Foto: Thomas Merkenich

Sie versorgen Patienten, retten Leben und arbeiten dabei bis zur eigenen Belastungsgrenze oder darüber hinaus. Wir haben mit Menschen aus dem Gesundheitswesen über ihren Einsatz während der extremen Hitze gesprochen. Mit diesem Beitrag setzen wir unsere Serie fort zur Frage, wie gut Bergisch Gladbach auf Hitzeperioden vorbereitet ist. 

„Katastrophe“, „unzumutbar“, „schlimmer als zu Corona“: Wer mit Menschen spricht, die beruflich im Einsatz waren, als die Hitzewelle am vergangenen Wochenende ihren Höhepunkt erreicht hat, hört solche Aussagen. 

Zu erfahren ist von Notfallsanitäter:innen im Ausnahmezustand, Pflegekräften, die während der Arbeit kollabieren, Senior:innen, die aus Pflegeheimen evakuiert werden und Krankenhäusern, die nicht genügend Kühlräume für die Verstorbenen haben.

Überhitzte Patienten werden von überhitzten Sanitätern in überhitzte Krankenhäuser zu überhitztem Pflegepersonal gebracht – so lässt sich die Situation zusammenfassen. 

Fehlender Hitzeschutz im Krankenhaus

„Gemüse im Supermarkt wird gekühlt und in den Altenheimen und Krankenhäusern sterben überhitzte Menschen, das ist unfassbar“, kritisiert eine Person aus dem Rettungsdienst. „So etwas habe ich in meiner langjährigen Berufspraxis noch nicht erlebt“, sagt eine weitere.

Hinweis: Wir haben mit verschiedenen Menschen unterschiedlicher Berufsgruppen gesprochen, die im Rettungsdienst und in Krankenhäusern in Bergisch Gladbach arbeiten. Aus Sorge vor möglichen beruflichen Konsequenzen zitieren wir sie anonym. Ihre Namen sind der Redaktion bekannt.

Aktualisierung: Nach der Veröffentlichung des Beitrags hat sich der Rheinisch-Bergische Kreis gemeldet und der Darstellung der Betroffenen an zwei Punkten widersprochen. Wir haben diese Stellungnahmen im Text berücksichtigt.

„Es war für alle die Hölle“, sagt eine Pflegefachkraft, die im Marien-Krankenhaus (MKH) arbeitet. Für sie sei nicht nachvollziehbar, wieso Klimaanlagen „überall“ selbstverständlich seien, in Geschäften und Arztpraxen etwa. „Nur ausgerechnet in Krankenhäusern, wo kranke Menschen versorgt werden und Pflegekräfte und Ärzte unter hoher Belastung arbeiten, scheint Hitzeschutz keine Priorität zu haben.“

Vor allem in den oberen Stockwerken des MKH heize sich das zwölfstöckige Gebäude extrem auf. 33 Grad habe das Thermometer schon morgens um 6 Uhr auf einer Station angezeigt. Aus Sicherheitsgründen lassen sich die Fenster nicht komplett öffnen. „Letztendlich müssen wir die Hitze einfach aushalten“, sagt die Pflegefachkraft. 

Reanimationen und Todesfälle

So ergeht es auch den Rettungskräften, die vor allem am Wochenende im Dauereinsatz waren. „Das war ein katastrophaler Dienst, der zweitschlimmste in meinem Leben. Nur während der Flutkatastrophe 2021 war es noch heftiger“, so schildert es eine Person aus dem Rettungswesen. 

Sie berichtet von der doppelten Anzahl von Einsätzen, von vielen Reanimationen und hitzebedingten Todesfällen auch von „jüngeren Menschen unter 50“. „Rettungswagen mussten aus dem Dienst genommen werden, weil die Besatzung am Ende war“, mehrere Krankenhäuser in der Region hätten sich abgemeldet, weil sie überlastet waren und keine Patient:innen mehr aufnehmen konnten. 

Der Sprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises, Alexander Schiele, widerspricht an diesem Punkt: Keines der Rettungsfahrzeuge habe außer Dienst gestellt werden müssen. Die Tatsache, dass der Rettungsdienst aus Rhein-Berg zwischenzeitlich in Köln aushalf, sei erstens normal und zweitens ein Beleg dafür, dass der Dienst zwar stark belastet, aber immer leistungsfähig war.  

