So könnte die Brüderstraße umgestaltet werden

Die Stadtverwaltung hält nicht nur am Autobahnzubringer über den Bahndamm fest, sie baut auch die Pläne für die beiden Endpunkte aus: mit ganz neuen Projekten an der Buchholzstraße und an der Brüderstraße.

Der Autobahnzubringer hat (unter anderem) zwei Anschlussprobleme:

  1. Wie soll der (Schwerlast)-Verkehr aus dem Norden am Anfang auf den Bahndamm gelangen, wenn die Unterführung Tannenbergstraße nicht ausgebaut wird?
  2. Wie soll der Verkehr am Ende des Bahndamms an der Frankenforster Straße zur Autobahn kommen?

Für beide Probleme präsentiert die Stadtverwaltung im Rahmen der Überarbeitung des Vorentwurfs für den Flächennutzungplan Lösungsvorschläge. 

Im Norden, so der Vorschlag, soll der Verkehr von der Buchholzstraße über das sogenannte Gleisdreieck (am kleinen Gewerbegebiet Kuhlerbusch) zum Bahndamm geführt werden (siehe Karte, grüner Stummel).

Bislang ist die Unterführung an der S-Bahnstrecke ein einspuriges Nadelöhr. Aber, so die Vorlage, bei der Erweiterung der S-Bahn um ein zweites Gleis muss dieser Übergang ohnehin neu gebaut werden. Und könnte damit eine Alternative zur Unterführung Tannenberstraße bilden, die wohl nicht gebaut wird.

Im Süden, jenseits der Frankenforster Straße, präferiert Baurat Harald Flügge schon seit längerem eine geradlinige Verlängerung der Strecke an der Straße „Am Bahndamm”  (über das Gieraths-Gelände) bis zur Brüderstraße. Von dort soll der Verkehr aber jetzt nicht mehr einfach über die Brüderstraße geleitet werden. Statt dessen sieht die neue Vorlage eine umfassende Neugliederung des Gebietes vor.

Die Brüderstraße soll neu gebaut werden, und zwar direkt entlang der Autobahn. Damit werden Lärm und Dreck gebündelt, die neue Brüderstraße könnte mehr Autos aufnehmen. Dabei könnte, so die Vorlage, ein 40 Meter breite Streifen entlang der bestehenden Autobahn zum Teil genutzt werden, der für die Erweiterung der A4 ohnehin freizuhalten ist.

Und gleichzeitig entsteht Platz für ein ganz neues Gewerbegebiet, das in dem Verwaltungsvorschlag zum ersten Mal auftaucht. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. 

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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6 Kommentare

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  1. Fällt mir zu diesem Thema Bahndamm, das doch ehrlich gesagt noch nie eine sinnvolle Lösung hatte und nur Probleme mit sich bringt, gerade etwas ein, ohne dass ich schon im Detail darüber nachgedacht hätte:
    Hat schon mal jemand an eine Tunnellösung gedacht?
    Das mag aufs Erste wegen der Kosten abschrecken, aber weitere Gelder und Zeit in ein unlösbares Bahndammprojekt zu stecken ist rausgeschmissen.

    Vorteile:
    Nur an den Ein- und Ausfahrten (können durchaus mehrere sein) entstehen Baustellen.
    Es müssen keine oder nur wenige Grundstücke enteignet oder umgewidmet werden, keine Straßenzüge verändert werden, keine Kreuzungen umgebaut werden.
    Das oberirdische Stadtbild bleibt nahezu unberührt.
    Die vorrangig teuere Tunnellösung bring volkswirtschaftlich gesehen Vorteile, die nicht außer Acht bleiben sollten.
    So viel teurer als eine oberirdisch Lösung wird es im Endeffekt nicht sein, vielleicht sogar günstiger, da viele Nebenprobleme mit deren Kosten entfallen können.
    Der oberirdische Verkehr wird effizient entlastet und stört an keiner anderen Stelle außer an den Zu- und Ausfahrten zu einem Tunnel.

    Nachteile:
    Man muss sinnvolle Stellen für Zu- und Ausfahrten zu einem Tunnel finden und eine sinnvolle Stelle, an der der Tunnel zur Autobahn führen kann.
    Die bisherigen Planungsstudien kann man alle in die Tonne klopfen – viel Geld für nichts ausgegeben. Aber so ist das nun mal mit Fehlplanungen.

    Aber vielleicht bin ich ja nicht der erste, der über einen Tunnel nachdenkt.

