Die Wiese hinter der GGS Hebborn soll bebaut werden. Die wenigen Bäume stehen am Rand der Wiese.

Seit fünf Jahren ist klar, dass Bergisch Gladbachs Schulen zu klein, in großen Teilen marode und technisch unzureichend ausgestattet sind. In der Sitzung des Ausschusses für Schulen und Gebäudewirtschaft am Mittwoch wird über den Bau von drei „Sofortschulen“ beraten und eine Zwischenbilanz beim Thema IT-Ausstattung gezogen. Im Fokus stehen die Grundschulen.

Erschüttert hatten sich Mitglieder des Schulausschusses gezeigt, als die Stadtverwaltung mit den Integrierten Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplan (ISEP) 2020 nach langer Vorbereitung eine Gesamtschau über den Zustand der Grundschulen vorgelegt hatte. Von einem Totalversagen in den vergangenen Jahrzehnten war die Rede – in denen die Schulen der Stadt heruntergewirtschaftet worden waren.

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Der ISEP wurde einstimmig beschlossen, riesige Summen für die Sanierung oder Neubau so gut wie jeder der 20 Grundschulen in Aussicht gestellt. Um das Problem des Personalmangels in der Stadtverwaltung zu lösen, wurde zudem eine Schulbau GmbH gegründet, die inzwischen unter Leitung von Sebastian Rolko ihre Arbeit aufgenommen hat.

Wie weit die Stadt bei dieser Mammutaufgabe gekommen ist, wird sich bei der Sitzung des Ausschusses für Schulen und Gebäudewirtschat (ASG) am kommenden Mittwoch (21. September) zeigen. Der Blick in die vorab veröffentlichten Ausschussunterlagen gibt einen ersten Eindruck – und belegt, dass das Personalproblem nach wie vor ein Knackpunkt ist.

Einladung: Im Rahmen der neuen BürgerAkademie führt das Bürgerportal in die Grundlagen der Kommunalpolitik ein. In der ersten Runde geht es um die Rolle der Fachausschüsse, am Beispiel des ASG. Dazu bieten wir am Dienstag einen vorbereitenden Workshop und am Mittwoch einen gemeinsamen Besuch es Ausschusses plus Nachbereitung an. Einige wenige Plätze sind noch frei, hier finden Sie mehr Infos.

Mittelfristig: Ausbau in Frankenforst, Hand, Refrath

Zunächst geht es unter Tagesordnungspunkt 5 um den Ausbau der KGS Frankenforst (um einen Neubau mit 6 Klassen und einer neue Mensa in 2,5- bis 3-geschossiger Bauweise), der GGS Hand (Modulbau für zwei Klassen) und der KGS In der Auen (Neubau einer drei-/ vierzügigen Schule) im Rahmen des ISEP.

Dazu gibt es eine Mitteilungsvorlage, Details aus Voruntersuchungen einer externen Beratungsfirma sollen aber erst in der Sitzung vorgestellt werden.

Kurzfristig: Sofortschulen in Hebborn, Refrath und Bensberg

Unabhängig vom ISEP sollen schon bis zum nächsten Schuljahr drei „Sofortschulen“ in Modulen bzw. Containern an der GGS Hebborn, der KGS In der Auen und an der Saaler Mühle entstehen. Dazu steht nun ein Grundsatz- und Maßnahmenbeschluss auf der Tagesordnung.

Die jeweiligen Beschlussvorlagen (Hebborn, Refrath, Saaler Mühle) enthalten gegenüber unserer Berichterstattung im August keine Neuigkeiten.

Dickes Brett: Digitalisierung der Grundschulen

Mit Bundesmittel aus dem Digitalpakt ist die Stadtverwaltung dabei, die Schulen der Stadt zu vernetzen und mit Endgeräten aufzurüsten. In einer Mitteilungsvorlage beschreibt die Stadt den Stand der Dinge.

Bei der internen Verkabelung einiger weiterführenden Schulen sieht es sehr unterschiedlich aus, dazu gibt es in der Vorlage eine lange, detaillierte Liste der Grund- und weiterführenden Schulen.

Interessant wird es bei den Grundschulen. Bis März 2023 sollen alle 20 Grundschulen vollständig mit digitalen Tafeln ausgestattet werden. Was sich angesichts der „oftmals maroden Bausubstanz“ als schwierig darstellt, wie die Vorlage im Detail dokumentiert. Aber um eine flächendeckende Bestandsausnahme zu erstellen fehle es am Personal.

Genau das ist das Kernproblem bei der Digitalisierung der Schulen. Zwar wurde die Zahl der Stellen der Schul-IT auf sieben erhöht, aber de facto sind nur fünf Stellen besetzt.

Außerdem auf der Tagesordnung

Weiterer wichtiger Punkt auf der Tagesordnung ist das Programm „Ankommen und Aufholen nach Corona“.

Abschließend steht eine Anfrage der Freien Wähler zum Thema Bündelungsschule an. Dabei geht es um Schüler:innen, die von den Realschulen auf die Gymnasien wechseln wollen – für die es dort aber im Schuljahr 2023/24 aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 keine entsprechende Aufnahmeklasse gibt.

Daher soll am Gymnasium Herkenrath eine sogenannte Bündelungsklasse eingerichtet werden, die bis zu 100 Schüler:innen aufnehmen kann. Die Bezirksregierung hatte für den gesamten Kreis einen Bedarf von 150 Schüler:innen geschätzt; wo die übrigen 50 bleiben sollen, ist bislang offen.

Wie immer gibt es zum Schluss der Sitzung Raum für weitere (mündliche) Anträge und Anfragen der Fraktionen.

Die gesamte Tagesordnung mit allen Dokumenten finden Sie hier.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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