Die Leitstelle des Kreises sei an diesem Wochenende nicht unterbesetzt gewesen, sondern regulär mit einem Leiter und vier Disponenten besetzt gewesen; am Sonntag sei ein zusätzlicher Disponent dazugekommen. Alle Anrufe seien entgegengenommen und abgearbeitet worden, betont Schiele.

Personal und Patienten leiden

In den Krankenhäusern beschreiben Pflegekräfte die Belastung als „kaum zumutbar“: Die Konzentration lasse bei den Beschäftigten nach, insbesondere, wenn sie bei isolierten Patient:innen zusätzlich Schutzkleidung tragen müssen. Mit Ventilatoren, Kühlpacks und nassen Handtüchern versuchten die Beschäftigten, „irgendwie durch den Tag zu kommen“. 

Auch die Patient:innen litten sehr unter der Hitze, viele beschwerten sich beim Personal über die Zustände. Sie dürften keine eigenen Ventilatoren nutzen, weil elektrische Geräte erst aus Sicherheitsgründen geprüft werden müssten.

Mitleid hat die Pflegekraft besonders mit den bettlägerigen Patient:innen: „Wir gehen nach unserer Schicht nach Hause. Sie liegen dort Tag und Nacht und können der Hitze überhaupt nicht entkommen.“ 

Ähnliches berichten Beschäftigte aus dem Evangelischen Krankenhaus (EVK), die die Hitzetage als „sehr belastend“ und „ganz schlimm“ beschreiben. Besonders viel hatte das Personal in der Notaufnahme und auf der Intensivstation zu tun. Immerhin: Überwachungs- und Intensivstationen sind neben Operationssälen in den meisten Kliniken die einzigen Bereiche mit Klimaanlagen.

Die Lage in der Notaufnahme

Von einem „deutlich erhöhten Patientenaufkommen“ am vergangenen Wochenende in der Notaufnahme des EVK berichtet Sebastian Haeger, Geschäftsführer des Gesundheitscampus Quirlsberg auf Nachfrage.

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Eine „dreistellige Zahl“ an Patient:innen musste demnach mit gesundheitlichen Problemen wegen der Hitze behandelt werden – etwa Dehydrierung oder Hitzeschläge. Darunter auch schwere Fälle, die stationär aufgenommen werden mussten. Betroffen seien vor allem ältere Menschen gewesen, einige auch aus Senioreneinrichtungen. 

„Unsere Intensivabteilungen sind klimatisiert, die Anlage kommt aber auch an ihre Grenzen“, sagt Thorsten Löhr, der ärztliche Direktor der GFO Kliniken Rhein-Berg, zu denen das MKH in Gladbach und VPH in Bensberg gehören. „Das Personal arbeitet derzeit an der Belastungsgrenze.“ Man behelfe sich damit, die Räume zu verschatten (etwa mit Jalousien), mobile Kühlgeräte einzusetzen und achte darauf, dass Beschäftigte und Patient:innen genug trinken. 

Einsätze in Zahlen

Das gilt auch für das Rettungsdienstpersonal, wie der Rheinisch-Bergische Kreis als Träger des Rettungsdienstes für Bergisch Gladbach und die Kommunen im Kreisgebiet mitteilt. Die Belastung für die Einsatzkräfte sei bei der Hitze „enorm“. Diese arbeiten demnach oft unter zeitlichem Druck und in persönlicher Schutzkleidung und nehmen schwere Ausrüstung wie Notfallrucksack, Defibrillator und Sauerstoff standardmäßig zu jedem Patienten mit. 

Weiter teilt der Kreis mit, dass „lageangepasst“ am Samstag zwei zusätzliche Rettungswagen (RTW) und drei Krankentransportwagen (KTW) in den Dienst genommen worden seien, „um die rettungsdienstliche Versorgung im Kreisgebiet weiter sicherzustellen“. Die Einsatzzahlen von RTW, KTW und Notarzteinsatzfahrzeugen (NEF) liegen sehr deutlich über denen des Vorjahres.

