Mein Mann und ich, wir besitzen ein Lastenrad, (neuerdings) ein Deutschlandticket und die Möglichkeit, ab und zu das Auto meiner Mutter auszuleihen. Wie benutzen wir diese Verkehrsmittel? Was sind die Vor-, was die Nachteile? Was braucht man als Familie hier in Bergisch Gladbach wirklich? Ein Selbsttest.

Tag 1: Nasse Haare und eine Vollsperrung

Mein Mann fährt unser Kind, wie immer, mit dem Lastenrad zur Kita. Die Sonne strahlt vom Himmel. Es ist der 20. April. Plötzlich beginnt es zu regnen. Mein Mann kehrt mit tropfnassen Haaren von der Kita zurück: „Eigentlich wollte ich die heute gar nicht waschen…“

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Ich überlege, wie wir morgen Nachmittag zur Probestunde im Eltern-Kind-Tanzen kommen: Muss ich meine Mutter ums Auto bitten? Oder arrangieren, dass ich bei meiner Freundin Antonia mitfahren kann? Die hat zwei Kindersitze. Bei der anderen Freundin, die zum Tanzen mitkommen will, geht es nicht, weil sie nur einen Sitz hat und ich unseren nicht ausbauen kann.

Oh! Die Tanzschule ist in Paffrath! Das kriege ich von Schildgen aus notfalls auch im Regen hin. Jetzt denke ich nur noch darüber nach, ob ich dort einen Parkplatz finde, wo das Lastenrad Platz hat und sicher steht.

Archivbild

Heute fahre ich mit dem Bus zur Arbeit. Ich würde gerne schreiben, dass ich das tue, weil mein Mann heute das Kind von der Kita abholen wird und dafür das Lastenrad braucht. In Wahrheit kommt mir das ganz gelegen. Ich fahre zwar inzwischen gern mit dem Lastenrad, nachdem ich einige Monate gebraucht hatte, mich daran zu gewöhnen. Aber vor längeren Strecken drücke ich mich immer noch. Warum, weiß ich gar nicht so genau.

Nun ja, auf dem Rückweg ist der Busbahnhof vollgesperrt. Ich bereue kurz meine Faulheit. Zum Glück läuft es aber vom Markt, und ich komme rechtzeitig nach Hause, um das Kind zu übernehmen, bevor mein Mann in ein Meeting muss.

Tag 2: Wo ist der Radschutzstreifen?

Tanzkurs-Tag. Ich hole das Kind mit dem Lastenrad von der Kita ab. Das Wetter ist zum Glück gut. Wir fahren bei Aldi vorbei und geben eine Retoure in die Packstation. Dann geht’s nach Paffrath.

Ich bin ein bisschen aufgeregt, über die Kempener Straße bin ich noch nie gefahren. Die Aussicht aus Bus oder Auto auf den „Radschutzstreifen“ hat mir bislang gereicht. Und die Situation ist wirklich unglaublich, immer wieder hört der Schutzstreifen einfach auf. Ich fühle mich aber trotzdem einigermaßen sicher, die Autos halten für mein Gefühl ausreichend Abstand – vielleicht hilft da das Lastenrad, weil es so breit ist.

Tatsächlich genieße ich die Fahrt sogar. Und parke einfach direkt vor der Tür der Tanzschule. Eine andere Mutter begrüßt eine Bekannte, die auch gerade ihr Rad abstellt: „Oh, du bist mit dem Fahrrad gekommen?“ – „Ja, ich wusste nicht, wie es mit Autoparkplätzen aussehen würde.“ – Jap! Das ist ein Luxus.

Busbahnhof Bergisch Gladbach zur blauen Stunde, Foto: Thomas Merkenich

Tag 3: Heute hätte ich gerne ein Auto

Wochenende. Wir fahren auf Familienbesuch nach Berlin. Samstags sehen die Busfahrpläne in Schildgen nicht so toll aus. Meine Mutter kann uns nicht zum Bahnhof fahren, das würde uns eine Menge Zeit sparen.

