Das Thema „Schottergarten“ wird gerade wieder verstärkt diskutiert. Einzelne Kommunen und sogar das gesamte Land Baden-Württemberg haben ein Verbot zur Anlage solcher Steinschüttungen erlassen. Wir möchten dieses Thema aufgreifen, den Unterschied zu Kies- oder Steingärten erläutern und die Vorteile bepflanzter Flächen darlegen. 

Von Michael Becker, Garten und Landschaftsbau

Oft sieht man Vorgärten, in denen Steine, unterlegt mit Folie, das Bild prägen. Leider besteht immer noch verbreitet die Auffassung, dass solche Schotterschüttungen pflegeleichte Anlagen seien.

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Die vermeintliche Pflegeleichtigkeit schwindet jedoch mit dem unvermeidbaren Eintrag von Staub, Herbstlaub und Flugsamen. Zwischen den Steinen bildet sich spätestens im zweiten Jahr eine humose Schicht, in der sich Spontanvegetation, meist unerwünschte Pflanzen, ansiedeln, in die Folie einwurzeln und dann schwer bis gar nicht zu entfernen sind. Diese Pflanzen sind für den Standort oft ungeeignet und fristen ein trauriges Dasein.

Die Steine heizen sich unter Sonneneinstrahlung stark auf, geben die Wärme in der Nacht wieder ab und das Kleinklima erfährt keinerlei Abkühlung. Unter unserer Mitwirkung hat der TV-Sender n-tv kürzlich einen Beitrag zu diesem Thema veröffentlicht. Den Link finden Sie auf unserer Homepage.

Was den Steingarten von der Schotterschüttung unterscheidet

Ja, es gibt begrünte Anlagen, die mit dem Material Stein arbeiten. Auch diese nennen sich Steingärten, dazu zählt z.B. das Alpinum, oder mineralisch gemulchte Flächen. Unter mineralischem Mulch versteht man kleinkörnigen Schotter oder Splitt. Hier stehen aber Pflanzen im Vordergrund.

Fachleute unterscheiden also zwischen SteinGARTEN und Schotterschüttung. Im Steingarten versucht der Gärtner in der Natur vorhandene trockene, nährstoffarme Standorte nachzustellen. Und für diese Standorte gibt es Pflanzenspezialisten. Wer also einen sehr trockenen, sonnigen Standort begrünen möchte, hat dazu vielfältige Möglichkeiten.

Wichtig ist die richtige Pflanzenauswahl. Als Beispiele, die vielleicht einigen Lesern bekannt sind, seien hier genannt: Katzenminze (Nepeta fassenii), Mehl-Salbei (Salvia nemorosa), Edeldistel (Eryngium planum), Arten des Ehrenpreis (Veronica teucrium, Veronica incava), Königskerze (Verbascum), Thymian (Thymus).

Als Gräser bieten sich an: Schillergras (Koeleria glauca), Blaugras (Sesleria caerulea). Die Liste lässt sich fortsetzen, fragen Sie den Gärtner Ihres Vertrauens oder informieren Sie sich in der einschlägigen Literatur. 

Wo der Boden eine höhere Wasserspeicherfähigkeit hat, was im Bergischen häufig der Fall ist, bieten sich Pflanzungen mit anderen Staudenarten an. Auch strukturgebende kleinbleibende Bäume oder Gehölze lassen sich, abgestimmt auf die Platzverhältnisse einsetzen.

Stauden lassen Wildkraut kaum eine Chance

Setzt man auf diesen Flächen einen organischen Mulch ein (Rindenmulch oder besser Gartenfaser) wird Wasser gespart und aufkeimendes Wildkraut lässt sich leicht entfernen. Ist die Fläche standortgerecht großzügig bepflanzt, hat nach ein bis zwei Jahren das Wildkraut kaum noch eine Chance. Die Stauden wachsen zusammen und bedecken den Boden, schützen sich sozusagen gegenseitig.

Durch den dichten Bewuchs ist der Boden schattiert. Die Verdunstung wird auf natürliche Weise reduziert und Spontanvegetation (landläufig Unkraut) hat zu wenig Licht zum aufkeimen.

Die Vorteile einer Bepflanzung sind vielfältig: 

  • der bepflanzte Vorgarten empfängt den Hausbesitzer und seine Besucher mit einem lebendigen Anblick und farbenfroh,
  • der Anblick wechselt im Laufe der Jahreszeiten und bietet immer neue Überraschungen,
  • an heißen Tagen kühlen die Blätter durch Verdunstung die Luft und sorgen in Hitzeperioden für klimatischen Ausgleich,
  • Pflanzen binden Feinstaub und produzieren Sauerstoff,
  • viele Pflanzen bieten Vögeln und Insekten Nahrung und Unterschlupf,
  • gut eingewachsene, standortgerecht gepflanzte Flächen sind die pflegeärmsten Flächen im Garten.