Die Tabelle zeigt die Einsatzzahlen des Rettungsdienstes im Kreis in der Kalenderwoche 26 im Vergleich zum Vorjahr. (RTW = Rettungswagen, NEF = Notarzteinsatzfahrzeug, KTW = Krankentransportwagen).

Neben älteren Menschen und Bewohner:innen von Pflegeheimen waren laut Kreis „genauso Menschen mittleren Alters und jüngere Menschen“ betroffen. Ursache sei in diesem Fällen oft eine hohe körperliche Belastung gewesen. Vereinzelt hätte es auch Einsätze mit Säuglingen und Kleinkindern gegeben.  

Zur Zahl der hitzebedingten Todesfällen liegen der Kreisverwaltung nach eigener Aussage keine Daten vor. Einsatzkräfte berichten, dass die Kühlkammern der Kliniken zeitweise überlastet gewesen seien, ebenso die Kühlmöglichkeiten von einzelnen Bestattern.

„Wir hatten am vergangenen Wochenende deutlich, deutlich mehr zu tun als sonst“, sagt David Roth vom Bestattungshaus Pütz-Roth. „Aber wir waren nicht überfordert und hatten noch Kapazitäten. Wir konnten andere Bestattungsunternehmen unterstützen.“ 

Wünsche für die Zukunft

Viele der Menschen, mit denen wir gesprochen haben, äußern einen ähnlichen Wunsch: Dass sich eine solche Situation nicht wiederholt. „Aber wir gehen wieder genauso in die nächste Hitzewelle“, befürchtet eine Person aus dem Rettungsdienst.

Es sei ein strukturelles Umdenken nötig. „Wir müssen die vulnerabelsten Menschen vor der Hitze schützen. Dafür müssen Kliniken und Heime klimatisiert werden.“

Das EVK würde seine Gebäude „gerne stärker mit Klimatechnik ausstatten“, teilt Sebastian Haeger mit. Solche Maßnahmen seien jedoch „mit erheblichen Investitionskosten verbunden“, die Krankenhäuser aus eigener Kraft kaum stemmen könnten.

„Dafür braucht es verlässliche Investitionsförderungen durch die öffentliche Hand“, so Hager weiter. „Stattdessen wird derzeit auf politischer Ebene über weitere Einsparungen im Gesundheitswesen diskutiert. Hier ist aus unserer Sicht ein Umdenken dringend erforderlich.“ Denn die zunehmenden Hitzewellen werden aus seiner Sicht das Gesundheitswesen künftig noch stärker belasten.


Hinweis der Redaktion: Wir haben den Beitrag nach der Veröffentlichung ergänzt und die Stellungnahme der Kreisverwaltung aufgenommen. Eine Aussage, die Leitstelle sei unterbesetzt gewesen, haben wir entfernt.

ist seit 2024 Redakteurin des Bürgerportals. Zuvor hatte die Journalistin und Germanistin 15 Jahre lang für den Kölner Stadt-Anzeiger gearbeitet. Sie ist unter anderem für die Themen Bildung, Schule, Kita und Familien zuständig und per Mail erreichbar: k.stolzenbach@in-gl.de

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  1. Wenn den Krankenhäusern tatsächlich die finanziellen Mittel fehlen, um ausreichend klimatisierte Bereiche für Patientinnen und Patienten zu schaffen, dann sollten wir als Gesellschaft darüber nachdenken, wie wir helfen können.
    Warum nicht eine öffentliche Spendenaktion ins Leben rufen? Wenn viele Menschen einen kleinen Betrag beitragen, kann daraus eine große Unterstützung werden. Die gesammelten Spenden könnten gezielt für Klimaanlagen und die Schaffung kühler Räume eingesetzt werden – dort, wo sie für besonders gefährdete Patientinnen und Patienten am dringendsten benötigt werden.
    Natürlich müsste eine solche Aktion professionell organisiert werden. Es sollte transparent sichergestellt sein, dass die Spendengelder ausschließlich für die Klimatisierung der Krankenhäuser in Bergisch Gladbach verwendet werden und nicht für andere Zwecke. Gerade angesichts immer häufiger auftretender Hitzewellen wäre das eine konkrete und sinnvolle Investition in die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitmenschen.