Dann kommt auch noch die Nachricht, dass der ICE, den wir gebucht haben, nicht in Berlin Hauptbahnhof halten wird; wir versuchen spontan, früher nach Köln zu kommen, um einen anderen Zug zu nehmen. Wir laufen zehn Minuten zur nächsten Bushaltestelle, der Bus direkt vor unserer Tür würde rechtzeitig ankommen. Allerdings dauert der Weg mit Kleinkind und Gepäck länger, und wir verpassen den Bus …

Heute hätte ich gerne ein Auto, das ich einfach an der S-Bahnhaltestelle Dellbrück im Park+Ride stehenlassen könnte.

Tag 4: Flexibilität und das Parkplatzproblem

Nehme ich das Rad oder den Bus zum Zahnarzt-Termin? Eigentlich will ich Radfahren, das Wetter ist schön, ich bin flexibler, muss mich nicht an Fahrpläne halten. Aber ich frage mich, ob ich an der Praxis parken kann. Mein Mann meint ja. Ich versuche es. Und parke einfach auf dem Bürgersteig davor. Darf ich das eigentlich?

Nachmittags hole ich mein Kind mit dem Rad von der Kita ab. Wie immer im Moment laufen wir ein Stück, nach einer Weile wird das Kind müde und will im Fahrrad sitzen. Den Rest des Weges fahren wir also – zum Supermarkt, Snacks für den Spielplatz kaufen. Dort treffen wir meine Mutter, und das Kind will mit ihr im Auto fahren. Das Auto ist angesagter als das Fahrrad, vermutlich, weil es das nicht so oft gibt.

Ich fahre also mit dem Rad hinterher und komme fast gleichzeitig mit den beiden bei meiner Mutter zu Hause an. Wir gehen zum Spielplatz in ihrer Nähe, mitten im Wohngebiet – mit dem Bus hätte das eine längere Laufstrecke bedeutet, mit dem Auto wieder die Parkplatz-Frage aufgeworfen.

In diesem Moment freue ich mich über das Fahrrad: Ich parke direkt vor dem Eingang, lasse alles bis auf unsere Snacks in der Kiste. Als es später kühl wird, hole ich schnell meine Jacke. (Das Kind besteht darauf, dass jetzt Frühling ist und man keine Jacke mehr tragen muss. Nun ja.)

Tag 5: Scheibenwischer für die Brille

Regen. Keine Lust mit dem Rad zu fahren. Klar kann man sich gegen die Nässe anziehen. Das nervt zwar, ist aber kein großes Thema. Mein eigentliches Problem ist, dass ich Brille trage. Im Regen Fahrradfahren ist mit Brille echt kein Spaß.

Jemand sollte mal Mini-Scheibenwischer für Brillen entwerfen. Auch mein Helm mit kleinem Schirm vorne dran verhindert nicht, dass ich nach wenigen Metern alles nur noch durch einen Tropfenschleier sehe. Heute hätte ich gern ein Auto!

Tag 6: Warum ich mich vor längeren Strecken drücke

Interview-Termin mit Melanie Baierl von der Kidical Mass. Ich fahre – natürlich – mit dem Lastenrad hin. Beim Café Himmel & Ääd, wo wir uns treffen, weiß ich, dass ich das Rad im Hof abstellen kann. Ich nehme, wie immer, meinen Akku mit rein. Melanie Baierl guckt erstaunt – das macht sie nie. Ist meine Angst vor Diebstahl übertrieben?

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„Wir brauchen Radwege, für die man nicht mutig sein muss“

Mit Fahrrädern und bunten Luftballons für die Verkehrswende: Am Sonntag, 7. Mai, fährt wieder die Kidical Mass durch Bergisch Gladbachs Straßen. Melanie Baierl ist eine der Organisatorinnen der Kinder-Fahrraddemo. Im Interview hat sie uns verraten, warum sie das macht, was sie sich von der Stadt wünscht – und wie man mitmachen kann.

