Ökumene in Aktion: Birgit Dwornicki und Karin Sahler boten sich bei der Bürgerversammlung zur Organisation eines Runden Tischs an

Der „Runde Tisch für die Flüchtlingsarbeit in Refrath und Frankenforst” hatte sich rasch und spontan aus der Bürgerversammlung ergeben, mit der die Anwohner über die Unterbringung von Flüchtlingen in einer Containeranlage in der Taubenstraße in Frankenforst informiert wurden. Getragen wird er von den Kirchengemeinden vor Ort, unterstützt durch eine Facebook-Gruppe.

Inzwischen hat sich die Initiative auch sehr rasch der neuen Unterkunft in der Turnhalle in der Refrather Schwerfelstraße angenommen, eine erste Versorgung organisiert und ein Fußballspiel auf die Beine gestellt.

Die Fragen des Bürgerportals beantwortet Georg Cuerten, der dabei auch einige kritische Punkte nicht auslässt.

Wir heißt Ihre Initiative?
Es sind eigentlich zwei: „Runder Tisch für die Flüchtlingsarbeit in Refrath und Frankenforst” und „Flüchtlinge in Refrath und Frankenforst”

Wer sind die Ansprechpartner, wie sind Sie zu erreichen?
Leitung des Runden Tisches und Gesamtkoordination: Pfarrerin Birgit Dwornicki, dwornicki@kirche-bensberg.de und Brigitta Opiela, bibi-opiela@t-online.de
Willkommenscafé: Karin Sahler, karin.sahler@googlemail.co
Öffentlichkeitsarbeit: Georg Cürten, nc-cuertege@netcologne.de
Website
Facebook-Gruppe

Worin sehen Sie Ihre Hauptaufgabe?
Runder Tisch: Unser Ziel ist es, die Flüchtlinge zu unterstützen in ihrem Bemühen, sich bei uns zurechtzufinden, unsere Sprache zu erlernen, die behördlichen Aufgaben zu meistern und Kontakte zur Bevölkerung zu knüpfen. Wir verstehen uns auch als Forum zum Austausch über auftretende Fragen und Probleme.
Facebook: Informelle Gruppe zur Koordination von Hilfsbedarfen und Angeboten, Forum zum Austausch von aktuellen Informationen.

Was motiviert Sie zu dieser Arbeit?
Empathie und Nächstenliebe, vielleicht auch nur Selbstverständnis – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Bürger nicht alles den Kommunen überlassen können und Integration nur durch Handeln und Vorleben erreicht werden kann. Ganz schön blöde Frage…! Vielleicht auch nur Matthäus 25, 31-46 wobei wir keine konfessionsgebundene Gruppe sind! Unsere Mitglieder sind Christen beider Konfessionen, Muslime und möglicherweise weder noch, und all die, die wir nicht nach Ihrer religiösen Weltanschaung befragt haben.

Lesen Sie mehr:
Wir wollen integrieren, nicht separieren, Bürgerversammlung Frankenforst
Wir helfen (1): Neue Heimat
Wir helfen (2): Symon Bartoszewicz
Wir helfen (3): Herwi
Wir helfen(4): Unternehmen helfen Flüchtlingen
Wir helfen (5): Netzwerk Wohnpark Bensberg
Wir helfen (6): Willkommen in Schildgen
Wir helfen (7): MiKibU
Flüchtlingshilfe: Alle Ansprechpartner
Alle Beiträge zum Thema Flüchtlinge

Was machen Sie konkret?
Dort helfen, wo spontan Not am Mann ist. Aber auch perspektivisch – wir sind noch in der „Findungsphase” – Unterstützung tagtäglich leisten. Akzeptanz bei den Mitbürgern schaffen und einfach mal helfen, Sorgen und Ängste zu nehmen.

Was können Sie besonders gut?
Uns einbringen – noch so ne komische Frage.

Wieviele Menschen sind bei Ihnen engagiert? Wieviele Menschen betreuen Sie?
Über die Facebook-Gruppe haben wir innerhalb von knapp vier Wochen 330 Mitglieder rekrutiert, die alle aus Refrath und Umgebung sind und für ad hoc-Aktivitäten fast sofort zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für die Mitglieder des Runden Tisches, die letztendlich die Gesamtaktivitäten koordinieren. Hinter dieser Vielzahl von individuellen Mitgliedern stehen Vereine und Gemeinschaften aus Refrath.

Im Kinderdorf Bethanien organisierte die Initiative ein Fußballturnier

Was/wer fehlt Ihnen bei Ihrer Arbeit?
Wir MACHEN, was fehlt, wird sich zeigen. Aber weiter unten gibt es schon einiges, WAS fehlt.

Mit wem kooperieren Sie?
Mit den Schulen in der Taubenstrasse und in der Schwerfelstrasse, mit dem Kinderdorf Bethanien, den Kirchengemeinden, den Vereinen und vielen Freiwilligen.

Wo sehen Sie Probleme bei der Flüchtlingshilfe konkret in Bergisch Gladbach?
Bei der Koordination der Zuweisung. Stichwort Schwerfelstrasse, …. plötzlich waren die Menschen da….

Wie kann man Ihnen helfen? Was würden Sie sich wünschen?
Frühzeitige Informationen, eine konsequente Linie der Stadt, auch im Bezug auf eine pro-Unterstützung gerichtete Bürgerinformation. Die Übernahme von Kosten, die wir derzeit u.a. von Unterrichtsmaterial selbst tragen.

Was wurde nicht gefragt, sollte aber dennoch gesagt werden?

Was haben wir bisher geschafft?
Innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft der ersten Flüchtlinge in der Schwerfelstrasse konnte mit einer pensionierten Lehrerin ein täglicher, gut besuchter und gerne angenommener Deutschunterricht eingerichtet werden. In der kommenden Woche werden wir dies mit weiteren Freiwilligen auch in Frankenforst anbieten.

Taggleich konnte ein Essensausgabedienst organisiert werden – und das läuft. Winterbekleidung wurde beschafft und verteilt.

In einer Einrichtung konnte ein Wlan-Zugang installiert werden, nächste Woche ist auch die zweite Einrichtung soweit. Bürgermeister Lutz Urbach hatte bei der Bürgerversammlung in den Otto-Hahn-Schulen Unterstützung/ Prüfung zugesagt, aber nichts ist passiert. Deshalb haben wir es selber gemacht.

Im Kinderdorf Bethanien fand am Sonntag ein Fussballturnier der Refugees statt. Die gesamte Organisation (Bekleidung, Verpflegung, Fahrdienst, Betreuung) erfolgte ad hoc durch unsere Mitglieder mit Unterstützung des Kinderdorfes.

Was „stinkt” uns?
In der Containeranlage Taubenstrasse wurden keine Toiletten installiert. Es gibt Anwohner, die Duschmöglichkeiten bieten, Wäschewaschen übernehmen, ….

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.