    1. ..wenn..

      ich war kürzlich auf einer Veranstaltung in welcher ein Prof. Dr. sagte: “das Gesundheitssystem hat soooo viel Geld” ..

      und

      Transparenz:
      was macht das Krankenhaus mit dem Quirls
      Q1

      ..

  2. “Der Sprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises, Alexander Schiele, widerspricht an diesem Punkt: Keines der Rettungsfahrzeuge habe außer Dienst gestellt werden müsse. Die Tatsache, dass der Rettungsdienst aus Rhein-Berg zwischenzeitlich in Köln aushalf sei erstens normal und zweitens ein Beleg, dass der Dienst zwar stark belastet, aber immer leistungsfähig war.”

    Mehr als diese Äußerung gibt es zum eigentlichen Problem in Deutschland allgemein nicht zu sagen

  3. Hauptsache, der Blick auf das schöne Rathaus bleibt frei von störenden Bäumen auf dem Marktplatz, die auch noch Schatten geworfen hätten – wo kämen wir auch hin, wenn nicht alles hübsch versiegelt würde durch Rocky Metten & Co, damit die glorreichen Kirmes gut anlanden können…
    Dass der Bestatter noch ausreichend Kapazitäten hat, nimmt mir auch die Sorgen vor den wieder steigenden Temperaturen.

  4. Während solcher, auf unserer Scholle noch relativ kurzen Hitzephasen, sind meine Gedanken erst recht bei den Menschen (Jung und Alt, Kranke und Verletzte) die bei bereits ca. 50! Grad im Schatten (wenn überhaupt vorhanden) ihr Leben bewältigen müssen und alle diese Hilfen nicht haben oder bekommen können.
    Z.B. auf der südlichen Halbkugel, Indien, Afganistan und an vielen anderen Orten auf der Welt.

    1. Zum Gesasmtbild gehört aber auch, dass dort, wo es schon immer wärmer war, die Menschen weitaus vernünftiger damit umgehen. Da hat man sich bei der Bauweise, beim Tagesrhythmus, bei der Bekleidung, der Ernährung etc. schon lange angepasst und kann über das Verhalten von Mitteleuropäern bei Hitze nur den Kopf schütteln.

      1. Das stimmt allerdings.
        Statt irgendwelche ” modernen” Baustoffe zu verwenden, die die Wärme innen belassen und nicht mehr abgeben, sollte man sich evtl. mal wieder mit der Lehmbauweise beschäftigen.

        Es gibt da gerade in Afrika tolle Projekte von den wir Europäer lernen könnten.pp

        Auch luftige Klamotten aus Leinen wie unsere Vorfahren die trugen sind eine Wohltat.
        In Ägypten bin ich gerne in der Galabija rumgelaufen.
        Hätte man hier garantiert direkt wieder eine Meute von streng rechtsorientierten Hänneschen an den Hacken, die mit dem Anblick überfordert wären.

        Ein großartiges Getränk bei Hitze, ist selbstgemachte Apfelschorle.
        1/3 tel naturtrüber /Apfelsaft 2/ 3 Mineralwasser und 1 Prise Salz.
        Damit habe wir letzte Woche bei teilweise über 41°C unsere 7 tägige Radtour geschafft.

      2. Ich würde es noch nicht einmal an den Baustoffen festmachen. Eine Dämmung, die im Winter funktioniert, hilft auch im Sommer, denn sie wirkt nach beiden Seiten als Wärmeblockade. Und Lehmwände sind ebenso dicht wie solche aus hier gebräuchlicheren Baustoffen, sie haben lediglich Vorteile bei der Feuchteregulierung (die man aber auch z.B. mit Gips erreicht).

        Es sind eher grundlegende architektonische Prinzipien, die einen Unterschied ausmachen. Etwa die Dachüberstände: Ein großer Überstand beschattet die Fassade. Oder die Nutzung physikalischer Prinzipien: In Timbuktu, also mitten in der Sahara, gibt es jahrhundertalte Häuser, die eine allein durch Konvektion funktionierende Klimatisierung besitzen.

