Nachrichten, Hintergründe, Termine und Service aus Bergisch Gladbach

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

7 Kommentare zu “Bensberger Händler fordern Planungssicherheit”

  1. Sehr geehrter Herr R., grundsätzlich bevorzugen wir es, wenn Kommentare nicht aus der Anonymität heraus kommen. Sind sie in den vergangenen Jahren in der Schlossstraße gewesen? Die weist ja, leider im Gegensatz zu Gladbach, sehr viele unabhängige Einzelhändler auf, und nur sehr wenig Ketten. Hier gibt es ein Kino, ein Bistro, drei Café, einige Restaurants, ein Spielzeugladen, eine Buchhandlung, eine Gin- und Männerfachgeschäft, ein Weingeschäft, ein Fotogeschäft, ein Sportgeschäft, ein Fahrradgeschäft, ein Handarbeitsladen, ein Wäscheladen, Boutiquen und einiges mehr. Manches blüht im Verborgenen.

  2. Leider ist Bensberg seit mindestens 30 Jahren schon “tot”. Schon als Kind vermisste ich hier Geschäfte die auf die Jugend ausgerichtet ist. Auch 30 Jahre später kann ich hier nichts einladenes finden. Es gibt gefühlt 10 Bäcker, 15 Frisöre, 5 Optiker, 5 Apotheken und das war es. Viele kleine Boutiquen in die man sich nicht rein traut und die für Männer eh nix haben. Einziges Highlight ist der dm Laden und Aldi. Generell ist hier eine tote monokultur zu finden, die sich um 18h30 bzw 14 Uhr samstags verbarikadiert. Dann nämlich wenn die Menschen von der Arbeit kommen und hier einkaufen könnten. Letztlich bleibt es eine Rentnerstadt. Sehr schade. Wenn man schnell was braucht muss man leider nach Bergisch Gladbach oder Kalk fahren. Oder man kauft gleich im Internet und wartet Tage bis die Post endlich offen hat um seine Post abholen zu können.

  3. Über die Schlossstraße und die neue Galerie – sie ist wenigstens im Entstehen begriffen – wurde schon viel geschrieben und noch mehr diskutiert. Wenn das so weitergeht, warten wir wieder viele Jahre, bis die Straße endlich verändert wird. Ob sie dann verschönert ist, liegt im Auge eines jeden Betrachters und ist insofern irrelevant. Man kann nicht everybodys Darling sein, das ist dem Menschen nicht eigen.

    Dass die Händler und Immobilieneigner es nie vermochten, ihre eigene Idee, ein Parkhaus an der Steinstraße zu realisieren, deutet schon auf die Sturheit der dort diskutierenden Protagonisten hin. Dass immer weniger junge Leute in Bensberg und/oder auf der Schlossstraße wohnen, haben Stadt und Eigentümer zu verantworten. Jetzt auch noch auf waghalsigen 160 Parkplätzen zu bestehen und damit weitere Monate und vielleicht Jahre der Veränderung im Wege zu stehen, ist rückwärtsgerichtet.

  4. Unabhängig davon, welches Bild man sich zur geplanten Schlossstrasse ansieht, es zeigt immer große Flächen von Beton. Das bißchen sichtbare Grün erscheint wie ein Fremdkörper. So wird auch die neue Schlossstrasse reizlos werden und nicht zum Verweilen einladen. Es ist halt unsere Stadtverwaltung: Sie hat keinen Blick für Natur.

    Insofern kann ich die Bensberger Händler nur zu gut verstehen, wenn sie die Entstehung einer “Betonwüste” befürchten und sich “mehr Bäume” wünschen. Im Interesse der von der Stadt nach eigener Aussage angestrebten “Attraktivität” der Strasse kann man nur hoffen, dass dieser Aspekt noch einmal grundsätzlich überdacht wird und wesentlich mehr Bäume und Sträucher eingeplant werden, besonders am Spielplatz (es wird doch wohl einen geben?), an den Sitzbänken und an den Außenbereichen der Gastronomie, um diese gemütlich gestalten zu können.

    Ebenfalls zustimmen würde ich den Händlern darin, dass es in der Nähe der Geschäfte unbedingt Parkplätze geben muss. Sonst können die Kunden die Geschäfte nicht erreichen.

