Sie gehört zu den prägenden Elementen der guten Stube Bergisch Gladbachs: Die riesige Blutbuche am Konrad-Adenauer-Platz vor dem Kunstmuseum Villa Zanders. Doch auch sie ist schwer geschädigt, herabstürzende Äste werden zur Gefahr. Daher, so die Stadtverwaltung, muss sie gefällt werden. Auch sie ist offenbar ein Opfer des Klimawandels.

Bergisch Gladbach hatte 2020 eine Version 1.0 einer Baumschutzsatzung verabschiedet, Bürgermeister Frank Stein die Entscheidung über die Fällung von „ortsbildprägenden Bäumen“ zur Chefsache erklärt. Doch wenn das Argument „Verkehrssicherungspflicht“ auf dem Tisch liegt ist in der Regel nichts mehr zu machen.

Das aktuelle Erscheinungsbild der Blutbuch. Foto: Stadt GL

Das trifft jetzt ausgerechnet die monumentale Blutbuche im Park der Villa Zanders. Nach Angaben der Stadt leidet sie seit Jahren unter der Buchenkomplexkrankheit. Diese Krankheit ist schon lange bekannt, tritt seit etwas 20 Jahren in neuen Formen verstärkt auf und hat auch in Köln bereits zum Verlust großer Rotbuchen geführt. Als Ursache werden Unregelmäßigkeiten in der Wasserversorgung angegeben, als Folge des Klimawandels.

Die Krankheit führt dazu, dass das Laub immer lichter und die Blätter kleiner werden. In der Krone der Rotbuche vor der Villa Zanders hat sich laut Stadt bereits viel Totholz gebildet, einige dicke Äste seien bereits gebrochen, so dass der Bereich um die Buche bereits großzügig abgesperrt werden musste.

Der Baum werde seit Jahren intensiv von der städtischen Grünflächenabteilung beobachtet, doch nun sei die Krankheit so weit fortgeschritten, „dass eine Fällung aus Sicherheitsgründen unumgänglich ist“.

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Damit verschwindet der wohl prominenteste Baum in der Innenstadt, der wohl bereits 1880 von Maria Zanders bei der Anlage des Parks gepflanzt worden war.

Wie in der Baumschutzsatzung festgelegt will die Stadt für diesen Baum Ersatzpflanzungen durchführen. Angesichts der Größe des Buche werden das mehrere Bäume sein müssen, erläutert StadtGrün auf Nachfrage.

Aus fachlicher und gestalterischer Sicht sollte aber „zumindest ein großer neuer Baum“ in dem Garten der Villa Zanders gepflanzt werden. Dabei sollte auf eine eher seltenere Art zurückgegriffen werden „um dem Ausfall der Blutbuche, die nicht alltäglich und überall zu finden ist, gerecht zu werden“, betont StadtGrün.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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12 Kommentare

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  1. Ich verstehe nicht diese Aggressivität die jetzt hier entsteht.
    Man kann doch mal anmerken, ob alles unternommen wurde im Bezug Erhaltung eines so alten Baumbestandes.Vielleicht holt man auch eine Zweitmeinung ein.So macht man es ja im Privaten auch.Natürlich nur wenn man wirkliches Interesse hat den Baum zu erhalten.

    1. Mal im Ernst: Glauben Sie wirklich, dass die Stadt so eine Entscheidung leichtfertig trifft oder mal eben übers Knie bricht? Das ist ein Baum, in den schon viel investiert wurde, der im Fokus der Aufmerksamkeit vieler Bürger steht und – nicht zu vergessen! – dessen Fällung auch nicht billig wird. Einen Forstarbeiter aufsteigen zu lassen, damit er das Totholz ausschneidet, wäre deutlich kostengünstiger und einfacher zu veranlassen.

      Wenn man als absoluter Laie unter diesen Umständen aus einem faktenbefreiten Bauchgefühl heraus eine Fehlentscheidung argwöhnt, unterstellt man der Fachbehörde im Grunde, dass dort nur ahnungslose Nasenbohrer sitzen, die ihre Entscheidungen gewohnheitsmäßig mit faulen Ausreden begründen.

