Der Spielplatz am zentralen Platz in Refrath ist mit neuem Mobiler bestückt worden. Foto: Thomas Merkenich

Die Stadt wollte den umstrittenen neuen Spielplatz in Refrath erklären, die Eltern wollten ihrem Ärger Luft machen: Geladene Stimmung lag über dem Informationsnachmittag auf dem Spielplatz am Peter-Bürling-Platz, und ein großer Abstand klaffte zwischen Planern und Nutzern. Am Ende stand eine Art Einigung über kleine Verbesserungen.

Die Stimmung war aufgeladen, gestern Nachmittag auf dem neuen Spielplatz am Refrather Peter-Bürling-Platz. Nach der Eröffnung Anfang September hatte es von vielen Eltern massive Kritik gegeben. Nun hatte die Stadtverwaltung reagiert und zu einem „Informationsnachmittag“ eingeladen.

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Zahlreiche Eltern und überraschend viele Großeltern waren dem Aufruf gefolgt. Etliche Kinder sausten auf Rutscheautos um die Menschentraube herum, die Stadt hatte das städtische Spielmobil hinzugeholt, auch ein Kaffeemobil stand bereit.

Die Eltern schienen daran weniger Interesse zu haben. Sie waren gekommen, um ihrem Ärger Luft zu machen.

Foto: Thomas Merkenich

Dass Christian Nollen, Abteilungsleiter von StadtGrün, erst einmal zu einem Vortrag ansetzte, in dem er die Hintergründe des Spielplatzes erläuterte, passte da nicht so recht in die Stimmung. Er wurde immer wieder unterbrochen, Ferdinand Linzenich vom Verein „Wir für Bergisch Gladbach“ – Hauptsponsor des Spielplatzes – bat mehrfach darum, Fragen erst später zu stellen.

Christian Nollen (StadtGrün) mit Gabriele Gieraths und Ferdinand Linzenich (Wir für GL e.V.). Foto: Thomas Merkenich

Zugegeben: Es ist zwar interessant, was hinter der Planung des Spielplatzes steckt. Vielleicht wäre es aber besser gewesen, erst einmal die drängenden Fragen und Beschwerden zuzulassen und dann Erklärungen zu liefern, als sich die Emotionen entladen hatten und die Köpfe dafür empfänglicher waren.

Die Eltern wollten erst einmal nicht hören, dass der alte Spielplatz marode gewesen war, wie lange der Planungsprozess gedauert, wie wenige bei der Bürgerbeteiligung mitgemacht hatten, dass ein pädagogisches Konzept hinter den Spielgeräten der Firma Kinderland steckt.

Sie wollten von Angesicht zu Angesicht mit dem Verursacher ihres Ärgernisses sprechen, Gefühle rauslassen, schildern, was genau das Problem ist, Verbesserungsvorschläge machen. Und herausfinden, inwiefern es denn in ihrem konkreten Alltag hier auf dem Spielplatz Aussicht auf Verbesserung gibt.

Folgende Punkte beschäftigen die Eltern:

Kleine Zielgruppe

Eine Mutter sagte: Für ihr zweieinhalbjähriges Kind sei der Spielplatz wunderschön. Ihr fünfjähriges Kind dagegen langweile sich hier. Viele andere Eltern stimmten zu. „Die Großen kommen dann auf blöde Idee, wie auf das Dach des Spielhäuschen zu klettern und von oben runter zu hüpfen.“

Christian Nollen antwortete: „Für einen Spielplatz, der alle Altersstufen anspricht, braucht man viel mehr Platz. Dieser Spielplatz hat eine andere Absicht als der an der Diepeschrather Mühle. Hier geht es vor allem darum, die Kinder kurz zwischendurch zu unterhalten, wenn die Eltern im Zentrum einkaufen gehen.“

Keine Alternativen

Eine andere Mutter entgegnete, dass dies aber der zentrale Platz in Refrath sei – wohl auch der Grund, warum die Resonanz an diesem Tag so groß sei. Eine weitere Mutter fügte hinzu, gerade im Winter seien die anderen Spielplätze in Refrath ab dem späten Nachmittag gar nicht mehr bespielbar: Nur dieser hat eine Laterne.

