In diese Waldstück an der A4-Auffahrt Frankenforst will die Stadt die Feuerwache Süd bauen

In einer Beschlussvorlage für den Stadtrat legt die Stadtverwaltung detailliert dar, warum sie dafür plädiert, die neue Feuerwache Süd in einem Waldstück direkt an der A 4 in Frankenforst zu bauen. Wir haben die Vorlage gelesen, waren vor Ort und bringen die wichtigsten Fakten auf den Punkt. 

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Die Stadtverwaltung hat sich auf diesen Standort festgelegt. Die CDU und auch das Ampel-Bündnis hinter Frank Stein (Grüne, FDP, SPD) schließen den Standort nicht aus. Alle Parteien wollen aber zunächst eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, und dann auf dieser Basis entscheiden.

Am 11. Februar wollen Feuerwehr-Chef Jörg Köhler und Frank Stein als zuständiger Dezernent bei einer Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus Refrath informieren und Fragen beantworten.

Der Haupt- und Finanzausschuss berät das Thema am 13. Februar, der Stadtrat am 18. Februar.

In einer Skizze in der Beschlussvorlage hat die Stadt das gesamte Areal im Dreieck nördlich der Auffahrtschleife gekennzeichnet. Die Feuerwehr hatte zuvor ein Karte veröffentlicht, in der nur die rechte Spitze des Dreiecks markiert war. 

Was soll beschlossen werden?

Die Stadtverwaltung schlägt einen dreiteiligen Beschluss vor (siehe auch Dokumentation ganz unten). Zunächst soll der Rat den Neubau einer Feuerwache 2 (Süd) für die hauptamtlichen Kräfte grundsätzlich befürworten. Zudem soll er festlegen, dass der ehrenamtliche Löschzug in der alten Wache an der Wipperfürther Straße bleibt.

Im dritten Punkt soll die Verwaltung mit einer Reihe von Vorarbeiten für die Nutzung des Waldareals zwischen Autobahn, Frankenforster Straße und Rather Straße (Gemarkung Refrath, Flur 1, Flurstück 356) beauftragt werden. Sie soll

  • ein Konzept für den Raumbedarf und einen Kostenrahmen erstellen,  
  • mit einer Machbarkeitsstudie klären, ob das Projekt baulich und planungsrechtlich durchführbar ist. Eine ökologische Prüfung wird nicht ausdrücklich erwähnt, gehört aber zum Planungsrecht.
  • mit dem Eigentümer, dem Landesbetrieb Wald und Forst, über einen Verkauf verhandeln,
  • finanzielle Realisierungsmodelle prüfen.  

Warum ist ein Neubau nötig?

Die Feuerwache Süd ist laut Beschlussvorlage in einem Gebäude (an der Wipperfürther Straße hinter dem Schloss) untergebracht, das vor 121 Jahren als Wohnhaus errichtet worden war und seit den 1970er Jahren von der Feuerwehr genutzt wird, anfangs mit ca. 20 Personen.

Inzwischen arbeiten hier täglich 50 hauptamtliche Kräfte – und auch der ehrenamtliche Löschzug Bensberg sowie die Jugendfeuerwehr mit insgesamt 70 Mitgliedern sind hier stationiert. Mit elf Fahrzeugen, Werkstätten und einer Wäscherei.

Daher reiche das Gebäude hinten und vorne nicht aus, es verstoße gegen alle Normen und Sicherheitsvorschriften. Eine Sanierung wurde geprüft und verworfen, u.a. weil das Grundstück insgesamt zu klein ist.

Welche Anforderungen muss das Grundstück erfüllen?

Lage

Die Stadtverwaltung führt aus, dass der Brandschutz und der Rettungsdienst Pflichtaufgaben sind, bei denen die Stadt gesetzliche Vorgaben erfüllen muss. Dazu gehört, dass Feuerwehr und Rettungsdienst jeden Punkt im Versorgungsgebiet innerhalb von acht Minuten erreichen können muss, mit mindestens neun Personen und auch einer Drehleiter.

Dafür würde in Bergisch Gladbach auch eine neue zentrale Wache (zum Beispiel in Lückerath) nicht ausreichen.

Die vor 20 Jahren gebaute Hauptwache (Nord) an der Paffrather Straße deckt die Stadtteile von Schildgen bis Heidkamp ab.

