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Das Foto zeigt ein schmuckes Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert mit reicher Geschichte. Aber bei diesem Bild der Woche geht es auch um die inneren Werte: Hier werden die Torten und Kuchen gebacken, die viele für die besten der Stadt halten. 

Wie immer zur besten Abendstunde hat Thomas Merkenich das Café Kroppenberg fotografiert. Und es ist wieder kein Schnappschuss – 15 Mal fuhr er die Eichelstraße an, bis das Licht so war, wie er es wollte.

Das Haus liegt in Bensberg ein wenig versteckt zwischen Steinstraße und Kaule, beherbergt aber seit neun Jahrzehnten eine weithin bekannte Institution. Egal ob die Hochzeitstorten, der Baumkuchen, das Eis, die Schokonikoläuse oder die Bergische Kaffeetafel – was das Team von Seniorchef Hermann Kroppenberg produziert, wird hoch geschätzt. Seit 1928 nutzt die Familie das Haus als Café und Bäckerei.

Arbeiten und Wohnen seit dem Mittelalter

Weniger bekannt ist die Vorgeschichte des Anwesens, das Historikern als Haus Allexi und – noch davor – als Gut an der Poelen bekannt ist. Michael Werling beschreibt es in seinem neuen Buch „Bergisch Gladbach. Geschichte einer Stadt im Spiegel ihrer Baudenkmäler” als Fachwerk-Haufendorf, dass eine besondere Bedeutung für Bensbergs städtebauliches Gefüge habe.

Eine rekonstruierte Wetterfahne weist 1719 als Baujahr aus, dabei ist als „Gut an der Poelen” schon 1474 in Urkunden erwähnt worden. Ein Siedlungsplatz, der seit dem späten Mittelalter zum Wohnen und landwirtschaftlichen Arbeiten genutzt wurde.

Seit 1869 gehörte es Heinrich Allexi, der vom Maurer zum Bauunternehmer aufstieg. Sein Nachfahre Josef Allexi, Bauunternehmer und Architekt, baute das landwirtschaftliche Gut 1912 erstmals um, 1928 wurde es in eine Backstube umgewandelt, die von Willy Allexi geführt wurde.

Es erhielt ein Schaufenster und 1953 den Café-Anbau aus Glas. Fast genauso, mit dem Charme der 50er Jahre, präsentiert es sich auch heute noch.

Allexi und Kroppenberg – eine Bäckerdynastie

Kurz vor der Eröffnung der Backstube durch Willy Allexi hatte Heinrich Kroppenberg 1927 in Hummelsbroich ein Café eröffnete. Seine Söhne Heinrich und Willy Kroppenberg gründeten 1955 zudem das „Burg Café” in der damaligen Haupstraße, die später zur Schlossstraße wurde.

In den 70er Jahren gab es einen weiteren Generationswechsel – und eine Fusion: Hermann Kroppenberg, da schon Konditormeister, heiratete die Bäckerstocher Angela Allexi.

Gemeinsam führten sie die Backstube in der Eichelstraße und das Burg Café, das jetzt als „Café Kroppenberg” firmierte. Das Haus Hummelsbroich musste in den 70er Jahren dem Bau der Autobahn und der BASt weichen.

1997 wurde das Café in der Bensberger Innenstadt aufgegeben, seither sind alle Geschäftsbereiche im historischen Fachwerkhaus in der Eichelstraße konzentriert.

Inzwischen ist längst die 4. Generationen in Café und Backstube tätig. Zwei Kinder von Angela und Hermann Kroppenberg, Maria und Hermannjosef, haben die Meisterprüfung im Konditorhandwerk abgelegt, die Tochter Katharina arbeitet im kaufmännischen Bereich.

Mehr Infos über das Café, mit Fotos und Videos, gibt es „Bensberg im Blick” von Helga Niekammer.

