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Bergisch Gladbach ist keine preiswerte Stadt, für Immobilienbesitzer:innen und damit auch für Mieter:innen wird es in diesem Jahr noch ein Stück teurer: Die Grundsteuer und einige Gebühren erhöhen sich deutlich, unter dem Strich muss ein durchschnittlicher Haushalt fast neun Prozent mehr zahlen.

Mitte Dezember hatte der Stadtrat den Haushalt für dieses Jahr beschlossen, und damit auch die neuen Sätze für die Grundsteuer B sowie für die Gebühren für Abwasser, Abfall und Straßenreinigung. Bis auf wenige Ausnahme gehen die Belastungen dabei nach oben.

Die mit weitem Abstand größte Auswirkung hat dabei die Anhebung der Grundsteuer B. Es ist die erste Erhöhung seit drei Jahren, und sie fällt deutlich aus: der Hebesatz springt von 570 auf 731 Prozent.

Grundsteuer B um 28 Prozent erhöht

Was das in Euro und Cent bedeutet, hängt vom Einheitswert der Immobilie ab. Die Stadtverwaltung berechnet in einer Pressemitteilung ein Beispiel mit einem Einheitswert von 30.000 Euro. Im vergangenen Jahr wurden dafür 444,60 Euro Grundsteuer fällig, in diesem Jahr sind es 570,18 Euro. Ein Plus von satten 28,2 Prozent.

Die Grundsteuer wird den Immobilienbesitzer:innen in Rechnung gestellt, bei Mietobjekten wird sie aber in der Regel direkt durchgereicht.

Warum die Grundsteuer B steigt: Die Ampel hatte den Freibetrag der Familieneinkommen für Kita-Beiträge von 20.000 auf 40.000 Euro verdoppelt. Ab Mitte 2022 wird zudem der Einkommensbegriff verändert; er bezieht sich dann auf das zu versteuernde Einkommen.

Diese Entlastung der Familien mit Kita-Kindern führt in der Stadtkasse zu einem Einnahmeverlust von rund 2,7 Millionen Euro. Der soll durch die Erhöhung der Grundsteuer B von der gesamten Bevölkerung ausgeglichen werden.

Die weiteren kommunalen Steuern (Gewerbesteuer, Grundsteuer A) bleiben unverändert.

Müll und Straßenreinigung kosten mehr

Die Gebührensätze der städtischen Dienstleistungen Abwasser, Abfall und Straßenreinigung sind grundsätzlich keine politischen Größen, sondern müssen sich laut Gesetz an den tatsächlich entstehenden Kosten orientieren.

Laut Stadtverwaltung sind vor allem die Personalkosten gestiegen, aufgrund von Tariferhöhungen, aber auch durch mehr Personal bei der Müllentsorgung.

Daher erhöhen sich die Gebühren für die Abfuhr des Restmülls für Private um knapp fünf Prozent. Die 90-Liter-Restmülltonne kostet jetzt 291,72 (2021: 278,04) Euro bei 14tägiger Abfuhr, die 120-Liter-Tonne 389,04 (370,68) Euro. Die Gebühr für die 120-Liter-Biotonne bleibt mit 42 Euro konstant.

Im Bereich Abwasser gibt es laut Stadt ein Gebührensenkung: Der Kubikmeter Schmutzwasser schlägt in 2022 mit 2,87 Euro pro m³ zu Buche (2021: 2,97 Euro). Dies liege an der Verrechnung von Überdeckungen aus den Vorjahren sowie an dem insgesamt steigenden Frischwasserverbrauch, der als Maßstab für die Festlegung des Schmutzwasseraufkommens herangezogen werde. Hinzuzurechnen sei die an das Land NRW abzuführende Abwasserabgabe in Höhe von unverändert 0,05 Euro je m³ Schmutzwasser.

Die Gebühr für die Ableitung von Niederschlagswasser pro m² befestigte Grundstücksfläche bleibe konstant bei 1,64 Euro; hier steigt die Abwasserabgabe an das Land um einen auf vier Cent. 

Bei den Straßenreinigungsgebühren sind unterschiedliche Preisentwicklungen zu verzeichnen: Konstant bleiben die Tarife für die Reinigungsklassen 

  • S1 – nur Fahrbahnreinigung – 1,59 Euro pro Frontmeter Grundstücksbreite
  • W2 – Reinigung und Winterwartung Fahrbahn Räumkategorie II – 2,25 Euro
  • W4 – Nur Winterwartung Fahrbahn Räumkategorie II – 0,66 Euro
  • I1 – Reinigung Gehweg und Fahrbahn, Winterwartung Fahrbahn – 42,52 Euro.

Zum Teil deutlich teurer werden die folgenden Reinigungsklassen:

  • W1 – Fahrbahnreinigung und Winterwartung Kategorie I – 3,10 (2,60) Euro
  • W3 – Winterwartung Fahrbahn Räumkategorie I – 1,51 (1,01) Euro
  • I2 – Fahrbahnreinigung und Winterwartung Kategorie I, Reinigung Gehweg – 20,07 (15,71) Euro.

Bei den Reinigungsklassen des Buchstabens I (Innenstadtbereich, z.B. Fußgängerzone) werde deutlich häufiger gereinigt als in anderen Stadtgebieten, daher seien auch die Kosten hier sehr viel höher.

Zu welcher Reinigungsklasse eine bestimmte Straße im Stadtgebiet gehört, kann im Ortsrecht im Internet eingesehen werden, unter Kapitel 7, Nummer 70.3. Dort sind sämtliche aktuellen Satzungen der Stadt Bergisch Gladbach zu finden.

Was ein normaler Haushalt bezahlt

Alles in allem kommt ein 4-Personenhaushalt im Reihenhaus mit zwölf Meter Frontbreite und durchschnittlichen Verbräuchen auf folgende Jahresgebühren:

  • Restmülltonne 90 Liter, 14 tägige Abfuhr 291,72 Euro (2021: 278,04)
  • Biotonne 120 Liter 42 Euro (unverändert)
  • Papiertonne 120 Liter kostenfrei
  • Schmutzwassergebühr bei 125 m³ Frischwasserverbrauch: 365,00 Euro (377,50)
  • Gebühr für Niederschlagswasser bei 200 m² versiegelter Fläche: 336,00 Euro (334)
  • Straßenreinigung W2: 27 Euro (unverändert)
  • Grundsteuer bei einem Einheitswert von 30.000 Euro: 570,18 Euro (2021: 444,60).

Insgesamt summieren sich im genannten Beispiel die Grundbesitzabgaben auf 1.633 Euro. Gegenüber der Summe im Vorjahr (1503 Euro) ein Anstieg um 130 Euro oder 8,6 Prozent.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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1 Kommentar

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  1. Und wenn ich dann den Bock zur Stromversorgung der Stadt heute im KStA lese, stellt sich schon wieder die Frage nach Kompetenz und Überblick bei Entscheidungsträgern. Billigstromanbieter hat gekündigt. Das war garantiert nicht gestern. Warum wurde nicht sofort nach einem Nachfolger gesucht? Ach Ausschreibung, um den preisgünstigsten zu finden! Das geht garantiert schief. Es ist ja die Stadt BGL. Wer zahlt hinterher für die Rechnung? Sie und ich.

    Mir wurde auch gekündigt, Belkaw hat keinen günstigen Vertrag, sondern nur den Fair Regio Strom angeboten. Das war am 03.12.2021. Kurz vor dem „Aufnahmestopp“.

    Abgeschlossen habe ich bei einem Ökoanbieter, der durchaus günstig rechnet.