Bergisch Gladbach ist Deutschlands einzige Großstadt, die keine IC-Anschluss hat und nper Bahn ur über eine einspurige S-Bahn-Trasse zu erreichen ist. Foto: Thomas Merkenich

Beim Versuch, die steigenden Defizite in den Griff zu bekommen, spart die Bundesregierung auch bei Verkehrsprojekten der Bahn. Das könnte auch das zweite Gleis der S 11 gefährden, warnte go.Rheinland-Chef Norbert Reinkober den Bergisch Gladbacher Verkehrsausschuss. Politik und Verwaltung greifen das Signal auf und wollen offene Fragen und Beschlüsse innerhalb weniger Wochen unter Dach und Fach bringen.

Wer die Sitzung des Verkehrsausschusses am Dienstagabend besuchte, wurde kurz nach der Eröffnung vor die Tür gesetzt: Rund 40 Minuten lang informierte Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland, den Ausschuss über die aktuelle Lage beim Ausbau der S 11 um ein zweites Gleis. Die Informationen waren offenbar so brisant, dass Reinkober um Ausschluss der Öffentlichkeit gebeten (und erhalten) hatte.

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Am Mittwoch sickerte durch, was besprochen worden ist. Nach Informationen des Bürgerportals wies Reinkober auf die bekannten Haushaltsnöte des Bundes hin. Die Sparbemühungen gingen soweit, dass auch dringend benötigte Projekte zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs bedroht seien.

Konkret: Die Deutsche Bahn wolle Maßnahmen zurückstellen, deren Umsetzung nicht reibungslos läuft. Zum Beispiel die Erweiterung der S 11 um ein zweites Gleis in Bergisch Gladbach.

Die wird zwar schon seit 2016 geplant, das aufwendige Verfahren mit zahlreichen Bürgerbeteiligungen kommt aber nur langsam voran. Drei Planfeststellungsverfahren für die Strecke von Bergisch Gladbach bis zum Kölner Hauptbahnhof sind gestartet, zwei weitere stehen noch aus.

Hintergrund: Mehr Infos bei der Bahn

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Der zuständige Beigeordnete Ragnar Migenda betont im Gespräch mit dem Bürgerportal jedoch, dass die Stadt in den vergangenen Monaten alles getan habe, um das Projekt voran zu treiben. Jetzt gelte es vor allem, diese hohe Schlagzahl beizubehalten und wichtige offene Punkte zu lösen.

Hinweis der Redaktion: Wir protestieren regelmäßig, wenn die Öffentlichkeit und damit auch die Journalisten ohne Not von Tagesordnungspunkten mit großem öffentlichen Interesse ausgeschlossen werden. Denn so bleibt uns nur eine Einschätzung auf Basis der Aussagen von Teilnehmern der Sitzung, die oft von parteipolitischen Interessen geprägt sind; eine klare eigene Beurteilung ist so nicht möglich. Daher ist auch dieser Text nur eine Annäherung an die Sachlage.

Reinkober drängt zur Eile

Stadt Bergisch Gladbach (Rat und Verwaltung) müsse jetzt schnell alle notwendigen Maßnahmen beraten und auch beschließen, drängte Reinkober im Ausschuss nach Angaben von Teilnehmern. Und nicht nur das – auch die Abstimmung mit der Deutschen Bahn als Bauherrin müsse nun Ergebnisse zeigen.

Bislang taktieren beide Seiten in einigen der wichtigsten Punke, denn die Bahn bezahlt zwar alle Ausgaben, die durch das 2. Gleis notwendig werden – wie etwa den Ausbau der Brücken. Sonderwünsche der Stadt muss die Stadt dagegen selbst finanzieren, wobei die Grenzen fließend sind. Zudem beansprucht die Bahn während der Bauzeit große Flächen am Bahnhof, die in dieser Zeit nicht entwickelt werden können – und benötigt dauerhaft weitere große Flächen für die Abstellung der S-Bahnen.

Der Knackpunkt: Übergang Tannenbergstraße

Der wohl größte offene Punkt ist der Übergang Tannenstraße, der bei 5-Minuten-Takt für den Autoverkehr geschlossen werden muss. Eine Basis-Alternative, zum Beispiel in Form einer Unterführung, muss die Bahn zahlen, Extrawünsche gehen zu Lasten der Stadt.

Hier lagen Bahn und Stadt zuletzt noch weit auseinander, jetzt gibt es offenbar einen neuen Vorschlag: eine Brücke, die etwas weiter in Richtung Köln, zwischen Tannenberg- und Buchholzstraße gebaut werden könnte.