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Das Foto noch einmal in großer Auflösung für große Bildschirme (bitte anklicken):

Alle Bilder der Woche

Das 33. Bild der Woche: Die Kirmes in Bergisch Gladbach ist uralt, seit mindestens 177 Jahren wird sie gefeiert. Besonders romantisch wird es, wenn mal wieder das Riesenrad dabei ist – und selbst die Fußgängerzone in ein gnädiges Licht rückt. Mehr Infos

Das 32. Bild der Woche: Die Kirche St. Johannes der Täufer in Herrenstrunden ist fast 700 Jahre alt und geht wie die Komturei auf die Johanniter zurück. Unser Fotograf Thomas Merkenich zeigt das Schmuckstück von der schönsten Seite im Abendlicht. Mehr Infos

Das 31. Bild der Woche: Die Gronauer Gartensiedlung hat einen wichtigen Platz in der Stadtgeschichte, hier findet man sehr viele sehenswerte Häuser. Mit sicherem Gespür hat Thomas Merkenich eins ausgewählt, das eine besondere Bedeutung für die ehemalige Zanders-Siedlung hat. Mehr Infos

Das 30. Bild der Woche: Die Alte Dombach hat einige eindrucksvolle Gebäude zu bieten. Zum inoffiziellen Wahrzeichen des Papiermuseums wurde jedoch ein kleines, feines Fachwerkhaus: Das Pumpenhäuschen – hinter dem mehr steckt, als man vermutet. Mehr Infos

Das 29. Bild der Woche: Vor fast 800 Jahren kam der Johanniter-Orden nach Herkenrath, im Strundetal baute er wenig später einen bedeutenden Verwaltungssitz, eine Komturei – die noch heute das Ortsbild von Herrenstrunden prägt.Allerdings nach einigen Verwandlungen. Mehr Infos

Foto: Thomas Merkenich (Bitte anklicken, dann zeigt sich die ganze Schönheit)

Das 28. Bild der Woche: Die Kirche zu den Heiligen drei Königen liegt auf dem Hebborner Kirchberg, hoch über der Odenthaler Straße und fällt nicht gleich ins Auge. Thomas Merkenich rückt sie ins Abendlicht, und die Aufmerksamkeit auf ihre ungewöhnliche Silhouette. Mehr Infos

Das 27. Bild der Woche: Der Saaler Mühlenteich heißt eigentlich Bensberger See und ist eine alte Braunkohlegrube. Trotz der profanen Vergangenheit bietet er wunderschöne Motive. Thomas Merkenich gelang hier ein entschleunigtes Bild. Alle Infos

Das 26. Bild der Woche: Auf der Schlossstraße ist in den 1970er so gut wie alles abgerissen worden. Aber auf dem „Nikolausberg” hat dieses schöne Bruchsteinhaus überlebt. Im 19. Jahrhundert wurde es als Volksschule gebaut – und erlebte dann eine sehr wechselvolle Geschichte. in-gl.de

Das 25. Bild der Woche: Die markante gelbe Burg in Herrenstrunden kennt wohl jeder, aber was ist mit dem Wirtschaftshof Zweiffel? Auch Thomas Merkenich wollte eigentlich die Burg fotografieren. Als er sich im Abendlicht umdrehte und in den Hof gegenüber schaute, entdecke er dieses Motiv. Mehr Infos

Das 24. Bild der Woche: Der Forumpark hat auch seine grüne Seite, alles nur eine Frage der Perspektive. Thomas Merkenich hat sich in die Strunde gekniet und rückt das alte Pumpenhaus vor dem Quirlsberg in Szene. Das eigentliche Geheimnis verbirgt sich dahinter, im Wald. Mehr Infos

Das 23. Bild der Woche: „Die Villa” ist ein Fixpunkt der Geschichte und Gegenwart Bergisch Gladbachs: Hier residierte die Papierdynastie Zanders, sie ist die Keimzelle des Kulturlebens der Stadt – und hier haben Kunst und Musik heute ihren Platz. Mehr Infos

Das 22. Bild der Woche: Bergisch Gladbach hat nicht nur zwei Rathäuser, sondern auch zwei Schlösser – dank der Zusammenlegung mit Bensberg. Thomas Merkenich porträtiert das „Alte Schloss”, dass einst eine Burg war und inzwischen ein technisches Rathaus ist, im milden Abendlicht mit vielen freien Parkplätzen. Mehr Infos

