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Nach einer Durststrecke knüpft die Einkaufsstadt Bensberg an traditionelle Stärken an und startet neu durch. Mit der Schlossgalerie gewinnt die Schlossstraße ihre Mitte zurück. Davon profitieren der gut sortierte Fachhandel und die Kunden.

Wer durch Bensbergs Zentrum spaziert, der stößt auf eine Baustelle. Und auf eine erstaunlich optimistische Stimmung. „In der Schlossstraße steht so gut wie kein Laden leer – und wenn mal jemand aufgibt, findet sich schnell Ersatz”, sagt Bernhard Wolf, Optiker und Vorstandsmitglied der Interessensgemeinschaft Bensberger Handel (IBH).

Als Beispiel verweist Wolf auf die Metzgerei Himperich. Sie wurde geschlossen, schnell renoviert und ist heute unter einem neuen Inhaber und neuem Namen „ein super Laden”.

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Der lange Leerstand des Löwencenters hatte Bensbergs City geschadet, doch dieses leidige Thema ist für die Händler schon fast Vergangenheit. Die Umwandlung der Fußgängerzone in eine Einbahnstraße mit gemeinsamem Raum für Fußgänger und Autofahrer hat sich bewährt. Die Baustelle für den Umbau des Löwencenters zur Bensberger Schlossgalerie ist so gut eingerichtet, dass sie weder die Geschäfte noch die Kunden behindert.

„Wir sind sehr gut erreichbar – und es findet auch jeder einen Parkplatz”, sagt Georg Daubenbüchel, Inhaber des gleichnamigen Haushaltswarengeschäfts und Vorsitzender der IBH.

Und es gibt weitere gute Nachrichten.

Von der Eröffnung der neuen Schlossgalerie im kommenden Sommer versprechen sich die Einzelhändler einen zusätzlichen Schub für die Einkaufsmeile: „Dann lebt die alte Struktur wieder auf”, sagt Markus Kerckhoff, Inhaber der Schlossapotheke.

Früher diente der „Kaufring” im Löwencenter als zentraler Anziehungspunkt, künftig werde der große Rewe-Supermarkt von Ursula Wintgens in der neuen Schlossgalerie zum Anker, ergänzt durch die zwei Discounter an den Enden der Schlossstraße.

Dazwischen aber, und das macht Bensbergs eigentliche Stärke und Ausnahmestellung aus, reihen sich mehr als 100 Einzelhandelsgeschäfte, zum großen Teil von den Inhabern geführt.

Entlang der Schlossstraße, aber auch im Bereich der Kölner Straße, finden sich nur wenige Filialisten. Statt dessen residieren hier sehr viele Spezialisten. „Wir haben zwei Schreibwarengeschäfte, drei Herrenausstatter, zwei Spielzeughändler – wo hat man das denn noch”, sagt Daubenbüchel.

Genau diese Spezialisten stellt die IBH in Kooperation mit dem Bürgerportal in den kommenden Wochen im Rahmen der Porträt-Serie „Bensberg entdecken” ausführlich vor; dieser Beitrag ist der Auftakt.

„In den vergangenen Jahren hat das leerstehende Löwencenter die Schlossstraße zerschnitten”, beschreibt Kerckhoff die Perspektive. Künftig bilde die Schlossgalerie den natürlichen Mittelpunkt der City.

Die Straße mit ihren vielen Geschäften, dem Kino, Restaurants und Cafés werde wieder zur echten Flaniermeile. Und das auch am Abend, wenn die Fußgängerzonen in anderen Städten oder Stadtteilen schon längst ausgestorben sind.

Mit dieser fruchtbaren Mischung von Geschäften der Nahversorgung, Fachhändlern, Feinkost und Gastronomie bietet der Stadtteil für ein großes Einzugsgebiet ins Bergische Land und nach Köln hinein eine hohe Attraktivität.

Damit kann Bensberg die ausgezeichnete Verkehrsanbindung voll ausspielen: Zwei Autobahnanschlüsse, eine KVB-Linie und das immer dichter werdende Busnetz binden Bensberg sehr gut an. Schon jetzt kommen zwei Drittel der Kunden aus dem Umland. Außerdem bindet der Bensberger „Stadthüpfer” die anliegenden Wohngebiet an die Innenstadt an.

Dabei bietet Bensberg nicht nur das Sortiment für den gehobenen Bedarf, die Händler haben ihr Angebot auf „die Familie, in allen Facetten” ausgerichtet, sagt Optiker Wolf. So gibt es neben den vielen Boutiquen auch für junge Leute zwei Bekleidungsgeschäfte.

„Der Mix stimmt einfach”, sagt Kerckhoff, der nur das Fehlen eines Fischgeschäfts bemängelt. Aber da hilft erstens der Fischstand auf dem Wochenmarkt – und in der neuen Schlossgalerie wird es eine gut bestückte Fischtheke geben.