Nollen lenkte ein: Die Stadtverwaltung wisse, dass es in Refrath ein Defizit an Spielraum gebe. Da sei man allerdings bei einer politischen Grundsatzdiskussion: „Wir haben kein Geld, kein Personal, keine Flächen.“ Aber man habe das Thema auf dem Schirm.

Foto: Thomas Merkenich

Sicherheit

„Meine Kinder haben sich jedes Mal, wenn ich mit ihnen hier war, verletzt“, sagte eine Mutter. Sie beklagte gleich mehrere Sicherheitsprobleme: Die flache Rutsche sei mit ihren hohen Metallkanten ein Platzwundengarant. Auch der Hohlraum unter der Rutsche sei unverantwortlich: „Wenn meine Zweieinhalbjährige da rein kriecht, muss ich die Feuerwehr rufen, um sie wieder rauszukriegen.“

Ihr Kind sei außerdem schon einmal kopfüber in das Loch zwischen den Kletterpaletten gefallen und alleine nicht mehr herausgekommen. Sie regte an, den Raum unter der Rutsche zu schließen und das Loch zwischen den Paletten zumindest zu verkleinern.

Foto: Thomas Merkenich

Ulrich Heutz, Kreistagsabgeordneter für Refrath, fügte hinzu, dass er erst letzte Woche einem Kind geholfen habe, das einen Arm zwischen den Drehbalken an der „Tante Emma“-Wand eingeklemmt hatte. „Kleinkinder können sogar ihren Kopf zwischen die Balken stecken – das ist lebensgefährlich!“

Christian Nollen entgegnete, dass alle Spielgeräte auf Sicherheit getestet und zertifiziert seien. Zudem würden sie regelmäßig kontrolliert. Er werde die Kritik aber für die Planung künftiger Spielplätze mitnehmen und dann eventuell andere Spielmodule einsetzen.

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Fehlende Bewegungsangebote

Großen Applaus gab es für die Ansage von Ulrich Heutz: „Was absolut fehlt, sind Bewegungsangebote.“ Er schlug vor, zwei Schaukeltiere zu installieren – das ginge schnell und sei bei vielen Kindern beliebt.

Das sei in der Tat mit geringem Aufwand zu realisieren, sagte Nollen. Merkte allerdings auch an, dass damit keine größere Altersspanne angesprochen würde als aktuell.

Den Vorschlag, die Spielwand durch ein Klettergerüst zu ersetzen, lehnte Nollen hingegen direkt ab: „Es ist wenig nachhaltig, diese neuen Geräte jetzt abzureißen und andere hinzustellen.“ Ergänzungen seien dagegen durchaus möglich.

Foto: Thomas Merkenich

Immer wieder beklagt wurde auch das Fehlen von Sandkasten, Schaukel und Rutsche. Nollen provozierte großen Protest unter den Zuhörenden, als er sagte, die kenne man ja aus dem Privatgarten. „Als ob jeder einen Garten hätte!“, tönte es aus der Menge.

Nollen zog sofort zurück, entschuldigte sich. Erklärte dann aber, warum diese Geräte auf dem Spielkasten nicht mehr zu finden sind: Bei großen Rutschen habe sich die DIN-Norm geändert, die Fallschutzbereiche rundherum müssten inzwischen so groß sein, dass das auf der bestehenden Fläche nicht möglich gewesen sei.

Der Sandkasten sei auf dem alten Spielplatz ohnehin immer leer gewesen, der Sand habe vor allem in den Entwässerungsrinnen gelegen und dort bei Starkregen Probleme verursacht.