Sondersitzung des Verkehrsausschusses

Wie ein solches Projekt innerhalb weniger Wochen entworfen und dann auch noch ausgehandelt werden kann, ist offen. Genau das hat sich der Verkehrsausschuss jedoch vorgenommen: Bis zu seiner nächsten Sitzung am 10. Oktober soll die Verwaltung alle Punkte so weit bearbeitet haben, dass die Beschlüsse gefasst werden können.

Zur Vorbereitung soll sich der Verkehrsausschuss am 1. Oktober vor der Ratssitzung zu einer Sondersitzung treffen.

Auch die Bahn, so die Information Reinkobers, habe sich auf dieses neue Tempo verpflichtet, um bis Jahresende alle Vorbereitungen abgeschlossen und alle offenen Punkte entscheidungsreif zu haben.

Grüne und SPD sehen auch Vorteile

Im Verkehrsausschuss sorgte der Bericht zwar für Unruhe, dennoch sieht man den S 11-Ausbau insgesamt offenbar nicht in Gefahr.

Andreas Ebert, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, sagte auf Anfrage, die Gefahr könne gebannt werden. Der Druck, der jetzt aufgebaut werde, sei sogar hilfreich: „Wir müssen jetzt zu Potte kommen und eine Lösung festlegen.“ Eigentlich (mindestens) drei Lösungen. Denn Ebert benennt drei Probleme, die jetzt entschieden werden müssen:

  • statt des Bahnübergang Tannenbergstraße werden neue Optionen für KFZ- und Rad-/Fußverkehr benötigt, in Form eines Tunnels oder einer Brücke),
  • für das Abstellen der S-Bahnen muss die Stadt eigene Grundstücke zur Verfügung stellen und sich mit der Bahn über die Kosten einigen,
  • für einen möglichen Cargo-Hub soll eine Gleistrasse frei gehalten werden.

Auch Jonathan Ufer (Grüne), ist optimistisch, dass eine gute Lösung für den Auto- und LKW-Verkehr nach Schließung des Bahnübergangs Tannenbergstraße gefunden wird. Modernisierung und Ausbau des Schienennetzes seien dringend erforderlich, um den Wohlstand zu erhalten und die Verkehrswende voranzutreiben. Allerdings seien die dafür notwendigen Investitionen über Jahrzehnte verschleppt worden und würden auch „durch Sparvorgaben auf Bundesebene massiv erschwert.

Lutz Schade (CDU) lehnte eine Stellungnahme ab; die Sitzung habe aus gutem Grund in nichtöffentlicher Sitzung stattgefunden.

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Version hieß es, go.Rheinland habe bislang nicht reagiert. Tatsächlich war unsere Anfrage aber aufgrund eines Fehlers von uns bei dem Unternehmen nicht eingegangen, die offenen Fragen werden geklärt.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. In der Personalabteilung des Unternehmens in dem ich arbeite, ist man aktuell sehr besorgt. Fachlich hoch qualifizierte Mitarbeitende, die aus Köln nach GL pendeln, sind anfällig für Abwerbeversuche anderer Unternehmen. Sie müssen zu viel (Lebens-) zeit für die Fahrten zur Arbeit mit der S 11 einplanen und sind genervt davon.
    Umgekehrt leiden darunter auch Kölner Unternehmen. Ein Zuzug der häufig erwähnten Familien von “Leistungsträgern” nach GL wird durch die schlechte ÖPNV-Anbindung unterbunden.
    Die Wirtschaftsförderung von GL und Köln müssten zusammen Druck machen in der Politik und bei der Bahn. Passiert das?

    1. Heute ist mal wieder ein Paradebeispiel… Mehrere Bahnen fallen aus, man kämpft sich irgendwie mit Bus und zu Fuß von Nippes zum Hbf durch… Dann fährt irgendwann endlich eine S11… und endet in Mülheim Nächste Bahn kommt laut Anzeige in 40 Minuten. Also ein KVB Rad suchen… keins funktioniert. Während dessen verpasst man plötzlich eine S11, die unangekundigt vorbei kommt…
      Und so weiter und so fort… Nach 3 Stunden immer noch nicht in Gladbach, hätte man das gewusst, hätte man Fahrrad fahren können. Oder über Bensberg. Aber weiß man ja nie, weil die Informationen immer nur häppchenweise fließen…

  2. Ich verstehe die Bräsigkeit der Politik nicht. Es sind die Pendler, die Geld in die Stadt bringen. Aber mit dem Auto ist der nächste Autobahnanschluss weit weg und man steht zu Stoßzeiten im Stau. Und die S11 ist mittlerweile eine solche Zumutung geworden, dass sie für Pendler eigentlich gar nicht mehr sinnvoll nutzbar ist. Im Grunde ist Bergisch Gladbach mittlerweile eine sehr schlechte Wahl, wenn man beruflich in Köln arbeitet. Wie will man so zahlungskräftige Bürger in die Stadt holen und hier halten?