        Hier hingegen wird immer noch nach dem äußeren Erscheinungsbild gebaut, ohne den Klimawandel mitzudenken. Ein Flachdach ohne Überstand ist in mehrfacher Hinsicht die schlechteste Lösung für ein Gebäude, sieht aber schick aus. Große Fensterflächen bieten den Eindruck von Offenheit und lassen viel Licht in die Räume, aber ohne Wärmeschutzverglasung eben auch viel Hitze.

    2. Sie scherzen wohl? Ich meinte die Länder des globalen Südens.
      Definition lt. Friedrich Ebert Stiftung: “Als Länder des sogenannten Globalen Südens gelten gemeinhin Staaten, die im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Kontext im Vergleich zu anderen Ländern benachteiligt sind. Je nach Definition zählen dazu die bisher und teils noch immer als Entwicklungsland oder Schwellenland bezeichneten Staaten.”

      https://klimareporter.de/gesellschaft/ein-albtraum-der-im-globalen-sueden-taegliche-realitaet-ist

      1. Ich würde hier z.B., nur um das “Gesamtbild” zu vervollständigen, auch die geringere Lebenserwartung durch widrige/harte Lebensumstände im allgemeinen und die viel höhere Sterblichkeit, verursacht durch extreme Hitze und Trockenheit/Dürre nicht vergessen zu nennen.

      2. Sie scheinen sehr großen Wert darauf zu legen, die Menschen dort vor allem auf die Opferrolle zu reduzieren und dabei das, was sie sich an Anpassungsstrategien und -techniken erarbeitet haben, vom Tisch zu wischen. Damit machen Sie sie ganz unnötig klein und nehmen einen paternalistischen Standpunkt ein. Dabei könnten wir von ihnen lernen und sollten es auch.

      3. Ich bewundere die Menschen in diesen Ländern auch, aber bevor wir hier in Selbstmitleid verfallen, muss man ja mal darauf hinweisen dürfen, wie krass die Erderwärmung sich dort auswirkt, wo es schon immer unwirtlich war.
        Schließlich haben WIR die Hebel in der Hand, hier wenigstens gegenzusteuern.

  5. Eine ergänzende fachliche Einordnung zur Lage im Stadtgebiet durch die Feuerwehr Bergisch Gladbach:

    Insbesondere das vergangene Hitzewochenende war auch für die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Bergisch Gladbach eine große Herausforderung. Wir haben ein deutlich erhöhtes Einsatzaufkommen festgestellt – sowohl im Rettungsdienst als auch im Brandschutz. Unsere Kolleginnen und Kollegen haben unter schwierigen Bedingungen gearbeitet, körperlich wie mental. Ja: Wir waren phasenweise am Limit.

    Von einer Überlastung der Feuerwehr Bergisch Gladbach oder der von uns betriebenen Rettungswachen im Stadtgebiet kann aus unserer Sicht aber nicht gesprochen werden. Die rettungsdienstliche und feuerwehrtechnische Versorgung war jederzeit sichergestellt. Gerade deshalb ist es uns wichtig, die enorme Leistung der Einsatzkräfte klar zu benennen, ohne die Lage unnötig zu dramatisieren.

    Wichtig bleibt: Hitzelagen werden uns künftig häufiger und intensiver beschäftigen. Das betrifft Feuerwehr, Rettungsdienst, Kliniken, Pflegeeinrichtungen – aber auch die gesamte Stadtgesellschaft. Umso wichtiger sind Vorsorge, gegenseitige Rücksichtnahme und ein bewusster Umgang mit besonders gefährdeten Menschen.

    Wir haben die Situation bereits am Sonntag in einer Pressemitteilung öffentlich eingeordnet und auf die besondere Belastung durch die Hitze hingewiesen:
    https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/116240/6303669

    1. Im Klartext, Herr Watzlawek ist jetzt eher Aktivist als Journalist – schade eigentlich

  6. Hilft hervorragend in Dachgeschoss Wohnungen:

    Klimagerät mit Abluftschlauch

    Fenster öffnen und eine Styrodurplatte aus dem Baumarkt in die Öffnung einsetzen.

