Foto: Valentin Brühl

Auf Performance, Bewegung, und Musik im Freien lag der Fokus in der Ferienaktion Kultur-Rucksack NRW Open Source der Kreativitätsschule in Refrath. Die Workshops richteten sich an Kinder und Jugendliche aus Bergisch Gladbach sowie junge Menschen mit Zuwanderungserfahrung. Zum Abschluss gab es eine Performance für Eltern und Angehörige.

Auch in 2022 startete in den Sommerferien unter der Obhut der Kreativitätsschule Bergisch Gladbach – KREA – wieder die Ferienaktion Kultur-Rucksack NRW Open Source. Der Outdoor Kultur Sommer fand in der Woche vom 4. bis 9. Juli jeweils in der Zeit von 10 bis 15 Uhr statt.

Wieder war der große Wiesenplatz in Refrath Kippekausen (An der Wallburg), hinter den höheren Häusern gelegen, der Treffpunkt für 40 Mädchen und Jungen verschiedener Nationalitäten und Altersstufen. Betreut wurden sie von fünf Coaches.

Bei diesem innovativen und sozialraumorientierten Kulturprojekt OPEN SOURCE stand die Partizipation von Kindern und Jugendlichen aus Bergisch Gladbach sowie jungen Menschen mit Zuwanderungserfahrung im besonderen Fokus. Um diese Zielgruppen optimal zu erreichen, wurden verschiedene lokale Bildungsakteure aus Bergisch Gladbach vernetzt.

Antragsteller ist die Kreativitätsschule Bergisch Gladbach e.V. als renommierte Einrichtung der kulturellen Kinder-und Jugendbildung mit über 40-jähriger Praxiserfahrung und Preisträger des kommunalen Gesamtkonzeptes in 2010. Die in diesem Projekt mitarbeitenden Coaches sind Persönlichkeiten aus der lokalen Kunst-und Kulturszene.

Mit dem zentralen Thema OPEN SOURCE (offene Quelle) entstand eine Schnittsteller mit urbaner Jugendkultur die in einem offenen und vor allem auch sicheren künstlerischen Setting arbeiten.

Durch das Naturerlebnis, entstand ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit, natürliche Ressourcen und Umweltschutz. Hier konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Raum mitgestalten, durch Kunst, Performance, Bewegung, Musik, durch gemeinsames Arbeiten und das Coaching der professionellen Fachdozent:innen.

Das Krea-mobil wurde als Anhänger auf dem Gelände aufgebaut und mit künstlerischen Materialien ausgestattet. Hier konnten auch Soundboxen, Mikros, Laptops etc. über Nacht gelagert werden. Es wurde ein Multiflexzelt mit Holzboden aufgebaut, um Rückzug bei Regen oder starker Hitze zu ermöglichen sowie Dixi Toiletten für 1 Woche. Das täglich frische Mittagessen schmeckte lecker und war eine wichtige Ebene für die Gemeinschaft, bot einen Rahmen für persönliche Begegnungen.

Am Ende jeden Tages gab es täglich eine Werkschau, wo alle Aktiven aus den Workshops zeigen konnten, woran sie gearbeitet haben. Es wurde intensiv kooperiert und interdisziplinär gearbeitet: welche Musik kann für die Performance Gruppe komponiert werden, wie können NaturSounds in die Werkschau der Lounge eingebaut werden? Gemeinsame Waldspaziergänge wurde dafür genutzt zu schauen, welches geeignete Holzmaterial in die Performance eingebaut werden konnte.

Am Ende der Projektwoche startete die Projekt-Präsentation in Form einer Performance mit 40 Kindern und Jugendlichen und den 5 Coaches.Hierzu wurden Freunde, Familie, Menschen aus Politik & Öffentlichkeit eingeladen und es kamen ca. 100 Zuschauer:innen, u.a. auch Petra Weymans vom Kulturbüro der Stadt.

Die Outdoor-Woche wurde in einem Videofilm dokumentiert, an dem die Kinder- und Jugendlichen ebenfalls mitgewirkt haben. Der Film wird nach Fertigstellung auf der Website der KREA präsentiert. Das Projekt OPEN SOURCE wurde für den Kultur-Preis „RAUSKOMMEN“ empfohlen.