    Es muss eigentlich höchste Priorität haben, schnellstmöglich wieder einen stabilen und zuverlässigen S-Bahnbetrieb zu bekommen. Stattdessen schieben sich die Verantwortlichen gegenseitig die Schuld zu und es passiert nichts.

    (Alleine jetzt, wo ich diesen Kommentar schreibe, ist wieder “Ersatzverkehr” angesagt und kaum eine S-Bahn fährt.)

    1. Sie haben vollkommen recht, allerdings betrifft das nur einen Teil der Stadt. In Bensberg, wo man in den 50ern der Bitte der KVB nachgekommen ist, sich an den Kosten der Verkehrsanbindung zu beteiligen, zahlt sich das bis heute aus. Bergisch Gladbach wollte das seinerzeit nicht, die Straßenbahnverbindung wurde gekappt und die Nachwehen sind bis heute spürbar. Ein trauriges Beispiel dafür, dass kurzsichtige Fehlentscheidungen der Verwaltung noch nach Jahrzehnten Folgen haben können.

      1. Ich kann mich noch daran erinnern, wie in der heutigen Fußgängerzone Straßenbahnschienen lagen. Außerdem war schon immer Platz für ein zweites S-Bahn-Gleis, und in Duckterath kann man sogar die Fragmente eines angedachten zweiten Bahnsteigs erkennen. Einem Gerücht nach verhinderte damals die Händlergemeinschaft den Ausbau, damit die Gladbacher nicht nach Köln fahren und dort das Geld ausgeben. Ja, es war sehr kurzsichtig. Heute bricht die mangelhafte und für eine Großstadt völlig unzureichende Nahverkehranbindung der Stadt das Genick.

        Ich verbrachte praktisch mein ganzes Leben in Bergisch Gladbach und fühle mich eigentlich auch wohl hier. Aber das Pendeln nach Köln ist mittlerweile eine Qual und enorme Zeitverschwendung. Ich persönlich habe aufgegeben, noch an eine Verbesserung oder das zweite Gleis zu glauben. Mich halten nur noch familiäre Gründe auf absehbare Zeit hier fest.

  3. Das klingt nicht gut und ich bin gespannt, ob sich die Pläne realisieren lassen. Ich kann mich gar nicht erinnern, seit wie vielen Jahren über das 2. Gleis schon gesprochen wird. Für viele Pendler wäre es eine wirkliche Erleichterung, wenn es eine Taktverkürzung und Stabilität im Fahrtakt geben würde, so hoffe ich, dass die notwendigen Entscheidungen zeitnah getroffen werden können und der Ausbau irgendwann beginnen kann.

  4. Wenn man von Bottrop, Remscheid, Trier, Mülheim (Ruhr), Ludwigshafen, Offenbach, Salzgitter und Leverkusen absieht, ist Bergisch Gladbach tatsächlich die einzige deutsche Großstadt ohne IC/ICE-Verkehr.

    1. Da haben Sie nur zum Teil Recht.
      Bergisch Gladbach ist die einzige deutsche Stadt über 100 000 Einwohnern, vllt. Sogar über 50 000 EW , ohne ICE-, IC-, RE – und zweigleisigen S -Bahn Anschluss.
      Also somit die am schlechtesten angebundene Großstadt Deutschlands.

    2. 1. Topographie
      Bergisch Gladbach liegt im bergischen Hügelland, was bauliche Infrastrukturmaßnahmen (v.a. Schienenbau) deutlich erschwert.

      Vergleichbare Städte über 100.000 Einwohner wie z.B. Würzburg oder Kassel haben auch schwierige Topographien, aber dort wurde historisch massiv in Fernverkehrsnetze investiert, was in Bergisch Gladbach nicht der Fall war.

