Das Grundstück an der Wilhelm-Klein-Straße wird als Park genutzt. Foto: Peter Müller

Die Stadtverwaltung will im Rahmen ihrer „strategischen Grundentscheidung Wohnungsbau” zwei Grundstücke im Stadtgebiet für bezahlbaren Wohnungsbau zur Verfügung stellen. Eines davon ist ein kleiner Park, die sogenannte „Quadts Kuhl”, die für Refrath eine ganz besondere Rolle spielt.

Johann Peter Müller kennt sich als Heimatforscher in Refrath gut aus und kann die Geschichte erzählen, dies mit dem Grundstück  an der Wilhelm-Klein-Straße direkt hinter der Haltestelle der Linie 1 in Refrath verbunden ist:

„Quadts Kuhl war ursprünglich eine Dolomitgrube. Das Material war zur Befestigung der damaligen Straßen gedacht. Refrath hatte bis zum 2. Weltkrieg keine asphaltierten Straßen. Nur die „Lustheide“ war gepflastert.

Die Kuhle, benannt nach Anton Quadt, dem früheren Eigentümer des benachbarten Gasthauses (heute die „Ewige Lampe“), war im Winter ein beliebtes Rodelrevier für uns Kinder.

Als 1950/51 in Neufrankenforst die Siedlung für die Familien belgischer Soldaten gebaut wurde, verfüllte man die Grube mit deren Aushub.

Damit wurde der kleine Park angelegt, der seither ein Stück „grüner Lunge“ für uns ist, das gerade in der zunehmend dichteren Bebauung ringsum besonders wertvoll ist.”

Quadts Kuhl. Undatiertes Bild aus dem Archiv des Bürger- und Heimatvereins

Ein Foto von 1933 aus dem Archiv des BHV Refrath

Zum Hintergrund: In der Stadt und besonders in Refrath wird aktuell viel gebaut, doch es sind vor allem Eigentumswohnungen, der soziale Wohnungsbau geht zurück. Um für einen bezahlbaren Wohnungsbau zu sorgen hat die Stadtverwaltung alle eigenen Grundstücke auf ihre Eignung hin untersucht – und ist auf nur zwei Flächen im gesamten Stadtgebiet gekommen. Neben dem Grundstück des alten Arbeitsamtes an der oberen Hauptstraße ist das der kleine Park an der Willhelm-Klein-Straße.

In einer Beschlussvorlage für den Stadtrat heißt es:

„Hinsichtlich des unbebauten Grundstücks „Wilhelm-Klein-Straße“ im Eigentum des Immobilienbetriebs, haben Akteure des genossenschaftlichen Wohnungsbaus sowie für ein Mehrgenerationenprojekt Interesse an Erwerb und Bebauung angemeldet.

Dieses Grundstück, das derzeit als öffentlich zugängliche Grünfläche genutzt wird, ist aus Sicht der Verwaltung für eine Wohnbebauung gut geeignet. Angesichts des massiven Drucks auf den Wohnungsmarkt überwiegt diese Zielsetzung gegenüber dem Interesse auf den Erhalt einer unbebauten öffentlichen Grünfläche.”

Quadts Kuhl liegt zwischen der Straßenbahn-Trasse und der Wilhelm-Klein-Straße. Foto: GoogleMaps/Sreenshot

Diese Vorlage war zunächst im Sozialausschuss ohne Aussprache gebilligt worden. In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr meldete die CDU jedoch internen Beratungsbedarf zu der strategischen Grundsatzentscheidung an und nahm das Thema von der Tagesordnung. 

Damit ist eine weitere Beschlussfassung zunächst ausgesetzt. Ob der Stadtplanungsausschuss in seiner Sitzung am heutigen Mittwoch darüber debattiert, ist offen.

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