Harald Flügge, erster Beigeordneter der Stadt Bergisch Gladbach und Baurat, in seinem Büro im Bensberger Rathaus

Harald Flügge, Erster Beigeordneter der Stadt Bergisch Gladbach und Baurat, in seinem Büro im Bensberger Rathaus

Harald Flügge hat beim Amtsantritt am 1. August auf seinem Schreibtisch einen fast fertigen Entwurf für den Flächennutzungsplan (FNP)  gefunden. Der sieht große Flächen für Wohnen und Gewerbe in den Außenbezirken der Stadt Bergisch Gladbach vor. Dabei hatte der Stadtbaurat doch zuvor bei seinem ersten Auftritt an der Strunde verkündet, Städte müssten „nach innen wachsen, nicht nach außen”. Ein Widerspruch?

„Nein, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun,” sagt Flügge 100 Tage nach seinem Antritt im Gespräch mit dem Bürgerportal. Zum ersten Mal nimmt er dabei öffentlich ausführlich Stellung zum umstrittenen FNP-Entwurf. Und lässt keinen Zweifel daran, dass er in jedem Punkt hinter dem Werk seiner Planer und Berater steht, mit dem die Weichen für die Entwicklung der Stadt bis 2035 neu gestellt werden.

Auch wenn der Prozess noch lange dauert – die Stadt arbeitet schon jetzt an Überlegungen, welche Flächen als erstes ohne großen Aufwand erschlossen werden können, verrät der Baurat. Und auch für den Bahndamm hat er zum Schluss des Gesprächs eine Anregung.

„Sehr gute Prognosen, klug positionierte Flächen”

Flügge betont, der Entwurf baue auf „sehr guten, transparent dargelegten Prognosen” auf; jeder Interessierte könne sich in den gut aufbereiteten Unterlagen umfassend informieren. Die Stadtplaner, so Flügge weiter, hätten auf dieser Basis „sorgfältig die Flächen an klugen Punkten” angelegt.

Dabei habe sich gezeigt, dass Bergisch Gladbach nach innen nicht mehr wachsen kann, weil alle verfügbaren innerstädtischen Flächen bereits aktiviert wurden – vom Hermann-Löns-Viertel bis zu den belgischen Kasernen. Intensiv habe sich die Stadt um Baulücken gekümmert, sei aber machtlos, wenn die Eigentümer nicht verkaufen wollten. Flügges Fazit: „Dann zeigen Sie mir doch bitte mal diese Innenflächen!”

„Urbanisierung? Aber das ist doch nicht Bergisch Gladbach”

Die Stellungnahme von Josef Cramer, der eine viel stärkere Verstädterung und Verdichtung der Innenstadtbereiche gefordert hatte, habe er mit Interesse gelesen, erzählt Flügge: „Aber das ist nicht Bergisch Gladbach.” Viele Bereiche seien von ein- bis dreigeschossigen Häusern mit großen Grundstücken geprägt, daran müsse man sich orientieren und könne nicht einfach 4-Geschösser daneben setzten. „Das hat man in den 70er Jahren gemacht, aber heute doch nicht mehr,” postuliert Flügge.

Zur Person: Harald Flügge
Zur Person: Harald Flügge ist seit dem 1. August Erster Beigeordneter der Stadt Bergisch Gladbach und damit auch der allgemeine Vertreter von Bürgermeister Lutz Urbach in allen Verwaltungsangelegenheit.

Er ist zudem Stadtbaurat und leitet die Bereiche Stadtentwicklung, Grundstücksnutzung sowie Umwelt und Technik. Zudem ist der Wahlbeamte Vorstand des Stadtentwicklungsbetriebs.

Flügge wurde 1964 im Sauerland geboren und hat zwei Töchter im Alter von 11 und 13 Jahren. Die Familie wohnt in Heiligenhaus.

Seine beruflichen Stationen:

Seit Mai 2001 Technischer Beigeordneter der Stadt Heiligenhaus (Kreis Mettmann) Seit Juni 2005 zusätzlich Geschäftsführer der Stadt- und Bodenentwicklungsgesellschaft Heiligenhaus GmbH

Berufsbegleitend 2008-2010 Studium Real Estate Management, EBZ Bochum

1996-2001 Leiter Amt für Stadtplanung, Umwelt- und Bauberatung, Hennef

1993-1995 Städtebaureferendariat, Ausbildungskommune Bochum

1987-1993 Studium der Raum- und Umweltplanung, Universität Kaiserslautern

Im noch spärlich möbelierten Büro des Baurats im Bensberger Rathaus hängt neben dem F-Plan eine Luftaufnahme des Zanders-Gelände. Aber da gebe es keinen direkten Zusammenhang, betont Flügge. Erstens könne die Stadt über das Gelände derzeit nicht verfügen.

Zweitens seien die Flächen, die dort unter Umständen neu genutzt werden können, nach Abzug von Verkehrsflächen sowie der weiter von Zanders benötigten Areale gar nicht so groß. Das Argument, die Verwaltung ignoriere 36 Hektar Gewerbefläche in bester Lage, sei daher nicht haltbar.

Das Zanders-Gelände am Rande der Innenstadt. Foto: Bergisch Schön

Natürlich werde die Verwaltung neue Flächen, wenn diese verfügbar werden sollten, aufgreifen und womöglich statt der Gebiete in Außenbereichen aktivieren. Auch der neue Flächennutzungsplan werde nicht in Stein gemeißelt, sondern sei für Änderungen offen.

„Der FNP ist ein Möglichkeitsmacher”

Die detaillierte Kritik vieler Bürgerinitiativen und auch des Bergischen Naturschutzbundes weist Flügge zurück. Offenbar hätten viele der Gegner den Plan nicht genau studiert. Vielen fehle noch immer das Verständnis, was Ziele und Verfahren eines Flächennutzungsplans tatsächlich seien.

„Ein F-Plan ist ein Möglichkeitsmacher: er zeigt die Potenziale für die Entwicklung einer Stadt auf. Was mit diesen Flächen später tatsächlich passiert, regelt erst danach der Bebauungsplan,” erklärt der Baurat. Und noch einmal: „Es gibt keinen Zwang, den Flächennutzungsplan in allen Punkten umzusetzen.”

Ob und welche Flächen bis 2035 tatsächlich abgerufen werden hänge vom künftigen Bedarf ab und werde Schritt für Schritt vom Stadtrat entschieden, referiert Flügge die rechtlich vorgeschriebenen Verfahren. Aber, so der Baurat, ohne potenzielle Flächen in den im FNP eingezeichneten Ausmaß habe Bergisch Gladbach keine Entwicklungschance und sei dem Siedlungsdruck aus Köln hilflos ausgeliefert.

Externe Berater übernehmen Auswertung und Zusammenfassung

Insgesamt sind mehr als 4000 schriftliche Stellungnahmen zum FNP bei der Stadt eingereicht worden. Zudem haben sich rund 30 der sogenannten Träger öffentlicher Belange (Behörden, Beiräte und Verbände) geäußert.

Auch zehn Wochen nach Ende der Einreichungsfrist sind Flügges Mitarbeiter noch damit beschäftigt, die Stellungnahmen zu zählen und in Listen einzutragen. Bislang, so Wibke Krause, in der Stabsstelle Stadtentwicklung für den FNP zuständig, wisse man nicht einmal, wieviele unterschiedliche Stellungnahmen es tatsächlich sind. Viele Briefe seien wortgleich, in einigen Fällen hätten alle Familienmitglieder vom Kind bis zum Opa, Stellungnahmen eingeschickt. Die Gesamtzahl sei zwar hoch, aber für ein solches Verfahren keineswegs ungewöhnlich.

Stadtplanerin Wibke Krause und Baurat Flügge erläutern das rechtlich vorgesehene Verfahren detailliert

Im nächsten Schritt werden die Stellungnahmen vom beauftragten externen Büro Post Welters ausgewertet und – sortiert nach den betroffenen Flächen – zusammengefasst. Das Büro bereite auch die Abwägung der Argumente vor,  die anschließend von der Verwaltung geprüft und gegebenenfalls überarbeitet wird.