Im Gespräch mit ihr stelle ich mir noch einige andere Fragen. Beziehungsweise finde einige Antworten auf Fragen, die ich mir gar nicht so richtig gestellt hatte. Zum Beispiel, warum ich so lange gebraucht habe, mich an das Lastenradfahren zu gewöhnen und bis heute längere Strecken vermeide. Ich fühle mich einfach total unwohl im Straßenverkehr!

Radschutzstreifen sind so schmal, dass ich mit meinem Lastenrad eigentlich ständig auf die Auto-Fahrbahn gerate. Sei es, weil ich ein Loch umfahren muss, von denen es am Rand der Straße (also da, wo ich fahren soll,) nur so wimmelt. Oder weil rechts neben mir ein Parkstreifen ist und ich lieber nicht zu nah an den geparkten Autos vorbeifahre. Keine Lust auf Dooring.

Die Altenberger-Dom-Straße verfügt über Schutzstreifen für Radfahrer, die aber zum Teil zwischen Fahrbahn und Parkstreifen liegen. Das Foto wurde in einer ruhigen Abendstunde aufgenommen, tagsüber staut sich hier oft der Verkehr. Foto: Thomas Merkenich

Der Hochbord-Radweg, den ich ins Zentrum von Schildgen hochfahre, gibt mir zwar mehr Sicherheit, da ich dort von den Autos getrennt bin. Aber: Alle paar Meter stehen hier Laternenmaste, an der Bushaltestelle ragt ein Papierkorb in den Radweg rein. Ich brauchte eine ganze Weile, bis ich mich sicher genug fühlte, in normalem Tempo an diesen Hindernissen vorbeizudüsen.

Erst kürzlich fuhr ich hinter einer Mutter mit Fahrrad-Anhänger her. Sie wich allen Laternen und dem Mülleimer aus – auf den Gehweg. Vielleicht hätte sie auf dem Radweg vorbeigepasst. Aber offensichtlich fühlte sie sich dabei, genauso wie ich lange, nicht sicher.

Auf der Altenberger-Dom-Straße, auf der Kempener Straße, vermutlich noch auf viel mehr Straßen gibt es immer wieder keine ausgezeichneten Radwege. Da fahre ich also auf der Straße. Bremse, gerade wenn es den Berg hochgeht, Autos aus. Fühle mich gestresst, wenn ich sie hinter mir herfahren höre, und trete schneller in die Pedale, als ich eigentlich möchte, um diesem Gefühl davon zu radeln.

Das alles ist nicht schön. Das alles lässt mich immer wieder die Lust aufs Radfahren verlieren, obwohl es so viele Vorteile hat, gerade für Familien.

Fazit: Es braucht eine bessere Infrastruktur

Das Lastenrad ist für meine Familie definitiv das Hauptverkehrsmittel. Als solches möchte ich es nicht mehr missen. Aber ich würde gerne sehr viel lieber damit fahren. Dafür braucht es eine um Längen bessere Infrastruktur für Fahrräder.

Bus und Bahn sind für uns eine gute Ergänzung, wenn die Strecke zu lang ist, das Wetter zu schlecht – oder ich mich einfach auf der Straße nicht wohl fühle. Wobei ich mir vorgenommen habe, noch mehr alternative Strecken zu erkunden, die nicht über die großen, schlecht ausgebauten Straßen führen.

Dass wir ohne eigenes Auto auskommen, liegt sicher daran, dass wir bei Bedarf auf das meiner Mutter zurückgreifen können. Als Alternative käme auch Carsharing in Frage – aber davon gibt es hier vor Ort viel zu wenige dezentrale Angebote.

Vermutlich würde es auch ganz ohne Auto gehen, es ist aber schon sehr komfortabel und manchmal auch wirklich wichtig. Zum Beispiel, wenn das Kind spätabends in die Notfallpraxis muss. Aber selbst dann könnte man immer noch ein Taxi nehmen.