Keine Inklusion

Die Mutter eines behinderten Kindes lobte die Intention, den Spielplatz inklusiv zu gestalten. Leider sei das aber nicht gelungen: „Die Kommunikationstafel hängt so hoch, dass die Kinder sie nicht benutzen können.“ Zudem seien einige Symbole unverständlich – die Erklärungen dazu könnten Kinder nicht lesen.

Foto: Thomas Merkenich

Und jetzt?

Christian Nollen entschuldigte sich bei den Eltern: „Leider haben wir nicht das Interesse der Nutzer getroffen. Das tut mir sehr leid.“

Er versprach, zunächst einmal schnelle Ergänzungen wie die Schaukeltiere zu prüfen. Für mögliche Erweiterungen des Spielplatzes müsse es aber einen neuen Planungsprozess geben, der sich bis zu vier Jahre hinziehen könne. Vor allem für die weitere Planung anderer Spielplätze nehme er die Kritik und die Anregungen aus dem Gespräch mit.

Ob das die enttäuschten Eltern besänftigt hat? Es schien eher nicht so. Allerdings ist im Rahmen der politischen Möglichkeiten auf kurze Sicht vermutlich wirklich nicht mehr möglich als kleine Ergänzungen – eine erneute Rundum-Änderung kann nicht einfach so entschieden geschweige denn finanziert werden.

Das muss man, wohl oder übel, akzeptieren. Die genannten Ergänzungen sollten aber vonseiten der Stadt so schnell wie möglich geprüft und angeschoben werden.

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Laura Geyer

ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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13 Kommentare

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  1. Mir war nicht bekannt, Herr de Lomboy, dass Sie nun politisch die Sache der Ampel vertreten und es mit Herrn Migenda halten:“Man kann nicht alles haben!“ Dass eine Umplanung, bei der es auch auf den Umfang derselben ankommt, bis zu 4 Jahren dauert, kennen Sie ja aus Ihrer Ratmitgliedschft in der CDU-dominierten Zeit. Dem Bürger ist das nicht zu vermitteln.

    1. Ich bin politisch auf keiner Seite mehr, ich sage einfach nur Meinung zur Sache Herr Havermann. Eine Umplanung ist hier überhaupt nicht die Lösung, aber eine Ergänzung, wie von Herrn Nollen vorgeschlagen macht Sinn. Hoffentlich werden dafür nicht wieder zahlreich Anträge und Diskussionen in den Ausschüssen notwendig!
      Aus meiner Ratsmitgliedschaft habe ich einiges mitgenommen, auch dass für eine Planung einer solchen Maßnahme bis zu 4 Jahre gebraucht werden.. Und das ist für mich einfach unglaublich! Als ehemals freier Architekt durfte ich erfahren, dass die öffentl. Auftraggeber immer sehr kurze Bearbeitungstermine gesetzt haben, die aber bei den Prüfungen der Bauanträge durch die ( total überlasteten) Ämter der gleichen Behörde durch unglaublich lange Bearbeitungszeiten ausgedehnt wurden.
      Da bin ich ganz bei Ihnen -solche Zeiträume sind dem Bürger keinesfalls zu vermitteln. Auch der Zeitpunkt einer Bürgerbeteiligung zu vielen Themen ist in den meisten Fällen nicht zu begreifen. Erst Planen, dann Vorstellen, dann Umplanen, dann nochmals Vorstellen, und ggfls. wieder Umplanen ist total daneben. Leider ist das hier vorliegend auch der Fall. Und leider wird diese Vorgehensweise, je nach politischem Mehrheitsverhältnis geändert. Die jeweiligen Sachverständigen werden immer von der Ratsmehrheit bestimmt und dementsprechend fallen auch die, ideologisch bestimmten Planungen aus.

