Rodica Jung berichtet im Gespräch mit Petra Hemming vom Ganey Tikva-Verein über die Nazi-Zeit

Etwas zum Nachdenken: Der Bergisch Gladbacher Ganey-Tikva-Verein hatte zu einer Gedenkfeier zu „Jom haScho’a“ in die evangelische Kirche zum Heilsbrunnen eingeladen. An diesem jüdischen Nationalfeiertag gedenkt Israel der Opfer der Schoa (des Holocausts) und gleichzeitig auch der Helden des jüdischen Widerstands und der Menschen, die Juden in Nazi-Deutschland geholfen haben.

Zu Beginn der Gedenkfeier entzündet Pfarrer Achim Dehmel sechs Kerzen, die symbolisch für die sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust stehen. Anschließend berichtet Rodica Jung, geboren 1930 in Rumänien, im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden Petra Hemming eindrucksvoll über ihre Erlebnisse während zweier Diktaturen – zunächst unter den Nationalsozialisten und im Anschluss unter den Kommunisten.

Eine ihrer wichtigsten Botschaften am heutigen Abend an die jüngere Generation: „Ich bin jeden Tag dankbar dafür, hier in Deutschland in Freiheit leben zu dürfen. Setzen sie sich dafür ein, dass diese Demokratie erhalten bleibt. Es gibt nichts schlimmeres, als in einer Diktatur zu leben.“

Die Religionen mögen vergessen, was sie trennt, und sich mehr darauf besinnen, was sie eint. Und zum Schluss ergänzt Rodica Jung noch folgenden Appell: „Null Toleranz. Null Toleranz gegenüber Menschen, die unser Grundgesetz nicht achten und respektieren.“

Weitere Fotos zeigt der Ganey-Tikva-Verein auf seiner Facebook-Seite.

Hintergrund: Rodica Jung ist Jahrgang 1930 und stammt aus Rumänien. Sie lebt seit 1972 in Deutschland, ihre Tochter wohnt in Bergisch Gladbachs Partnerstadt Ganey Tikva.

Musikalisch gestaltet wurde der Abend von den Zwillingsschwestern Eliza und Marcia von Gehlen an Geige und Flügel. Sie spielten das von John Williams komponierte Titelthema aus dem Film Schindlers Liste, die Air von Johann Sebastian Bach und die Thaïs-Meditation von Jules Massenet.

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