Jetzt seid ihr dran: Wie bewegt Ihr euch mit euren Kindern durch die Stadt(-teile)? Sind die größeren Kinder alleine mit dem Rad unterwegs? Was fehlt euch? Nutzt gerne die Kommentare unten oder schreibt an die redaktion@in-gl.de.

ist freie Reporterin des Bürgerportals. Geboren 1984, aufgewachsen in Odenthal und Schildgen. Studium in Tübingen, Volontariat in Heidelberg. Nach einem Jahr als freie Korrespondentin in Rio de Janeiro glücklich zurück in Schildgen.

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  1. Ich fahre eigentlich schon seit meiner Kindheit gerne und viel mit dem Fahrrad. Früher habe ich dieses natürlich vornehmlich für den Schulweg gebraucht, da mir die ständig überfüllten Busse völlig zuwider waren. Heute benutze ich das Rad, um all die Dinge zu erledigen, die außerhalb der Arbeit noch anstehen. Da ich beruflich viel mit dem Auto unterwegs bin, lasse ich das Auto zuhause in der Regel in der Garage stehen.

    Hauptverkehrsstraßen benutze ich mit dem Rad eigentlich eher selten. Eine Zeitersparnis kann ich nicht erkennen und andere Wege abseits der Hauptverkehrsstraßen sind für mich attraktiver. Bislang konnte ich auch nicht feststellen, dass ich bei Umgehung von Hauptverkehrsstraßen irgendwelche Ziele nicht oder nur unter Inkaufnahme eines erheblichen Umwegs erreichen konnte.

    Muss ich trotzdem mal auf eine Hauptverkehrsstraße, beispielsweise auf die Altenberger-Dom-Str., so umgehe ich die oft erwähnte “Dooring-Problematik” dadurch, dass ich einfach mit ausreichendem Abstand an den parkenden Autos vorbeifahre (mache ich übrigens mit dem Auto ebenso).

    Hierbei fühle ich mich durchaus sicher und nicht gefährdet. Ich bin bislang weder zu irgendeinem Verhalten auf dem Fahrrad von Autofahrern gedrängt worden, noch fühlte ich mich bedrängt oder wurde gar in einen Unfall verwickelt. Dies mag vielleicht auch daran liegen, dass ich wie gesagt bereits seit meiner Kindheit mit dem Fahrrad unterwegs bin.

    Ein Parkplatzproblem oder aber den Drang, mich vor meiner Fahrt darüber zu erkundigen, ob und wo ich mein Rad abstellen kann, habe ich bislang nicht verspürt. Irgendwo habe ich immer einen Platz gefunden, an dem ich mein Fahrrad abstellen und abschließen konnte. Gestohlen wurde mir noch keins.

    Brenzlige oder schwierigere Situationen gibt es im Straßenverkehr natürlich immer wieder, egal mit welchem Verkehrsmittel man sich dort bewegt. Ich mache es dann so, dass ich die Geschwindigkeit, mit welcher ich unterwegs bin, anpasse. Sind Hindernisse im Weg, dann kann ich halt nicht einfach so weiterdüsen, egal ob mit Fahrrad oder Auto.

    Völlig zurecht beklagt die Autorin natürlich den Zustand der Straßen in Bergisch Gladbach. Gerade für Radfahrer ist es ein Ärgernis und auch nicht ungefährlich, ständig auf der Hut vor Schlaglöchern sein zu müssen. Autos bügeln die einfach besser weg.

    Ich habe mir daher heute auch einmal die Kempener Straße angeschaut. Zumindest in Richtung Bergisch Gladbach sowie im Bereich von Paffrath ist der dortige Fahrbahnbelag, der zum rechten Fahrbahnrand hin immer schlechter zu werden scheint, für Radfahrer eine Zumutung. Ein Grund mehr für mich, die Straße auch künftig weiterhin nach Möglichkeit zu meiden.

  2. Chapeau, Laura Geyer.
    Ein sehr informativer, milder Artikel über die unterschiedlichen Erfahrungen einer jungen Familie in einer Stadt mit suboptimalen Verkehrsbedingungen für alle Verkehrsteilnehmer. Der ganzheitliche Blick auf die Situation ist wohltuend (das wünsche ich mir auch von einigen ‚Kommentatoren‘ zu dem Artikel).