Die Wache 2 (Süd) ist für den Bereich von Bärbroich über Bensberg bis Refrath zuständig. Derzeit ist die Feuerwehr aber nicht in der Lage, in den vorgeschriebenen acht Minuten Refrath zu erreichen. Um das gesamte Einsatzgebiet von Ost nach West abdecken zu können ist die Feuerwehr laut Stadtverwaltung zwingend auf die Nutzung der Autobahn angewiesen.

Größe

Für die neue Wache als Ersatz der Wache an der Wipperfürther Straße würde nach vorangegangenen Untersuchungen einen Fläche von 5000 Quadratmetern benötigt.

Die Hauptwache an der Paffrather Straße ist 20 Jahre nach Eröffnung bereits deutlich zu klein. Zudem war sie auf einer alten Deponie gebaut worden, die absackt; daher ist eine Erweiterung dort nicht möglich, bestimmte Funktionen müssen womöglich in die neue Wache verlagert werden.

Zudem muss die Feuerwehr Bergisch Gladbach künftig auch die zentrale Desinfektion für das südliche Kreisgebiet betreiben. Dafür ist Raum notwendig.

Die Feuerwehrschule ist derzeit auf dem Zanders-Gelände untergebracht – und benötigt demnächst ebenfalls einen neuen Standort.

Aufgrund dieser Faktoren, so die Stadt, könne der Flächenbedarf derzeit nur sehr grob prognostiziert werden. Aber, diese Aussage trifft sie dennoch schon jetzt, das Waldareal in Frankenforst sei „mehr als ausreichend groß und von der Topographie und Geometrie gut geeignet”. 

Welche Standorte hat die Stadt geprüft?

Seit inzwischen 15 Jahren, heißt es in der Vorlage, werde nach einem geeigneten Grundstück gefahndet. Dabei schränkt die Anforderung, innerhalb von acht Minuten überall zu sein, das Suchgebiet bereits kräftig ein.

An der Kölner Straße wurde gesucht, aber nichts gefunden. Hier bereitet einerseits die Trasse der KVB Probleme, ohnehin habe es dort keine geeigneten Grundstücke gegeben.

Damit, so die Stadt, sei klar gewesen, dass die neue Wache an einer der beiden Autobahnauffahrten liegen muss.

In einem zweiten Schritt sei an der Auffahrt Bensberg (Moitzfeld) geforscht worden – weil das Umfeld weniger dicht besiedelt und bewaldet ist. Sechs Standorte seien geprüft und ausgemustert worden: in drei Fällen, weil die Eigentümer einen Verkauf ablehnten. Eins, weil die Lage nicht geeignet war. Eins, weil es zu hügelig und ungünstig geschnitten und außerdem zu teuer war. Das sechste Grundstück war deutlich zu klein. Und schließlich wären alle diese sechs Standorte in Konflikt mit einer möglichen Verlängerung der KVB-Linie 1 geraten.

Im dritten Schritt seien Standorte rund um die Anschlussstelle Frankenforst geprüft worden. Wieviele das waren – und warum sie aussortiert wurden, das führt die Beschlussvorlage nicht aus.

Am Ende sei das Waldareal im Dreieck zwischen Autobahnauffahrt und Frankenforster Straße als letzter  Standort, der alle Voraussetzungen erfüllt, identifiziert worden.

Was ist das für ein Grundstück?

Das ins Auge gefasste Areal ist ein „mit Bäumen bewachsenes isoliertes Flurstück” im Bereich Frankenforster Straße/Rather Weg mit einer Gesamtfläche von 16.000 Quadratmeter. Es wird wie eine Insel von stark befahrenen Straßen und der Bundesautobahn umschlossen.  

Vor Ort zeigt sich, dass das Areal zur Autobahn hin leicht ansteigt, von einem lichten Mischwald und einigen großen Kiefern sowie Buchen bewachsen ist. Trampelpfade weisen auf eine intensive Nutzung durch die Anwohner hin.

Durch die Autobahn-Schleife wird ein größeres Waldstück zwischen Autobahn und Frankenforster Straße abgetrennt (in der Karte mit WIII B gekennzeichnet). Dieses Areal ist im neuen Flächennutzungsplan als potenzielles Gewerbegebiet aufgenommen worden. Das für die Feuerwehr ins Auge gefasste Grundstück ist im FNP dagegen als Waldfläche verzeichnet; vor einem Bebauungsplan müsste also der FNP geändert werden.