    Kreisrundes Loch für den Abluftschlauch rein sägen oder sägen lassen.

    Womöglich Balkonkraftwerk installieren oder installieren lassen. Klappt hervorragend auf dem Dach

    …..und die Sonne kühlt die Wohnung klimaneutral und kostensparend

    Nachts konsequent komplett quer lüften

    Dann sollte es auch in der Dachgeschosswohnung auszuhalten sein.

    Hier sollte es auch in Eigentümergemeinschaften sowie mit den Vermietern kaum Probleme geben.

    1. Für alle, die entweder Eigentümer sind oder das Ok vom Vermieter bekommen, wäre eine Splitanlage eine noch bessere Option. Sie ist zwar in der Anschaffung teurer und muss vom Fachmann installiert werden, kühlt aber deutlich besser und verbraucht spürbar weniger Strom.

      Die Kombination mit einer Solaranlage ist tatsächlich ideal: Immer dann, wenn die Klimaanlage Strom benötigt, wird auch besonders viel erzeugt.

      1. So ein Split Klimagerät ist natürlich auch i.d.R. eine bauliche Veränderung und muss vom Vermieter bzw. der Eigentümergemeinschaft genehmigt werden. Das kann dauern oder auch ganz abgelehnt werden.

        Das mobile Klimagerät kann man flexibel in den Räumen einsetzen und bei Umzug einfach mitnehmen.

        Alleine das Balkonkraftwerk kann schon in einer Eigentümergemeinschaft zum Drama ausarten.

      2. Das ist völlig richtig, zumindest versuchen sollte man es meiner Meinung nach aber trotzdem. Die Splitgeräte haben im Einsatz einfach zu viele Vorteile. (Ein kluger Vermieter würde das auch von sich aus erkennen und die Aufwertung seiner Wohnung begrüßen, aber Klugheit ist bei dieser Instanz leider nicht selbstverständlich.)

    2. Unter Vorbehalt:
      „Die Kosten für ein Klima-Splitgerät inklusive fachgerechtem Einbau liegen in Deutschland meist zwischen 1.700 und 5.000 Euro für ein Single-Split-System. Der Preis hängt primär von der Leistung, der Anzahl der Innengeräte und dem baulichen Aufwand ab“

      1. Wobei 5000 für ein Single-Split-Gerät schon ziemlich üppig wären. Das kann eigentlich nur bei hohem baulichem Aufwand so teuer werden – oder bei Firmen, die angesichts der Marktlage rausholen, was rauszuholen ist.

    3. @Walther Sobotta und @Drucker

      Ich wohne in einer zwei-Zimmer-Mietwohnung, erster Stock, beide Zimmer gehen mit großen bodentiefen Fensterfronten nach Süden auf den zubetonierten Hof hinaus. Dementsprechend hat sich meine Wohnung während der Hitzewelle auf ca 30°C aufgeheizt, trotz intensivem Querlüften in der Nacht via 2 Türfenster zum Balkon und Türe zum Treppenhaus zwecks Abkühlung (Außentemperaturen im Hof gingen auf magere 24°C um 4 Uhr morgens herunter!), Dauereinsatz eines Ventilators sowie ab 8 Uhr bis 21 Uhr komplett herabgelassenen Jalousien. Durch die Wohnungen über, unter, links und rechts von mir heizt sich meine 2023 gebaute Wohnung ebenfalls sehr auf. Super im Winter wegen der Heizkosten, aber den Sommer hat man beim Bau nicht mitbedacht.

      Zusammengefasst: es war die Hölle. Ich muss gegen Ende wohl einen leichten Hitzschlag gehabt haben, da ich teils sehr verwirrt rüberkam. Konnte mich aber im Keller der Verwandtschaft abkühlen.

      Ich habe mit meinen Vermietern gesprochen wegen Klimaanlage und Balkonkraftwerk. Die Lage ist ideal, ich bekomme wahrscheinlich mehr Strom raus, als ich allein durch die Klima verbrauchen kann. Habe wegen der Solaranlage ein dickes fettes Nein bekommen – die Eigentümergemeinschaft des Wohnblocks rund um den Hof hat ein Wörtchen bei der Außengestaltung mitzureden. Selbst wenn es eine mobile Anlage ist, die einfach “nur” über die Balkonbrüstung gehängt wird, es wird nicht gehen. Meine Vermieter sind zwar grundsätzlich offen für Solar – aber scheuen den Konflikt mit der Eigentümergemeinschaft.

