In den Leichtbauhallen in Katterbach wohnen 330 Menschen, 390 können es bald sein

Am Samstagnachmittag ist in der Notunterkunft in Katterbach erneut ein Alltagsstreit zwischen Flüchtlingsgruppen soweit ausgeufert, dass der Sicherheitsdienst die Polizei alarmierte, die mit mehreren Einsatzfahrzeugen und Rettungsdiensten unter Blaulicht anrückte. Das führte zu Verunsicherungen bei den Anwohnern, der Anlass war jedoch banal.

Nach Angaben des DRK hatten sich am Nachmittag zwei Kinder in der einzigen Aufenthaltshalle des Camps gestritten. Ein Mann aus Iran habe daraufhin eine kleine Gruppe von Syrern angesprochen und sich über das Verhalten beschwert, berichtet die Polizei weiter.

Fünf Leichtverletzte, geringer Sachschaden

Die zunächst verbale Auseinandersetzung sei eskaliert, es habe Fausthiebe gegeben. Weitere Männer mischten sich auf beide Seiten ein, Stühle flogen durch die Luft. Der Sicherheitsdienst, der rund um die Uhr mit mehreren Personen vor Ort ist, alarmierte die Polizei, konnte die Streithähne aber rasch selbst trennen.

Nun ermittelt die Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung; es gab fünf Leichtverletzte, einige Stühle wurden beschädigt. Eine Gruppe von Beteiligten wurde vorerst in einer anderen Unterkunft
untergebracht.

Ähnliche Konflikte hatte es in den vergangenen Monaten zweimal gegeben (siehe unten), nach Einschätzung der Polizei und des DRK sind diese Streitigkeiten angesichts der Lebensumstände in der Unterkunft völlig normal. Aber genau wie die Betreiber geht die Polizei in jedem Fall auf Nummer sicher, um heftige Eskalationen zu verhindern.

Betreiber entschärfen Konfliktursache

Das DRK betreibt die Unterkunft mit derzeit rund 330 Flüchtlingen in drei Hallen auf dem Ascheplatz in Katterbach im Auftrag der Stadt. Angesichts der Enge komme es immer mal wieder zu Streitigkeiten, die in Einzelfällen eskalieren. Der Sicherheitsdienst ist gehalten, im Zweifel immer die Polizei zu alarmieren.

Einen ständigen Konfliktpunkt haben Stadtverwaltung und DRK inzwischen beseitigt: Zusätzlich zu den 40  Steckdosen in der Aufenthaltshalle gibt es jetzt in den abgeteilten Schlafkabinen in den anderen Hallen USB-Stecker, an denen die Bewohner ihre Handys ungestört aufladen können.

In Kürze will die Stadt eine weitere Halle aufbauen, in der die Flüchtlinge sich tagsüber aufhalten, ihre Hausaufgaben für den Sprachunterricht machen und die Kinder betreut werden können. Bislang finden alle diese Aktivitäten in einer halben Halle statt, in der auch die Essensausgabe stattfindet.

Weitere Informationen:
Flüchtlingskriminalität in BGL. Die Fakten
Fakten und Beobachtungen zur Unterkunft Katterbach
So geht es in den Hallen in Katterbach zu
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Polizei dementiert alle Gerüchte

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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