    Viele, viele Jahre ist die Verkehrspolitik in GL ohne ein Gesamtkonzept betrieben worden.

    Anregend ist ein ideenreicher Artikel im aktuellen „SPIEGEL-Online“ über die beiden (Fahrrad-)Städte Münster und Utrecht.

  3. Ich habe ja die starke Vermutung, Fahrradhelme stören beim Denken. Anders kann ich mir nicht erklären, wie so einige Radler unterwegs sind. Manche völlig angst- und schmerzfrei, pendelnt zwischen Fahrbahn, Radweg und Bürgersteig, aber immer darauf bedacht mit maximaler Geschwindigkeit am erklärten Feind, dem bösen Autofahrer, vorbeizuziehen. Andere “ergaunern” sich ihren Vorsprung, indem sie jede rote Ampel ignorieren und sich im Stau durch die kleinsten Lücken quetschen. Lackkratzer und verbogene Spiegel scheinen dabei hinnehmbare Kollateralschäden zu sein. Dann sind da noch die Nörgler, Schreier und Klingler. Die haben meistens seitlich eine Abstandskelle und einen leuchtenden Wimpel, der eher für Kinderräder gedacht ist. Neuester Trend dieser Fahrrradenthusiasten-Unterart sind Dashcams an der Lenkerstange. Damit sich deren Anschaffung auch lohnt, vergessen sie schon mal das bremsen und landen, zum Nachteil anderer, in filmenswerten Situationen. Dann gibt es noch die Gruppe der Sport- und Freizeitradler. Die trifft man vorrangig außerhalb der geschlossenen Ortschaft, meist auf der Landstraße neben dem Radweg und gerne in Gruppenformation. Die bevorzugte Geschwaderform ist natürlich “Nebeneinander”.
    Nun gut, nicht jeder Fahrradfahrer ist ein Idiot und nicht jeder Auofahrer ein Raser, aber bei jeder Fahrt beobachte ich mehr Verstöße mit dem Rad als mit dem Auto. Und das, obwohl ja bei weitem mehr Autos am Verkehr teilnehmen. Auf der anderen Seite lese ich dann welche Forderungen die Fahrradfahrer stellen und wie sie unter dem (rücksichtlosen) Verhalten der Autofahrer leiden. Ganz ehrlich, ich vermute, ohne Rücksicht und Aufmerksamkeit der Autofahrer auf “helmtragende” Fahrradfahrer, würde es noch viel häufiger krachen.

    1. 1. Idioten gibt es in allen Gruppen
      2. Wenn man schwanger ist, sieht man plötzlich viele Schwangere, eine bekannte Sache. Diesen Blick scheinen Sie auch zu haben, nur eben auf rüpelnde Radfahrer.
      Aber ich verstehe Sie, mir geht es mit den Autofahrern genauso. Nur ist ein rücksichtsloser Autofahrer ungleich gefährlicher für andere Verkehrsteilnehmer

      1. Nein, vielleicht haben Sie diesen Blick – ich eher nicht.
        Ich kann mich ja in jede Gruppe reindenken, da ich sowohl Radfahrer als auch Autofahrer und Fußgänger bin. Doch trotz aller Neutralität, gemessen an ihrer Anzahl, sehe ich bei den Radfahrern die meisten Regelverstöße.

    2. Fühlen sie sich jetzt eigentlich besser?

      Auch die Kommentar Funktion hier scheint nach bester Facebook Manier so manchem zunehmend nur noch als Motivation für das persönliche Auskotzen zu gereichen.

      Sachliche Auseinandersetzung mit den Inhalten des Artikels und den ganz persönlichen Erlebnissen der Autorin wäre wohl auch zu viel verlangt.