  2. Es wundert mich, dass Sie als Redaktion im Namen des anonymen Kommentators „Drucker“ antworten. Meine Frage war doch deutlich an ihn und nicht an die Redaktion gerichtet. Haben Sie ihn denn nach seinen Quellen gefragt?

  3. 1. Als vor Jahren unter Herrn Leuthe eine Behandlung der Buche erfolgreich durchgeführt wurde, handelte es sich da noch nicht um die Buchenkomplexkrankheit, die heute angeblich entdeckt wurde? 2. Und wann genau wurde diese Krankheit diagnostiziert? 3. Von wem, Herr Drucker, beziehen Sie Ihre Kennnis, dass diese Krankheit nicht behandelbar ist.?

  4. Welche konkreten Maßnahmen wurden denn aktuell zur Rettung der Buche durchgeführt? Vor Jahren konnte der Baum durch solche Maßnahmen schon einmal saniert werden. Und der Gefahr durch herabfallende trockne Äste könnte man ja dadurch begegnen, dass man diese Äste herausschneidet. Es haben sich schon manche Bäume nach ein paar Jahren Geduld und Pflege erholt. Und was sagt der Bürgermeister zu den Plänen der Fällung dieses altehrwürden Baums? Er hat solche Baumfällungspläne ja zur Chefsache gemacht.

    1. Die Buchenkomplexkrankheit (auch als „Buchenschleimfluss“ bekannt) ist nicht behandelbar. Die Fällung ist die einzige sinnvolle Maßnahme, da nicht nur einzelne Äste herabfallen können, sondern der Baum auch insgesamt seine Standfestigkeit verliert. Schade um die schöne Buche.

  5. So sprach die Blutbuche vor einigen Jahren im Bürgerportal:
    „Was man dort (bei Wikipedia) nicht lesen kann, ist die Tatsache, dass ich wie die großen Bäume im Forumpark schon von Maria Zanders um 1880 gepflanzt wurde, also auch einen Teil des Zanders-Parks bildete und glücklicherweise immer noch bilde.

    Vor einigen Jahren zeigte ich durch trockne Äste an, dass es mir nicht gut ging. Ein Trampelpfad, den unbedachte und allzu eilige Zeitgenossen unter meiner Krone entstehen ließen, schädigte meine Wurzeln. Mittlerweile fühle ich mich wieder pudelwohl. Das verdanke ich einer Wurzelbehandlung, die nicht, wie ihr vielleicht denken mögt, der Zahnarzt, sondern die fürsorglich verwendete Spüllanze von StadtGrün durchführte und die zu einer deutlichen Bodenverbesserung führte. Der kleine, dezente Zaun hinderte die Hastigen daran, mich durch eine abermalige Bodenverdichtung durch einen neuen Trampelpfad über meinen Wurzelbereich zu schädigen.“

    Wird bei den augenblicklichen Plänen wirklich alles bedacht, was es zu bedenken gibt?

    1. Es ist schon immer sehr erstaunlich wie schnell die Stadt Gründe findet um Bäume trotz Baumschutzsatzung zu Fällen.
      Hauptsache der kleine Privatmann hält alle Schritte ein um einen, bei weitem nicht so dominanten Baum, fällen zu dürfen.

      1. Sehr geehrte Frau Maier, haben Sie Hinweise, dass die genannten Gründe für die notwendige Fällung der Buche nicht korrekt sind? Dann würden wir dem gerne nachgehen.

      2. Frau Maier, wenn Sie sich über die Vorgeschichte des Baums informieren, werden Sie feststellen, dass da gar nichts schnell gefunden wurde, sondern dass in die Erhaltung gerade dieses Baums in der Vergangenheit viel Zeit, Arbeit und Geld investiert wurde. Es bestand kein Anlass „Gründe zu finden“. Welches Motiv sehen Sie dafür?

        Und wenn Sie partout das Klischee vom „kleinen Privatmann“ bemühen möchten: Einen Baum mit derselben Erkrankung fällen lassen zu dürfen, wird für ihn auch nicht umständlicher als für die Stadt. Wobei man natürlich auch erst einmal den „kleinen Privatmann“ finden muss, der Grund und Boden mit einem vergleichbaren Baumbestand besitzt.