    Wenn die Leitlinie “Boulevard der Begegnungen” jedoch ernst gemeint ist, dürfen diese Parkplätze und die Strasse allerdings nicht, wie vom Handel gefordert, unmittelbar vor den Geschäften liegen (außer für Personen, die nicht mobil sind). Fahrende Autos auf einem “Boulevard” sind störend und gefährlich, wahrscheinlich für jeden Passanten, ganz bestimmt aber für Familien mit Kindern. Sie lassen keinen entspannten Aufenthalt zu.

    Dies haben meine Frau und ich gestern Nachmittag wieder festgestellt als wir die Schlossstrasse besucht haben. Beim Wechsel von der einen Geschäftszeile auf die Gegenseite mussten wir teilweise warten bis die Autos, die häufig in regelrechten kleinen Schlangen daher kommen, an uns vorbei gezogen waren.

    Das darf bei der zukünftigen Schlossstrasse nicht so bleiben. Ich empfehle jedem Planer, sich ebenfalls einmal an die heutige Schlossstrasse zu stellen, um sich sich eine praxisnahe Meinung für die Zukunft zu bilden zu bilden.

    Nebenbei gesagt, wären Autos auf der zukünftigen Schlossstrasse schließlich ja auch viel gefährlicher als heute die Fahrräder im Zentrum von Bergisch Gladbach, die hier tagsüber bekanntlich ja noch nicht einmal fahren dürfen, um die Sicherheit der Passanten nicht zu gefährden.

    Sinnvoll wäre dagegen die Einrichtung zusätzlicher Parkplätze in unmittelbarer Nähe zur Schlossstrasse, so wie es sie heute schon im”DIVI”-Parkhaus, am Rathaus oder am Markt gibt. Dafür bieten sich die Grundstücke neben der Steinstrasse hier ganz offensichtlich an. Ich weiss, das ist keine neue Idee.

    Neu war aber für mich, dass die Händler/Immobilienbesitzer nicht bereit sind ihre Grundstücke hierfür freizugeben. Dies, obwohl nach eigener Aussage fehlende Parkplätze die Existenz ihrer Geschäfte bedrohen. Stattdessen fordern sie eine Lösung von der öffentlichen Hand. Das finde ist nicht richtig, da die Händler/Immobilienbesitzer die Lösung ihres Problems selbst schaffen könnten.

    Sollte sich am Ende die Meinung der Händler entgegen der aktuellen Planung doch durchsetzen, also zahlreiche Parkplätze und durchgehende Straße, und das traue ich der Stadt bzw dem Rat durchaus zu, wäre das lediglich „alter Wein in neuen Schläuchen“ und eine einmalige Chance für Neugestaltung wäre vertan.

    Genau genommen wäre es sogar ein Rückschritt, da bis vor Kurzem zumindest die Fläche vor dem ehemaligen Kaufring frei von Autos war und sich z.B. Familien sich mit Kindern frei bewegen konnten.
    In diesem Fall wäre es m.E angemessen, wenn sich die Stadt von den großen Begriffen “Boulevard der Begegnungen”, “Neuer Glanz für die Schlossstrasse” oder „Krone der Stadt“ verabschieden und – angemessen und bescheiden- von einer einfachen Einkaufstrasse sprechen würde, vielleicht sogar einer Einkaufseinbahnstrasse, wenn ich das zuspitzen darf.

    Einbahnstrasse schiene mir besonders passend, denn ob der vom Bensberger Handel beklagte Wettbewerb gegen den “Online-Handel” auf diese Weise gewonnen werden könnte, ist aus meiner Sicht sehr fraglich. Dazu bräuchte es ein interessantes, wechselndes Angebot und guten Service, „junge“ Restaurants, Bistros und Kinoangebote in einem entspannten, ansprechenden Umfeld. Leicht gesagt, bisher in Bensberg kaum feststellbar und ganz bestimmt mit der Schlossstrasse als “großem Parkplatz” kaum machbar.

    Meine Zusammenfassung: Ich würde grundsätzlich lieber ein Stück zu Fuß zurücklegen, um dann in ein attraktives Einkaufs- und Restaurantumfeld zu kommen, als mit dem Auto unmittelbar vor uninteressanten Geschäften und Standardrestaurants zu parken. Die Forderung des Handels scheint mir nicht zukunftsweisend.