      2. Lage
      Bergisch Gladbach liegt sehr nah an Köln, einem der wichtigsten Bahn-Hubs Deutschlands.

      Die Nähe zu Köln Hbf (IC-/ICE-Knoten) reduziert aus Bahnplanungssicht den Bedarf, Bergisch Gladbach selbst an Fernverkehr (IC/ICE) anzubinden.
      => Bahnstrategisch gilt: kurze Fahrzeiten zu bestehenden Hubs mindern die Rechtfertigung für eigene Fernverkehrshalte.

      Zum Vergleich:

      Städte wie Potsdam (bei Berlin) oder Fürth (bei Nürnberg) haben trotz Größe auch keinen eigenen Fernverkehr, weil sie an Metropolen “angeklebt” sind.

      3. Zersiedelung
      Bergisch Gladbach ist stark zersiedelt, besteht aus vielen Ortsteilen mit wenig urbanem Zentrum.

      Vergleichbare Städte (z.B. Hagen, Mönchengladbach) haben eine kompaktere Stadtstruktur oder historisch bedeutendere Eisenbahnknoten entwickelt.

      Folge: Die Nachfrage nach Fernverkehr aus einem zersiedelten Raum verteilt sich schwächer und ist schwerer zu bündeln – schlecht für den Fernverkehr, der hohe Fahrgastzahlen auf wenigen Halten braucht.

      Fazit
      Bergisch Gladbach wäre ein absoluter Sonderfall für einen IC-/ICE-Halt.

      Aus Perspektive der Deutschen Bahn ist es rational, auf Köln (und ggf. Köln Messe/Deutz) zu verweisen, statt Gladbach direkt anzubinden.

      Andere Städte über 100.000 Einwohner sind – falls sie IC-/ICE-Halte haben – meist besser strukturell geeignet oder historisch besser eingebunden.

      1. Ist auch völlig legitim… aber die Anbindung an Deutz und Hbf müsste einfach besser sein. Und da sind wir hier wieder beim Thema ;-)
        Ich glaube nen ICE wird hier auch keiner ernsthaft fordern.
        Wobei ein RE, der bis BGL durchfahren würde, ggf. nice to have wäre, wenn die Strecke es denn zulassen würde.

      2. Eine KVB Linie über den Bahndamm wäre noch effektiver und bestimmt schneller fertig.

      3. Da GL eine “Sackgasse” ist, wäre bestenfalls ein Regionalzug denkbar.
        Angenommen, eine RE- oder RB-Linie würde 1x pro Stunde statt in Deutz schon in Bergisch Gladbach beginnen – welchen Unterschied würde das machen? Ehrlich gesagt: keinen. Denn die allerwenigsten Bahnreisenden wollen in Köln in genau diesen Zug umsteigen.

        Eine Straßenbahn auf dem Bahndamm ist tatsächlich das Einfachste und Naheliegendste. Wo sonst gibt es den Luxus, dass eine Trasse schon komplett vorhanden und frei ist, inklusive (noch nutzbarer?) Brücken? Diese ‘Linie 2’ würde nicht nur Gronau und Lückerath an Köln anschließen, sondern auch eine schnelle, verlässliche Verbindung von GL-Stadtmitte nach Refrath bieten. Zur Erinnerung: Refrather Weg/ Dolmanstraße haben den höchsten Anteil von *innerstädtischem* Verkehr im Stadtgebiet (ca. 40% iirc).

        Natürlich ist das kein Ersatz für einen zweigleisigen Ausbau der S-Bahn – der muss so schnell wie irgend möglich kommen, damit die Bahnen endlich zuverlässig(er) fahren können!
        (Ob eine Verlängerung der 3/18 ins Zanders-Gelände sinnvoll ist, da bin ich unsicher. Einerseits sollte jede Möglichkeit zum Ausbau des SPNV genutzt werden – andererseits wäre es schon arg parallel zur S-Bahn. Stattdessen nach Heidkamp?)

      4. Mir geht es mit diesem Vergleich darum zu zeigen, welchen Stand die Verkehrsplanung in BGL hat. Mir geht es weder um ICE /IC -, noch nicht mal um RE oder RB -Verbindungen. Es geht um ein nicht funktionierendes S Bahn System , nicht alle 5-nicht alle 10, nein nur alle 20 Minuten. Das könnte man in einer topographisch anspruchsvollen, zersiedelten 100 000 Ew Stadt erwarten, zumal auch das Bussystem keine Alternative bietet. Auf Vorschläge (Schnellbus nach Thielenbruch) , Ausweichgleise in Duckterrath etc. reagiert die Stadt, ihre Parteien mit ” …wenn wir irgendwann den grossen Wurf haben , wird alles gut- bis dahin machen wir erstmal nix” von CDU bis Grün. Alles ist die Situation egal. Die KVB interessiert es nicht und die Wupsi fährt ihre Busse. Wann kommt also die “schnelle , kleine ” Lösung für den geplagten Pendler? Ihre Ausführungen in Ehren, aber das hilft nicht für die Lösung der Probleme. Eine schnelle Teillösung muss her, bis Dellbrück, Thielenbruch, Brück oder Merheim, ab dort kann man sich selber helfen.