Dann werde sich die Verwaltung noch einmal mit dem Stadtrat abstimmen, bevor aus den zusammengefassten Ergebnissen eine formale Vorlage für den Rat entsteht. Bis sich die Politiker damit befassen können werden also noch viele Monate vergehen – wahrscheinlich bis nach der Sommerpause 2017. Dieser Zeitplan ist schon lange vor Flügges Antritt abgestimmt worden.

Werden die Stellungnahmen veröffentlicht?

Die Stellungnahmen im Original können die Mitglieder des Stadtrats zwar einsehen, die Bürger und Bürgerinitiativen aber nicht. Diesen Ablauf, das bestätigt der Stadtbaurat, sei intern noch einmal geprüft worden und rechtssicher. Die Vorschriften der Bauleitung seien vorrangig, auch das Informationsfreiheitsgesetz greife hier nicht.

Das ist für den Stadtbaurat auch nachvollziebar, denn zum einen stünde der Datenschutz einer Veröffentlichung im Wege.

Zum anderen sehe das Verfahren das grundsätzlich nicht vor: „Die Verwaltung hat den Vorentwurf sehr sorgfältig erarbeitet, genauso sorgfältig werten wir die Stellungnahmen aus und bereiten eine Abwägung der Argumente vor. Dann hat der Rat das Wort – und dann gehen wir noch einmal in die Öffentlichkeitsbeteiligung. Dazwischen kann nicht einfach jeder nach Belieben in die Unterlagen schauen”, sagt Flügge: „Wenn ich eine Stellungnahme abgebe, dann warte ich ab, was dabei herauskommt – dann kann man erneut auf die Inhalte schauen. Mir wäre als Bensberger doch egal, was zum Beispiel Schildgen dazu sagt.”

Allerdings – Bürgermeister Lutz Urbach will der Bürgerinitiative selbst antworten, der Wortlaut sei noch nicht formuliert, weil eine endgültige Entscheidung ausstehe, bestätigt die Pressestelle der Stadt.

„Klagen gegen Flächennutzungsplan nicht möglich”

Die Bürgerinitiative Moitzfeld Herkenrath hatte die rasche Veröffentlichung aller Stellungnahmen gefordert und verweist auf das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) . Ähnlich argumentiert der Jurist Dirk-Carsten Günther, der ebenfalls einen Antrag auf Basis des IFG gestellt hat.

Auch die anderen Ankündigungen von Bürger und Bürgerinitiativen, mit inhaltlichen gegen den FNP-Entwurf zu klagen, sieht Flügge als substanzlos. Ein Flächennutzungsplan sei eben eine Absichtserklärung, die nur für die Behörden verbindlich sei – daher seien Klagen der Bürger nicht zulässig.

Zudem stünde der FNP der Stadt im Einklang mit dem Regionalplan; dieser habe schon 2001 im Grundsatz festgelegt, welche Flächen auch auf Bergisch Gladbacher Gebiet Freiraum bleiben sollen und welche für die Bebauung zur Verfügung stehen.

Mit den „Trägern öffentlicher Belange”, neben Behörden und Beiträten auch der Naturschutzverband, müsse man einen Konsens finden, sagt der Baurat. Auch deren Stellungnahmen werden erst noch ausgewertet, doch da sehe er keine großen Konflikte, die nicht zum Beispiel durch Auflagen für die Bauleitplanung geheilt werden könnte.

Erst im nächsten Schritt, wenn es auf der Basis des neuen FNP um detaillierte Bebauungspläne gehe, könnten die Betroffenen vor Gericht ziehen.

Es gebe zwar Einzelfälle in der Rechtssprechung, bei der Gerichte Klagen zugelassen haben. Diese richteten sich jedoch auf den Sonderfall von Vorranggebieten für Windparks, berichtet Flügge. Dort seien endgültige Entscheidungen bereits vorgeprägt worden, daher Klagen zugelassen. Genau das sei beim FNP als reine Leitplanung aber eben nicht der Fall.

Inhaltliche Kritik nicht gerechtfertigt

Flügge hält die Kritik aber auch inhaltlich nicht für gerechtfertigt. Weder bei den Flächen für Wohnungsbau noch bei denen für Gewerbe. Einige seiner (Gegen)-Argumente in Stichpunkten:

  • Der Zuzugsdruck aus Köln sei ein Fakt, dagegen könne sich die Stadt nicht abschotten. Neben jungen Familien zögen auch zunehmend Gewerbebetriebe ins Umland.
  • Der Druck werde sich durch eine Verbesserung der S-Bahn-Anbindung durch ein zweites Gleis und eine Taktverdichtung noch erhöhen, damit werde Pendeln deutlich attraktiver.
  • Auswirkungen auf Bergisch Gladbach gebe es bereits jetzt: die Preise für Bauland, Wohnungen und Häuser steigen – und werden selbst für Bezieher mittlerer Einkommen unbezahlbar
  • Die Kritik an den Bevölkerungsprognosen sei unzutreffend; zudem drohe hier ohnehin keine Gefahr: sollen sich die Prognosen als falsch erweisen, sei man für alle Eventualitäten gewappnet.
  • Die Stadt benötigt dringend Gewerbeflächen, auch für die Erweiterung bereits bestehender Betriebe.
  • Es gehe nicht um Industrie mit rauchenden Schloten, sondern um modernes Gewerbe, das von einer Wohnbebauung nicht mehr weit entfernt liege (Beispiel: Miltenyi Biotec).
  • Die Ansiedlung von Firmen, die große Flächen verschlingen und wenig Arbeitsplätze benötigen, sei in Bergisch Gladbach ohnehin nicht möglich.
  • Großflächige Gewerbegebiete sind schon durch die Topographie ausgeschlossen.

Ein kritischer Punkt: Verkehr

Ein in allen kritischen Stellungnahmen auftauchender Punkt ist der Verkehr; vor dem Hintergrund bereits jetzt zum Teil massiv überlasteter Straßen auch im Osten der Stadt, wo die größten Wohn- und Baugebiete vorgesehen sind. Doch die Frage, wie die neuen Flächen an das Verkehrsnetz angeschlossen werden sollen, sei ebenfalls nicht die Aufgabe des FNP. Für Kreis- und Landesstraßen sei die Stadt ohnehin nicht zuständig – wenngleich das Verkehrsproblem im Hinterkopf natürlich immer mitgedacht werde.

Auch hier verweist Flügge auf den offenen Charakter des FNP, auf seine Grobkörnigkeit: So sei zum Beispiel eine Trasse für die angedachte Verlängerung der KVB-Line 1 bis Herkenrath eingezeichnet. Nicht als konkreter Streckenverlauf, sondern als Skizze.

Eine solche Verlängerung der Linie 1 hält Flügge für durchaus realistisch: „Vor zehn Jahren hatten wir noch ganz andere Bevölkerungsprognosen, für Köln wie für das Umland. In den nächsten 20 Jahren ist da sehr viel möglich. Klar ist aber, dass der ÖPNV stark wachsen muss.”

Die Bahndammtrasse findet sich auch im Entwurf für den neuen Flächennutzungsplan

Eine neue Idee für die Bahndammtrasse

Die Bahndammtrasse ist ebenfalls im FNP eingezeichnet; dazu ist die Verwaltung verpflichtet, weil sich diese potenzielle Route zur Autobahn auch in der Landesplanung findet und es entsprechende Ratsbeschlüsse gibt. Allerdings fällt es auch Flügge in einer ersten Einschätzung schwer, „mir eine Zubringerstraße oben auf der Dammkrone vorzustellen, umgeben von hohen Schallschutzwänden”.