  2. Hier zeigt sich wieder einmal das einige Eltern nur zum Meckern angetreten sind.

    Ich lese hier, dass es Eltern gibt, die ihre 2 jährigen Kinder unbewacht auf einem Spielplatz abgeben, um unbehindert einkaufen zu können, und sich dann darüber aufregen wenn sich ihre Kinder beim spielen verletzen, einklemmen, oder nichts mit den angebotenen Spielgeräten anfangen können und sich langweilen. Wie sieht es denn mit der Aufsichtspflicht dieser Eltern aus?

    Immerhin handelt es sich hier um einen öffentlichen, unbewachten Spielplatz mitten in einem stark frequentierten Einkaufsviertel.

    Ob ein Kind von einer 2 m hohen Rutsche, oder von den Dach eines Spielhauses runterfällt oder springt, ist erstens völlig egal, aber zweitens auch eine Sache der Erziehung im Elternhaus, aber kein Fehler der Spielplatzplaner. Es ist doch eigentlich ganz klar, dass man bei der Ausgestaltung eines Spielplatzes, der in einer Einkaufszone liegt, nicht alle Altersklassen vollständig und gleichberechtigt bedienen kann.

    Auch die Pflege spielt eine nicht unwichtige Rolle. Die allermeisten öffentlichen Spielplätze sehen ungepflegt aus. Der Sand ist mit Katzen und Hundekot verschmutzt, oder mit Unkraut durchsetzt. Anstelle selbst einmal eine Säuberungsaktion unter der Elternschaft zu organisieren, beschwert man sich bei der Stadt! Dadurch ist doch zu verstehen, dass die Stadt bei der Planung neuer Spielplätze auch auf die Pflege Rücksicht nimmt.

    Die Aussage von Herrn Nollen, dass eine Umplanung bis zu 4 Jahren dauert ist unglaublich, aber leider wahr- und muss unbedingt geändert werden. Leider gibt es auch keine Spielplatzlobby, die hier Druck macht, so wie die Radweglobby.
    Ungehörig ist auch der Umgang mit dem Sponsor, aber das Fordern ist ja inzwischen Gang und Gäbe hier in unserer Gesellschaftsform und das fängt schon bei der antiautoritären Erziehung an.

    Ich sage dann an dieser Stelle einmal: Danke Herr Nollen

    1. Sie schreiben: „Ich lese hier, dass es Eltern gibt, die ihre 2 jährigen Kinder unbewacht auf einem Spielplatz abgeben, um unbehindert einkaufen zu können [..]“.

      Sie haben falsch gelesen.

  3. Ich sehe das ganz anders .
    Herr Nollen hat einen Vortrag gehalten und hat Einwende und Fragen der interessierten Anwesenden immer wieder abgeschmettert . Seine Ausführungen und Begründungen waren so ausschweifend , daß ich den Eindruck hatte , wir sollten platt geredet werden . Und dann noch Her Linzenich , den ich als sehr agressiv empfand ……
    Aber ganz gleich , welche Erwartungen mit diesem Treffen verbunden waren, sie wurden denke ich bei Keinem erfüllt!
    Und eine “ Investition „die auf so viel Kritik stößt, damit zu rechtfertigen ,daß sie pädagogisch ausgefeilt ist , und auch noch TÜV- zertifiziert ließ mich erschaudern !
    Bei einem fruchtbar umsetzbarem „pädagogischem Konzept „kommt es vor allem auf eine Gesamtheit an (zum Beispiel auf Dinge , die man in einem Tante Emma Laden anbieten kann , Sandkuchen z.B.)
    Und wie oft TÜV- zertifiziertes schon eingestürzt ist oder dem Anspruch nicht gerecht wurde, haben wir ja auch leider oft erleben müssen .
    Mein Urteil : Dieser Spielplatz ist leider am Bederf vorbei konzipiert! Schade und Geld!

  4. Am 26. Januar 1990 wurden die Kinderrechtskonventionen von der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet und traten am 5. April 1992 in der Bundesrepublik in Kraft.

