Eine Abordnung der „Klimafreunde Rheinberg“, der „Initiative Berg“ – Bensberg erlebbar gestalten”, des BUND und ADFC haben deutlich über 1800 Unterschriften zum Erhalt der Bäume in der Schlossstraße und einiges mehr an den Bürgermeister übergeben. Zeit für ein echtes Gespräch gab es nicht.

Diese Unterschriften waren in zwei unterschiedlichen Aktionen gesammelt worden: mehr als 1000 innerhalb von zwei Tagen von der Familie Boden auf dem Straßenfest in Bensberg sowie mehr als 800 Unterschriften von weiteren Bürgern über einen Zeitraum von rund zehn Tage.

Die Bürger, die ihre Unterschrift geleistet haben, halten weitere Klimaschutzmaßnahmen für erforderlich und möglich und sind gegen das Abholzen von gesunden Bäumen. Den Text der Resolution finden Sie unten.

Bürgermeister Urbach nahm die Unterschriften entgegen. Bei dem Versuch der Diskussion zum Inhalt verwies er auf die fehlende Zeit für Diskussionen, er müsse weiter arbeiten.

Es sei schon so oft erläutert und informiert worden, man müsse jetzt nicht die ganze Diskussion wieder von vorne beginnen, sagte Urbach. Es seien alles Fachleute gewesen, die geprüft und entschieden hätten. Es gäbe doch in jedem Fachgebiet verschiedene Meinungen zu einem Sachverhalt, abgesehen davon stünden nachher weit mehr Bäume als jetzt.

Die sich dann doch kurz anschließende Diskussion zum Inhalt hat uns nachdrücklich gezeigt, dass im Rathaus eine völlig andere Vorstellung und Wahrnehmung herrscht als in der Bürgerschaft. Man ist auch nicht gewillt zuzuhören, irgendetwas in Frage zu stellen oder zu ändern.

Der Besuch war nach ca. 15 Minuten schnell beendet. Trotzdem ist der Eindruck geblieben, dass die Unterschriftensammelaktion in ihrem Umfang überrascht hat. Was aber nicht den Eindruck verhindern konnte, dass der Bürgermeister einen pro forma Termin über die Bühne gebracht hatte.

Dokumentation: Text der Resolution

Bei den Verbesserungsvorschlägen stehen der Schutz des Stadtklimas und die Attraktivität der Schlossstraße im Vordergrund

Die nachfolgend aufgeführten Vorschläge sind der Verwaltung bekannt. Sie wurden ihr persönlich und schriftlich bereits vorgetragen.

1. Eine zusätzliche Baumreihe auf der Nordseite würde dafür sorgen, dass das Stadtklima und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Die Möglichkeit zusätzlicher Bepflanzung ist zu suchen. Alle gesunden Bäume sind zu erhalten

  • Einbindung von Bänken in Schattenlagen als Anreiz zum Verweilen
  • Gebäude und Geschäfte erhalten Schatten anstelle praller Sonne
  • große Straßenflächen werden vor Aufheizen geschützt
  • möglichst große neue Bäume, u.a. für bessere Luft

2. Die Mauer an der Treppe neben der Galerie sollte in den Hintergrund treten. Sie sollte so niedrig und so kurz wie technisch möglich sein und nicht als -trennendes- „Gestaltungselement zwischen Grün und Urban“ dienen.

  • möglichst geringe Aufheizung im Sommer
  • attraktiver, weiter Blick in den grünen Hang, kein „Treppenschlauch“
  • evtl. alternative Gestaltung mit Grauwacke-Blöcken und Polsterstauden
  • Kostenreduzierung durch geringe Anfälligkeit gegenüber Sprayern
  • Kostenreduzierung und Zeitersparnis beim Bau der Mauer

3. Der kleine, zentrale Stadtplatz sollte ein großzügiger, sicherer und natürlicher Aufenthaltsbereich werden, ohne die Nachteile einer Dreieckstreppe

a. Die geplante Dreieckstreppe erscheint als Gefahrenstelle, Zugangsbarriere und
Kostentreiber