Aber auch hier plädiert der neue Baurat für neue Ideen. Man müsse die Trasse ja nicht zwingend auf den Bahndamm legen, sondern könne denn vielleicht auch abtragen. „Dann haben wir plötzlich eine 26 Meter breite Fläche zur Verfügung. Warum sollte man darüber nicht mal nachdenken und versuchen, aus dem Schwarz-Weiß-Denken herauszukommen?”

„Kommunikation mit gegenseitiger Wertschätzung”

Da drängt sich die Frage auf, wie Flügge mit dem Schwarz-Weiß-Denken der Befürworter und Gegner des FNP umgehen will. Dabei sind sich der Baurat und seine Planerin Krause sicher, dass die Frontstellungen gar nicht so verfestigt sind. Bei vielen Gesprächen mit Bürgern seien sie zwar zunächst auf Ablehnung gestoßen. Wenn die Vertreter der Verwaltung ihr Vorgehen und die Pläne genauer erläutert hatten, seien sie aber auch auf viel Verständnis getroffen.

Zum Teil, dieser Vorwurf schwingt bei Flügge und Krause mit, würden die Bürger von den Aktivisten der Bürgerinitiativen instrumentalisiert und nicht unvoreingenommen informiert. „Wenn wir aber auf gleicher Augenhähe und mit gegenseitiger Wertschätzung kommunizieren, dann ist eine Übereinkunft möglich”, sagt Flügge.

Ein Plädoyer für Voislöhe

Das gelte selbst und gerade für das besonders umstrittenen Gewerbegebiet Voislöhe in Moitzfeld. Flügges Plädoyer dafür lautet: „Das sind eigentlich die am besten geeignetesten Gebiete für moderne Gewerbebetriebe – und wenn man sie im Konzept von modernen Verkehrslösungen der Zukunft sieht, ist hier eine Ansiedlung durchaus denkbar.”

Im Moment sei allerdings nicht der richtige Zeitpunkt, darüber zu diskutieren. Die einzelnen Schritte des Verfahrens seien vorgegeben. Jetzt müsse sich die Verwaltung erst einmal selbst ein Bild von den Stellungnahmen der Bürger machen, danach können man wieder miteinander sprechen.

„Nach der klug und aufwendig gemachten ersten Bürgerbeteiligung ist dieses Fenster jetzt erst einmal wieder zu”, sagt Flügge. Aber es komme ja noch die zweite Beteiligungsrunde – und neue Mitspracheverfahren im Rahmen der späteren Aufstellung der Bebauungspläne.

Die letzten Entscheidungen liegen beim Stadtrat

Am Ende des Tages, darauf weist Flügge besonders hin, sei es ohnehin nicht die Verwaltung, sondern der Stadtrat als Vertreter der Bürger, der die konkreten Entscheidungen treffe. Und das vor einem Baubeginn mindestens drei Mal:

  1. Bei der Verabschiedung des Flächennutzungsplans.
  2. Bei der Festlegung, welche Flächen in welcher Reihenfolge angegangen werden sollen (Priorisierung).
  3. Beim Aufstellen der konkreten Bebauungspläne, in denen erst die konkreten Vorgaben festgelegt werden.

Verwaltung bereitet Priorisierung der Flächen vor

Bei der Priorisierung will die Verwaltung der Politik jedoch einen Vorschlag an die Hand geben. Sie prüfe derzeit, welche Wohngebiete mit Blick auf die Infrastruktur (neben Straßen auch Schulen oder Kindergärten) ohne große Investitionen zu erschließen sind. Dabei spiele auch die „verkehrliche Einschätzung” und die Frage, welche Grundstücke eigentlich verfügbar sind, eine Rolle. „Diese Flächen mit der Priorisierung werden wir zuerst anfassen: die gut und verfügbar sind”, erläutert Flügge.

Bei der Priorisierung denkt er an drei Stufen. Daraus würde sich dann eine Zuordnung der Flächen ergeben, die in den Jahren 2019 bis 2017, 2018 bis 2026 und 2027 bis 2035 erschlossen werden (könnten).

Mehr Informationen: Alle Beiträge vom FNP finden Sie hier

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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15 Kommentare

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  1. “Aspekte wie Stärkung des innerstädtischen Reduzierung des Flächenverbrauchs im Außenbereich, Familiengerechtigkeit und demografischer Wandel spielen in meinen Augen ebenfalls eine wichtige Rolle im Sinne einer nachhaltigen Flächenentwicklung.”
    Georg Moenikes Bürgermeister Emsdetten, 2006 (noch im Amt)

    Auf der Suche nach freien Flächen und gem. der Zielsetzung Innenverdichtung vor Außennutzung wird der Verwaltung das “Handbuch zur Binnenentwicklung” von *festhalten* Büro Post und Welters empfohlen http://bit.ly/2idtHdV – Arbeit gem. Auftragsziel, große Unterschiede zum FNP Vorhaben in Bergisch Gladbach.

    Es gibt deutlich mehr als nur “Baulückenmanagement” … Neustart bitte!

    Freundliche Grüße
    Gero Debuschewitz

  2. Ich bin in Schildgen geboren und habe mich ganz bewusst entschieden, nicht nach Köln zu ziehen, da ich hier eine gesunde Mischung aus ländlichem – sprich- grünem Umfeld und guter Erreichbarkeit in die Innenstadt nach Köln vorgefunden habe. Die Betonung liegt auf habe. Falls der FNP auch nur in abgespeckter Form umgesetzt werden sollte, verlieren alle Stadtteile ihre Identität und für viele den Hauptgrund, hier noch zu wohnen. Die architektonische Schönheit der Stadt Bergisch Gladbach kann es wohl nicht sein. Da die Verkehrssituation ebenfalls ein nicht mehr erträgliches Niveau erreicht hat, ist man nur noch sprach- und fassungslos angesichts der Ausführungen der Herren Flügge und Müller. Ich bin heilfroh, dass ich nicht noch den Berufsverkehr aus Köln nach BGL mitmachen muss, wie viele andere leidgeplagte Mitmenschen. Köln macht uns vor, wie eine jahrelang verschlafene Verkehrsinfrastruktur viele Menschen bis an den Rand der Verzweiflung bringt. Aber wir können nachlegen : wer in der Mittagszeit versucht von der Innenstadt nach Schildgen zu gelangen, kommt sich vor, als wenn er in der Hauptverkehrszeit auf der Leverkusener Brücke gestrandet ist. Stop and go von der Feuerwache bis zur Kreuzung Altenberger-Dom-Strasse. Da frohlockt man schon bei der Ankündigung, dass der FNP unabhängig von einem Verkehrskonzept umgesetzt werden soll.
    Abschliessend muss ich mich als eine der nicht informierten Bürgerinnen outen, die von einer Bürgerinitiative instrumentalisiert worden ist. Dafür bin ich meinen Nachbarn extrem dankbar – sie haben dafür gesorgt, dass ich mich mit großem Interesse dem FNP widme und Leserbriefe schreibe. Und stolz bin, Menschen zu kennen, die einen Großteil ihrer Freizeit opfern, um dafür Sorge zu tragen, dass unsere Stadt weiterhin lebenswert bleibt.

  3. Das schlägt ja wohl dem Fass den Boden aus!!

    Da wird von der Stadt ein neuer Flächennutzungsplan entworfen.
    Unsere Stadt soll – wenn alle ausgewiesenen Flächen genutzt werden- um mehr als 9000 Bürger wachsen.

    Die Stadtverwaltung preist eine ausführliche Bürgerbeteiligung dazu an, und verspricht ausdrücklich, dass die Stellungnahmen der Bürger „bei der Erarbeitung des
    Flächennutzungsplan-Entwurfs mit in die Abwägung einfließen“ werden.

    Dann gehen bis zum Ablauf der gesetzten Frist mehr als 4000 Einsprüche von Bergisch Gladbacher Bürgern gegen den Flächennutzungsplan ein.
    Die Stadt sagt die für Ende November geplante Ausschußsitzung ab, da sie bisher nicht alle Stellungnahmen sichten, geschweige denn auswerten könne.

