Hinrich Schipper war bei der Bundestagswahl angetreten und ist Kreisvorsitzender der SPD. Foto: Thomas Merkenich

Wir haben den lokalen Kandidat:innen zur Bundestagswahl neun Fragen zum Kern ihrer politischen Anliegen vorgelegt, hier kommen die Antworten. Der SPD-Kandidat Hinrich Schipper macht sich für eine Wohnungsbauoffensive stark, verspricht eine kostenlose und gute Kinderbetreuung und legt den Fokus auf Integration.

Welche Ideen haben Sie, den Klimaschutz voranzubringen ohne die Akzeptanz der Menschen zu verlieren?
Klimaschutz ist kein Selbstzweck, sondern eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und zukünftigen Generationen. Die SPD setzt auf den massiven Ausbau erneuerbarer Energien, verbunden mit gezielten Investitionen in grüne Technologien und Infrastruktur. Wir senken die Stromkosten durch eine faire Reform der Abgaben und entlasten so Unternehmen und Haushalte. Bürger:innen sollen durch Beteiligungsprozesse in Entscheidungen eingebunden werden, um Vertrauen zu schaffen.

Unsere Vision ist ein klimaneutrales Deutschland bis 2040 – sozial gerecht und wirtschaftlich stark. Dafür setzen wir auf eine Kombination aus Förderungen, Bildungsinitiativen und einem klaren gesetzlichen Rahmen.

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Was schlagen Sie vor, um mehr (bezahlbaren) Wohnraum zu schaffen?
Wohnen ist ein Grundrecht. Wir starten eine Wohnungsbauoffensive, die den Bau einer Million Wohnungen bis 2030 vorsieht. Insbesondere der soziale Wohnungsbau soll massiv ausgebaut werden. Um den Anstieg der Mieten zu bremsen, verschärfen wir die Mietpreisbremse, stärken das Vorkaufsrecht der Kommunen und verbieten Umwandlungen von Miet- in Eigentumswohnungen.

Darüber hinaus fördern wir nachhaltige Bauprojekte und vereinfachen die Genehmigungsverfahren, damit neuer Wohnraum schneller entsteht. Mit finanziellen Hilfen für Kommunen und einer gezielten Förderung kleiner und mittelständischer Bauunternehmen schaffen wir einen fairen Markt, der bezahlbare Mieten garantiert.

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21 Fragen an Hinrich Schipper (SPD)

Er ist Ostfriese, leitet eine große Förderschule in Waldbröl, arbeitet seit vielen Jahren als ehrenamtlicher Kommunalpolitiker in Kürten. Doch jetzt will Hinrich Schipper in den Bundestag – und tritt für die SPD als Direktkandidat im Rheinisch-Bergischen Kreis an. Wir stellen Schipper mit Hilfe unseres persönlichen Fragebogens vor.

Durch welche Maßnahmen wollen Sie die Chancengleichheit in der Bildung verbessern, beginnend mit der Kita?
Bildung muss von Anfang an gleiche Chancen für alle schaffen. Wir garantieren kostenlose und hochwertige Betreuungsangebote in der Kita und führen flächendeckend Ganztagsangebote ein. Um den Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung zu bekämpfen, investieren wir in die Ausbildung und bessere Bezahlung von Erzieher:innen.

An den Schulen fördern wir digitale Ausstattung, individuelle Förderung und zusätzliche Unterstützungsprogramme für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Die SPD setzt sich zudem für bundesweit einheitliche Bildungsstandards ein, um soziale und regionale Unterschiede zu reduzieren.

Sie wollen die Antworten aller acht Kandidat:innen auf einen Blick vergleichen? Dann werfen Sie mal einen Blick in unseren analogen Wahl-O-Mat. Die lokale WahlAgenda mit den Themen und Fragen, die unseren Leser:innen wichtig sind, finden Sie hier.

Welche Vorschläge haben Sie, um die deutsche Wirtschaft wieder nach vorne zu bringen?
Unsere Wirtschaft braucht einen klaren Innovationsschub. Mit einem ‚Made-in-Germany-Bonus‘ unterstützen wir Unternehmen, die in grüne Technologien und Digitalisierung investieren. Günstige Energiepreise sichern wir durch den Ausbau erneuerbarer Energien und eine Reform der Strompreise.

Gleichzeitig vereinfachen wir Genehmigungsverfahren und bauen Bürokratie ab, damit Innovationen schneller realisiert werden können. Der Fachkräftemangel wird durch gezielte Bildungsprogramme und ein modernes Einwanderungsgesetz bekämpft. Unser Ziel ist eine nachhaltige Wirtschaft, die Arbeitsplätze schafft und im internationalen Wettbewerb führend bleibt.

Foto: Thomas Merkenich

Wie wollen Sie Migration steuern und Zugewanderte besser in den Arbeitsmarkt integrieren?
Die SPD steht für ein modernes Einwanderungsgesetz mit klaren und fairen Regeln. Wir schaffen transparente Verfahren, die qualifizierten Fachkräften den Weg nach Deutschland erleichtern. Gleichzeitig fördern wir Sprachkurse, Berufsqualifikationen und Unterstützungsprogramme, um Migrant:innen schnell in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Wichtig ist uns auch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen, die gezielt auf internationale Talente setzen wollen. Durch eine starke Integrationspolitik schaffen wir eine Win-win-Situation für Zugewanderte und die deutsche Gesellschaft.

