit der angeblich repräsentativen Befragung (2015) des “Autobahnzubringere.V.” versuchte, manchen Leuten Sand in die Augen zu streuen, wurde mit dem Kampf um den FNP obsolet. Die Bürgerinitiativen zeigten auf, was eine Straße über den Bahndamm für die Menschen wirklich bedeuten würde. Die IHK wünscht sich diese Bahndamm-Vergewaltigung, weil sie hofft, dadurch das Kreuz Köln-Ost zu entlasten, indem der Verkehr dann von der A1 zur A4 durch Bergisch Gladbach verlaufen kann, wenn der Autobahnring mal wieder zu ist.

    Und Frau Kammerpräsidenten will “der Region außerhalb Kölns ein stärkeres Gewicht in der IHK zukommen lassen”, was bedeutet, dass die “Perlenkette” um Köln mit Aufgaben betraut werden soll, wie sie Herr Molitor als GF der Region Bonn, Köln, Düsseldorf schon definierte: Verkehrsentlastung, Wohnbau-Entlastung, allgemeine Strukturerleichterungen, was Köln 30 Jahre lang vernachlässigte.

    Bergisch Gladbach ist eine grüne Perle, Tor zum Bergischen Land mit einer geschichtsträchtigen Vergangenheit. Wir stehen als Heiler großstädtischer Versäumnisse und großmännischer Habsucht nicht zur Verfügung!

  4. Natürlich passt ein Autobahnzubringer quer durch ein Naherholungsgebiet überhaupt nicht. Aber was passt schon. Eventuell ein Luxus- Bürobau in einem Wald. Oder ein Hotel hinter Mediterana in den Landschaftsschutz, welches als verkehrsanziehendes Bauvorhaben jeder Verkehrsberuhigung widerspricht. Es passt so vieles nicht. Es passt auch nicht, wenn Politiker vor der Wahl zustimmen und danach ablehnen. Es kann nicht alles so bleiben wie es ist. Wir brauchen eine Kommunalpolitik, welche frei und unabhängig die Interessen aller Bürger vertritt.

  5. Sehr geehrter Herr Stein,
    ich hoffe, Sie bleiben bei Ihrer richtigen Einstellung, den Bahndamm nicht für eine Autostraße her zu geben. Gerade wird das Steinbüchelgelände mit Wohnungen zugebaut. Und erst wenn diese Genehmigung erteilt ist und die Menschen dort hingezogen sind, merkt man, dass die neuen Wohnungen auch Autos mit sich bringen. Welch ein Wunder…. Vielleicht macht man sich in Zukunft vor der Erteilung von Genehmigungen Gedanken, die diese neuen Wohnungen anzufahren sind, ohne neue Straßen bauen zu müssen. Vielleicht läßt man auch nur den Bau derart vieler neuen Wohnungen mit Auflagen zu. Z. B. Autofreie Zone. Erst Bauen und dann meckern ist nicht fair! Genauso sieht es aus, neben eine Kneipe zu ziehen und sich dann zu beschweren, dass dort Lärm ist.

    Gut gemacht Herr Stein!