Nach Schätzung der Polizei haben sich 2000 Menschen am Marsch zum „Klima-Streik” beteiligt, die Veranstalter haben 3000 bis 4000 gezählt. So oder so: wir zeigen die größte Demonstration, die Bergisch Gladbach bislang gesehen hat, in Videos und Fotos. 

Fotos: Helga Niekammer, Klaus Hansen, Marc Schneider, Georg Watzlawek

Alle Altersgruppen waren um zehn Uhr auf dem Konrad-Adenauer-Platz vertreten, der sich rasch füllte. Die Menge zog dann über die Bensberger Straße hinaus aus der Stadt und kehrt später über die Fußgängerzone zurück zum Marktplatz.

Nach Angaben der Polizei gab es keinerlei Zwischenfälle. Ihre Schätzung der Zahl der Demonstranten liefere nur Anhaltspunkte, eine genau Schätzung könne sie nicht abgeben. Die Veranstalter schätzen die Zahl der Teilnehmer auf 3000 bis 4000.

Weitere Fotos vom Demonstrationszug finden Sie weiter unten

Vor der Laurentius-Kirche hatten die Klima Freunde, die den Klima-Streik gemeinsam mit Fridays for Future Rhein-Berg, dem ADFC und dem BUND organisiert hatten, eine Bühne aufgestellt.

Dort hielt die 16-jährige Lena von Fridays for Future RheinBerg eine Rede, in der sie an die lokale und an die überörtliche Politik appellierte, mit der Klimawende endlich ernst zu machen und den Klimanotstand auch hier in Bergisch Gladbach auszurufen.

Weitere konkrete Forderungen der Fridays for Future an die Stadtverwaltung waren u.a. eine Förderung des Unverpackt-Ladens und eine Information der Bürger, wie sie ihren Alltag klimafreundlich gestalten können.

Lena forderte aber auch alle Bürger und ihre Mitschüler auf, ihr Verhalten zu ändern – und nannte dafür viele konkrete Beispiele. Im Video sehen Sie das ab Minute 4.

Christian Gollmer vom Forum für Nachhaltigkeit im Bergischen berichtete, wie viele Initiativen und Aktionen es bereits in Bergisch Gladbach gibt: von der seit viele Jahren aktiven Eine-Welt-Stiftung über den Zero-Waste-Stammtisch bis zum Unverpackt-Laden, der kurz vor der Eröffnung steht (ab Minute 13).

Roland Vossebrecker, Pianist und für Oxfam viel unterwegs, kritisierte vor allem die Politik – und ordnete die Argumente der Kritiker der Klimabewegung ein (ab Minute 33).

Mary Bauermeister, Künstlerin aus Rösrath, erinnerte im Gespräch mit der achtjährigen Lya, an die Prostetbewegungen in ihrer Jugend und erzählte auf die Fragen der Schülerin, wie sie in ihrem Alltag achtsam mit der Umwelt umgeht (ab Minute 38).

Mark vom Hofe, Vorsitzender des Rheinisch-Bergischen Naturschutzbundes (RBN) stellte die Verbindung zwischen dem globalen Klimawandel und der lokalen Politik her: der neue Flächennutzungsplan schade dem Klima, es fehlten Vorschriften für die Gestaltung der Vorgärten, eine Baumschutzsatzung und einiges mehr.

Zum Schluss gab es noch einen Überraschungsauftritt von Supermann, mit einem flammenden Appell zur Rettung des Planeten Erde. (Minute 76)

Die Reden wurden eingerahmt durch eine Reihe von Musikauftritten, unter anderem spielten die Akkustonauten sowie Roland und Bernd Kämmerling. Moderiert wurde die Veranstaltung von Robert Wagner von Stoning Roll.

Weitere Fotos vom Tag

Flyday for Jets: Der südliche Himmel über GL um 8:25 Uhr

Redaktion

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8 Kommentare

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  1. Ich habe mir diese Demo angesehen. Keine Autos mehr geht nicht ganz, solange Busse und Bahnen nicht überall hinfahren, und pünktlich sind. Fliegen sollte bei Inlandsflügen teurer werden und bei Auslandsflügen sollte man verpflichtet werden bei Atmosfair einzuzahlen oder diese Abgabe ist bei einem Flug mit drin. Wenn Bahnfahrt billiger wird, muss die Bahn pünktlich sein und Platz für Gepäck haben und einen guten Speisewagen und Getränke Service und Zeitschriften. Trotzdem muss es beides geben, Konsum, Autos, Reise, bei Kreuzfahrt gibt es saubere Schiffe, viel schlimmer sind die Frachtschiffe. Die Jugend die demonstriert regt an darüber nachzudenken, aber alle haben Handys und werden oft mit Auto zu der Schule gebracht. Weniger Plastik auch bei Kosmetik wäre toll. Umdenken lohnt sich. Aber es muss auch erlaubt sein zu reisen, Auto zu fahren, und zu konsumieren. Radikal geht nicht, wir brauchen ja auch Wirtschaft und Konsum um zu überleben.