Von der Frankenforster Straße aus gesehen. In der linken Spitze will die Feuerwehr bauen.

Wem gehört das Areal?

Das Grundstück befindet sich im Eigentum des Landesbetriebs Wald und Holz. Dieser hat, so die Verwaltung, „nach intensiver Prüfung und Abwägung schriftlich die grundsätzliche Zustimmung zum Ver-kauf des landeseigenen Grundstücks erklärt beziehungsweise bevorzugt dem Tausch von Waldflächen.” Diese Zustimmung gelte aber nur für den Bau einer Feuerwache. Falls ein Ausgleich der Flächen nicht möglich sei, könne sich die Stadt auch mit Geld freikaufen. Den Erlös will der Landesbetrieb einsetzen, um dort Wald zu kaufen, wo es besser Voraussetzungen gebe.

Einen Verkauf des benachbarten Grundstücks für die Einrichtung eines Gewerbegebiets lehnt der Landesbetrieb dagegen ab.

Was sagen die Anwohner?

Die Frankenforster sind wenig begeistert, mit einer Online-Petition wurden mehr als 4300 Unterschriften gesammelt und dem Petitionsausschuss des Landtags übergeben. Sie kritisieren, dass ein gesunder Mischwald mit einer hohen Schutzfunktion für die Bevölkerung geopfert werden soll – und können nicht nachvollziehen, dass es keine Alternativen geben soll.

Weitere Beiträge zum Thema:

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2000 Unterschriften für die „Rettung des Frankenwalds”

Dokumentation: Die gesamte Vorlage

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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16 Kommentare

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  1. Dass die Feuerwache in der Wipperfürther Straße modernen Anforderungen nicht standhält, dürfte Konsens sein und es geht auch nicht darum, einen Neubau in Frage zu stellen.

    Was irritierend wirkt ist die Beschlussvorlage für den Haupt- und Finanzausschuss. Danach soll beschlossen werden:
    – die baulichen und planungsrechtlichen Anforderungen für den Neubau im Rahmen einer Machbarkeitsstudie als Grundlage für die Schaffung von Planungsrecht und für das bauliche Vergabeverfahren auf dem Flurstück Frankenforster Straße/Rather Straße (Gemarkung Refrath, Flur 1, Flurstück 356) zu prüfen
    sowie
    – den entsprechenden Grunderwerb mit dem Landesbetrieb Wald und Forst zu verhandeln und für den Neubau abzusichern.

    Diese Formulierungen weisen meines Erachtens klar auf das Manifestieren einer „Alternativlosigkeit“ des Standortes hin. Bezeichnenderweise erscheinen in der Begründung der Verwaltung Umwelt- und Lärmschutzaspekte nicht. Angekündigt wird lediglich, dass der wegfallende Wald an anderer Stelle neu entsteht und vervielfacht wird. Wo soll das sein? Wenn ökologische Aspekte zum Planungsrecht gehören, sollte man erwarten, dass diese in einer Ratsvorlage gerade für diesen Standort besondere Erwähnung finden und geprüft werden.

    Die Formulierung der Vorlage muss doch so verstanden werden, dass umweltrelevante Aspekte eben nicht im Vordergrund stehen. Es geht mehr um eine technische und ökonomische Machbarkeit des Projektes.
    Das ist aber viel zu wenig, wenn es nicht nur bei der Ankündigung für ein Klimaschutzkonzept in unserer Stadt bleiben soll.

    Noch eine Bemerkung: Die Verwaltung führt die Gefährdung der Trasse der Linie 1 an, wenn die Feuerwache auf dem ursprünglich vorgesehenen Grundstück errichtet würde. Das ist nicht überzeugend, denn in Herkenrath hat man mit der Verlegung der Trasse der angedachten Linie 1 offenbar kein Problem.

    Rainer Röhr
    FWG – Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach

  2. Sehr geehrter Herr Lothar Eschbach,

    auch wenn so einiges in der Politik demotivierend ist, so habe ich doch noch nicht resigniert.