Das 21. Bild der Woche: Ganz so dicht am Wasser gebaut ist das Historische Rathaus in Gladbach eigentlich nicht – aber Thomas Merkenich hat das mit Fahnen zur Europawahl geschmückte Gebäude in eine enge Beziehung zum Brunnen gestellt – und eine stimmungsvolle blaue Stunde gezaubert. Mehr Infos

Rathaus Bergisch Gladbach mit Beflaggung zur Europawahl

Das 20. Bild der Woche: Es sieht aus, wie ein Bauwerk aus einem Freilichtmuseum und es ist zum Teil mit Technik aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts ausgestattet – doch bislang leistet das Stellwerk Tannenberg einen wichtigen Dienst für die Anbindung Bergisch Gladbachs an das Schienennetz. Mehr Infos

Das 19. Bild der Woche: Eigentlich konzentriert sich Thomas Merkenich in dieser Serie auf Motive, die noch nicht jeder kennt. Am meistfotografiertesten Objekt der Stadt kam er aber nicht vorbei – und rückt mit dem Bensberger Barockschloss auch das großartige Pflaster in den Fokus. Alle Infos

Das 18. Bild der Woche: Das Gasthaus Paas gehört seit mehr als 180 Jahren zum Bild der Innenstadt, einst als Postkutschenstation, heute als Anlaufstation für die Spaßgesellschaft. Besonders gut kommt es im Zusammenspiel mit dem alten Plaster und dem noch älteren Löwenbrunnen zur Geltung. Mehr Infos

Das 17. Bild der Woche: Die Gnadenkirche ist eine Stadtkirche, mitten im Trubel zwischen Hauptstraße, Jugendzentrum und Biergarten gelegen. Sie hat aber auch eine stille grüne Seite, die Thomas Merkenich eingefangen hat. Mehr Infos

Das 16. Bild der Woche: Steil ragt das Dach der Zeltkirche Kippekausen in den Refrather Abendhimmel. Von außen ein Zelt, von innen ein Stern. Thomas Merkenich hat für dieses Bild der Woche einen spannenden Blickwinkel gefunden – und sich dabei fast die Füße nass gemacht. Mehr Infos.

Das 15. Bild der Woche: Sie hat schon im Mittelalter am Mutzbach das Korn der Paffrather Bauern gemahlen. Vom alten Zweck ist nichts mehr zu erkennen, aber nach der Renovierung ist die Paffrather Mühle wieder ein Hingucker. Mehr Infos

Das 14. Bild der Woche: Auf der einen Seite ist das Haus Steinbreche vom Verkehr umtost, auf der anderen fand Thomas Merkenich ein idyllisches Bild. Das Gebäude beherbergt ein Bürgerzentrum und ein Restaurant – und blickt auf eine gut 300 jährige Geschichte zurück. Alle Infos

Das 13. Bild der Woche rückt die Evangelische Kirche Bensberg ins Rampenlicht. Denn sie liegt ein wenig versteckt, zwischen St. Nikolaus und dem Friedhof, hoch über der Stadt. Wer sie aufspürt, dem bietet sich ein wunderbarer Blick und ein tiefer Einblick in Bensbergs Geschichte. Alle Infos

Das zwölfte Bild der Woche wirkt wie ein Dorf, ist aber ein uraltes Gewerbegebiet. Schon vor mehr als 400 Jahren wurde an der Alten Dombach Papier produziert, seit 20 Jahren steht es als Museum für Besucher offen. Mehr Infos

Das elfte Bild der Woche zeigt das heutige Empfangsgebäude von FHDW und b.i.b. in Gronau – das eigentlich ein Bahnhof ist: Bis in die 60er Jahre hielt hier die Sülztalbahn, auf dem Weg von Köln nach Lindlar. Alle Infos in diesem Beitrag

Das zehnte Bild der Woche liegt ein wenig versteckt im Kern dessen, was einmal Bensbergs Altstadt war. Als Gasthaus der Familie Wermelskirchen in der vierten Generation ist es ebenso bekannt wie beliebt. Dabei hatte es mal als Kaffeehaus angefangen. Mehr dazu in diesem Beitrag.

