Im Stück „Die Innenseite des Glücks“ hatte Heinz-D. Haun die Geschichte seiner Eltern aufgearbeitet. Foto: Haun

Sehr viel Resonanz hat der Theatermacher Heinz-D. Haun mit dem Stück „Die Innenseite des Glücks” erhalten – das die Geschichte seiner Eltern während des zweiten Weltkriegs nachvollzieht. Eine Erinnerungsarbeit, die offenbar viele ältere Menschen umtreibt. Daher bietet Haun jetzt im THEAS Theater einen Workshop zum Umgang mit dieser Art von Familiengeschichten an.

Bücher über Erlebnisse und Erfahrungen der eigenen Vorfahren während des zweiten Weltkrieges füllen ganze Regalfächer in den Buchläden: Wibke Bruhns hat schon 2005 Nachforschungen über die Kriegsverwicklungen ihres Vaters veröffentlicht (“Meines Vaters Land”), Jürgen Wiebicke (“Sieben Heringe”) und Reinhold Beckmann (“Aenne und ihre Brüder”) beschrieben in jüngerer Zeit das Erleben der Kriegszeit durch ihre Mütter. 

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Und in Bergisch Gladbach hat Heinz-D. Haun mit dem Stück „Die Innenseite des Glücks” viel Aufmerksamkeit erhalten, in dem er die Geschichte seiner Eltern vom ersten Kennenlernen 1939 bis zur Entlassung des Vaters aus russischer Gefangenschaft 1949 nachvollzieht.

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Eine Liebe im Krieg: Heinz-D. Haun inszeniert die Geschichte seiner Eltern

Vom Liebesglück seiner Eltern im 2. Weltkrieg erzählt der Theatermacher Heinz-D. Haun ist seinem neuen Bühnenstück „Die Innenseite des Glücks”. Zu Beginn findet deren Beziehung vor allem auf dem Papier statt: Das szenische Hörspiel lässt mit Auszügen aus Briefen und Postkarten die Sehnsucht des Paares lebendig werden. Und deren Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft – trotz zehnjähriger Trennung.

Vielfach sind es Menschen in fortgeschrittenem Alter und / oder um das Ende ihrer beruflichen Tätigkeit, die sich irgendwann veranlasst fühlen, diese Phasen im Leben der eigenen Vorfahren aufzuarbeiten.

Sabine Bode mutmaßt in ihrem Buch „Nachkriegskinder”, dass es für viele von ihnen naheliegt, sobald ihr Ruhestand bevorsteht oder angebrochen ist, eine “Lebensbilanz mit einem update zur Identitätsklärung” zu ziehen, Fragen nach der eigenen Herkunft, nach den Wurzeln zu stellen.

In vielen Fällen helfen erhalten gebliebene Briefe und Fotografien weiter, in selteneren Fällen kann man auf Erzählungen von Eltern und Großeltern zurückgreifen. Aber gleich, wie das Vermächtnis auch aussehen mag – es stellt sich die Frage, ob wir uns damit beschäftigen wollen.

Sind wir bereit, der eigenen Familiengeschichte nachzuspüren, die erhalten gebliebenen Bruckstücke aus der Vergangenheit ans Licht zu holen, uns ihrer zu erinnern und uns selbst zu fragen, wie die Ereignisse jener Zeit heute auf uns wirken…? Oder wollen wir “die alten Geschichten” lieber vergessen, nicht mehr daran rühren…?

Ein Workshop im Theas

Für all jene, die sich der eigenen Familiengeschichte aus dieser Zeit (wieder) erinnern wollen, bietet ein Workshop am 22. 10. im THEAS Theater eine gute Gelegenheit. Der Workshop wird geleitet von Heinz-D. Haun und anderen Referenten, die allesamt eine eigene “Kriegsgeschichte” zu erzählen haben und zugleich erfahren sind in Methoden der wertschätzenden Kommunikation. Der Workshop bietet zusätzlich Hilfestellungen zur Informations-Recherche.

Nähere Informationen können dem Flyer entnommen werden. Es wäre hilfreich, vorhandenes Material wie Briefe, Fotos und sonstige Dokumente zum Workshop mitzubringen. Es ist selbstverständlich, dass im Workshop persönliche Informationen geschützt sind und Vertraulichkeit gewahrt bleibt.  

Anmeldungen bei Heinz-D. Haun, Tel.: 02202-250837 oder hdhaun@posteo.de.

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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