    Das Thema Standortsuche Feuerwache Süd werde nicht nur ich weiterhin sehr kritisch begleiten und Vorschläge einbringen. Ich hoffe auf die nötigen Mehrheiten.

    Auch wenn mir der Vortrag der Feuerwehr sehr gut aufgezeigt hat, warum man für die jetzige Fläche eine Machbarkeitsstudie beauftragen will, kann ich dem Standort weiter nicht zustimmen.

    Was das Thema zügige und umfassende Verkehrswende angeht, da kann man schon den Vergleich mit dem Kampf von Don Quijote heranziehen. Hier gibt es noch viele viele dicke Balken zu bohren, da das Auto nun mal für Viele das Liebste ist.

    MfG Dirk Steinbüchel

  3. Antwort an die Redaktion:

    Genau den Eindruck kann man gewinnen, die Verantwortung jetzt bei der Feuerwehr abladen. Die Feuerwehr stellt die Anforderungen, Sie ist nicht auch noch für deren Erfüllung vertantwortlich.

    Warum nicht zeitgerecht, bei einem das Gemeinwohl betreffende so wichtigen Thema diejenigen ins Boot holen, die das Ganze am meisten betrifft, die Bürger.

    Den Eindruck von bedeutungslosen Forderungen über trickreiche Lösungen bis hin zu Vorfestlegungen (alternativlos), den wird man so nicht los und das in einem solchen Fall, bei einer „Lösungssuchzeit“ von mehr als 15 Jahren.

  4. Wann soll denn die Brüderstrasse zugeparkt sein. Ich habe zwischen BAST und Kölner Straße noch nie ein Auto auf der Fahrbahn stehen sehen, die stehen alle auf dem Parkstreifen. Und breit genug ist sie auch. Da hat es eine Feuerwache an der Kreuzung schon schwerer, wenn mehr als 3 Autos an der Ampel stehen.

  5. Lieber Herr Dirk Steinbüchel,

    aus Ihrem Mund als „grünem Urgestein“ klingt Ihre Darstellung ja fast wie Resignation, verzagt oder sich den Handlungsweisen ihrer politischen Freunde „ergeben“, richtig enttäuschend hört sich das für mich an. Was ist da passiert?

    Und da meine ich nicht ihre Ausführungen zur Feuerwehr, die sind so wie Sie diese darstellen noch nachvollziehbar, wobei auch die Veranstaltung der Feuerwehr bestimmt noch zur Aufklärung über die Anforderungen beitragen wird.

    Die Verkehrsverhältnisse, wie Sie sie schildern und diese Einsicht dürfte für Sie ja auch nicht neu sein, die werden sich auf Sicht nicht ändern lassen, auch wenn wir das gerne möchten oder es für den Feuerwehreinsatz besser wäre. Der zu erreichende modale Shift wird gerade einmal ausreichen, das Wachstum aufzufangen hier in der Monopolregion.

    Also noch mehr Schwerpunkt auf intelligenten ÖPNV, auch mit intelligenten Schnittstellen und intelligent meint hier auch Digitalisierung.

    Damit gewinnt die Erhaltung unseres Grüns, eines jeden Baumes eine noch höhere Bedeutung als bisher angenommen und ist jede Anstrengung wert, geschützt zu werden oder hier in der Monopolregion sogar ausgebaut zu werden.

    Der geplante sechsspurige Ausbau der A 4 an dieser Stelle würde über Jahre der Bauzeit auch die Einsatzfahrten der Feuerwehr einschränken, wobei davon auszugehen ist, dass im Einsatzfall gerade einmal wieder Stau auf der A 4 ist. Die Autobahn als Rettung im Ernstfall anzusehen, da würde ich mich eher weniger darauf verlassen. Allerdings ist das BAST-Gelände von der anderen Seite auch direkt an die B 55 anschließbar, warum also neue Wege anlegen?

    Die Erwartungshaltung vieler Bürger ist ein mutiger und selbstbewusster „Spurwechsel“ mit mehr Klimaschutz und nachhaltigem Handeln in der Politik. Ein „alternativlos“ kommt dabei nur bei der Richtung für die Zukunft vor, nicht bei Einzellösungen, auch nicht für die Feuerwehr.

    Der Bürger hat bald die Qual der Wahl.

