Peter Pröstel und Michael Bernhardt vom Dirt Stylers e.V. mit Bürgermeister Lutz Urbach

Auf große Sympathie für ihre Jugendarbeit sind die „Dirt Stylers” bei einem Ortstermin auf dem Mountainbike-Gelände im Nussbaumer Wald bei Vertretern des Stadtrats und Kreistags gestoßen. Doch über das geltende Baurecht können sie sich ebenso wenig hinweg setzen wie die Verwaltungen.

Daher bleibt es beim Gang der Dinge, mit dem sich der Verein der Biker  inzwischen abgefunden hat: Bis zum 20. Februar werden auch die letzten Holzbauten zerstört, danach beginnt der Gang durch die Institutionen, um am Ende eine legale Anlage neu aufbauen zu können. 

Der Sprungturm wird abgerissen, aber der Rundkurs mit den Erdrampen wird weiter genutzt

„Wichtig ist uns jetzt vor allem eine Übergangslösung, damit die vielen Kids sich hier weiter austoben können”, sagte Vereinssprecher Michael Bernhardt. Ein Ziel, für das die Aktivisten einen heftigen Aufwand betreiben – im Gelände und im Verwaltungsverfahren.

Die meisten Aufbauten sind bereits verschwunden, dafür haben die Biker neue Rampen aus Erde errichtet, um die Strecke weiter befahren zu können. Eigentlich brauchen sie aber Starttürme, um genügend Schwung für ihre Sprünge zu bekommen. Immerhin trainieren im Nussbaumer Wald auf Fahrer, die an internationalen Wettbewerben teilnehmen. 

Urbach nennt zwei Bedingungen

Für eine solche Übergangslösung stellt Bürgermeister Lutz Urbach nur zwei Bedingungen: alle Aufbauten müssen weg, die Erdschanzen dürfen maximal zwei Meter hoch sein – „aber ich werde hier nicht mit dem Zollstock herumlaufen.”

Urbach räumt ein, dass es in Deutschland mit dem Naturschutz mitunter zu weit getrieben werden. Doch n Stadt und Kreis müssten die geltenden Gesetze einhalten; eine grundsätzliche Veränderung könne es nur auf Landes- oder Bundesebene geben. 

Der Verein hat sich inzwischen juristischen und verwaltungstechnischen Sachverstand geholt und eingesehen, dass die in den vergangenen Jahren massiv gewachsene Anlage nicht ohne die entsprechenden Genehmigungen betrieben werden kann. Dabei geht es vor allem um das Baurecht – und die besonders strikten Auflagen im sogenannten Außenbereich.

Damit hier tatsächlich eine Freizeitanlage genehmigt werden kann, muss zunächst der Flächennutzungplan geändert und anschließend ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Und zum Schluss die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes erfüllt werden, aber das ist im Moment nicht das Problem. 

Die Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen zeigten große Anerkennung für die Jugendarbeit, die der Verein im Nussbaumer Wald leistet; die müsse erhalten und gefördert werden. Daher werde sich der Jugendhilfeausschuss bei seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen; auch die Initiatoren des geplanten Jugendrates setzen sich für die Strecke ein.

Peter Pröstel, der Vereinsvorsitzende, hat inzwischen mit Säge, Axt, Bagger und Schaufel die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass es weiter geht. Wertvolles Baumaterial wurde eingelagert, für das Werkzeuge eine Garage besorgt. Vor allem aber wurde die Strecke so verändert, dass die Jugendlichen ihren heiß geliebten Sport weiter ausüben können. Immerhin sind an diesem grauen Samstagvormittag mehr als 20 Fahrer auf der Strecke. Oder mit der Schüppe an der Strecke.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Wie kann in einem Forst gebaut werden und die Stadt bekommt nichts mit? Dann erst alles abreißen und verbieten um am Ende doch alles toll zu finden.

    Aber am besten gefallen mir die Aussagen des Bürgermeisters……. “ER LÄUFT NICHT MIT DEM ZOLLSTOCK RUM”….. UND “MIT DEM NATURSCHUTZ WÜRDE ES MITUNTER ZU WEIT GETRIEBEN “. Na super……

    Es ist ja Wahljahr….. Da bekommen die Politiker sogar einen Spagat hin den nicht mal eine prima Ballerina schafft. Wo bleibt hier die verlässliche Struktur…….?