      5. Im übrigen ist Fürth alle 2-10 min an den Nürnberger Hbf angebunden, also etwa 10x die Stunde.
        Potsdam ist IC Halt und mit RE RB SBahn und IC etwa 6x die Stunde an den Berliner Hbf angebunden.
        Bergisch Gladbach , wenn überhaupt 2-3x , unregelmäßig und ohne Alternative. Also ist Ihr Vergleich falsch und von Unwissenheit geprägt.

  5. Und auf geht’s in die nächste Runde…

    Der 10-Minuten-Takt ist nicht möglich, solange es am Hauptbahnhof kein zusätzliches Gleis gibt. Man könnte aber den Betrieb bereits mit einem zweiten Bahnsteig in Bergisch Gladbach stabilisieren, weil sich dann mit dem Einsatz von lediglich eines weiteren Zuges die Wendezeit von 5 auf 25 Minuten erhöhen lassen würde. Dann würden die stetigen Kurzwenden in Dellbrück entfallen.

    Es ist mir weiterhin unverständlich, weshalb diese Lösung nicht in Betracht gezogen wird. Sie würde sich in sehr kurzer Frist und mit überschaubaren Kosten umsetzen lassen.

  6. Lange Phasen der Planung, Suchen nach Mehrheiten, Verschleppen von Möglichkeiten, Verschlafen von Terminen kennzeichnet die Planungen aller Beteiligten für das 2. Gleises für die S11. Nun geht auch noch Berlin im Sparzwang wegen allen möglichen, nicht immer notwendigen Ausgaben an Töpfe, die auch für die Bahn gedacht waren. Die aber soll erhebliche Kosten für das 2.Gleis tragen. Das ganze leidige Thema Tannenbergstraße geht damit in die nächste Runde, womöglich ins Aus.

    Ebenso wie die Entlastung Bergisch Gladbachs über den alten Bahndamm und weiter über Kölner Str. oder Bärbroicherstr. mit Abriss von lebendigen Geschäften und Firmen und “Ertüchtigung” er Kölner Str. von einschlägig interessierten Leuten als unerlässig bezeichnet, müsste die Tannenbergstr. längst anderen Plänen gewischen oder einem machbaren Plan zugeführt worden sein. Doch hier wie an vielen anderen Stellen versagt die Stadt. Dafür werden manpower und Geld in Vorhaben zugunsten von Radfahrern festeckt, was in keinem Verhältnis zu den Dringlichkeiten an anderen Stellen steht.

    1. Während der Pandemie sind viele Bahnfahrer wieder auf das Auto umgestiegen und bleiben auch dabei, weil inzwischen das Fahren mit der S11 häufig einem Glücksspiel gleicht. Als unregelmäßiger Bahnfahrer erlebe ich bei fast jeder Fahrt, dass mindestens eine Bahn nach Köln ausfällt, bei der Rückfahrt in Dellbrück oder auch in Mülheim endet. Kein Arbeitnehmer möchte wegen der ausgefallenen Bahn zu spät zur Arbeit oder später nach Hause kommen und dafür den Genuss dem Herumstehens am Bahnhof haben. Bei weiteren Fahrten, in denen man auf Umstiege angewiesen ist, fährt man inzwischen besser schon mindestens zwei Bahnen früher – und auch das reicht nicht immer. Ob da ein 2. Bahngleis wirklich eine Verbesserung bringen wird?

    2. Auch nach mehrmaligem Lesen ihres Beitrages, fällt es mir schwer ihre eigentliche Aussage zu erkennen. Das Einzige, was ich zwischen den Zeilen lese, ist – das wichtigste ist das Auto – und dem hat sich alles unterzuordnen.
      Bei diesem Thema dann den Bogen zu den minimalistischen Vorhaben zugunsten von Radfahrern zu spannen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Dies ist insbesondere traurig, da Bergisch Gladbach in den letzten Jahren Schlusslicht beim ADFC-Fahrradklima-Test ist und bleiben wird. Wir brauchen in Bergisch Gladbach eine bessere Bahnanbindung und dazu bessere Bedingungen für Radfahrer. Würde diese Dinge umgesetzt, hätten sie auch langfristig mehr Platz für ihr Auto.

