Foto: Thomas Merkenich

Zur Bundestagswahl gibt das Bürgerportal einen Überblick über die inhaltlichen Positionen der lokalen Direktkandidat:innen. Acht Fragen und Antworten sollen den Wähler:innen einen Vergleich der Standpunkte erleichtern. In diesem Beitrag äußert sich Harald Weyel, der bereits 2017 für die AfD über die Landesliste in den Bundestag eingezogen war.

Bei der Wahl im Herbst 2017 war Weyel ein weitgehend unbekannter Überraschungskandidat, der ebenso wie der damalige AfD-Direktkandidaten Roland Hartwig dank guter Absicherung auf der Landesliste in den Bundestag kam. Hartwig verließ den Rheinisch-Bergischen Kreis rasch, Weyel tritt nun zur Wiederwahl an.

Der ehemalige Hochschulprofessor hat sich in der Zwischenzeit durch viele Reden und prominente Bewerbungen bekannt gemacht; beim Versuch, den Platz 1 der Landesliste der AfD in NRW zu erobern scheiterte er ebenso wie beim wiederholten Anlauf der AfD, das Amt eines Vizepräsidenten des Bundestages zu besetzen.

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Die Redaktion hatte die eigenen Leserinnen und Leser befragt, welche Sachfragen ihnen bei der Bundestagswahl besonders am Herzen liegen. Acht Kernfragen haben wir den Bewerber:innen vorgelegt, die Antworten veröffentlichen wir Schritt für Schritt, um so einen Vergleich und ein eigenes Urteil zu ermöglichen. Die bereits veröffentlichten Antworten anderer Kandidat:innen finden Sie unten.

Eine weitere Möglichkeit, alle Kandidat:innen kennen zu lernen und zu befragen bietet die WahlArena am 20.8. im Bergischen Löwen.

Weyel steht nun auf Platz 9 der Landesliste und hat damit relativ gute Chancen, wieder in den Bundestag zu gelangen.

Mehr Informationen über Harald Weyel bietet der entsprechende Wikipedia-Eintrag mit einer Reihe von Quellen. Das Wahlprogramm der AfD finden Sie hier.

Was sind Ihre drei wichtigsten Ziele?
Harald Weyel: Die klare (Re-)Normalisierung der Wirtschaft und Kultur zumindest auf Vor-„Corona“- und Vor-„Merkel“-Niveau; und natürlich auch die der Gesundheitspolitik!

Was wollen Sie für den Rheinisch-Bergischen Kreis erreichen, welches kommunale Thema ist Ihnen ein besonderes Anliegen?
Sinnvoller und „wetterfester“ Infrastruktur-Um-, -Aus- und ggf. Rückbau, gerne auch im Rahmen der Umwidmung von Industriebrachen, Wohnbebauung und Verwaltungsgebäuden. 

Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie gegen den Klimawandel vorgehen? Wie sollen sie sozial ausgeglichen werden? 
Klarer Umweltschutz geht vor diffuser „Klima-Katastrophenpolitik“: bspw. der Eintrag von Plastiktüten- und „Masken“-Müll in die Gewässer ist zu 100 Prozent menschengemacht, anderes wiederum nur teilweise gar nicht. Müllexportverbot in die 3. Welt (oder nach China). Müllvermeidung oder gefilterte Kombi-Verbrennung in geeigneten Kraftwerken war/ist hier der bessere Weg (um nur ein Beispiel zu nennen)!

Nimmt die soziale Ungerechtigkeit zu? Welche Maßnahmen halten Sie für erforderlich?
Bildung wird seit Jahrzehnten einerseits quantitativ inflationiert (Abitur/Studium), andererseits aber qualitativ ausgedünnt und ideologisiert — grade junge Menschen ohne familiäre Bildungstradition und/oder ausgeprägten Realitätssinn geraten dabei immer mehr ins Hintertreffen, während klassische Standards für alle verloren gehen. Reine Berufsausbildung ist dabei aber nur ein wichtiges Teilstück, den die Wirtschaft leisten muß und worüber hinaus lebenslängliche (auch musische) „Weiterbildung“ gesellschaftlich ermöglicht werden sollte.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie Unternehmen und die Innovationskraft Deutschlands zu stärken?
Verbesserte steuerliche und andere Förderung von „Forschung & Entwicklung“ und keine ideologische Gängelungen bzw. fiskalischen Fehlanreize für absehbar/erwiesen wettbewerbsunfähige Technologien (mit allerlei Kollateralschäden am Ende)!

Wo sehen Sie in der Bildung das größte Defizit, welche Lösung schlagen Sie vor?
Defizit: Niveauverlust durch verfehlte Schwerpunktsetzung und Formalisierungen — oft ohne Grundkenntnisvermittlung und Eigenmotivation. Nötig: Vermittlung von ausgewogenem Bildungskanon und Sozialkompetenzen; sowie Raum für Erwerb und Praxis individueller Fähigkeiten (vom Basteln und Kochen bis zum Musikalischen).

Welche Ideen haben sie zur Durchsetzung der Gleichberechtigung
„Gleichberechtigung“ im Sinne der Aufklärung (schon des 18.Jh.) bedeutet Gleichheit vor dem Gesetz und keine Ergebnisgleichmacherei wie sie heute (wieder) daherkommt. Frühe soziokulturelle Startbedingungen sollten bei gewissen „Handicaps“ soweit wie möglich an- und ausgeglichen werden — mit welchen sozioökonomischen „Endergebnissen“ auch immer.

Welches Thema wurde nicht angesprochen, ist Ihnen aber besonders wichtig?
Grundlage für ein realitätsnahes, ganzheitliches Welt- und Selbstbild sowie hinreichend „aufgeklärte“ Verhaltensdispositionen von Personen und Gruppen ist ein entsprechendes Geschichtswissen und -bewußtsein. Ideologen aller Couleur haben es genau darauf abgesehen und liefern mit „falschen“ (=höchst selektiv-opportunistisch „passenden“) Vergangenheitsbetrachtungen oder -fortschreibungen nur die Trendverstärkung für schädlichste Zeitgeistiaden auch der Gegenwart und Zukunft.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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