  2. Es ist zwar schon (fast) alles gesagt zum Klimastreik in GL, aber noch nicht von jedem.
    In Bezug auf die Umsetzung einer zukunftsorientierten Politik, lieber Herr Hansen, da brauchen wir gar nicht bis zur Kommunalwahl zu warten. Mit der Entscheidung der Wähler natürlich schon, aber die Entscheidungshilfen können wir schon viel früher erhalten. Nach dem wegweisenden Beschluss im AUKIV vom 11. September 2019, also deutlich vor der DEMO am 20. September 2019, da wurde der Beschluss zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes gefasst und es wurde beschlossen, dem Klimaschutz in allen städtischen Fachabteilungen Priorität einzuräumen. Chapeau!!!
    Da die Bürgerbeteiligung zum InHK Bensberg Schlossstraße bislang nicht zu den erwarteten Ergebnissen geführt hat und es geht hier ausschließlich um Forderungen zum Klimaschutz, s.a.
    https://in-gl.de/2019/08/28/schlossstrasse-bensberger-buerger-fordern-revision/
    https://in-gl.de/2019/09/11/lauter-und-stiller-protest-klima-vor-dem-ratssaal-in-bensberg/
    da sind wir sehr gespannt, wie Politik und die Verwaltung jetzt reagieren. Es besteht für die Politik nach der DEMO und den Beschlüssen die erste konkrete Chance, den Worten Taten folgen zu lassen und das schon am 26. September 2019 um 17 Uhr in der Schlossstraße in Bensberg.
    Es gibt natürlich die Option zu warten, bis das Klimaschutzkonzept für GL fertig ist, Sachzwänge eben oder aber der Aussage von Herrn Flügge zu folgen, Klimaschutz machen wir schon seit den 80-iger Jahren, es ändert sich nichts. Sozusagen eine Entscheidungshilfe für die Kommunalwahl wird geliefert und viele FNP-geschädigte fiebern der auch schon entgegen.
    Unsere Forderungen und Vorstellungen zu Verbesserungen zum Klimaschutz sind bekannt, wir werden den Rundgang aufmerksam begleiten und sind voller Erwartung zu hören, wie es geht.
    https://in-gl.de/2019/09/19/stadt-laedt-zum-baum-rundgang-auf-der-schlossstrasse-ein/

  3. Ich kann mich Frau Leipertz nur anschließen: Gerade wir, die wir nur profitiert haben, stehen in der Pflicht und Verantwortung! Dass so viele am Freitag in Bergisch Gladbach dabei waren, macht mir Hoffnung, großartig! Jetzt muss es natürlich weitergehen, wir dürfen nicht nachlassen.

  4. Eine große, friedliche, beeindruckende Demonstration für ein sinnvolles Ziel: Für unser aller Überleben. Eine Bürgerengagement mit Großeltern, Eltern, Kindern, Enkelkindern. Es ist beruhigend zu wissen, dass so viele Menschen auch in dieser Stadt sich um die menschengemachten Belastungen und Veränderungen unserer Umwelt Sorgen machen und sich engagieren. Die verstockte, unzeitgemäße Politik in Bergisch Gladbach wird – gerade mit Blick auf die kommenden Kommunalwahlen – nicht um das Überdenken von Beschlüssen herumkommen. Parteien und Bürgermeisterkandidat*innen, die eine nicht zukunftsorientierte Politik verfolgen, dürften es erheblich schwerer haben.

  5. Das Foto der beiden Seniorinnen „made my day“. Einfach nur klasse!

    Und an Herrn Humbach: genau wegen des Hungers und der Umweltkatastrophen in dieser Welt, müssen wir hier in der Wohlstandsgesellschaft auf die Straße.
    Wir hier haben den Schlüssel zur Veränderung in der Hand.

    Wir mit unserem unkritischen Resourcenverbrauch und der Wirtschaftsinteressen-geleiteten Weltpolitik sind Schuld daran, dass Menschen in ihren Heimatländern keine Zukunft mehr für sich und ihre Kinder sehen.

    Ja – ich gebe Ihnen Recht – unangemessen sind die Bilder in DIESER Hinsicht: es hätten 20,000 Gladbacher auf die Straße gehen sollen!!!

  6. Liebe Leser, waren Sie heute dabei? Wie haben Sie es empfunden, was haben Sie erlebt? Und falls Sie nicht da waren – warum nicht?

  7. Warum? Das Argument, dass unser Wohlstand uns dazu verpflichte, mit den hungernden Menschen in dieser Welt solidarisch zu sein, wurde bei der Kundgebung mehrfach hingewiesen, von jugendlichen und weniger jugendlichen Redner. Hören Sie mal rein in das zweite Video.

  8. Angesichts der schrecklichen Bilder in der Welt von Kinder die verhungern und an medizinischer Unterversorgung sterben, finde ich diese Demonstrationen von Wohlstands verwöhnten Menschen der Situation nicht angepasst.