    Und noch, bevor die Stadt also überhaupt die Inhalte aller Stellungnahmen kennt, läßt
    Herr Baurat Harald Flügge sich öffentlich im Portal in-GL über die eingesandten Stellungnahmen der Bürger aus:
    „Offenbar hätten viele der Gegner den Plan nicht genau studiert. Vielen fehle noch immer das Verständnis, was Ziele und Verfahren eines Flächennutzungsplans tatsächlich seien.“

    Deutlicher, Herr Flügge, können Sie kaum zeigen, welche Wertschätzung Sie der Meinung der Bergisch Gladbacher Bürger zukommen lassen!

    Wir haben den Flächennutzungsplan sehr wohl gelesen!:
    Im Gegensatz zu Ihnen, offensichtlich zumindest teilweise genauer als Sie!:

    Das können wir Punkt für Punkt durchgehen:

    1.
    Sie behaupten:
    „der Entwurf baue auf „sehr guten, transparent dargelegten Prognosen” auf; jeder Interessierte könne sich in den gut aufbereiteten Unterlagen umfassend informieren“

    Und selbstverständlich haben wir uns umfassend informiert:
    Die Prognosen zum Bevölkerungszuwachs in GL gehen von 4 verschiedenen Varianten aus.
    Varianten 1+2 können wir hier vernachlässigen, da sie keinen nennenswerten Zuwachs in GL voraussagen.
    Der Variante 3 ein konstanter Zuzug nach Bergisch Gladbach vornehmlich aus Köln (ca. 100 Person pro Jahr) zu Grunde gelegt.
    Allerdings wird hier schon prognostiziert, dass sich dieser Trend ab dem Jahr 2020 nur noch gedämpft fortsetzen wird (ca. 50 Personen/Jahr).
    Zusätzlich geht bereits Variante 3 davon aus, dass Personen aus dem Ausland (Flüchtlinge) in Bergisch Gladbach verbleiben und somit das Bevölkerungswachstum weiter vorantreiben. Für das Jahr 2035 prognostiziert Variante 3 daher eine Einwohnerzahl von 115.638.

    Variante 4 wurde dann noch zusätzlich unter dem Eindruck der massenhaften Zuwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland und natürlich auch nach Bergisch Gladbach im Jahr 2015 hinzugefügt.
    Diese Variante geht nun davon aus, dass sich dieser Zuwanderstrom unverändert, ungebremst und ohne Einschränkungen wie in 2015 bis ins Jahr 2035 fortsetzen wird und prognostiziert unter diesen Umständen für das Jahr 2030 eine Einwohnerzahl von dann 120.000 Menschen in Bergisch Gladbach.
    Wir haben den FNP gelesen! Nur sind wir anderer Meinung als Sie! Wir sind der Meinung, das der Flüchtlingsstrom sich nicht von 2015 an ungebremst und unverändert wie in 2015 fortsetzen wird.
    Wir glauben eher, dass die Zuwanderung von Flüchtlingen in 2015 hier als vorgeschobenes Argument „zweckentfremdet“ wird, um deutlich mehr potentielle Bauflächen als notwendig ausweisen zu können.

    2.
    Sie behaupten:
    Sie haben „die Stellungnahme von Josef Cramer, der eine viel stärkere Verstädterung und Verdichtung der Innenstadtbereiche gefordert hatte, mit Interesse gelesen, „aber das ist nicht Bergisch Gladbach.” Viele Bereiche seien von ein- bis dreigeschossigen Häusern mit großen Grundstücken geprägt, daran müsse man sich orientieren und könne nicht einfach 4-Geschösser daneben setzten. „Das hat man in den 70er Jahren gemacht, aber heute doch nicht mehr,”

    Aber wenn Sie den Flächennutzungsplan tatsächlich gut gelesen haben, dann hätten Sie doch feststellen müssen, dass ganz genau DAS geplant ist!
    Im Flächennutzungsplan selber ( „Themenplakate Internet“)wird ausdrücklich und sogar mit Beispielbildern festgehalten, welche Bebauung geplant ist:
    3-4 –geschossige Wohnblocks ( und dabei haben wir nur die mittlere der dort angestrebten Bebauungsdichten zugrunde gelegt!), und zwar auf Flächen, die von Straßen mit vorwiegender Einfamilienhausbebauung, teilweise mit großen Grundstücken, begrenzt werden.
    Da sollen dann auf einer Wiese, begrenzt durch enge Einwohnerstraßen, teilweise Spielstraße mit Tempo-7 km/h-Begrenzung insgesamt 256 neue Wohnungen entstehen.
    Das bedeutet: Z.B. 60 4-Familienhäuser oder 40 6-Familienhäuser!
    Wie war Ihre Aussage nochmal?: „Das hat man in den 70er Jahren gemacht, aber heute doch nicht mehr”.

    Wenn Sie Ihre Aussage ernst meinen, dann müssten Sie umgehend den Flächennutzungsplan ändern, indem Sie die Bebauungsdichte auf den angesprochenen Flächen drastisch reduzieren!

    Zudem sind die Flächen aus unserer Sicht eben nicht „an klugen Punkten“, wie Sie behaupten, angelegt.
    Klug wären Flächen, von denen der Verkehr unmittelbar abfließen kann und noch klüger wären Flächen, von denen aus man sehr gut mit öffentlichem Nahverkehr zur Arbeit fahren kann.
    Flächen jedoch, die in Wohngebieten liegen, durch die sich der neue Verkehr erst einmal hindurchschlängeln muss, um dann auf eine Hauptstraße zu münden, die jetzt bereits laut Mobilitätskonzept als verkehrsmäßig und im Lärmaktionsplan als lärmrelevant überlastet bezeichnet werden, kann wohl nicht als „klug“ bezeichnet werden.
    Auch eine Argumentation, dass der ÖPNV in diesem Bereich gut sei, ist nur ein Schein-Argument, wenn diese gute ÖPNV-Anbindung zwar aus gut getackteten Buslinien besteht, diese Busse aber mangels eigener Busspur selber auch im täglichen Berufsverkehrsstau stehen – auch das wird übrigens im Mobilitätskonzept selber ebenso beschrieben.
    Aber sämtliche Erkenntnisse, die das im August 2016 veröffentlichte Mobilitätskonzept hervorbrachte, werden ja, sofern sie im FNP stören würden, einfach nicht erwähnt und berücksichtigt!
    Das soll „klug“sein?

    3.
    Ihre nächste Aussage
    „Die detaillierte Kritik vieler Bürgerinitiativen und auch des Bergischen Naturschutzbundes weist Flügge zurück. Offenbar hätten viele der Gegner den Plan nicht genau studiert. Vielen fehle noch immer das Verständnis, was Ziele und Verfahren eines Flächennutzungsplans tatsächlich seien.
    „Ein F-Plan ist ein Möglichkeitsmacher: er zeigt die Potenziale für die Entwicklung einer Stadt auf.“
    Ist schlichtweg einfach unverschämt!
    Nur, weil wir anderer Meinung sind, sind wir nicht zu dumm, den FNP zu verstehen!
    Wir WISSEN, dass der FNP ein „Möglichkeitsmacher“ ist und genau das ist es ja, wogegen wir uns wehren!
    Wollen oder können Sie das nicht verstehen?

    Bürger, die andere Meinungen haben, einfach als zu dumm darzustellen, ist wohl kein geeigneter Standpunkt für einen städtischen Mitarbeiter, der eigentlich im Sinne der Bürger entscheiden sollte.

    Ihrer Aussage, es gäbe keinen Zwang, den FNP in allen Punkten umzusetzen, können wir daher auch kein Vertrauen mehr schenken – wenn die Möglichkeit da ist, werden sich mit Sicherheit auch genügend Investoren finden.