    So regelt Artikel 3 [Wohl des Kindes]
    (1) Bei allen Maßnahmen, die Kinder betreffen, gleichviel ob sie von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen Fürsorge, Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen getroffen werden, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.

    Und in Artikel 12 wird das Recht auf Beteiligung und die Berücksichtigung des Kinderwillens manifestiert:

    Die Vertragsstaaten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eigene Meinung zu bilden, das Recht zu, diese Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern, und berücksichtigen die Meinung des Kindes angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife.

    Zu diesem Zweck wird dem Kind insbesondere Gelegenheit gegeben, in allen das Kind berührenden Gerichts– oder Verwaltungsverfahren entweder unmittelbar oder durch einen Vertreter oder eine geeignete Stelle im Einklang mit den innerstaatlichen Verfahrensvorschriften gehört zu werden.

    Im SGB VIII § 8 , dem sogenannten Kinder- und Jugendhilfegesetz der BRD ist festgeschrieben:

    (1) Kinder und Jugendliche sind entsprechend ihrem Entwicklungsstand an allen sie betreffenden Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen. Sie sind in geeigneter Weise auf ihre Rechte im Verwaltungsverfahren sowie im Verfahren vor dem Familiengericht und dem Verwaltungsgericht hinzuweisen.
    Bereits beim Kindergipfel 2002 forderten die Kinder:

    – Die Kinderrechte müssen in öffentlichen Einrichtungen (z.B. Schulen und Kindergärten) sichtbar aushängen und regelmäßig mit den Kindern besprochen werden.

    – Kinder müssen an ihrem Wohnort bei Entscheidungen, die sie betreffen, miteinbezogen werden und ein Stimmrecht haben.

    2022 wurden diese Forderung, wie vorher schon so oft, erneuert: (https://www.kindersache.de/bereiche/weltkindertag/forderungen-vom-kinder-und-jugendgipfel)

    Meinungsfreiheit und Beteiligung
    Wir fordern: , dass alle Kinder mitmachen und mitbestimmen dürfen, bei allem, was sie selbst betrifft.
    von: Kastanienbaum-Kinder3c
    Vielen Kindern wird durch Erwachsene nicht zugetraut, dass sie Entscheidungen sinnvoll treffen können. Dabei ist jedes Kind doch Experte für sich und kann in überschaubaren Situationen meist einschätzen, was ihm guttut.(https://show.digital-sparks.org/room/gipfel/90645564-f38d-11ec-b5b0-f3fd25c7a978)

    Leider gibt es bei der Stadt noch keine Gremien die dies berücksichtigen oder sogar verwirklichen würden. Gibt es eine Kinderrechtsbeauftragte? Nicht dass ich wüsste! Nicht mal die Eltern werden vorab gehört bzw beteiligt. Wobei die Stadt Bergisch Gladbach auf ihrer Internetseite zum Weltkindertag 2021 auf die Kinderrechte aufmerksam macht. „Rechte der Kinder sollen gewürdigt werden“ Schön! (https://www.bergischgladbach.de/weltkindertag-2021.aspx)

    Es gibt Orte, in denen sich Kinder treffen. So wäre zum Beispiel eine Beteiligung über Kindertagesstätten oder Kindertagespflegestellen möglich gewesen. Partizipation ist in der Bindungsvereinigung NRW, dem Kinderbildungsgesetz NRW fest verankert und gefordert:

    KiBiz §16:

    (1) Die Bildungs- und Erziehungsarbeit wirkt darauf hin, Kinder zur gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe zu befähigen und damit ein demokratisches Grundverständnis zu entwickeln. Daher sollen Kinder ihrem Alter, ihrem Entwicklungsstand und ihren Bedürfnissen entsprechend bei der Gestaltung des Alltags in der Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege mitwirken. Sie sind vom pädagogischen Personal bei allen sie betreffenden Angelegenheiten alters- und entwicklungsgerecht zu beteiligen.