      Dementsprechend kann ich keine Solaranlage installieren.
      Frustrierend!

      Nur in Sachen Klimaanlage habe ich endlich das Okay bekommen. Meine Vermieter bestellen im Winter für alle ihre Wohnungen Klimaanlagen, nachdem sie das Thermostat in meiner Wohnung erst über Fotos und dann am Dienstag (wo es schon abgekühlt hatte) live gesehen haben und ebenfalls den Kopf geschüttelt haben. Mir graust nur vor den Stromkosten, dank fehlender Solar.

      Zusammengefasst: nicht jeder Mieter kriegt das Okay für Solaranlage/Balkonkraftwerk wegen der Eigentümergemeinschaft des Hauses/Wohnblocks. Nur die gewünschte Klimaanlage ist durchgegangen.

      1. Immerhin etwas. Dass bei Solar wieder mal die Bedenkenträger regieren, wundert mich nicht, obwohl das ziemlich kurzsichtig ist.

        Wenn das eine Splitanlage wird, müssen Sie sich allerdings nicht allzu sehr vor den Stromkosten fürchten. Die Geräte sind sehr effizient und müssen nicht so lange mit voller Kraft laufen wie Monoblockanlagen. Solar wäre eben aus Umweltgründen schön gewesen.

      2. Ja, Balkonkraftwerk bedeutete auch für mich Schreiberei mit einem gegnerischen Anwalt, unnötige Mehrkosten, unnötiger Zeitaufwand. Teilweise muss man einen langen Atem haben.

        Letztendlich wurde unser Balkonkraftwerk so installiert wie von uns geplant und vorgesehen und bringt aufgrund seiner unverschatteten Südlage enorm was rein.

        Aber Ihr Kommentar, Wohnung gebaut 2023, zeigt mir wieder wie recht unser Energieberater hatte , mit der Bemerkung” Alles redet nur von Wärmedämmung. Das ist zukünftig nicht mehr unser Problem. Unser Problem wird die Hitze werden und nicht der kalte Winter”

        Ich wünsche Ihnen nun mit der Klimaanlage erträgliche Hitzperioden und notfalls über einen Wechsel des Stromlieferanten nachdenken, damit die Stromkosten erträglich bleiben.

      3. Noch ein Nachtrag
        In ihrem Kommentar war auch vom zubetoniertem Hof zu lesen.
        Was für ein riesen Unsinn. Auch hier sollte sich die Eigentümergemeinschaft/ Vermieter einmal Gedanken machen.
        Beton weg und stattdessen Grün / Pflanzen/ Bäume würden schonmal Abhilfe schaffen.
        Beton wirkt doch wie ein Ofen und gibt in der Nacht die Wärme ab.

      4. @Drucker
        Ja, es wird sehr wahrscheinlich eine Splitanlage, die Abwärme muss ja irgendwohin.

        @Walther Sobotta
        Anwalt? Nee. Es reicht schon, dass wegen der Baumängel in der Tiefgarage mein zur Wohnung gehöriger barrierefreier Parkplatz ewig lange nicht nutzbar war.
        Und die Tiefgarage ist auch der Grund für den größtenteils zubetonierten Hof – die sitzt unter dem ganzen Innenhof, “Deckel” drauf, 4 breite Licht- und Rettungsschächte rein, da bleibt nicht mehr viel Platz für Bäume. Die wenigen Büsche und 2-3 Bäumchen sind noch sehr klein und jung. Aufgrund der Tiefgarage darunter und der Bäume drumherum sitzen die Pflanzen in einer Art flachen Erdwanne, sehr wenig Platz für Wurzeln und Co. Der Rasen der zwischen den Wegen ausgerollt wurde, ist natürlich bei der Hitzewelle verdorrt. Die Gärtnerei der Eigentümergemeinschaft kommt nicht mehr hinterher mit dem Gießen der Pflanzen. Man hätte bei den Bäumen einen dauerhaften Bewässerungsschlauch anlegen müssen…

