Wasserträgerin in Kaltenbroich

Der zweite Teil der Serie „Die kleinen Brüder der Strunde“ führt uns auf eine Rundwanderung zum Kaltenbroicher Pütz und durch den Lerbacher Wald. Engelbert M. Müller war eigentlich auf der Suche nach der Quelle des Lerbachs, statt dessen fand er den Kaltenbroicher Pütz und die Mitte der Stadt. Eine Fotowanderung.

Wir wollten die Quelle des Lerbachs in Kaltenbroich besuchen. So hatten wir immer gedacht: Der Lerbach entspringt in Kaltenbroich. Doch nun erfuhren wir, dass wir uns geirrt hatten.

Vom Wanderparkplatz Lerbach gelangten wir am Hühnerhof in Oberlerbach vorbei nach Kaltenbroich.

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Hühner in Kaltenbroich

Der Weiler war immer noch so ruhig und idyllisch, wie wir ihn in Erinnerung hatten: Kaum Verkehr, noch etliche malerische Fachwerkhäuser, ein altes Wegkreuz aus Lindlarer Grauwacke.

Eine andere ruhige Welt mitten in der Großstadt Bergisch Gladbach. Und wer Zweifel daran hat, dass es sich mitten in Bergisch Gladbach befindet, wird im Verlaufe dieser kleinen Wanderung eines Besseren belehrt werden. Mit amtlichen Daten sozusagen.

Und dann der Pütz. So wurde die Quelle nämlich genannt, die wir immer für die Lerbachquelle gehalten hatten. Diese Quelle ist eine sogenannte gefasste Quelle, also ein steinernes, von Menschenhand gefasstes Becken.

In dieses Becken fließt das Wasser, welches hier aus der felsigen Wand tritt. Das Becken hat einen Überlauf, über den das Wasser ins nächste, längere Becken geleitet wird. Von dort sind es nur ein paar Meter bis zur Mündung in den Lerbach. Am Pütz stehen zwei Bänke für ein ruhiges Verweilen.

Herr Schmidt

Und hier verweilte Herr Schmidt, der seit 15 Jahren das lautere Heidkamp gegen die Ruhe von Kaltenbroich getauscht hat. Von ihm und auch aus der Tafel, die der Bergische Geschichtsverein hier angebracht hat, erfuhren wir erstaunliche Einzelheiten über den Pütz.

Bis 1955 (!) war der Weiler nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen. Stattdessen holten die Einwohner von Kaltenbroich ihr Wasser aus diesem Quellbrunnen. Lange Zeit so, wie man es auf dem alten Foto der Wasserträgerin sieht.

„Und seit Menschengedenken ist der Pütz nie trocken gewesen,“ berichtet Herr Schmidt. Auch jetzt war er nicht trocken. Aber seit drei oder vier Monaten könne man ein bedenkliches Phänomen beobachten: „Im steingefassten Trog ist nicht mehr so viel Wasser, dass es überläuft, wie es soll.“

Das Ende des Ortes nennt sich Sanderheide und Scherpenbach. Von dort gelangten wir in den Lerbacher Wald. An einer heiteren Hainlandschaft vorbei durch den Wald nach rechts, an einer riesigen alten Buche vorbei bis zu einem bemerkenswerten Denkmal.

Hier befindet sich also tatsächlich der geographische Mittelpunkt unserer Stadt. Wer hätte das gedacht, bei dieser ruhigen Lage unseres Ausflugsziels?

Zurück am Parkplatz vor dem Lerbacher Schlosspark, den man leider nicht mehr betreten kann, hatten wir noch einmal einen Blick auf die weiten Wiesen vor dem Wald.

Zum Schluss für interessierte Wanderer die Route:

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Text handelt es sich um einen Beitrag der Serie „Die kleinen Brüder der Strunde“, die Engelbert M. Müller nach und nach beschreibt. Alle Beiträge zur Serie finden Sie hier.

Engelbert M. Müller

ist pensionierter Lehrer, Mitglied von Wort und Kunst, Verfasser von "Der letzte Lehrer"

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1 Kommentar

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  1. Was für eine schöne Idee, die uns umschlängelnden Bäche zu porträtieren! Das macht richtig Lust auf feine, kleine Wanderungen in der und um die Stadt. Wird es denn auch ein Porträt des Mutzbaches geben, meinem „Hausbach“ in Schildgen, dem ich auf Schritt und Tritt begegne? Oder eher nicht, da er kein „kleiner Bruder der Strunde“ ist?