    3. Ich kann nicht feststellen, das einige Verkehrsteilnehmer sich verstärkt Rücksichtslos benehmen, eher scheint die Toleranz in allen Gruppen zugenommen zu haben, Unfälle hinzunehmen.
      Meine Frau war letztens bei der Fahrradfahr Prüfung meiner Tochter und Sie konnte mir von einigen Autofahrern berichten die die Vorfahrt der Fahrradfahrer missachtet haben.
      Aber auch Fußgänger überqueren stellenweise Straßen und Wege, ungeachtet der Situation, dass Sie hätten warten müssen und obwohl ein Auto ankam.

    4. Man muss doch endlich mal das Missverständnis mit den Fahrradklingeln ausräumen. Als überwiegend Fußgängerin empfinde ich es als Höflichkeit mir gegenüber, wenn Radfahrende sich bereits von weitem per Klingel bemerkbar machen, wenn sie sich nähern und an mir vorbeifahren wollen. Sonst erschrickt man sich ja manchmal zu Tode, wenn die plötzlich an einem vorbeirauschen, ohne das man sie vorher bemerkt hat. Nur die auch ansonsten ewig Nörgelnden interpretieren das Klingeln natürlich als unhöfliches “WEG DA”.
      Außerdem: die Radfahrenden, die immer öfter auch beruflich unterwegs sind, fahren natürlich schneller als die, die zum Beispiel nur spazieren fahren. Darum die Bitte, Radwege freizuhalten! Ist doch nicht so schwer oder?

    5. Bezüglich des Kommentars: “bevorzugten Geschwaderform “Nebeneinander”:

      “Die StVO-Novelle bekräftigt: Radfahrer dürfen zu zweit nebeneinander fahren – wenn sie die anderen Verkehrsteilnehmer dadurch nicht behindern. Solange genug Platz zum Überholen ist, ist keine Behinderung gegeben.”

      https://www.mybike-magazin.de/fahrrad-mobilitaet/verkehrswende/die-neue-stvo-im-detail/

      Bei einem Überholmanövers eines einzelnen Radfahrers auf der Landstraße muss ein Auto unter Einhaltung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstands zum Fahrradfahrer aufgrund der Fahrbahnbreite auf die Fahrbahn des Gegenverkehrs ausweichen. Er kann also nur überholen, wenn die Gegenfahrbahn frei ist und für ihn voll befahrbar.

      Nebeneinanderfahrende Fahrräder verhindern nicht, dass der Autofahrer überholen kann, verursachen dass der Autofahrer weiter auf die Gegenfahrbahn herüberfahren muss, verkürzen aber gleichzeitig die Strecke, die das Auto auf der Fahrbahn des Gegenverkehrs zurücklegen muss um beide zu überholen.

      Gerade die verkürzte Strecke auf der Gegenfahrbahn erleichtert das Überholen der Radfahrer und erhöht letztlich die Sicherheit des Autofahrers ….

      Sich hier abfällig über das Nebeneinander fahren zu äußern zeigt, dass hier mit wenig Verstand und wenig Kenntnis zur Thematik argumentiert wird.

    6. Bob, Sie tun mir wirklich sehr leid. Sie können gerne mal mit mir zusammen durch Schildgen mit dem Rad fahren.

  4. Ein toller Artikel, der gut und eindringlich aus der Sicht einer realen betroffenen Familie beschreibt, welche Hindernisse, aber auch welche Möglichkeiten ein (Lasten-)Rad bietet. Ich finde, die Radfahrer in Bergisch Gladbach werden immer mehr und die Verwaltung versucht, es für uns Radfahrer einfacher und sicher zu machen. Leider nicht so schnell wie ich es mir wünschte. Auch ich bin mit Rad/Bus und zu Fuß unterwegs, konnte mich aber noch nicht entschließen, das Auto aufzugeben. Deshalb Hochachtung vor der Entscheidung, ohne ein eigenes Auto zu leben.

