Kandidat:innen und Moderator:innen der Podiumsdiskussion am Gymnasium Herkenrath. Foto: Aaliyah Türk

Auch am Gymnasium Herkenrath hat das Thema Bundestagswahl besonderes Gewicht gefunden – nicht zuletzt, da in der gymnasialen Oberstufe viele Erstwähler warten. Um das Demokratiebewusstsein zu stärken und um Schülerinnen und Schülern Politik real erleben zu lassen, organisierte die Fachschaft Sozialwissenschaften eine Podiumsdiskussion mit Regionalpolitikern aller größeren Parteien in der Aula des Gymnasiums.

Text: Catharina Sporin

In der Podiumsdiskussion am Gymnasium Herkenrath trat jeweils ein Vertreter der verschiedenen Parteien an und stellte sich den Fragen der zukünftigen Abiturienten. Zu Gast waren Dr. Hermann-Josef Tebroke für die CDU, Tülay Durdu als Ersatz für den erkrankten Kastriot Krasniqi für die SPD, Isabelle Casel für die Linke, Maik Außendorf für die Grünen, Reinhard Houben für die FDP und Prof. Dr. Harald Weyel für die AFD.

Ein Moderatoren-Team, bestehend aus Q2 Schülern, stellte den Politikerinnen und Politikern relevante Fragen zu den Themenbereichen internationale Politik, Bildung und Klima, die die politischen Vertreter mit viel Engagement und teils sehr kontrovers beantworteten. Das Plenum konnte deutliche Auseinandersetzungen, insbesondere zwischen den Vertretern der Parteien AFD und SPD, verfolgen.

Zum Thema internationale Politik war eine zentrale Frage, wie es möglich wäre, so ein Fiasko wie in Kabul in Zukunft zu verhindern. Houben von der FDP stellte dazu fest, dass es bei den Bildern aus Kabul nicht nur entsetzt gewesen sei, „sondern sich auch für unser Land ein bisschen geschämt“ habe.

Doch waren sich am Ende so gut wie alle Politiker und Politikerinnen einig, dass die Politik zu spät gehandelt habe und – wie Houben betonte – dass die deutsche Armee zu sehr von den Amerikanern abhängig sei.

Beim Themenblock Klima, der gerade den Jugendlichen wichtig war, bestand der Konsens, dass Bus- und Bahnverbindungen fehlten und man so vom Auto abhängig sei. Wie mit Verbrennungsmotoren umgegangen werden sollte, blieb jedoch strittig. 

„Politik den Schülerinnen und Schülern nahe zu bringen, eben erlebbar und spürbar zu machen, das war es, was wir vermitteln wollten“, bekräftigt Julius Knack, Politiklehrer am Gymnasium Herkenrath.

„Wir haben heute definitiv viel gelernt, nicht nur, was die Inhalte der Parteien angeht, sondern auch live mitzubekommen, wie rhetorisch gewandt Politiker auf unbequeme Fragen oder Kommentare reagieren. Dass da auch manchmal richtig Stimmung herrscht, das war schon faszinierend“, erklärte Simon Cabalo, einer der Moderatoren. 

Auch im Abschlussstatement zur Frage, warum man als junger Mensch denn von seinem Wahlrecht Gebrauch machen sollte, waren sich alle politischen Vertreter darüber einig, dass es wichtig sei, wählen zu gehen, da jede Stimme zählt.

Wie Tebroke (CDU) es ausdrückte: „Demokratie kann nur funktionieren, wenn all diejenigen, die ein Wahlrecht haben, es auch ausüben.“ Houben (FDP) stellte die Partizipationsmöglichkeit als solche besonders heraus: „Wählen zu gehen, ist ein großes Glück. Leute sterben dafür, wählen zu dürfen. Nehmen Sie es als persönliche Pflicht, zur Wahl zu gehen“. 

Ausschnitten der Debatte veröffentlicht die Schülerzeitung „School-Inside“ in Kürze auf ihrem YouTube-Channel.

Die Schülerinnen und Schüler teilten die Meinung, dass man selten die Chance bekommt, Politik so hautnah zu erleben. Somit boten die teils hitzigen Diskussionen und ausweichenden Antworten  ein anderes Bild der Politik, als man es im Sozialwissenschaftsunterricht vermittelt bekommt oder sich vorgestellt hat.

„Die sich stark differenzierten Meinungen der Parteien boten viel Diskussionsraum. Dadurch konnten wir uns eine eigene Meinung zu den angesprochenen Themen bilden“ schloss eine Schülerin der Q2.

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1 Kommentar

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  1. Eine sehr sinnvolle Veranstaltung, die jungen Leute mit Politik Berührungspunkte finden zu lassen. Das spricht für eine engagierte Lehrerschaft und eine konstruktive Offenheit dieser Schule. Hoffentlich nehmen alle Erstwähler ihr Wahlrecht wahr und leben Demokratie.