  • sie ist gefährlich für Anlieferung und Fußgänger, insbesondere bei gleichzeitiger Nutzung und ganz besonders im Winter
  • sie erzeugt Kosten und Zeitbedarf in der Erstellung und für die Verkehrssicherung
  • sie schränkt die Nutzungsmöglichkeiten des Platzes um ca. 120 m² ein
  • sie erschwert der alternden Bevölkerung eine gefahrlosere Zuwegung in Richtung Rathaus, Museum.
  • die Gebäudewand des Vorbaus bietet zusätzlichen Platz für Sprayer

b. Ein Beet mit Gehölz und Bäumen anstelle der Dreieckstreppe würde für Schatten und
Sauerstoff sorgen und einladend wirken

b. Ansprechende, bequeme Möblierung sollen Anreiz sein zum Verweilen

c. Bestmöglich gestaltete Überwindung der schwierigen Topographie (Gefälles) zwischen
dem Stadtplatz (Galerietreppe) und der Schlossstraße durch das Beet

4. Der Zeit- und Kostenrahmen des gesamten Projektes ist verbindlich abzusichern

Weitere Beiträge zum Thema:

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Warum alte Bäume für die Schlossstraße so wichtig sind

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Initiative Berg / Klima Freunde

Berg ist eine Abkürzung für „Bensberg erlebbar gestalten". Dafür setzen uns als private Initiative Bensberger Bürger ein. Gemeinsam mit den Klima Freunden Rhein Berg, einer weiteren privaten Initiative.

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6 Kommentare

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  1. Es ist in höchstem Maße zu würdigen, wenn sich Tausende Bürgerinnen und Bürger für eine liebenswerte Schloßstraße engagieren, damit sie ihren von den Planern in die Diskussion gebrachten Namen „Begegnungsboulevard“ auch verdient.
    Für diejenigen, die sich nicht im Detail des Projektes auskennen, klingt es zunächst einmal gut, wenn die Stadtverwaltung Begegnungen mit Betroffenen veranstaltet, eine Begehung der Örtlichkeiten gemeinsam mit den Bürgern durchführt oder sogar ein Informationsbüro eröffnet. Also alles vorbildlich? Nein, keineswegs.
    Bei der „Baumbegehung“ machte die Verwaltung nämlich unmissverständlich deutlich, dass eine Diskussion nicht wirklich erwünscht ist. Man wolle lediglich den Beweis führen, welche Bäume krank sind und gefällt werden müssten, hieß es – es handele sich eine reine Informationsveranstaltung und nicht mehr. Am Siegerentwurf des Architekturbüros Club L94 solle gefälligst keiner rütteln.

    So aber sind, wie wir das ja auch beim Flächennutzungsplan erlebt haben, Bürgerbeteiligungen ein Etikettenschwindel. Denn Bürgerbeteiligung bedeutet auch Beachtung und Respekt, ja und vor allem ergebnisoffene Diskussionen. Es gibt Kommunen, die sind da viel weiter und haben gemeinsam mit den Bürgern einen Leitfaden für Bürgerbeteiligungen an städtischen Projekten erarbeitet. Davon ist Bergisch Gladbach meilenweit entfernt.

    Es muss aufhören, dass Bürgerbeteiligungen als Störmanöver angesehen werden. Selbstverständlich: Die politische Verantwortung der Ratsgremien kann nicht beschnitten werden. Das soll sie auch gar nicht. Ganz im Gegenteil. Politik und Verwaltung sollten die Vorschläge der Bürger als Bereicherung, als wertvolle Unterstützung ihrer Arbeit empfinden. Und auch ein Bürgermeister darf sich mehr als ein paar Minuten Zeit nehmen, wenn ihm Tausende Unterschriften übergeben werden.