  7. Da hat die Bahn der Stadt wohl gesagt: Schluß mit der Wunschliste. wir wollen bauen.
    Wenn man nur 50EUR im Monat für ein Deutschlandweites Ticket bezahlen muß, ist es wohl nicht zu erwarten, dass das Bahnnetz mit allen Wünschen ausgebaut wird.

    Mal im ernst: die Bahn ist nur noch halb so voll wie vor der Pandemie.
    Eine Verdoppelung der Züge ist eigentlich nicht erklärbar.
    Bei Verspätungen der Bahn werden die Züge auf allen Strecken nicht zum Ende gefahren, sondern vorher gedreht. Das wird auch bei Zweigleisigkeit nicht anders sein.
    Mit genug Personal wäre die Pünktlichkeitsfrage geklärt.
    In anderen Ländern gibt es einfach mehr Puffer im Zeitplan und es funktioniert.

    1. In anderen Ländern, z. B. in Spanien, halten die Züge mitten im Nirgendwo und bleiben zwei Stunden lang ohne Erklärung im Dunkeln stehen. Auch haben die Züge nicht die Möglichkeit, die Hauptbahnhöfe ohne Erklärung zu erreichen. Hier zumindest gibt es ständig Ausreden, die aus dem Hut eines unprofessionellen Zauberers zu kommen scheinen, der nur wenige Möglichkeiten zur Auswahl hat. Ich nehme also an, Sie beziehen sich auf Länder, die vielleicht nicht so eine große Bandbreite an Zügen haben wie die Deutsche Bahn, wie in den Niederlanden, wo die Züge offensichtlich pünktlicher sind, weil das Schienennetz dort bekanntermaßen kleiner ist.

      Ich bin mir sicher die Bahn ist nicht so „halb voll“, wie sie es vor der Pandemie war, zumal Bergisch Gladbach Pläne für neue Wohnungen und Infrastruktur hat.
      Trotzdem kann man an Ihrem Kommentar erkennen, ob Sie wirklich ein regelmäßiger Zugbenutzer sind oder nicht.

      Und obwohl ich in mehreren deutschen Städten gelebt habe, ist es das erste Mal, dass ich einen Zug sehe, der nicht nur alle seine Fahrgäste an einem bestimmten Bahnhof zurücklässt, ohne dass sie ihr Ziel erreichen können, sondern der seine eigentliche Fahrt nicht beendet, sobald er taktisch um mehr als 15 Minuten verspätet ist.
      Denn wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, um beispielsweise seine Kinder abzuholen oder einen Angehörigen ins Krankenhaus zu begleiten/besuchen/abholen, erwartet man, dass sie so vielversprechend und zuverlässig sind, wie sie zu sein vorgeben.

  8. Wurde in den letzten Jahren mal geprüft, ob nicht eine Verlängerung der Straßenbahn von Thielenbruch bis Zanders eine machbare Option wäre? Der Vorteil für Gladbach wäre sicher, dass durch die Streckenführung der Straßenbahn auch andere Gebiete Gladbachs durch ein öffentliches Verkehrsmittel an Köln angeschlossen wäre sowie die Umbauten Tannenbergstraße und Bahnhof entfielen. Wahrscheinlich wäre auch die Straßenbahn einfacher und schneller zu realisieren als das 2. Gleis. Der häufige Ausfall der S11 zeigt doch, dass die Bahnstrecken um Köln auch heute schon total überlastet sind.
    Die Kosten würden dann nicht bei der Bahn, sondern der KVB entstehen. Ist an der KVB nicht sogar Gladbach beteiligt?

  9. Warum 2. Gleis? Die S-Bahn fällt so häufig aus, dass es eigentlich keines Gleises (mehr) bedarf, weil wohl viele Bahnpendler es leid sind, immer die gleiche Entschuldigung beim Arbeitgeber in Köln anzubringen: zu spät, weil S-Bahn kam nicht, hatte 10 min Verspätung….

  10. Das zweite Gleis zwischen Köln-Dellbrück und Bergisch Gladbach dem Sparkurs zu opfern wäre ein verheerendes Signal. Dieses Gleis ist auch ohne den weiteren Bau der zusätzlichen Bahnsteige für die S-Bahn in Köln Messe/Deutz und Köln Hbf dringend notwendig, um den Betrieb auf der S 11 zu stabilisieren.