Auch die geplante Neugestaltung der Schlossstraße im Rahmen des „Integrierten Handlungskonzeptes Bensberg” (InHK) wird die Innenstadt deutlich aufwerten. Die Einzelhändler ringen zwar noch mit der Stadtverwaltung um die Zahl der Parkplätze für ihre Kunden. Sie freuen sich aber, dass es in Bensberg auch in dieser Richtung weitergehen soll.

Der Aufzug innerhalb der Schlossgalerie macht den Bereich um den alten Markt künftig barrierefrei zugänglich und löst den Höhenunterschied zwischen Schlossstraße und den Bereich rund um das Rathaus auf. Die geplante große Freitreppe ist eine „richtig gute Idee”, lobt Kerckhoff.

Die Einzelhändler sind fest entschlossen, das Beste daraus zu machen. Und sie sind gut organisiert, gemeinsam mit vielen Freiberuflern (Ärzten oder Anwälten, die im ersten Stock der Gebäude entlang der Schlossstraße residieren) kann die IBH mit 160 Mitgliedern aufwarten. Mit der lokalen Interessens- und Standortgemeinschaft (ISG) zieht sie an einem Strang.

Damit bringen die Bensberger viel Kraft auf, um zugkräftige Feste und Aktionen zu organisieren und sich der Konkurrenz des Onlinehandels entgegen zu stellen.

Die Einzelhändler und Immobilienbesitzer haben selbst bereits viel investiert und die Schlossstraße kräftig aufpoliert. Das Schlosscenter ist saniert worden, das Progymnasium mit dem benachbarten „Solitär” aufgewertet, der Eingangsbereich an der Kölner Straße neu gestaltet und endlich auch das ausgebrannte Eckhaus an der Schlossstraße 16 in ein Schmuckstück verwandelt worden.

Eine Entwicklung, die sich fortsetzen wird – denn im Rahmen des InHK stehen erhebliche Fördermittel auch für Private zur Verfügung. Von einem Fassadenprogramm bis hin zu geförderten kleinen Projekten, die an vielen kleinen Punkten Verbesserungen schaffen können. Der neue, einheitliche Bodenbelag für die gesamte Schlossstraße wäre dann der krönende Abschluss.

Welche Fachhändler es in Bensberg zu entdecken gibt, lesen Sie in den nächsten Wochen in einer Serie im Bürgerportal. Wenn Sie keine Folge verpassen wollen können Sie hier den täglichen Newsletter „Der Tag in GL” kostenfrei abonnieren.

Für Genießer: Bensberger Impressionen

Fotos: Thomas Merkenich

Weitere Informationen:

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Kontakt

Interessengemeinschaft Bensberger Handel + Gewerbe e. V.
Postfach 100 316, 51403 Bergisch Gladbach
Telefon: 02204-759756, Telefax: 02204-911476
Mail: info@ibh-aktuell.de

Die ersten Beiträge der Serie:

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ibh

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8 Kommentare

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  1. Wer flaniert freiwillig durch Lärm und Abgasschwaden?
    Bensberg ist die einzige Stadt, in der die Zeit rückwärts läuft und eine Fußgängerzone wieder zur Autostraße wird. Solange das so bleibt, wird es mit dem vielbeschworenen ‘Aufschwung’ der Innenstadt nichts. Aber das versteht die Bensberger Händlerschaft offenbar (noch) nicht, weil sie nur die heutigen Besucher sieht – und nicht die vielen potentiellen Kunden, die heute die Schloßstraße großräumig meiden. Vielleicht braucht es erst eine neue Generation oder ein großes Lädensterben, um Bensberg aus dem Winterschlaf zu wecken und in die Zukunft zu führen.

  2. Fast könnte man meinen, nun haben sie endlich die Kurve gekriegt, wenn, ja wenn endlich die natürlichen Alleinstellungsmerkmale von Bensberg in das Konzept für den Berg mit einbezogen warden, nicht nur im Firmennamen und wenn man konsequenter Weise für die Gestaltung der Schlossstrasse als Straße der vielfältigen Begegnung eintritt, so wie es das integrierte Handlungskonzept vorsieht und wie man es verabschiedet hat.
    Es ist eben nicht damit getan, wenn sich die Stadt und die IBH/ISG so schnell wie möglich über die Anzahl der Parkplätze einigen, das ist keine bilaterale Übereinkunft oder gar ein Hinterzimmer Geschäft.
    Es gibt nicht nur die Gruppe derer, die von der Straße leben, sondern auch die Gruppe derer, die mit der Straße leben, auch zum Wohle der Händler und Eigentümer, auch Steuerzahler und da gibt es auf Sicht eine Reihe an Zumutungen die es zu beseitigen gilt.
    Flanieren geht anders als heute auf der Schlossstrasse und zu diesem Bekenntnis gehört auch ein klarer Blick für die Realität und das Notwendige, vor allem mit Steuermitteln, auch wenn es weh tut. Der Veränderungsprozess wird ständiger Begleiter bleiben seit Start des Online Handels und dem bevorstehenden Ruhestand der Babyboomer.
    http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/alibaba-deutschland-chef-karl-wehner-stellt-seine-expansions-plaene-vor-a-1230660.html
    Das InHK lässt grüßen, es ist mit viel Aufwand vieler beteiligter Bürger zukunftsfähig entstanden und sollte nicht einseitig geändert werden.
    Völlig unbenommen davon ist ein immer wieder empfehlenswerter Besuch im Städtchen, es lohnt sich immer.