    Ich frage mich: Warum hält die Stadt stur an einem Siegerentwurf fest, wenn es neue Erkenntnisse gibt, wenn es gerade in Innenstadtlagen geboten ist, alles zu tun, um für Sauerstoff und Kühlung zu sorgen? Und wenn die Durchführung der Arbeiten bereits mehrfach verschoben wurden und so gar nicht unter dem Termindruck standen, den die Stadtverwaltung immer behauptet hat, wäre und ist auch genug Zeit für Korrekturen. Denn diese sind im Grunde ohne Probleme zu verwirklichen: Verzicht auf Baumfällungen, Verzicht auf Anpflanzungen einer einzigen Baumart, die damit immer gleichzeitig gegen Krankheiten anfällig ist, Vergrößerung der Entsiegelungsflächen, Begrünung im Umfeld der Treppe.

  2. „fehlende Zeit…er müsse arbeiten“……so ein Quatsch….Zeit ist immer und überall im Überfluß vorhanden…jeder Tag hat 24 Stunden und jeder Arbeitstag hat mindestens 8 , 9 oder 10 Stunden…..es kommt nur darauf an, wie und mit was man diese Zeit verbringen will und was man favorisiert…..Die Erhaltung der Bäume hat auf jeden Fall keine Favoritenstellung, bzw ist ein Thema, bei dem die „Fachleute alles geprüft“ haben..

    OMG, solche Äußerungen sind an Arroganz und Überheblichkeit nicht mehr zu übertreffen…….und wie immer ……Hochmut kommt vor dem Fall

    Tja,und was Herr Ullmann schon gefragt hat, frage ich mich auch…..was sagt der 3Bund hierzu????????????

  3. leider ist unsere Stadtverwaltung und der Stadtrat ziemlich selten in der Lage, begangene Fehler zu korrigieren. Das ganze Leben besteht aus Änderungen, täglich. In GLs Stadtverwaltung gehen die Uhren aber anders.
    da wird nur übrig bleiben, am tag der abholzung dann menschenketten um die Baumreihen zu bilden. Mal schauen, wie die neue Kreispolizei-Chefin damit dann umgeht…

  4. Als wenn in unserer Stadtverwaltung jemals jemanden irgendetwas interessieren würde?! Und überhaupt, für Fehlentscheidungen, Fehlplannungen etc. sind Architekten, Planer und Berater von außerhalb (Europaweit!) verantwortlich!!!!

  5. Ignorant, bürgerfern und überheblich, so kann man die Verwaltung samt ihrem Chef bezeichnen. Was man bereits vor Monaten beschlossen hatte, wird nun gnadenlos umgesetzt. Die Betroffenheit, die Einwände, die Wünsche, ja die zweifelsohne äußerst angebrachte Kritik am Vorhaben in der Schlossstraße der Menschen, die in Bensberg leben, interessiert die Verwalter nicht.

    Um bei meinem Vorschreiber fortzufahren: Hat die FWG zu einem Thema in Bensberg auch etwas zu sagen oder will sie sich weiter auf das restliche Gladbach beschränken?

  6. Heutzutage in großem Umfang (und ohne jede Notwendigkeit) gesunde Bäume im Stadtraum zu fällen, dieser Drang bleibt rätselhaft.

    Im Grunde wäre es doch kein Problem, die grundgescheiten Anregungen und konkreten Vorschläge von mehrerlei Seiten in einen vital intelligenten Plan zur Neugestaltung der Schlossstraße einzuarbeiten.

    Stattdem scheinen wieder einmal Formalismus, Sturheit und eine Art kurios „neroischer” Selbstgefälligkeit der Planer zu triumphieren (man würde sich nicht wundern, wenn die beim Schlagen der Bäume ihrerseits die Laute schlügen und dazu furchtbar falsch sängen …).

    Noch zeigt die gerade und hoffentlich beginnende Reanimation der politischen Szene zu GL offenbar nicht überall Wirkung.

    Apropos: Klingeling – Was sagt denn der künftig retten wollende Dreibund so dazu …?