  5. Wir nutzen auch unser Lastenrad immer mehr, wobei die Bensberger Straße für Fahrradfahrer eine Herausforderung ist. Grade mein 6 Jähriger Sohn würde gern öfters selber fahren, bei der Überkreuzung von der Bensberger Straße zur Hüttenstraße ust es aber einfach zu gefährlich. Es sind mehr als 20 Meter und es passieren regelmäßig Unfälle dort. Selbst als Fußgänger muss man dort extrem auf der Hut sein, da dort auch viele LKW kreuzen. Auf dem Stück bis zur nächsten Ampel wohnen über 10 Kinder und 14 Jahren und es hinterlässt bei dieser Kreuzung einfach kein sicheres Gefühl. In Heidkamp Zentrum stehen dann oft die Mülltonnen auf dem schmalen Radweg und es bleibt nur noch ein Ausweichen auf die Straße – ein Unding für Kinder und bei dem Verkehr. Insgesamt würden wir viel öfters das Rad nutzen, wenn die Wege sicherer gestaltet wären.

  6. In vielen Dingen muss ich Ihnen recht geben, Frau Geyer, wobei ich trotzdem frage, warum Sie alles NUR aus der Sicht von Lastenradnutzern sehen, nehmen doch 3 Gruppen am Verkehr teil: Der motorisierte Individualverkehr (MIV), die Radfahrer und die Fußgänger. Die fast 100 Jahre Vorherrschaft des Autos ist zu beenden, keine Frage, sollte aber nicht in die Vorherrschaft einer anderen Gruppe im Verkehr münden, und sicher auch nicht in wenigen Jahren. GL war nie eine Fahrradstadt, wie hier Münster und die Städte in Holland angeführt werden. Ihrer Idealvorstellung einer fahrradfreundlichen, wohl eher fahrradbeherrschenden Stadt folgend müssten an vielen Straßen ganze Häuserzeilen weichen, damit die Straßen einen auch für Sie ausreichenden Radstreifen aufnehmen können. Welche Blüten die schwachen Versuche der Stadt treiben, den Radfahrern entgegenzukommen, zeigt das Versagen auf der Laurentiusstraße und der unteren Hauptstraße, wo Radfahrer neben einem schon lange existierenden Radweg zwangsweise auf die Straße geleitet werden; und das auch noch mit einem Schild, das man nirgendwo sonst gesehen hat.

    Die Lastenräder mögen manchmal ein guter Ersatz sein fürs Auto, Ihren Weg aber zur Vermeidung von Abgas-Emissionen werden nur Wenige gehen können. Alter, körperliches Vermögen, Topografie und familiäre Umstände dürften im Vergleich zum MIV für eine weite Überzahl der Verkehrsteilnehmer noch immer Hindernisse darstellen. Hinzu kommen leider Ignoranten aus den Reihen der Lasten- und sonstigen Fahrradfahrer, die keine roten Ampeln kennen, rücksichtslos Bürgersteige befahren und die Bedeutung von “Zebrastreifen” missachten, indem sie auf dem Rad über selbige fahren. Der Gipfel für mich war eine Lastenradfahrerin auf der Kölner Straße in Bensberg, die, auf der Straße fahrend, meine Aufforderung, doch den Radweg zu nutzen, antwortet: “Ich brauche das nicht, ich kann überall fahren.” Sicher ein Einzelfall, aber inzwischen wohl symptomatisch für die allgemeine Einstellung von Radfahrern: “Jetzt sind wir dran!”

    1. Bei Ihren Beiträgen kann man sich sein, dass gewisse Keywords immer vorkommen. Schwierig!

    2. siehe “www.bussgeldkatalog.org”
      FAQ: Fahrradfahrer am Zebrastreifen
      Darf man mit dem Fahrrad über den Zebrastreifen fahren?
      Ja, allerdings haben Sie dann keinen Vorrang gegenüber dem querenden Verkehr auf der Fahrbahn und müssen diesen gegebenenfalls vorbeilassen. Möchten Sie das Vorrecht für Fußgänger in Anspruch nehmen, müssen Sie als Radfahrer am Zebrastreifen absteigen und Ihr Fahrrad schieben.