  6. Herr Rolf Havermann,

    ich kann Ihnen nur nochmals die Infoveranstaltung der Feuerwehr ans Herz legen.

    In erster Linie ist jede Stadt / Gemeinde eigenverantwortlich für die Aufstellung einer Feuerwehr / eines Rettungsdienstes verantwortlich, der z. B. die vorgegebenen Zeiten für das erste Team vor Ort einhalten kann.

    Nur in Ausnahmefällen, dürfen Nachbargemeinden hier aushelfen.

    Bei der Wache in Steinenbrück handelt es sich um eine freiwillige Feuerwehr. Sie deckt nur einen kleinen Teil von GL-Ost ab.

  7. Lieber Herr Steinbüchel,

    vielen Dank für die Information, die ich nicht hatte. Wenn aber Frau Schinkel meint, am Standort der Freiwilligen Feuerwehr wäre noch viel Platz, so wäre es opportun gewesen, dort in zusätzlichen Gebäuden auch die Berufsfeuerwehr einziehen zu lassen. Dem Argument mit den Straßen kann ich folgen, aber die in BGL geforderten 8 Min. vom Beginn der Ausrückung bis zum Eintreffen am Brandherd erscheinen reichlich kurz. In der Umgebung sind es 12 – 15 Minuten, wie immer sie festgelegt wurden. Außerdem erreicht jedes Feuerwehr-Fahrzeug, auch wenn es an der A4-Auffahrt stationiert ist, nach wenigen 100 Metern Straßen, die nicht für eine Feuerwehr gebaut sind. Was das BAST-Gelände anbelangt, wenn denn was frei wird, sehen sie ja selbst die Möglichkeit. Dieser Standort ist nur wenige 100 m vom städtischen Vorhaben entfernt.

    Die neue Wache in Steinenbrück, gerade erst teilweise eingeweiht, soll auch Einsätze in GL-Ost fahren. Bis wohin geht das? Doch mindestens bis Bensberg-Süd, oder nicht? Dies zusammen mit einer Wache auf einem frei geworden Stück BAST-Gelände und allen anderen Wachen in BGL dürfte eine neue Wache, für die ein Stück Wald dran glauben müsste, unnötig machen.

  8. Die Stadt sagt, es gibt keine Alternative zur Feuerwache im Frankenwald.

    Liebe Stadt, was ist denn Euer „Plan B“, wenn die Studie sagt:
    „Es ist in diesem Wald nicht machbar!“

    In Zeiten von Klimaschutz ist dieses Szenario berechtigterweise nicht ausgeschlossen.

    Werden wir dann weitere 10 Jahre dem Risiko einer nicht ideal ausgestatteten Feuerwache Süd ausgesetzt?

    Oder ist es in Wahrheit keine Machbarkeitsstudie, sondern eine Macht-Schon-Mal-Studie?

    Die Suche nach weiteren geeigneten Standorten sollte im Bürgerinteresse mit Hochdruck weiterverfolgt werden.

  9. Frau Ursula Schinkel und Herr Rolf Havermann, bei dem aktuellen Feuerwehrstandort in Refrath handelt es sich um einen Standort der freiwilligen Feuerwehr.

    Einheiten der freiwilligen Feuerwehr haben ganz andere Ausrückzeiten vorgegeben als die hauptamtlichen Kräfte.

    Von dem Standort der freiwilligenfeuerwehr könnten große Teile des Stadtgebietes nicht mit den vorgegebenen Ausrückzeiten der hauptamtlichen Kräfte abgedeckt werden. Es sollte im Interesse aller sein, dass Einsatzkräfte der Feuerwehr die vorgegebenen Ausrückzeiten einhalten kann, denn von diesen Zeiten hängen unter Umständen die Gesundheit von Menschen oder gar deren Leben ab.

    Trotz Sonderrechten im Einsatz, muss auch die Feuerwehr über die gleichen Straßen wie jeder andere auch. Und diese Straßen sind nun mal voll bis überfüllt und teils rücksichtslos zugeparkt.

    Dies ist dann auch ein Punkt, der gegen das BAST Gelände spricht. Die Brüderstraße ist in einem Zustand (Breite, Verkehrsdichte und Parksituation) die der Feuerwehr im Einsatzfall zu viel Zeit kostet.