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So stehen Bergisch Gladbachs Politiker zu Migration und Brandmauer

Wie positionieren sich die Politiker:innen aus Rhein-Berg im heftigen Streit zwischen CDU und FDP sowie SPD und Grünen über die Begrenzung der Migration sowie zur AfD? Wir haben sie in Bund, Land und Stadt gefragt – und dokumentieren die zum Teil sehr deutlichen Antworten.

Mit welchen Mitteln lässt sich der öffentliche Nahverkehr verbessern?
Der öffentliche Nahverkehr muss attraktiver, klimafreundlicher und zugänglicher werden. Die SPD plant Investitionen in klimaneutrale Fahrzeuge, dichtere Taktungen und bessere Verbindungen – insbesondere in ländlichen Gebieten.

Gleichzeitig setzen wir auf vergünstigte Tarife, barrierefreie Zugänge und eine Modernisierung der Infrastruktur. Ein bundesweites Konzept sorgt für Einheitlichkeit und Effizienz. Unser Ziel ist ein Nahverkehr, der für alle zugänglich ist und eine echte Alternative zum Individualverkehr bietet.

Wie wollen Sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und die Demokratie schützen?
Zusammenhalt entsteht durch Respekt und Solidarität. Die SPD setzt auf Demokratieförderprogramme, die gezielt Toleranz und Vielfalt stärken. Wir unterstützen Bildungsinitiativen, die soziale und kulturelle Kompetenzen fördern, und gehen entschieden gegen Hass und Hetze vor. Durch den Dialog zwischen Stadt und Land, Jung und Alt sowie unterschiedlichen Kulturen überwinden wir gesellschaftliche Gräben.

Gleichzeitig sorgen wir mit gezielten Maßnahmen für mehr Chancengleichheit, um soziale Spannungen zu verringern. Zudem stellen wir uns wie in den vergangenen 160 Jahren weiter allen Kräften entgegen, die die Demokratie und unsere freiheitlich demokratische Ordnung untergraben wollen, oder mit Hass und Hetze Politik betreiben.

im Bürgerclub

Hinrich Schipper: Ein Mann der klaren Worte

Der SPD-Kandidat für den Bundestag präsentiert sich im Bürgerclub als leidenschaftlicher Kämpfer für bessere Bildungschancen – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Im Gespräch mit den Leser:innen spricht Hinrich Schipper über Heimat und seine politischen Ziele. Er tritt gut gelaunt und selbstkritisch auf, gesteht auch Wissenslücken. Sie können das Gespräch auch im Video anschauen.

Wie lässt sich der Frieden in Deutschland sicherstellen?
Frieden beginnt im Inneren: Ein starker Sozialstaat und Chancengleichheit schaffen Sicherheit und verhindern gesellschaftliche Spaltung. Gleichzeitig setzt die SPD auf Präventionsprogramme gegen Extremismus und stärkt die Arbeit der Polizei und Justiz.

International setzen wir auf Diplomatie, Krisenprävention und eine starke Zusammenarbeit in Europa. Durch gezielte Entwicklungszusammenarbeit leisten wir einen Beitrag zur globalen Stabilität und beugen Konflikten vor.

Was wollen Sie für den Rheinisch-Bergischen Kreis im Bundestag erreichen? 
Ich will den Rheinisch-Bergischen Kreis zu einem Ort machen, an dem alle gut leben können. Bezahlbarer Wohnraum, eine starke Verkehrsinfrastruktur und zukunftsfähige Arbeitsplätze stehen dabei im Fokus.

Bildung und Digitalisierung müssen vorangetrieben werden, um Chancen für alle zu schaffen. Mit Investitionen in den Mittelstand und nachhaltige Projekte sichern wir die wirtschaftliche Stärke der Region und verbessern gleichzeitig die Lebensqualität vor Ort.


Hintergrund: Die Aktion „Deine Stimme, Deine Themen“ haben wir gemeinsam mit dem Recherchezentrum Correctiv und fünf weiteren lokalen Medien durchgeführt. Auf der Basis des Konzepts der „CitizenAgenda“ haben wir zunächst die Leser:innen befragt. 2193 Personen haben sich an dieser von Correctiv koordinierten Aktion beteiligt, alleine in Bergisch Gladbach waren es 433 Bürgerinnen und Bürger.

Die Antworten haben wir zu einer WahlAgenda zusammengeführt, zur Basis unserer weiteren Berichterstattung sowie der Gespräche mit den Politiker:innen im BürgerClub und bei der WahlArena gemacht. Die Antworten der Kandidatin und der sieben Kandidaten listen wir in dieser Serie auf – und haben sie im analogen Wahl-O-Mat in einer großen Synopse zusammengeführt.

Die erhalten den Wahl-O-Mat in gedruckter Form bei uns in der Redaktion oder können ihn hier runterladen:

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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  1. Wenn es um Frieden geht, vielleicht sogar um den “Weltfrieden”, gefallen mir die Artikel des österreichischen Friedensforschers Franz Jedlicka (Legislation-Peace Nexus), der die Relevanz einer gewaltfreien Kindheit – und eines Verbotes der “Körperstrafe” – für nachhaltigen Frieden nachgewiesen hat. Diese Theorie ist leider viel zu unbekannt.

    LG Holger