Die Liste lässt sich fortsetzen. 

Wir als Landschaftsgärtner können beides: Steine und Pflanzen. In Bereichen, die nicht als Weg, Terrasse oder ähnlich genutzt werden, plädieren wir aber auf jeden Fall für eine standortgerechte Bepflanzung. Für den Menschen und seine Umwelt.

Für weitere Beratung besuchen Sie die GartenBaumschule BECKER in Refrath oder vereinbaren Sie einen Termin mit BECKER Garten- und Landschaftsbau. 

Ihr Michael Becker

BECKER, das ist das Team GartenBaumschule und Garten- und Landschaftsbau unter einer Marke: Oliver Fink und Michael Becker arbeiten seit 1999 in enger, in der Branche einzigartiger Kooperation auf dem Gelände der GartenBaumschule Becker in Refrath zusammen.

Die beiden Meister- und Ausbildungsbetriebe arbeiten aus der Überzeugung: ein Garten braucht Aufmerksamkeit, um seine Wirkung zu entfalten. Und diese Aufmerksamkeit gibt er „seinem” Gartenbesitzer in Form von Erholung, Energie und Wohlbefinden zurück.

Gärtnermeister Michael Becker führt mit seinem mittlerweile 25 Mitarbeiter zählenden Team BECKER Garten- und Landschaftsbau seit 1999 alle Arbeiten rund um die Gartengestaltung mit Pflanzen, Steinen, Holz aus.

Gärtnermeister Oliver Fink leitet seit 1995 die GartenBaumschule Becker in Refrath. Regelmäßig informiert er im Radio (WDR 5), regionalen Medien (z.B. Bürgerportal und Kölner Stadt Anzeiger) sowie weiteren Medien Hobbygärtner über Themen rund um die Pflanzen für Terrasse, Balkon und Garten.

Kontakt:

GartenBaumschule BECKER
Bernard-Eyberg-Str. 16, 51427 Bergisch Gladbach
Telefon: 02204 21100
E-Mail: info@gartenbaumschule-becker.de
Website

BECKER Garten- und Landschaftsbau GmbH
Höffer Weg 10 a, 51519 Odenthal
Telefon: 02202 981777
E-Mail: info@galabau-becker.de
Website

Becker

GartenBaumschule und Garten- und Landschaftsbau unter einer Marke: Oliver Fink und Michael Becker arbeiten seit 1999 in enger, in der Branche einzigartiger Kooperation auf dem Gelände der GartenBaumschule Becker in Refrath zusammen.

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4 Kommentare

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  1. Der gut erklärte Beitrag von Herrn Becker zeigt doch facettenreich, Schottergärten anzulegen wegen des geringen Pflegeaufwandes ist Unsinn. Ich wünsche mir mehr Gartenbaubetriebe, die dies ihren Kunden auch so deutlich erklären. Es wird schon so viel zugepflastert mit Stellplätzen und Einfahrten, da sollte doch ein kleiner natürlicher Vorgarten für das Auge, die Insekten und das Klima möglich sein. Schließlich sind unsere Wohngebiete keine Friedhöfe.

  2. Wer in den Kategorien Verbieten und Erlauben denkt, hat das Lernverhalten von Vorgestern noch immer in den Klamotten. Ich weiß wovon ich rede. Ich habe auch 8 Jahre Volksschule in den 50er und 60er Jahren hinter mir.
    Dass mit diesen Methoden der Meinungsbildung heute nichts mehr erreicht werden kann, sollte jedem klar sein, der für notwendige Veränderungen für den Klimasschutz und der ökologischen Gesundung unseres Planeten eintreten will.
    Wir Einzelpersonen dürfen uns nun auch nicht mehr dem Thema der Istzustandsermittlung un unserem unmittelbaren Umfeld länger verweigern. Das fängt beim Rasen im eigenen Garten an. Ich habe auch noch einen, überlege jedoch hieran etwas zu ändern.

  3. @richter
    Wollen Sie den Hausbesitzern nun auch noch den gepflegten Rasen verbieten?

    Der erste Schritt könnte sein, es zu verbieten, Agrarfläche für Biogas zu nutzen und sämtliche Förderung über das EEG einzustellen.

  4. Im Zuge der Ökologisierung von naturbelassenen (?) Quadratmetern am Eigenheim sollte auch das Thema Rasen in den Blickpunkt gerückt werden. Rasenkult und Rasenkulturen haben mit natürlichen Lebensräumen von z.B. Insekten und Käfern genau so wenig zu tun, wie Schottervorgärten. Dass die landwirtschaftlichen Naturflächen zu Industrieanlagen gewandelt wurden, hat mit unserem Ernährungsverhalten zu tun. Dass Wiesenflächen zu Rasenflächen degradiert wurden, mit unserem Besitzverständnis. Mein Stückchen Land, Mein Garten, mein mein mein… Der Natur geraubte Lebensfläche – das ist die Wirklichkeit!