      Was gilt, wenn der Zebrastreifen einen Radweg kreuzt
      Auch in diesem Fall haben Fußgänger auf dem Zebrastreifen Vorrang. Fahrradfahrer auf dem Radweg dürfen sich dem Zebrastreifen nur mit mäßiger Geschwindigkeit nähern und müssen notfalls warten, bis die Fußgänger ihn überquert haben. Erst dann dürfen die Radfahrer weiterfahren.

      Zieht das Fahren mit dem Fahrrad über den Zebrastreifen ein Bußgeld nach sich?
      Ja, wenn Sie dabei vorschriftswidrig das Vorrecht für Fußgänger beansprucht und den querenden Verkehr auf der Fahrbahn behindert haben. Dies kann Ihnen ein Verwarnungsgeld von 20 Euro einbringen.

      1. Danke, Rita, für die Richtigstellung. Daran sieht man, dass die “Ignoranten” oft auf Seiten der Autofahrer sind, die nicht einmal die Verkehrsregeln richtig kennen, aber über Radfahrer richten wollen.

    3. Das Radfahrer-Bashing kommt bei manchem wohl nie aus der Mode. Man braucht wohl dringend einen Sündenbock. Für alles, was auf unseren Straßen so nicht läuft. Und im eigenen Leben vielleicht auch. Zur Ablenkung. Immer diese depperten Radfahrer. Was sind das für Trottel. Vielleicht kann man mit Hilfe dieses Zitats die Welt auch einmal etwas anders sehen: „Der Fahrradtrottel ist kein Trottel, weil er Rad fährt – sondern weil er ein Trottel ist. Er ist es auch dann, wenn er nicht Rad, sondern Auto fährt oder ganz etwas anderes tut. Die Tatsache, dass das Fahrrad auch von Trotteln benutzt wird, macht es noch nicht zu einem schlechten.”

  7. Liebe Radlerin, ich kann mich gut in deine Lage versetzen.

    Radfahren ist hier wirklich eine Herausforderung, nicht nur plötzlich endende Radwege, zu umfahrende Bäume und Bushaltestellen, Schlaglöcher in den Strassen (beim bergab fahren besonders lustig) , unklare Situationen, wo man denn nun als Radfahrer fahren darf …. und dann fahre ich nur mit einem normalen Rad. Da muss noch viel passieren. Ich frage mich manchmal wie Städte wie Münster das so gut hinbekommen haben.

    Kleiner Tipp für die Regenfahrten als Brillenträger. Ich bin 15 Jahre lang ausser bei Kälte und Sturm mit dem Rad in Den Haag zur Arbeit gefahren. Mir hat so eine Sonnenschutz mit Klemmbügeln unter der Kapuze gut geholfen.
    Weiterhin viel Durchhaltevermögen und liebe Grüsse, Gudrun Monier

  8. Wir fahren viel mit Rad/EBike oder auch mal Bus oder kurze Strecken (bus 1,5 km) zu Fuß. Wir kommen ursprünglich aus Köln und wünschen uns was Akzeptanz und Infrastruktur für Rad/Fußwege angeht manchmal dorthin zurück. Wir leben seit 2017 hier in GL und gefühlt ist hier nichts passiert. Die Buddestr. muss ich täglich passieren und es geht dort ohne Stress nie. Entweder steht man an der Ampel in den Abgasen oder man schummelt sich vorbei über den Radweg nach vorne. Ohne EBike würde man am Anstieg einen großen Rückstau verursachen.
    GL ist eine der krassesten Autostädte die ich kenne. Nirgendwo wird man so oft übersehen, angeschriehen oder auf die Seite gedrängt. Für uns die wir alle gerne Radfahren ist das ein dickes Minus auf einer Wohlfühlskala.

  9. Danke für den Beitrag. Wir wohnen oben auf dem Berg in Sand und kommen ohne E Bike Motor gar nicht von a nach b. Unter in Gladbach ist es gar kein Spaß, mit dem Rad zu fahren. Meine 6 Jährige würde total gerne immer selbst Rad fahren, aber tatsächlich muss ich ihr das in den meisten Fällen verbieten, was total traurig ist. Aber es fehlen einfach an zu vielen Stellen Radwege.