    Wir sehen auch nicht, dass wir, wie von Ihnen behauptet, „dem Siedlungsdruck aus Köln hilflos ausgeliefert“ wären:
    Im Flächennutzungsplan selbst wird davon ausgegangen, dass sich dieser Siedlungsdruck bereits ab 2020 von selbst reduzieren wird. (nachzulesen in der Begründung zum Vorentwurf FNP Seite 48).

    (Und mal ganz provokativ „nebenbei“ bemerkt: Auch die Stadt Köln auf ihrem Stadtgebiet noch über viele, viele grüne Flächen, die bebaut werden könnten – warum sind wir Gladbacher dafür verantwortlich, den preiswerten Wohnraum für Kölner zu schaffen?)

    4.
    Interessant ist auch, dass es einerseits in dem Artikel heißt, dass Ihre Mitarbeiter im Moment noch damit beschäftigt seien, die Stellungnahmen der Bürger zu zählen und in Listen einzutragen, erst im dann folgenden nächsten Schritt würden die Stellungnahmen ausgewertet.
    Trotzdem lassen Sie sich schon zu jetzigen Zeitpunkt dazu herab, die Bürger und Bürgerinitiativen, die diese Stellungnahmen abgegeben haben, als für zu dumm, um den FNP richtig zu verstehen, darzustellen.

    Auch inhaltlich halten Sie die Stellungnahmen nicht für gerechtfertigt – also muss ich ja davon ausgehen, dass Sie schon vor Ihren Mitarbeitern die Stellungnahmen alle detailliert gelesen und bewertet haben??
    Ja, warum müssen sie denn dann überhaupt noch vom Büro Post&Welters weiter ausgewertet werden? Die Arbeit und das Geld dafür kann man sich doch dann sparen, wenn der Herr Baurat doch ja sowieso schon weiß, dass die Stellungnahmen der Bürger haltlos sind.

    Bleibt zudem trotzdem noch die Frage offen, ob eine Auswertung der Stellungnahmen ( die wohl – davon gehe ich zumindest aus- durchweg Kritik am FNP üben) durch das gleiche Büro, welches auch den FNP maßgeblich erarbeitet hat, nicht einen deutlichen Interessenskonflikt darstellt.
    Zu welchem Ergebnis soll das Büro Post&Welters denn kommen? Soll es feststellen, dass manche der Stellungnahmen gerechtfertigt sind? Das würde dann ja bedeuten, dass das Büro Post&Welters seine eigenen Fehler aufdecken müsse.
    Sehr unwahrscheinlich!

    5.
    Sehr interessant finde ich auch Ihre Aussage,
    „Mir wäre als Bensberger doch egal, was zum Beispiel Schildgen dazu sagt.”
    So kleingeistig denken wir nicht!
    Der Flächennutzungsplan geht ALLE Bergisch Gladbacher Bürger an – kleinteiliges Stadtteildenken ist nicht förderlich.
    Egal, wo im Stadtgebiet solche massiven Bauflächen ausgewiesen werden – den noch weiter zunehmenden Verkehr werden ALLE Bergisch Gladbacher Bürger zu spüren bekommen.

    6.
    Die Aussage, es bestünde doch keine Gefahr, wenn die Prognosen sich als falsch herausstellen würden, bräuche man ja nicht zu bauen, ist schlichtweg unrealistisch.
    Wollen Sie uns wirklich für so dumm verkaufen? Wenn einerseits die Investoren schon in den Startlöchern stehen, andererseits eine Nachfrage da ist – dann ziehen wir doch mit der „Möglichmachung“ erst recht und ganz bestimmt noch weiter neue Zuzugswillige an!
    Keine einzige, möglichmachende Fläche, die ausgewiesen wird, wird letztendlich unbebaut bleiben, dafür werden die Investoren schon sorgen!

    7.
    Auch die Aussage „Doch die Frage, wie die neuen Flächen an das Verkehrsnetz angeschlossen werden sollen, sei ebenfalls nicht die Aufgabe des FNP“ finden wir mehr als bedenklich:
    Es geht doch nicht nur um den Anschluss der neuen Flächen an das Verkehrsnetz? Wer so denkt, denkt viel, viel zu kurz!!
    Es nutzt doch nicht alleine der Anschluß der neuen Flächen an die bestehenden Straßen!
    Das bestehende Verkehrsnetz muss dann ja den neuen Verkehr auch aufnehmen können!
    Bereits im Mobilitätskonzept der Stadt Bergisch Gladbach, veröffentlicht gerade mal einen Monat vor dem FNP, wird festgehalten, dass die Hauptverkehrsachsen unserer Stadt bereits jetzt in den Berufsverkehrszeiten überlastet sind! Gleichzeitig wird dort festgestellt:
    „Die Möglichkeiten des Ausbaus des Straßennetzes sind jedoch außerordentlich begrenzt, da kaum realistisch nutzbare Trassen vorhanden sind. Beachtet werden müssen ferner die Entwicklung der Bevölkerung und das künftige Verkehrswachstum.“ ( Seite 26 des Mobilitätskonzeptes der Stadt Bergisch Gladbach).
    Ausdrücklich möchte ich dabei darauf hinweisen, dass bei der Aufstellung des Mobiltätskonzeptes noch von einem Bevölkerungszuwachs von nur 4000 neuen Bewohnern ausgegangen wurde und nicht von einem Bevölkerungszuwachs von mehr als 9500! neuen Bewohnern, für den der FNP jetzt aufgestellt werden soll!
    Herr Pachan vom Ingenieurbüro Rödel und Pachan aus Kamp-Lintfort, welches das Mobilitätskonzept für die Stadt erstellt hat, hat auf der Informationsveranstaltung im Bergischen Löwen selber ausgesagt:
    Ein gering höherer Bevölkerungszuwachs kann von unseren Straßen vielleicht noch kompensiert werden, ein Zuwachs von über 4500 Einwohnern (mit dann mindestens 13.500 täglichen Fahrten mehr) sicherlich nicht mehr.
    Und jetzt wird sogar für mehr als 9500 neue Einwohner geplant, ohne jegliche Vorstellungen, wie und auf welche Weise man diesem Verkehrszuwachs (laut Berechnung des Mobilitätskonzeptes der Stadt, nicht unserer eigenen, sind das dann 28.500 Fahrten TÄGLICH mehr auf unseren Bergisch Gladbacher Straßen!) dann Herr werden möchte.

    Natürlich gibt es Pläne: Man möchte durch den Ausbau von Fahrradwegen, attraktiveren Fußwegen und das Umsteigen von mehr Personen auf öffentliche Verkehrsmittel insgesamt
    8 % Individualverkehr einsparen.
    WOW! Dann fahren nicht mehr 28.500 Autos täglich mehr auf unseren Straßen, sondern nur noch 26.220!
    Zusätzlich zum bisherigen Verkehr, wohlgemerkt!

    Weitere Ideen zur Entspannung der Verkehrssituation?:
    In Schildgen wurde uns gesagt, man wolle „prüfen, ob nicht an der Kreuzung Kempener Straße- Altenberger-Dom-Straße ein Kreisverkehr machbar sei“.
    Herr Flügge, haben Sie eigentlich auch den Lärmaktionsplan Ihrer Stadt gelesen?
    Falls ja, dann hätten Sie darin nachlesen können, dass diese „Idee“ bereits 2012 geprüft wurde!:
    Ergebnis: NICHT machbar, weil nicht genügend Platz vorhanden ist.
    Trotzdem wird uns Bürgern diese Idee auch jetzt, 4 Jahre später, wieder erneut aufgetischt.
    Ist das der von Ihnen gepriesene „Dialog auf Augenhöhe“? Oder sollen mit solchen alten, neu aufgefrischten „Ideen“ nur Bürger mundtot gemacht werden?
    Ich jedenfalls fühle mich durch solche Argumentationen NICHT ernst genommen.

