Als ersten kleinen Schritt zu einem neuen Stadtviertel auf dem Zanders-Gelände hat Bürgermeister Frank Stein den „Gohrsmühlen-Platz“ für die Öffentlichkeit frei gegeben. Als Ort der informellen Begegnung, unter dem frisch renovierten Schriftzug der alten Zanders-Papiermarke.

Die Zäune sollen verschwinden, die 37 Hektar des Zanders-Areals mitten in Bergisch Gladbach Schritt für Schritt geöffnet werden. Ein Weg, der viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauert – und auf den Frank Stein die Stadt jetzt mit einem symbolischen ersten Schritt geschickt hat.

Per Knopfdruck wurde der Schriftzug „Gohrsmühle – Zanders“ und das alte Wappen der Papierfabrik wieder beleuchtet. Er stammt aus den 50er Jahren, war seit 1974 defekt – und strahlt jetzt wieder in Weiß und Blau.

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Bürgermeister Frank Stein schaltet gemeinsam mit Reimar Molitor (l., Geschäftsführer Regionale 2025-Agentur) und Zanders-Projektleiter Udo Krause) den Schriftzug ein. Foto: Thomas Merkenich

Der Schriftzug beleuchtet den brandneuen „Gohrsmühlen-Platz“ vor der alten Papier-Lagerhalle am Driescher Kreisel. Bislang ein abgelegener Parkplatz hinter hohen Zäunen – hier soll jetzt ein kleines, offenes Begegnungs- und Kommunikationszentrum etabliert werden.

„Wir wissen noch nicht, was sich hier entwickeln wird“, sagt Stein. Das gilt für den Platz im Kleinen wie für das Zanders-Areal im Großen. Die Zukunft des Geländes solle nicht von einer Experten-Gruppe erdacht werden, sondern sich Schritt für Schritt aus der Stadtgesellschaft heraus entwickeln.

Foto: Thomas Merkenich

Hintergrund: Die Gohrsmühle geht zurück auf die Familie von Gohr, die seit 1654 auf dem späteren Zandersgelände eine Papiermühle betrieb. 1720 kam durch Einheirat die Quirlmühle hinzu, die von Gohrsmühle verbanden sich mit der Familie Fues. Wegen Überschuldung wurde die Mühle 1868 an Zanders verkauft. Das Schreibpapier Gohrsmühle zeigt als Wasserzeichen das Wappen der Familie Zanders. Das Schreibpapier „Gohrsmühle“ trägt das Wappen der Familie Zanders als Wasserzeichen und wird vom früheren Tochterunternehmen Reflex in Düren noch immer hergestellt. Quelle: Wikipedia

Die Feuerwehr hat den Platz mit ein paar Sitzgelegenheiten aus alten Paletten ausgestattet, alles weitere soll sich ergeben. Veranstalter können die Platz für Events aller Art mieten, kündigt Udo Krause, Leiter der Zanders-Projektgruppe an. Und auch die Anwohner sollen den Platz nutzen, erläutert Bürgermeister Stein einer Frau aus der Nachbarschaft.

Aktiv sucht die Stadt nach Gastronomen, Künstlern und Kulturschaffende oder Vereine, die den 800 Quadratmeter großen Platz bespielen wollen. Als ganz kleinen Ausblick auf das, was hier in den kommende Jahren möglich werden könnte.

Im gesamten rechtsrheinischen Raum, von Königswinter bis Düsseldorf, gebe es keine Fläche, die so groß und so günstig gelegen sei wie das Zanders-Areal, ordnet Reimar Molitor, Geschäftsführer der Regionale 2025-Agentur die Perspektive ein.

Wie diese Fläche genutzt werden könnte, das werde in der nächsten Zeit ausgehandelt. Und dafür brauche es Orte der Begegnung und Kommunikation – wie den Gohrsmühlen Platz.

Dafür seien die Zäune demontiert, der Platz geöffnet worden, berichtet Udo Krause, Leiter der Projektgruppe Zanders. Die riesige Halle, an der der Gohrsmühle-Schriftzug prangt, könnte der nächste Schritt. Schon gebe es einige Interessenten, diesen Freiraum zu nutzen.

Udo Kraus leitet das Projektteam Zanders der Stadtverwaltung. Foto: Thomas Merkenich

Bei allen Zukunftsperspektiven sei aber auch die Vergangenheit wichtig. Daher sei es der Stadt so wichtig gewesen, den Gohrsmühlen-Schriftzug wieder zum Leuchten zu bringen. Als Respekt für die Firma Zanders, und ihre Bedeutung für Bergisch Gladbach.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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5 Kommentare

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  1. Wie wäre es mit einem Klima und Umweltbüro ?

    Hier kann der Bürger sich informieren welche Vereine und Initiativen es rund um das Thema Klima, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in der Region gibt.
    Und draußen werden Workshops veranstaltet zu Themen wie ,,Müllvermeidung´´ oder Lebensmittel selber anbauen.

    Für die kleinen Erfinder unter uns werden Workshops angeboten. z.B. Wie rüste Ich mein Eigenheim mit der ersten Solaranlage auf.
    Und natürlich gibt immer gut gepflegte Saatgut, Essens und Bücherschränke sowie eine Kleiderbox.

    Der Standort würde sich eignen, da er sehr günstig mit ÖPNV erreichbar ist. Somit könnten viele Bürger dieses Projekt besuchen. Zudem ist in unmitelbarer Nähe die offengelegte Strunde zu bewundern.
    Andere Städte in unserer Umgebung haben auch schon solche Initiativen.

    Auf welcher Rechtsform das Projekt realisiert werden würde und wie die Finanzierung stattfinden würde das wäre abhängig was genau man realisieren möchte.
    Allerdings kann ich mir einen unabhängigen Verein vorstellen der gefördert wird und teilweise gemeinnützig ist (°-°)
    somit hätte man so viele wie möglich im Boot und man könnte frei Handeln

  2. Warum wird das Verwaltungsgebäude der Firma Zander nicht nicht als das nächste Stadthaus genutzt. Würde zum Bild der Stadt Bergisch Gladbach passen, genügen Parkplätze usw. Geschweige die Kosten.

  3. Eine sehr schöne Idee und ein schönes symbolisches Zeichen für den Start zu etwas ganz Neuem!

  4. Ein schöner Start in die Revitalisierung dieser innerstädtischen Industriebrache. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg und eine nachhaltige Wirkung.

  5. Guten Morgen
    Finde ich eine gute Idee.
    Dann könne man auch evtl. Vom cederwald- Tor in die Stadt gehen. ???