Das neunte Bild der Woche: Jahr für Jahr wird das Waffeleisen am Rathaus zu Karneval abmontiert und der Brunnen durch eine bunte Kiste geschützt. Kaum jemand weiß, dass die Kiste vor 26 Jahren gleich nebenan gebaut wurde. Mehr dazu in diesem Beitrag

Das achte Bild der Woche: Die Kirche St. Johann Baptist stammt aus dem 19. Jahrhundert, doch die benachbarten Gebäude und der Kirchplatz sind modern: In Refrath fand Thomas Merkenich eine gelungenes Ensemble aus alt und neu. Mehr Infos

Das siebte Bild der Woche zeigt Gefängniszellen, doch das ist lange her.Nicht zuletzt die Pflastersteine verraten, wo Thomas Merkenich dieses Motiv gefunden hat: Im Hof des historischen Rathauses Stadtmitte. Mehr Infos gibt es in diesem Beitrag.

Das sechste Bild der Woche: Stolz erhebt sich St. Clemens über Paffrath.Thomas Merkenich fand neben dem Gasthaus Fronhof eine Perspektive, die die Kirche eindrucksvoll in Szene setzt und neugierig macht. Mehr Infos dazu gibt es in diesem Beitrag.

Das fünfte Bild der Woche spürte Thomas Merkenich in Herrenstrunden auf: Gut Schiff, umgeben von einer satten Schneedecke.In diesem Beitrag gibt es dazu mehr Infos.

Das vierte Bild der Woche hat Thomas Merkenich am Ende der Bensberger Schlossstraße gefunden. Heute residiert hier das Progymnasium als generationsübergreifende Bildungs- und Veranstaltungsstätte. Aber welche Geschichte hat das alte Schulgebäude? In diesem Beitrag erfahren Sie mehr.

Das dritte Bild der Woche zeigt das Stachelsgut. Er gehört zum Ortskern von Altrefrath. Ganz in der Nähe der alten Taufkirche hat Thomas Merkenich das schöne Fachwerk aufgespürt.Mehr Infos dazu finden Sie in diesem Beitrag.

Das zweite Bild der Woche ist ein Gebäude, das für die Veränderung von Bergisch Gladbachs Innenstadt steht. Mit Peek & Cloppenburg begann 1998 die Zeit der modernen Kaufhäuser. Mehr Infos dazu finden Sie in diesem Beitrag.

Das erste „Bild der Woche” zeigt ein besonderes Ensemble in Herkenrath: Das Gasthaus am Alten Fronhof und die Kirche St. Antonius Abbas. Mehr Infos dazu finden Sie in diesem Beitrag.

Thomas Merkenich ist freier Fotograf und gehört zum Team des Bürgerportals. Mehr Fotos von ihm finden Sie auf Facebook, Instagram, auf seiner Website sowie in unserem Beitrag über seinen Bergisch Gladbach-Kalender. Kontakt per Mail.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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2 Kommentare

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  1. Seit 1998 wohne ich in Dänemark, 60 km nördlich von Kopenhagen. Immer, wenn ich in den Süden fahre und Bensberg auch nur annhäherungsweise in der Nähe liegt, fahre ich gerne einen Umweg, um das Cafe Kroppenberg zu besuchen. Die Kuchen sind immer ein ausgesuchter Genuss. Jeden Sommer bin ich gespannt, zu welchen Eissorten sich der Herr Kroppenberg dieses Mal hinexperimentiert hat. Preislich liegt das Cafe selbstverständlich nicht auf Discounterniveau. Aber wenn ich mir die Qualität der angebotenen „Genussmittel“ ins Bewußtsein rufe, bezahle ich gerne. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt!

  2. natürlich Kroppenberg der diesem tollen Haus die tollen Kuchen backt. Er spendet jeden Dienstag ein Kuchen-Blech für“ Bensberg Isst was“die sich darüber sehr freuen.