  5. Bensberg steckt in der Zwickmühle:
    Für welche Strategie sollen sich die Planer und die Händler entscheiden?
    Für die vielen Rentner, die tagsüber den überwiegenden Anteil des Publikums darstellen, oder für die arbeitende Bevölkerung, die eher am Nachmittag und Samstag in Bensberg einkauft?
    Für die Rentner sind die Parkplätze vor Ort sicherlich wichtig, aber wie steht es mit ihrem Kaufverhalten?
    Die jüngeren Kunden können auch mit Parkplätzen im Randgebiet der Schlossstrasse leben. Aber bringen sie auch wirklich den Konsum in die Geschäfte?
    Es wird und muss auf einen Kompromiss herauslaufen. Die 160 Parkplätze (wenn diese Zahl stimm) reichen auch heute schon kaum in Stosszeiten aus. Auf der anderen Seite wollen sehr viele Bürger in Bensberg eine schöne gestaltete Schlosstrasse mit verkehrsberuhigter Zone haben. Dies geht nur mit weniger Parkplätze. Leider ist der Plan ein Parkhaus an der Steinstrasse (rücksetig zur Schlossstrasse) nicht unsetzbar, da ansässige Firmen ihre Grundstücke nicht hergeben. Hier wäre eine klare Alternative gegeben und würde durch entsprechendes Design die „Hinterhofidylle“ endlich vergessen machen. Ist hier eventuell die Vorgabe Allgemeinwohl geht vor Einzelwohl umsetzbar? Zumal im neu gebauten Parkhaus Parkplätze für die Firmen reserviert werden können. Eine übliche Praxis in vielen Städten.
    Für eine Verschönerung der Schlossstrasse müssen dort Parkplätze wegfallen, damit Aussengastronomie auch möglich und erlebbar wird.
    Zur Sicherung von genügend Kunden sind alternative Parkplätze zu schaffen (beispielsweise Steinstrasse).
    Bensberg braucht ein ganzheitlich und schönes neues Flair, wollen die Händler noch eine Zukunft haben.

  6. Bitte der filmreifen Freitreppe auch ein Geländer für alte Menschen gönnen! Ich würde DM nicht als „Billigfilialisten“ bezeichnen. Dieses Geschäft ist doch zur Zeit einer der Magneten auf der Schloßstraße.

  7. Erst einmal ein herzliches Hallo !

    Als Bensberger Einzelhändler ( Textil ) bin ich erst einmal erfreut zu sehen das man sich
    mit der Thematik ” Zukunft Bensberg ” beschäftigt.
    Es geht nicht um die Ängste der Händler für die Zukunft, sondern die bereits aktuell bestehende Angst ums Überleben der Geschäftsstruktur. Die seelenlose Betonwüste existiert ja bereits. Kleine und auch feine Einzelhandelsläden bilden nur noch die Staffage und Kulisse
    für eine überalterte Besucherschaft im Ort. Stadtfeste werden mit dem Charme der Provinz ausgerichtet. Billigfilialisten prägen den Ort; sie nehmen mehr Verkaufsfläche ein als der Rest der Einzelunternehmungen. Da muss ich dem Apotheker widersprechen ( Netto-DM-Apollo-KODI-NKD-Risse-Ernsting weitere sollen dann in der neuen Schlossgalerie folgen. Der Boulevard ist nur der Enddarm des Problems in Bensberg. Man hat junge Leute über Jahre aus dem Ort vertrieben weil sie die Mieten und Kaufpreise nicht zahlen können.
    Die Neugestaltung der Schlossstr. und die damit einher gehende Bautätigkeit wir dem Ort den Rest geben. Alte Menschen werden begeistert sein, wenn sie ohne lästige Autos die schönen leeren Geschäfte betrachten können. Nebenher sollten natürlich auch die Vermieter mit ins Boot genommen werden. Diese sind noch immer der Auffassung es handele sich um TOP – Lagen und damit seien diese auch zu bezahlen ( es war einmal ). Wir schreiben das Jahr 2018 !!

    Es schreibt ein Realist und kein Pessimist.

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