  3. Lieber Herr Havermann,

    sie scheinen ein falsches Grundverständnis von Demokratie zu besitzen.

    Die Schlossstr. gehört nicht der IBH/ISG sondern der Öffentlichkeit und damit ALLEN Bürgern. Von daher hat sich die Stadt nicht im Rahmen einer Kungelei mit der IBH/ISG zu einigen sondern die Stadt sollte die Interessen ALLER Bürger im Auge behalten. Am Wahlabend zählt jedenfalls die Stimme jedes einzelnen Bürgers genau soviel wie die einer Person eines organisierten Interssenverbandes, obwohl dieser sicherlich derzeit in der Öffentlichkeit noch stärker wahrgenommen wird.

    Ich finde es jedenfalls definitiv als sehr befremdlich, dass der Siegerentwurf mit 65 Stellplätzen nun noch nicht einmal zur Abstimmung gelangt … ein Kniefall vor der Händlerschaft und gegen den geäußerten und dokumentierten Willen der Bürger.

    Da fragt sich ja manch ein Bürger – wie es mittlerweile global Megatrend zu scheinen mag – warum er sich überhaupt in dieser derzeit etablierten politisch verfilzten Landschaft einsetzen sollte … Verschwendung kostbarer privater Zeit … ist da vielleicht Handlungsbedarf, sich nach Alternativen jenseits des derzeit agierenden Establishments in der Politik umzuschauen ?

    Herzliche Grüße
    Heribert Thimme

  4. Zu Herrn Schulze: IBH und ISG äussern sich absprachegemäss zur Zeit nicht öffentlich zur aktuellen Diskussion über die vorliegende Planung. Sie können aber davon ausgehen, daß für die Bensberger Händler nur eine Lösung sinnvoll ist, die in erster Linie auch deren Kunden dient. Bitte vergessen Sie auch nicht, dass auch die Bensberger Händler und Immobilienbesitzer Steuern bezahlen und durch die Gewerbesteuer sogar direkt für Bergisch Gladbach (im Gegensatz zu amazon & co). Ob die Stärken “alt” oder “neu” sind ist unerheblich. Es sind Stärken! Die Herausforderungen haben sich natürlich geändert. Hier passiert schon einiges, wenn vielleicht für einen Ausstenstehenden nicht direkt ersichtlich.

  5. Der Bericht klingt so, als wären die Bensberger Händler in großer Einigkeit sehr zufrieden mit sich und ihren “alten Stärken”, wie es genannt wird. Da möchte man fast gratulieren.

    Fraglich ist natürlich, ob mit “alten” Stärken der Wettbewerb mit dem Online-Handel bestanden werden kann und man Kunden, die heute die Geschäfte im Umland besuchen, zurückgewinnen kann. Die “Stärken” sind halt alt…

    Ziemlich gewagt finde ich, dass die IBH in ihrer Profilbeschreibung sagt, sie würde Bensberg “…zum Wohle der Bürger ….. gestalten”. Im Gegenteil, sie vertritt Handel und Gewerbe, so wie dies in ihrem Namen steht, und fordert dazu u.a. Steuergelder der Bürger an.

  6. Na das ist doch mal ein froher Artikel, der vor Optimismus nur so strahlt, die beigefügten Fotos tun ihr Übriges. Genau das war einmal nötig, um IBH und ISG nicht immer nur als Parkplatzsüchtige wahrzunehmen sondern den Bürgerinnen und Bürgern zu vermitteln, dass Bensberg sich im Aufschwung befindet. Mir fehlt ein bisschen der Hinweis auf die Zeit, weil noch Jahre vergehen werden, bis auch die Straße an diese Euphorie angepasst ist. Darum müssen nun Stadt und IBH/ISG so schnell wie möglich zur Einigung wegen der Parkplätze kommen, um die Bevölkerung nicht noch länger auf bessere Zustände in ihrem Bensberg warten zu lassen.

  7. ist ja sehr gut und richtig, dass da Herr Wolf die positiven Seiten der Schlossstr. wohltuend ins Rampenlicht schiebt. Das passt allerdings nicht in die Forderungen einer IBH von Herrn Kerkhoff, der für die Schlossstr. je mehr Parkplätze desto besser fordert. Bei solch einer Sicht sollte man die Schlossstr. Meiner Meinung nach der realitätshalber besser in Parkstraße umwidmen.