    Aber es geht ja noch besser:
    Bei unseren Gesprächen mit den Fraktionen der Stadt Bergisch Gladbach wurde uns unter anderem auch gesagt, man müsse sich über den Verkehr nicht so sehr viele Gedanken machen, die Verkehrsitutation würde sich in den kommenden 10 Jahren sowieso sehr entspannen, weil dann sehr viel mehr intelligente Parksysteme unterwegs sein würden und außerdem viel mehr Zulieferungen über Drohnen abgewickelt würden.
    Ehrlich gesagt: Bei einer solchen Argumentation fehlen mir die Worte.

    Fazit kann doch nur sein:
    Man kann nicht neue Wohngebiete planen, ohne VORHER realistisch zu überlegen und zu planen, WO und WIE der neue Verkehr aufgenommen werden kann.

    Im Kölner Stadtanzeiger vom 03.11.2016 wurde ein Interview mit Herrn Roman Suthold, ADAC-Verkehrsexperte, abgedruckt.
    Herr Suthold wurde gefragt, was denn bei der (Kölner) städtischen Verkehrsplanung schiefgelaufen sei und er antwortete:
    Zitat: „Bei der Stadtplanung wurde es jahrzehntelang versäumt, die Verkehrsanbindung mitzudenken bevor ein Neubaugebiet entsteht und nicht erst hinterher.“

    Wollen wir das nun in Bergisch Gladbach wider besseren Wissens auch so machen??

    8.
    Ganz zum Schluß möchte ich noch auf den Vorwurf eingehen, die Bürgerinitiativen hätten die Bürger instumentalisiert und nicht unvoreingenommen informiert.
    Das ist eine unglaubliche Unterstellung, so etwas ohne jeglichen Beweis oder Beleg einfach zu behaupten.

    Wir hier in Schildgen jedenfalls haben jeden, mit dem wir gesprochen, gemailt oder telefoniert haben, ausdrücklich immer wieder mit den Links zum Flächennutzungsplan, zum Mobilitätskonzept und zum Lärmaktionsplan versorgt – wie Sie selber schrieben, konnte sich jeder Interessierte dort ausführlich informieren!

    Ich empfinde es als eine ungeheuerliche Unverschämtheit, die Arbeit, die wir uns hier in stundenlangen Nächten gemacht haben, in dieser Weise zu diffamieren und kann mir kaum vorstellen, dass Sie irgendeinen von mir informierten Bürger finden, der sich von mir instrumentalisiert oder nicht ausreichend informiert fühlt.

    Die von Ihnen gepriesene Kommunikation auf „Augenhöhe“ vermag ich jedenfalls in solchen Äußerungen Ihrerseits nicht finden!

    Sollten Sie tatsächlich an einer solchen Kommunikation bereit sein, so stehen wir jederzeit für einen konstruktiven Argumentationsaustausch zur Verfügung.

    Ninette Schulte
    Odenthaler Markweg 38
    51467 Bergisch Gladbach

  4. Der Möglichkeitsmacher für das, was viele Bürger nicht möglich gemacht haben wollen!!! Ja, geht’s noch?
    Für mich ein seltsam anmutender unsensibler Auftritt und Umgang mit sensiblen Themen. Leichtfertig und vorschnell. Hier hätte es in allen Punkten, Verkehr, Bahndamm, Bürgerbeteiligung am FNP, um nur einige zu nennen, eines vorausschauenden, zwischen den Interessen ausgleichenden Auftritts bedurft, auf Augenhöhe eben.
    Wohlwissend, das dicke Ende kommt noch, das Ringen um den richtigen Weg für moderates Wachstum und die Entscheidung dazu im Detail. Umso mehr wäre dieser sensible Auftritt zu erwarten gewesen, wenn man berücksichtigt, dass es 100 Tage Zeit gegeben hat sich einzuarbeiten in zugegeben einen sehr umfangreichen Katalog an komplexen Projekten.
    Wie könnte es auch anders sein in einer kleinen Großstadt mit dieser Historie, keine große Kleinstadt eben.
    Der Katalog komplexer Projekte ist lang. “Der Neue” hatte es nach Lage der Dinge in der Hand Zeichen zu setzen als Neuer z.B. beim Verkehr, beim Bahndamm, bei der Bewertung der vielen qualifizierten Stellungnahmen zum FNP. Diese Chance ist nun vertan, unwiederbringlich.
    Alles richtig, weiter so. Wir planen schon den nächsten Schritt. Was ich vorher gesagt habe, das gilt hier nicht.
    Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sind noch nicht einmal ausgewertet, werden aber schon weggewischt. Klagen sollen keine möglich sein und für den Verkehr sind andere zuständig, abgesehen davon, dass man den Verkehr immer im Hinterkopf hat. Ganz schlimm wird es dann und, da bitte ich um Entschuldigung für die Wortwahl, da komme ich mir verarscht vor, wenn mir Herr Flügge nach fast 25 Jahren Bahndammdiskussion erklärt, dass der Bahndamm unten breiter ist als oben.
    Das lässt nichts Gutes erwarten. Hier ist ohne Not Porzellan zerschlagen worden.
    Dieser Vorgang wirft seine langen Schatten deutlich und weit voraus auf die bevorstehenden Wahlen in 2017.
    Einen Bärendienst hat Herr Flügge damit seiner Partei erwiesen. Man kann jetzt nur mutmaßen warum er das gemacht hat, was er erreichen will damit, woran es liegt, diese Leichtfertigkeit der vertanen Chance in eine Diskussion mit den Bürgern zu treten, eine Diskussion, die auf Augenhöhe passiert und mit gegenseitiger Wertschätzung stattfinden soll.
    Nachweinen hilft da nicht, der Auftritt ist verpatzt. In jedem Fall ist feststellbar, dass offensichtlich bei dieser schwierigen Materie nicht nur eine Persönlichkeit mit großer Fachkompetenz erforderlich ist, sondern dass diese Fachkompetenz auch gleich noch in unterschiedlichen Disziplinen abverlangt wird und das nicht nur beim Berater. Pateibuch reicht da manchmal nicht, ist fachlich auch nicht zwingend.
    Die klare Ansage hat mir gut gefallen, leider stimmt die Richtung nicht. Schade.
    Ja und die Konsequenzen? Darüber wird noch zu berichten sein.
    Die Gesprächsbereitschaft der Bürger jedenfalls ist ungebrochen, es geht ja schließlich um ihre Stadt.

  5. @Dirk-Carsten Günther. Ich kann nur 1 (Ja) und 3 (bei meiner bislang letzten Nachfrage vor gut zwei Wochen: interne Prüfung noch nicht abgeschlossen) beantworten.

  6. Vorab: Bei aller Erzürnung rege ich an, sprachlich “abzurüsten”. Wer gute Argumente hat, braucht seinen Gegner nicht verbal anzugreifen.

    Mich würde folgende Fragen interessieren:

    1. Wurde das Interview von Herrn Flügge autorisiert ?

    2.Erfolgt die gegenwärtige Priorisierung in “informeller Abstimmung” mit CDU und SPD ?

    3. In diesem Jahre kündigte der Herr Bürgermeister die Herbeiführung eines Ratsbürgerentscheid gem. § 26 GemO zum “Bahndamm” an. Der letzte Stand ist, daß ein interne rechtliche Prüfung erfolgte. Da man für eine solche allenfalls einige Wochen benötigt: Was ist mit diesem Ratsbürgerentscheid ?

    Wäre es nicht vernünftig – da nach dem Interview ein inhaltlicher Kompromiß nicht gewünscht wird, da alle Sachargumente fehlsam seinen -, diesen Ratsbürgerentscheid zum Bahndamm mit einem Bürgerentscheid (die benötigten Unterschriften würde zustande kommen) zu verbinden und am gleichen Tage zur Abstimmung zu stellen?

    Nach der Rechtsprechung (näheres hierzu demnächst in “Teil 2 der Kleinen kommunalen Rechtskunde” gibt es rechtlich interessante Möglichkeiten, wonach der FNP in seiner bisherigen Form nicht de jure, aber de facto verhindert werden kann – wenn in einem Bürgerentscheid dies dem Willen der Bürger entspricht.