    (2) Zum Wohl der Kinder und zur Sicherung ihrer Rechte sind in Kindertageseinrichtungen geeignete Verfahren der Beteiligung und Mitbestimmung sowie die Möglichkeit der Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten vorzusehen und zu praktizieren. (https://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/justizportal_nrw.cgi?templateID=document&xid=9566021,17)

    Ebenso im Bundesgesetz

    „Das SGB VIII in Artikel 45 knüpft ganz konkret die Betriebserlaubnis von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe an die Gewährleistung des Wohls und der Rechte von Kindern und Jugendlichen. Diese Gewährleistung, so das Gesetz, ist u.a. dann anzunehmen, wenn „in der Einrichtung die Entwicklung, Anwendung und Überprüfung eines Konzepts zum Schutz vor Gewalt, geeignete Verfahren der Selbstvertretung und Beteiligung sowie der Möglichkeit der Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten innerhalb und außerhalb der Einrichtung gewährleistet werden“ (https://psg.nrw/partizipation/)

    Ich möchte den Verantwortlichen nahe legen, nicht immer über Kinder und Jugendliche zu sprechen und zu entscheiden sondern MIT ihnen .

    1. Willkommen in Deutschland. So machen wir hier Kinderspielplätze !!

      Ich halte diese ganze Geschichte, die in diesem Kommentar gipfelt, für symbolisch.

  5. Von mir ein großes Lob an Herrn Nollen, der sich hier der Kritik und den Anregungen offen zeigte.
    Vielen Dank auch an den Verein Wir für GL, welcher der Stadtgesellschaft und Eltern wir Kindern hier eine großzügige Spende zukommenließ.

    Ein nochmaliges Lob an Herrn Nollen für seine Geduld, welche ich beispielsweise bei einem schreienden CDU-Kreistagsmitglied nicht gewahrt hätte.

  6. L.S. (leidiges Pseudonym), nun stellen Sie sich mal vor, Sie kaufen eine Kaffeemaschine, können die aber nicht nutzen, weil der Filterbehälter fehlt, das Gerät aber ansonsten modernsten Ansprüchen genügt. Den Spielplatz „schön“ zu finden entspricht wohl nicht dem Anspruch von Eltern und Kindern. Und wie der Protest als Beweis dafür herhalten muss, „wie gut es uns geht“, entzieht sich wohl der Erkenntnis eines jeden.

  7. Dieses „Problem“ ist ein eindeutiges Zeichen dafür, wie gut es uns zu gehen scheint. Ein wunderschöner Spielplatz heizt die Gemüter derart auf? Kompliment an Herrn Nollen, dass er sich Zeit für diesen Termin genommen und der Kritik gestellt hat. Hier wurde tolle Arbeit geleistet, die mehr Anerkennung verdient hätte.

  8. Danke für den Bericht. Persönlich konnte ich nicht vor Ort sein. Es ist aber schön, dass einige Großeltern das Angebot angenommen haben. Diese sind wohl auch nicht an die üblichen Bürozeiten gebunden, denn zu diesen fand der Ortstermin ja statt.
    Es ist schön, dass neue Geräte erwogen werden.
    Bedauerlich ist alelrdings die Aussage von Christian Nollen, dass der Spielplatz für einen kurzen Aufenthalt konzipiert sei, den die Eltern zum Einkaufen nutzen könnten. Zum einen ist das ein Widerspruch in sich, weil die angesprochene Kinder-Altersstufe eine durchgehende Beaufsichtigung benötigt. Zum anderen wird der Ortskern auf das Einkaufen reduziert.

  9. Ich finde es mutig und richtig, dass man sich den enttäuschten Eltern und Grosseltern gestellt hat.
    Ich hoffe die Stadt wird auf die Veränderungvorschläge eingehen und vor allem bei zukünftigen Projekten besser kommunizieren wenn eine Bürgerbeteiligung im Vorfeld möglich ist.
    Ich kenne niemanden dem dies bewusst gewesen wäre.