Zu den Workshops:

Workshop Kunst – Leitung: Gregor Zootzky – Wir arbeiteten mit Naturmaterial wie Holz und Ton, hämmern, sägen, bauen, formen. Es entstanden ganz individuelle Lounge-Objekte, die zum „chillen“ einladen sollten. Sehr intensiv waren die Bilder, die um Baumstämme herum gemalt wurden, von 2 Mädchen aus der Ukraine, sie zeigten Ornamente mit Einschusslöchern und dem Satz „Alles wird gut“.

Workshop Tanz – Leitung: Daniel Richartz – Mit täglichem Tanz-Training entstand eine Choreografie mit eigenen Tanz-Regeln und Formaten. Die Herausforderung auf einer Wiese im Gras zu tanzen wurde mit der Gruppe innovativ und spielerisch umgesetzt. Mädchen und Jungen tanzten gemeinsam um die Welt.

Workshop Musik Leitung: Tim Löhde – Rekorden und loopen auf eigene kreative Weise die Natur-Sounds wie Wasser, Vögel, Steine, Wind etc. zu einer digitalen Musik- und Soundcollage mixen. Hierfür wurden geeignete Apps zur Verfügung gestellt, die in intuitives kreatives Spielen ermöglichen.

Workshop Performance /TheaterLeitung: Evamaria Schaller – Wir suchten uns Objekte auf dem Gelände, die wir mit unserem Körper bespielen. Ohne Worte, nur mit dem Körper und Objekten mit Holz-Stöcken oder Papier entstanden spannende Performance – Szenen, die mit der eigenen Fantasie weitererzählt werden konnten.

Workshop VideoLeitung: Valentin Brühl – An der Video Dokumentation konnten interessierte Jugendliche vor und hinter der Kamera mitarbeiten. So wurden Interview Fragen entwickelt und eine Art „Drehbuch“ entstand. Auch besondere Video-Elemente wie Stop-Motion oder Slow-Motion wurden kreativ verwendet.

Mitarbeiter: innen – Eva-Maria Schaller: Performance –und Videokünstlerin Gregor Zootzky: Kunstpädagoge und freischaffende Künstler Daniel Richartz: Tanzcoach Krea-Jugendclub Tim Löhde: Musik-und Medienpädagoge Valentin Brühl: Film-und Videocoach Almut Wiedenmann: BUT Soziales Netzwerk Projektleitung: André Eigenbrod Kreativitätsschule e.V.

Folgende Projektziele wurden mit den kommunalen Projektpartnern abgestimmt und vereinbart: Bildungsgerechtigkeit herstellen und Teilhabe an Kultur und Bildung ermöglichen durch Vernetzung und Kooperationen für teilnehmende Kinder- und Jugendliche aus allen gesellschaftlichen Schichten. Empowerment erzielen durch Selbstwirksamkeit und gemeinschaftliches Handeln in aktiven kreativen Prozessen. Grundlagen gelebter Demokratie und gestalteter Freiheit mit und durch Kunst und Kultur stärken. Kulturelle und soziale Vielfalt unterstützen indem wir künstlerische Genregrenzen überwinden und neue interdisziplinäre Konzepte finden. Die vielfältigen Fähigkeiten aller Beteiligten werden eingebunden und gemeinsame kulturelle Kompetenzen können expandieren. Offenheit für Neues und Fremdes und das Potenzial für die Entwicklung von Toleranz, Integration und kultureller Vielfalt für eine bessere Zukunft. Kreative Ausdrucksmöglichkeiten und Medienkompetenz vermitteln

Die Veranstalter

Der Krea-Jugendclub arbeitet als offene Jugendeinrichtung und ist innovativer lokaler Motor für die urbane Jugendkulturszene. Das Soziales Netzwerk Refrath kümmert sich besonders um Kinder, die aus sozial schwachen Familien stammen und / oder Flüchtlingshintergrund haben. Das Soziale Netzwerk ist Kooperationspartner mit der Fachstelle Soziale Stadtentwicklung des Jugendamtes Bergisch Gladbach. Das Kulturbüro der Stadt Bergisch Gladbach übernahm die Finanzierung durch Mittel des Kultur-Rucksack NRW und gestaltete für Werbung und PR die Flyer.

Der Kultur-Rucksack NRW wird gefördert durch:

Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) und das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) des Landes Nordrhein-Westfalen.

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Helga Niekammer

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

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