  7. Ich hatte nach dessen Vorstellung im Mai noch gewisse Hoffnungen mit der Berufung des Herrn Flügge als Stadtbaurat verbunden. Jetzt tun sich erste Zweifel auf.

    Es ist richtig, im Mai führte Herr Flügge noch aus: „Eine Stadt muss im Innenraum wachsen, jede Expansion nach außen muss man kritisch hinterfragen.” Und er sprach von der Innenentwicklung als rotem Faden seiner beruflichen Tätigkeit, das würde auch in Zukunft so bleiben.
    Jetzt gibt er an festgestellt zu haben, dass die Stadt Bergisch Gladbach nicht mehr nach innen wachsen kann, alle verfügbaren Flächen wären aktiviert, die Stadt habe sich intensiv um die Schließung der Baulücken gekümmert, es wird von Machtlosigkeit gegenüber Eigentümern gesprochen, die nicht bauen möchten.
    Nun ja, wenn die Innenentwicklung wirklich der rote Faden seiner Tätigkeit darstellt und gleichzeitig die Feststellung stimmt, dass im Innenbereich unserer Stadt nichts mehr geht, dann hätte Herr Flügge den besagten Faden verloren. Dann könnte man fragen, ob es nicht besser sei, den Job wieder aufzugeben.
    Und wie beim Stadtbaurat der Eindruck entstanden ist, dass die Stadt aktives, intensives Baulückenmanagement betreibt, bleibt unklar (siehe dazu mein separater Artikel).

    Die Ausführungen des Herrn Flügge im Gespräch mit dem Bürgerportal erwecken auf mich den Eindruck, als ob man die detaillierte Kritik der Bürgerinitiativen und des Naturschutzbundes nicht Ernst nimmt. Die pauschale Zurückweisung der Kritik fördert nicht die Kommunikation zwischen beiden Seiten.

    Im Übrigen ist dies erneut ein erneut schönes Beispiel dafür, dass Verwaltung (wie auch die Politik) alles daran setzen muss, den Bürger anders wahrzunehmen und das eigene Verhalten danach auszurichten. Es scheint noch immer nicht überall angekommen zu sein, dass es insbesondere die Digitalisierung ist, welche die Kommunikation zwischen den Bürgern und der Verwaltung (bzw. der Politik) enorm verändert hat und auch noch zukünftig verändern wird. Der Bürger kann sich schneller und viel tiefer zu bestimmten Themen im Internet informieren. Früher haben sich nur wenige Bürger die Mühe gemacht, die Unterlagen im Rahmen der Auslage im Rathaus einzusehen. Jetzt geschieht dies vom heimischen Schreibtisch aus. Dadurch wird der Bürger in die Lage versetzt, viel besser zu Sachverhalten Stellung zu beziehen. Folge ist, dass die Eingaben nicht nur zahlreicher werden, sondern auch von deutlich besserer Qualität sind. Dies zeigten mir auch die veröffentlichten Stellungnahmen zum FNP. Dies zu ignorieren und die Bedenken vortragenden Bürger als Querulanten abzutun (wie das eben noch oft geschieht), führt zur weiteren Entfremdung des Bürgers von den in Verwaltung und Politik handelnden Personen. Diese Entwicklung gilt es endlich zu stoppen.

  8. Ja meint er denn, er könne machen was er will, der Herr Flügge, weil er ohehin 8 Jahre im Amt ist? Ist er scharf darauf, dass man ihm das Gegenteil beweist? Meint er, die Bürgersschaft ebenso erblinden lassen zu können wie er das wohl bei den Politikern gemacht hat, die ihn einstellten? Oder wie ist es möglich, dass ein solcher Ignorant, der sich durch alles Mögliche auszeichnet, nur nicht durch Sachkenntnis, auf dieser Position sitzt? Ist es wieder mal Vitamin B? Ist das die neue Politik Bergisch Gladbachs, die Bürger so zu beleidigen, die Initiativen so zu diffamieren, mit Unwahrheiten und Lügen unsägliche Pläne durchzuprügeln?

    Dieser Flügge vertritt gesundheitsgefährdende Positionen, liegt Industrie- und anderen Lobbys zu Füßen, ignoriert Tatbestände und ist gefährlich für Bergisch Gladbach.

    Man kann wieder einmal sehen, dass man vorsichtig sein sollte, sich etwas zu wünschen. Wer weiß schon, was kommt. Wir wünschten uns, Schmickler nur noch von hinten zu sehen. Nun haben wir Flügge!

  9. Vielen Dank Herr Watzlawek! Das ist Journalismus in Vollendung!
    Sie haben uns Bürgern mit diesem Interview in vollem Umfang aufgezeigt, mit welch abgehobenen, ja nahezu unverschämten Ansichten dieser Herr Flügge am Willen der Bürger dieser Stadt “vorbeiarbeitet” und diesen jegliche Kompetenz abspricht. Solch geballte, fast schon naiv wirkende Aussagen sind einem offenen Dialog auf Augenhöhe mit Sicherheit nicht förderlich. Ich erwarte, dass unsere demokratisch gewählten Volksvertreter im Sinne der Menschen dieser Stadt handeln. Politik und Verwaltung sind kein Selbstzweck.

    BI Nussbaum
    C. Leite

  10. Die Stellungnahme von Herrn Flügge ist arrogant, anmaßend und unverschämt. Anders kann man die Ausführungen von jemandem , der seit 1oo Tagen im Amt ist und Bürgerinitiativen vorwirft, sie würden die Leute instrumentalisieren, nicht bezeichnen.

    Herr Flügge, immerhin schon drei Monate im Amt weiß auch: „Was Bergisch Gladbach nicht ist“, und überhaupt sind die Kritiken an dem FNP ja ohnehin nur darauf zurück zu führen, dass die Leute den FNP nicht genau studiert haben.

    Die angebliche Planung der Landesregierung für den Bahndamm wird wieder einmal ins Feld geführt, wenn Herr Flügge sich einmal die Mühe gemacht hätte, zu lesen, wüsste er, dass der Teil ab der Kölner Straße nicht geplant war und seit 2011 auch nicht mehr geplant wird. Dies ist die eindeutige Stellungnahme der Landesregierung, nachzulesen auch hier im Blog. Somit ist es schlicht unwahr, dass das Einzeichnen des Bahndamms ab der Kölner Straße zur Autobahn Planungsstand ist! Herr Flügge, bleiben Sie bitte bei der Wahrheit!

    Doch all das kümmert Herrn Flügge nicht. Er verbreitet lieber Unwahrheiten und diffamiert die Bürgerinitiativen.

    Und die nun mal tatsächlich bestehenden Rechenfehlers für den Wohnungsbedarf sind es auch nicht wert, um drauf einzugehen.

    Es ist schon erstaunlich, wie vollkommen abgehoben Herr Flügge jegliche Kritik am Plan abbügelt. Aber sehr deutlich wird jetzt auch, warum man ausgerechnet diesen Bewerber ins Amt geholt hat.

    Bürgerwille war halt nicht gewünscht und der FNP soll auf Gedeih und Verderb gegen den Willen der Bürger bis zur Wahl durchgeprügelt werden.“

    Mit freundlichen Grüßen, Torsten Stakemeier

    Bürger für Bergisch Gladbach

  11. Es ist in der Tat bemerkenswert, wie rasch unser neuer Stadtbaurat Flügge, Freund und Weggefährte von Bürgermeister Urbach, mit seiner vormaligen Überzeugung („…Städte müssen nach innen wachsen…“) nun nichts mehr zu tun hat. Nichts zu tun hat er offensichtlich auch mit der Beschlusslage aller im Rat vertretenen Parteien, wenn er erneut für den „alten Hut“ eines Industriegebietes Voislöhe plädiert. Und es offenbart sich ein schon absonderliches Demokratieverständnis, wenn die Unmengen qualifizierter, kritischer Stimmen zum FNP als “…instrumentalisiert durch die BI`s…“ abgetan werden. Und dies genau in dem Moment, wo Parteien wie CDU, FDP, Grüne und endlich den Dialog mit den Bürgern suchen.