    Ich kann zu diesem Thema in jedem Fall den Infovortrag der Feuerwehr empfehlen.

    Trotzdem sollte man einen evtl. Feuerwehrstandort auf / an der BAST prüfen. Einhergehend mit einer Ertüchtigung (absolutes Halteverbot / evtl. Verbreitern) der Brüderstraße.

  10. Danke, Frau Schinkel, diesen Tatbestand kannte ich noch nicht. Das passt aber zum Wesen unserer Verwaltung, nicht wirklich vorausschauend zu agieren, sondern schnelle Entscheidungen zu präsentieren, um die eigene Effizienz zu demonstrieren. Wäre das doch an anderer Stelle ebenso.Über eine Bahndammtrasse streitet man mehr als 30 Jahre in aller Ohnmacht, für eine Feuerwache in vernünftiger, auch die weite Zukunft berücksichtigende Größe hatte man wohl keine Zeit.

    Was soll man denn anderes von der CDU erwarten, als dass sie den Vorlagen der Verwaltung folgt wie sie es – bisher zusammen mit der SPD – immer gehalten hat. Der gesamte FNP wurde von der ehemaligen GroKo mehr oder minder durchgewunken. Jetzt hilft die CDU aber auch, einen im FNP als Wald bezeichneten Fleck auf Veranlassung der Verwaltung zu missbrauchen.

  11. Warum hat man in Refrath nicht gleich größer gebaut.Da war Platz genug und da hätte keine Bäume weichen müssen.Aber erst mal bauen dann denken.

  12. Eine weitere Anfrage bei der Stadtverwaltung mit einem Teil der Fragen läuft. Ansonsten besteht auch beim Termin der Feuerwehr am 11.2. die Gelegenheit, Antworten einzufordern.

  13. Vielen Dank für die Auflistung der wichtigsten Fakten, was der Beurteilung des Konflikts helfen wird.

    Die Feuerwehr benötig laut eigener Aussage und Zeichnung ca. 6.000 qm ( im Text steht 5.000 qm), die Stadt plant laut Aussage und Zeichnung 16.000 qm. Soll die Differenz im hinteren Teil des Standortes der Anfang des im FNP verzeichneten Gewerbegebietes, auch Frankenwald genannt, sein? Auf als „Wald“ im FNP genannter Fläche?

    Die A4 soll auf 6 Spuren verbreitet werden – sicher nicht ausschließlich im FFH-Gebiet Königsforst. Was macht das mit den Planungen Feuerwache Süd?

    „Die Feuerwehr soll in 8 Minuten von der wache am Einsatzort sein“. Ist das Gesetz oder Idealvorstellung?

    Die BAST will einen Teil Ihres Geländes, dass bereits Gewerbegebiet ist, abgeben. Ist das zu klein für die Feuerwehr oder hält man sich das frei, um den unsäglichen Plan der Trasse eines Autobahnzubringers – der m.E. niemals gebaut werden wird – weiter verfolgen zu können?

    Warum hält man die Prüfung bestimmter Standorte unter Verschluss? Wohnt dort wer Wichtiges, hat man dort Anderes vor, was ist mit der versprochenen Transparenz der Verwaltung?

    Noch ist der FNP nicht geändert, noch ist keine Bauplanung erfolgt, noch werden viele Geschehnisse diesen Plan verzögern. Wenn der Bau einer neuen Feuerwache also so dringend erscheint, gibt es vielleicht nicht doch eine andere Stelle, an der man keine Kompromisse suchen muss?

  14. Mich würde interessieren, warum das BAST Gelände nicht in Frage kommt. Dieses große Areal ist nur spärlich genutzt und 5000qm ließen sich bestimmt unterbringen.

  15. Sie schreiben: „Inzwischen arbeiten hier täglich 50 hauptamtliche Kräfte“, und suggerieren damit, diese würden zeitgleich in der Wache tätig sein.

    Tatsächlich verteilen sich diese 50 Mann m. W. auf drei Schichten („Wachabteilungen“), die sich täglich in einem 24-Stunden-System ablösen. Krankheits- und urlaubsbedingte Ausfälle berücksichtigt dürften mithin weniger als ein Drittel der genannten Personen gleichzeitig dort „Wache schieben“,

    Allerdings in das marode Gebäude in der Tat auch dafür zu klein.