        Die Tiefgarage ist übrigens Pflicht, da beim Wohnungsbau für entsprechend viele Parkplätze gesorgt werden muss. Der Platz wurde für die Wohnungen maximal ausgenutzt, sodass fast alle Parkplätze unter die Erde mussten. Bei dem Wohnungsmangel auch sehr sinnvoll. Die Leute in den Wohnungen kümmern sich zusätzlich zur Gärtnerei um den Hof und schauen dass zumindest in den Ecken und Bereichen mit mehr Schatten hitzebeständige Pflanzen in die Erde kommen. Inzwischen sind auch die ersten Bienen zum eingepflanzten Lavendel gekommen. Aber größtenteils ist es wie gesagt eine Betonwüste aufgrund der Feuerwehrzufahrt und der gepflasterten 3m breiten Wege.

        Ich hoffe, dass wir Anwohner den Hof in den kommenden Jahren noch in eine kleine Oase mit hitzebeständigen und kühlenden Pflanzen umwandeln können. Hier war ja durch den Bau alles platt gemacht worden. Aber Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht ;)

  7. Ab Mitte Juli soll eine erneute Hitzewelle anrollen.

    Hinweis (eher für Einzelpersonen): schaffen Sie sich Rückzugsräume in zB kühlere Keller. Wer in viel zu heißen Miet- und vor allem Dachwohnungen überleben muss: sprechen Sie auch Ihre Vermieter an, im Keller einen kühleren Begegnungsort bereitzustellen. „Nur“ EINE Idee.

    Nach der Hitzewelle ist vor der Hitzewelle.

  8. Es wäre vielen Patienten und Personal schon geholfen, wenn man zumindest in der Nacht die Fenster weit öffnen und die Stationen durchlüften könnte.
    Durfte mehrfach in einer Kölner Klinik teilweise bewegungslos 12 Stunden nach einem Eingriff im überhitzten Krankenzimmer liegen, während der Schweiß in der OP Wunde brannte.

    Habe mich dann, wenn ich wieder aufstehen durfte, in der Nacht mit anderen Patienten in einen Bereich begeben, wo Personal aus Mitleid “illegal” Fenster weit geöffnet hatten.
    Denen drohte eine Abmahnung

    Dort haben wir dann im Sitzen vor den offenen Fenstern versucht, etwas zu dösen.
    An Schlaf war bei der stehenden Hitze und schlechten Luft in den Krankenzimmern nicht zu denken

    Es könnte ja einer springen war das Argument für die nicht zu öffnenden Fenster.

    Dieses Argument sollte von den Klinkleitungen überdacht werden. Es geht nicht dass Kranke und bettlägerige Patienten darunter extrem leiden müssen.

  9. Ein erschreckender Artikel, der mal wieder klarmacht, wie sehr wir in Sachen Klimaschutz versagt haben. Also Soforthilfe sind die oben genannten Maßnahmen absolut richtig und zielführend, zumal sie von den Experten kommen. Auf die hören wir leider viel zu wenig. Und setzen insgesamt als Gesellschaft, die falschen Prioritäten.

    Die Diskussion um die Fahrradstraßen zeigt, dass wir immer noch nicht verstanden haben, dass der einzige Weg nach vorne aktiver Klimaschutz ist. Erneuerbare Energien, Verzicht auf Fleisch und Verzicht auf Verbrenner.

    Und ja, wir als reiche Nationen, müssen das der Welt vorleben. Nicht aus Arroganz, sondern um einfach aufrecht mit gutem Beispiel voranzugehen.

  10. Der Unterschied der Klugen zu den Narren ist, dass sie aus Fehlern (zB fehlender Vorsorge gegen seit Jahren sattsam bekannten und demnächst zunehmenden Hitzewellen) lernen …
    … und somit demnächst vorbeugen.
    Das gilt für alle Institutionen und jeden einzelnen.
    Konkretisierende Vorschläge und Beispiele gibt es genug, sie müssen auch umgesetzt werden.