    Nun gut, derartiges ist uns durch Vorgänger Schmickler (jetzt „freischaffender Künstler“ im Dienste der Stadt) und die Verwaltungsspitze ja schon sattsam bekannt. Es sind ja immer nur einige wenige, „irregeleitete Wutbürger“, die den so klug geplanten Ablauf der Verwaltung behindern, deren segensreiche Entscheidungen nicht teilen, ja die einfach nicht verstehen wollen, was ihnen da alles Gutes wird beschert!

    Genauso ist es sehr geehrter Herr Flügge: Eine schöne Bescherung und verbindlichsten Dank! Diese paternalistische Verwaltungsdoktrin, besser zu wissen, was denn der Bürger für seine Zukunft wollen soll, ist der Kern so manchen Übels in unserer lebendigen Demokratie. Völlig inakzeptabel! Das gilt ebenfalls für den Versuch, die Eingaben der Bürger zum FNP „im stillen Kämmerlein“ oder gar durch die Verfasser des FNP selbst, das „Büro” Post Welters, auswerten zu wollen. Auch haben wir den FNP Entwurf sehr gründlich studiert und es fehlt uns weder an „Verständnis“ hinsichtlich des Verfahrens noch von dessen Zielen. Vielmehr haben wir eben dies ganz genau verstanden und lehnen daher Ihren „Möglichkeitsmacher“ FNP in Gänze ab. Das, was Sie da machen wollen, teilen wir nicht.

    Falls es noch irgendein Restvertrauen in die Unvoreingenommenheit unserer Verwaltungsspitze gegeben haben sollte, ist dieses nun gewiss dahin. Und wenn sich unsere etablierten Parteien über Politikverdrossenheit oder gar die Abwendung ihrer Stammwähler wundern, so können sie die Ursachen hierfür auch in unserem bescheidenen kleinen Gemeinwesen genauestens studieren.

    Es ist schon war: Es gibt Menschen, die von der Politik leben und Menschen, die für die Politik leben. Wir hoffen noch immer, dass letztgenannte unter unseren gewählten Vertretern im Rat die Mehrheit haben – unabhängig von der Parteizugehörigkeit. Und das unsere gewählten Vertreter dem beliebigen Treiben der Verwaltungsspitze jetzt endlich und mit aller gebotenen Klarheit entgegentreten. Der politische Schaden ist bereits jetzt unkalkulierbar groß, aber vielleicht ist ja der Dialog noch zu retten.

    Das eine ist in jedem Fall gewiss: Nach der Wahl ist vor der Wahl und wir werden unseren Fehler von 2014 definitiv nicht wiederholen.

    Für die Bürgerinitiative Moitzfeld Herkenrath
    Hans-Peter Iffland

  12. Kaum zu fassen und lächerlich, wie die Stadtverwaltung nun versucht, die Eingaben bei der Bürgerbeteiligung zu relativieren. Niemand hatte die Aufgabe, Argumente zu liefern – sondern es ging darum, seine Meinung zu äußern. Und wenn die nun der des Nachbarns oder wessen auch immer gleicht, dann ist das halt so. Dennoch haben sich viele Menschen die Mühe gemacht, Argumente zu liefern, ohne auch nur einen Cent dafür zu bekommen. Heraus kam dabei, dass die Argumente und Statistiken der Institute, die durch die Bürger der Stadt finanziert werden, zum großen Teil schlichtweg falsch sind. Das ist ein Skandal. Ein interessantes Menschenbild hat die Stadtverwaltung hier auch an den Tag gelegt: “instrumentalisiert durch die BIs…” – was glauben die eigentlich, wie viel Rückrad die Bürger der Stadt haben und ganz nebenbei: auch die Mitglieder der BIs sind Bürger der Stadt!

  13. Hätte die Stadt eine etwas bessere Informationspolitik, dann wäre man nicht nur auf die Informationen der Bürgerinitiativen angewiesen.
    Teile der Bürger indirekt als unwissende Mitläufer (so kam es zumindest für mich rüber) finde ich schon bedenklich, vielleicht sollten die Herren und Damen die Sorgen der Bürger ernst nehmen und es als Lapalie abtun, sonst machen diese evtl. bei der nächsten Wahl ihr Kreuzchen an einer anderen Stelle.
    Über einige Planungen bin ich erst durch die Bürgerinitiativen und über dieses Portal aufmerksam geworden. Teilweise hatte ich schon das Gefühl, das von Seiten der Stadt nicht so viel darüber geredet / informiert wurde, in der Hoffnung das es keiner mitbekommt..

    Ich bin froh über diese Möglichkeit Informationen zu erhalten, und ich leiste gerne meinen Beitrag dazu.. DANKE

  14. Er unterschätzt glaube ich den Rückhalt der BI’s gewaltig… 97% mehr Eingaben durch die BI’s, über 90% mehr Bürgerbeteiligung. So manch ein Bürgermeister ist schon über solche Pläne abgewählt worden. Ich sag nur Cross Boarder Leasing…

    Die aktuellen Anhörungen der BI’s in den Fraktionen sind hoffentlich nicht nur eine proforma-Geschichte. Sollte sich nichts drastisch ändern, müssen wir wie damals auch zu einem Bürgerbegehren aufrufen um unsere Stadt vor diesen Fehlplanungen zu schützen.

    Es gibt erhebliche Alternativen, die hier überhaupt nicht genannt wurden, die genannte wurde gegen jede Realität runtergespielt (Zanders). Klingt tatsächlich sehr nach CDU, die Zanders ja “nicht totreden” wollen. Faktisch ist aber ein Unternehmen, das innerhalb 25 Jahren ausschließlich geschrumpft ist auch nicht durch 3-5 Neueinstellungen (nicht mal 1 %…) zu retten und ein Platzbedarf, wie er dort abgeschottet wird, ist faktisch nicht vorhanden. Nicht um sonst müssen schon Teile der Stadtverwaltung in die Büroräume einziehen, damit die Fläche halbwegs genutzt wird…

    Zanders hat erhebliche Freiflächen, die man nutzen könnte, teilweise bereits erschlossen (zwischen PM3 und Heidkamper Straße; dort steht das verlassene alte Squash-Center auf einer großen weiten Wiese…). Man könnte den Parkplatz zum Parkhaus umwandeln, was kaum auffallen würde, da der Parkplatz in einer Senke unterhalb der Bensberger Straße liegt. Ein Mehrgeschossiges Parkhaus würde hier sogar zusätzlichen Parkraum schaffen, Flächen für Wohnraum freigeben und somit die Verdichtung in der Stadt möglich machen. Dies ist nur eine von vielen, vielen Alternativen, die bisher überhaupt nicht diskutiert wurden!

    Gerne bieten wir als BI Nussbaum Herrn Flügge an, Alternativen zu besprechen und aufzuzeigen, wo akute Konflikte zwischen Regional-Plan, Landesplänen und dem FNP bestehen.

    Zeigen Sie Herrn Flügge, dass er falsch liegt mit Stimmungslage der Bürgerschaft, unterstützten Sie unsere Petition und zeigen Sie damit Flagge!

    https://www.openpetition.de/petition/online/nussbaumer-wiese-und-koelner-fenster-sollen-bleiben-stoppt-nu7

    BI Nussbaum

    L. Esser

  15. Seltsam, dass der neue Stadtbaurat – rein zufällig alter Freund und Weggefährte des werten Herrn Bürgermeisters – nach seinem Plädoyer für die Innenverdichtung neuerdings genau dieselben Töne und Argumente anschlägt, wie der vergangene Stadtbaurat. Es wäre doch wirklich ein Schelm, wer Böses dabei dächte.