Von links: Kristin Trosits, Christoph Overbeck, Klaus Orth, Eva Birkemeier, Emilie Defeu, Heinz-D. Haun, Claudia Timpner, Foto: Holger Crump

Das Jugendtheaterfestival des THEAS als auch die Produktion „Innenseite des Glücks“ von Theatermacher Heinz-D. Haun profitieren von Spendenverdoppelungskationen der Bethe-Stiftung. Das Geld kommt rückwirkend dem Festival zugute und dient künftig zur Finanzierung weiterer Aufführungen von Haun. Auch in Zukunft will die Bethe-Stiftung das THEAS fördern.

Mit 9.000 Euro Gesamtspenden unterstützt die Bethe-Stiftung die Theater-Szene in Bergisch Gladbach. Dies gab Klaus Orth, Mitglied im Kuratorium der Behte-Stiftung, am Montag bei einem Pressetermin im THEAS bekannt.

+ Anzeige +

5.000 Euro gehen an das Jugendtheaterfestival Bewegt, das erstmals im September 2023 am THEAS stattfand. 4.000 Euro erhält zudem der Theatermacher Heinz-D. Haun für seine Produktion „Die Innenseite des Glücks”.

Die Unterstützung erfolgt jeweils im Rahmen der bekannten Spendenverdoppelungsaktionen: Die Stiftung dupliziert eingehende Spenden ausgewählter Partner, um deren Projekte zu fördern.

Mehr zum Thema

Theas bietet im September ein Festival für Jugendtheater und einiges mehr

Das Junge Ensemble des Theas Theaters erschafft seit 2009 Stücke zu aktuellen Jugendthemen. Aus dem Wunsch nach einem gemeinsamen Theatererlebnis entstand die Idee eines Jugendtheaterfestivals, das im September unter dem Motto “Bewegt” umgesetzt wird. Das September-Programm endet mit Vorstellungen des Basta Theaters und des Theaterkollektivs „Wir wollen nur spielen“.

Weitere Förderung angedacht

„Das THEAS ist ein unverzichtbarer Bestandtteil des städtischen Kulturlebens, das sich von der institutionellen Szene der Stadt abhebt“, unterstrich Klaus Orth bei der Spendenübergabe. Die Stiftung wolle das THEAS auch in Zukunft fördern, Details nannte Orth auf Nachfrage nicht, man befinde sich in Gesprächen.

Mit der Spendenaktion sei es gelungen, das Festival nachträglich zu finanzieren, erklärte THEAS-Intendantin Claudia Timpner. Andere Finanzierungsprogramme seien leider nicht zustande gekommen.

Inhaltlich hatte es keine Abstriche geben müssen, personell habe man durch die Arbeit von Freiwilligen einiges an Ressourcen einsparen können. „Zudem hat Regisseurin Kristin Trosits zusätzliche Aufgaben über die Inszenierung hinaus übernommen, was weitere Einsparungen ermöglichte,” berichtet Timpner.

Budget gedeckt

Zusammen mit den Einnahmen aus den Ticketverkäufen – bei denen noch Luft nach oben sei – habe man das Budget für die erste Auflage des Jugendtheaterfestivals in Höhe von rund 20.000 Euro komplett abdecken können. Im Sinne der Nachhaltigkeit würden Inszenierungen der Veranstaltungsreihe in 2024 nochmals aufgelegt:

Wie mit dem Stück Sophie Scholl gleich zu Jahresbeginn sowie im Sommer mit Schulvorstellungen. Das Wunschstück aus der Feder von Junge Ensemble-Mitglied Eva Birkemeier steht für den Herbst als Wiederaufnahme an.

Eine Neuauflage des Jugendtheaterfestivals sei wünschenswert, hieß es, hänge aber von personellen und finanziellen Möglichkeiten ab. „Zumindest alle zwei bis drei Jahre wäre toll”, sagt Regisseurin Kristin Trosits, nicht zuletzt um auch andere Jugendtheaterprojekte ans THEAS zu bekommen.

„Die Innenseite“ auf Tournee

„Ich hätte niemals erwartet, dass sich die Innenseite des Glücks nach der Premiere im November 2022 so erfolgreich entwickeln würde”, sagte Heinz-D. Haun, Autor des zweiten von der Bethe-Stiftung bedachten Theaterprojekts.

Am kommenden Sonntag ist Hauns Bühnenstück bereits zum fünften Mal im THEAS zu sehen, am 29. Januar erfolgt eine Schulvorstellung für das DBG. Neue Inszenierungen sind in Lohmar, Dellbrück und auf Burg Vogelsang in Planung.

Zudem sei in der Stadt ein Gesprächskreis zum Thema entstanden, in dem man sich über die heutge Wahrnehmung der Vergangenheit austausche. „Was macht solch ein Erbe mit den Familien? Welche Lehren ziehen wir daraus?” Dies seien Fragen, welche sich die Teilnehmer stellten, erzählt Haun. Eine Aufgabe, die angesichts jüngst bekannt gewordener Überlegungen rechter Kreise und der AfD zur Deportation von Menschen ausländischer Herkunft wichtiger denn je sei.

Mehr zum Thema

Eine Liebe im Krieg: Heinz-D. Haun inszeniert die Geschichte seiner Eltern

Vom Liebesglück seiner Eltern im 2. Weltkrieg erzählt der Theatermacher Heinz-D. Haun ist seinem neuen Bühnenstück „Die Innenseite des Glücks”. Zu Beginn findet deren Beziehung vor allem auf dem Papier statt: Das szenische Hörspiel lässt mit Auszügen aus Briefen und Postkarten die Sehnsucht des Paares lebendig werden. Und deren Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft – trotz zehnjähriger Trennung.

Die 4.000 Euro aus der Spendenverdoppelungsaktion würden bei den künftigen Produktionen vor allem in Honorare, Reisekosten, Werbung und Miete fließen, machte Haun klar. Die Ticketverkäufe alleine würden zur Kostendeckung nicht ausreichen.

Klaus Orth von der Bethe-Stiftung bezeichnete das Bühnenstück von Heinz-D. Haun als wichtigen Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur.

war bis Anfang 2024 Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Herr Bethe und dem Theas sei Dank
    Könnten nicht noch andere Reiche (von denen es genug in Rhein-Berg gibt) in die Bethe Stiftung einzahlen oder ihm mit eigenen Stiftungen nacheifern ?

    1. Woher nehmen Sie die Info, dass der von Ihnen genannte Personenkreis das nicht tut? Es gibt “Reiche”, die sich im Verborgenen sozial und finanziell engagieren.