  2. Herzlichen Dank an Herrn Maik Außendorf und Bündnis 90/Die Grünen für die Initiative Straßenbahnverbindung/Radweg auf dem Bahndamm, sie erreicht mehrere KPI’s.
    Die Straßenbahnverbindung der Stadtteile miteinander über den Bahndamm, Neuen Weg/Bensberg ggf. später sogar bis zum „Umsteigepunkt“ Autobahnauffahrt A 4 Moitzfeld und dann mit den Zielen GL-Mitte oder Köln zurück, das ist schon eine tolle Vorstellung.
    Den älteren Gladbachern dürfte die Trasse für die Straßenbahn von Thielenbruch nach Gladbach noch gut bekannt sein, wahrscheinlich ist sie schnell wieder herzurichten. Beides also wirklich keine Neubaustrecken.
    Aber warum in Gronau enden, eine Haltestelle Schnabelsmühle kann ich mir auch als innovativ für Arbeitsplätze der Zukunft an dieser Stelle vorstellen. Die Innenstadt wird gerade neu geplant.
    Dazu dann parallel ein Radweg, als Ziel auch Rösrath denkbar über diese Trasse, das brächte auch kurzfristig schon Entlastung. Die Urlaubszeit bietet einen guten Gradmesser dafür, wie wenig „Verkehrsdelta“ ausreichend ist, den innerstädtischen Verkehr fließen zu lassen.
    Völlig abgesehen davon bieten diese Möglichkeiten der Nutzung, also der Verlagerung auf ÖPNV und auf das Rad, einen schnellen Weg zur Veränderung des modalen Split. Die Zustimmung in der Bevölkerung dürfte auch sehr schnell zu erreichen sein, aus Betroffenen Beteiligte machen, liegt doch die Nutzung der Vergangenheit fast in Deckung mit dieser Initiative. Einzig die fachlichen Stellungnahmen sind zu erarbeiten, teils zu aktualisieren und dann ran an die Umsetzung. Kein Tag Zeitverlust auf “Nebenkriegsschauplätzen” und auf Kosten der Bürger.
    Da bleibt nur die große Hoffnung, dass die Bewertung insgesamt frei von Dogmen der Vergangenheit bleibt und auch von aktuellen Vorstellungen der Verwaltung und die Zweidrittelmehrheit von CDU und SPD sich als lernfähig erweist im Rat und sich einer kurzfristig verfügbaren fachlich guten Lösung anschließt. Das ist kein grünes Teufelszeug.

  3. 30 Jahre Bahndamm und kein Ende, auch nicht nach den neuen “Lösungen”, die Herr Flügge meint, gefunden zu haben. Mehr Rückwärtsrichtung geht kaum. Man darf gespannt sein, wie sehr sich Bergisch Gladbachs Innenstädter freuen, wenn die LKWs durch ihre Straßen brummen. Sie bekommen noch Zuwachs zum heutigen Chaos , weil der LKW-Fahrer auf der A1, der den Kölner Autobahnring verstopft vermutet – er hat sich da schon Stunden aufgehalten – über Burscheid und quer durch Bergisch Gladbach auf die tolle “Bahndammtrasse” begibt, um über die A4 nach Frankfurt zu kommen. Das wird ihn aber auch nur beim 1. Mal als Lösung vorkommen, weil er spätestens auf dem Bahndamm und der fortfolgenden Strecke auch im Stau steht. Fachleute behaupten, dass in etwa 20 Jahren die ersten Autos fahren könnten, würde morgen mit der Planung über diesen alten Bahndamm begonnen. Und bis dahin?

    Unsere Planer haben nur noch den motorisierten Verkehr im Auge, alle anderen wollen den reduzieren. Zusätzliche Straßen ziehen zusätzlichen Verkehr an, sagen die Fachleute. Solche hat man scheinbar weder in der Verwaltung noch im beratenden Büro Post/Welters.

    Zum Supergau wird’s dann an der Brüderstaße. Die dort wohnenden Menschen scheinen in den Planungen Bürger 2. Klasse zu sein. Die A4 soll verbreitert werden, die Brüderstraße soll “ertüchtigt” werden und oben drauf wird ein Gewerbegebiet von 15 ha gesetzt. Mal abgesehen von der Notwendigkeit Gewrebegebiet, die keinesfalls gegeben ist, spielt man hier mit der Gesundheit der Leute, die da wohnen. Ist es denn möglich, solche Dinge ohne Gewissenbisse zu planen, oder wird hier das Gewissen durch andere Dinge ersetzt?

    Die ganze, rückwärts gerichtete Bahndammplanung ist das Papier nicht wert, auf dem sie steht. Dieser Unsinn muss verhindert werden.

  4. Mein Kommentar ist leider – warum auch immer – gelöscht worden. Deshalb erneut: Autoverkehr auf dem Bahndamm ist nicht mehr zeitgemäß. Ökologisch sinnvoll ist eine Straßenbahnverbindung in Verbindung mit einem Fahrradschnellweg und wenn möglich einer untertunnelten Cargoverbindung. Frage: Was nützt zusätzlicher Verkehr auf der Autobahn, wenn dieser wegen dem Tunnel in Höhenberg und der Zoobrücke nicht abfließen kann. Es ist unverantwortlich von den Politikern, diesen Verkehrsinfarkt auf Kosten der Steuerzahler erzeugen zu wollen!

  5. Straßenbahn in GL wäre echt super ….Habe nie verstanden warum sie bis Bensberg fährt aber Berg. Glafbach .ausgespart wird …Wo man am Abend von Tielenbruch nicht mehr weg kommt …Mit freundlichen Grüßen
    Angelika Zimmermann