Unser Reporterhund BamBam war wieder in der Natur. Er hat eine Anregung mitgebracht, wie man auch auf einer großen Wiese neues lernen kann, ohne weit wegzugehen: Blümchen suchen und gucken, was genießbar ist und was nicht.

Frauchen wollte wieder wandern gehen. Als sie mir die Strecke sagte, meinte ich: “Och nööö, nicht schon wieder, ist doch langweilig. Denk an den steilen Berg!”

Gegen Langeweile hätte sie ein Mittel, sagte sie. Einen Suchauftrag. “Finde alle kleinen Frühlingsblümchen! Du kriegst Käsis für jedes Gefundene. Und ich guck später, ob man es essen kann oder nicht.” OK, darüber lässt sich reden. Lass uns losziehen.

Auf zum Bus, denn wir dürfen immer noch Bus fahren und müssen noch nicht zuhause bleiben. Ich sag nur “Corona”, dann wisst ihr, was ich meine.

Hinweis der Redaktion: Wir wissen, dass wegen Corona besondere Bedingungen gelten. Es gibt aber keine Ausgangssperre, sondern das Gebot , alle Sozialkontakte zu vermeiden. Gegen eine Wanderung spricht derzeit also nichts, wenn Sie nur mit Familienmitgliedern unterwegs sind und zu allen anderen reichlich Abstand halten. Falls Sie mit dem ÖPNV rausfahren, sollten Sie diese Hinweise beachten.

Natürlich hab ich sofort angefangen zu suchen und gelbe Blümchen ohne Ende gefunden, drölfzigtausend alle die gleichen. Meinte sie “nein”. So ginge das Spiel nicht, ich müsste immer andere finden. Boah …. ! Na gut, aber diese Gelben gelten schon mal für Käsis.

Ich kann euch auch sagen, wie das heißt: Scharbockskraut. Und bevor das blüht, kann man die Blätter essen. Jetzt, wo es blüht, könnten sie unverträglich werden. Also lasst es stehen. Scharbock ist übrigens ein altes Wort für Scorbut. Denn früher hat man das gegen Scorbut gegessen, weil ganz viel Vitamin C drin ist.

Danach fand ich kleine weiße Blütchen. Wirklich ganz klein und stellenweise ganz viele davon. Das Hirtentäschl. Das ist eine Heilpflanze bei Problemen mit Monatsblutungen und bei Nasenbluten, sagt Frauchen. Und manche Leute essen es als Salat.

Noch ein weißes Blümchen, das alle kennen: Gänseblümchen. Kann man auch essen. Und das Gelbe kann man auch essen, oder Sirup draus machen.

Überall hab ich gesucht und bald gemerkt, dass Laub nicht sehr ergiebig ist, wenn man Blümchen sucht.

Beim Nächsten mussten wir zuhause nachschauen, obs stimmt, denn die Blätter erinnern an Erdbeere aber wir waren nicht sicher, ob die Blüte zu den Blättern gehörten. Erdbeere stimmt.

Ein Veilchen hab ich entdeckt, das hab ich selbst erkannt. Schon öfter gesehen, auf der Wiese bei meinem Philosophenhügel. Veilchen kann man essen.

Auf der anderen Seite der Scherf standen im Wald die giftigen Sachen: Buschwindröschen. Esst das bloß nicht! Alles daran ist giftig. Aber schön sind sie.

Oben auf dem Berg hab ich rote und weiße Taubnesseln gefunden. Davon kann man Tee kochen.

Für dieses Blümchenbüschel gabs Extra-Käsis.

Solche Blümchen hab ich ja zum Fressen gern, aber das hat nur Frauchen gesehen. Ich nicht! Dumm von mir.

Diese hat sie großzügigerweise gelten lassen. Auch wenn es ein Strauch ist. Aber er hat kleine weiße Blütchen. Wir vermuten, dass es Weißdorn ist. Die Früchte kann man essen, oder Saft draus machen.

Das hat sie nicht gelten lassen. Das wären keine Blümchen sondern kleine Bäume.
Pfff … Manchal ist sie kleinlich.

Hier hab ich aber drauf bestanden, dass die gelten, weil es das einzige Rote war. Und rot auf einem Foto ist immer gut. Finde ich. Ob die roten Beeren der Gaultheria nun essbar oder giftig ist, konnten wir nicht herausfinden. Man weiß es anscheinend nicht genau. Dann essen wir das besser nicht.

Am steilen Berg im Wald hab ich mich nicht auf Blümchen konzentrieren können, denn heute hat der uns geschafft. Heute war der noch steiler als sonst und wir sind ganz langsam da hoch und oben waren wir beide ziemlich fertig. Auf einer Bank haben wir erst mal Pause gemacht und ich musste nach all den Käsis Wasser trinken.

Ich wollte auch nicht mehr wirklich weitergehen. Darum sind wir zur nächsten Bushaltestelle gegangen und zurück in die Stadt gefahren.

Während ich Blümchen gesucht habe, hat sie natürlich auch noch andere Sachen fotografiert. Alles langweilige Ohne-Hund-Bilder.

Also geht an die frische Luft, sucht euch eine große Wiese und schaut, was da wächst. Ist spannend und macht schlau.

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BamBam

ist ein Wolfshund (unter anderem) und lebt in Paffrath. Er hat einen europäischen Ausweis, ist aber stolz auf seine türkische Herkunft. Als Reporterbegleithund begleitet er die Bürgerreporterin Evelyn Barth - die dafür die Fotos liefert. Am 23.5.2019 hat er die Prüfung für den "Reporter mit GDB"...

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1 Kommentar

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  1. Lieber bam-bam,
    ich heiße Linda und bin ein Mischling aus Ungarn. Dort war ich 1,5 Jahre auf eine Müllkippe angekettet, aber dann kam eine nette Frau und hat mich nach Deutschland geholt.
    Da kam dann eine noch nettere Frau (jetzt ist sie mein Frauchen) mit einem Herrchen und einem Mini-Herrchen und sie haben gesagt, ich kann bei ihnen bleiben.
    Das habe ich getan und weil ich so dankbar war, habe ich ganz schnell viele Sachen gelernt. Ich kann sogar mit meinem Frauchen in die Schule gehen und ihr beim Unterrichten helfen.
    Ich bin nämlich total neugierig und ich gehe unheimlich gern spazieren.
    Mein Frauchen übrigens auch (also, sie ist neugierig und geht gerne spazieren…). Sie liest mit Genuss deine Tipps und dann gehen wir eure Strecken manchmal nach. Mein Frauchen kann nur nicht so schöne Fotos machen wie deine, aber dann muss ich auch bestimmt nicht so oft stehenbleiben wie du .
    Mein Frauchen ist aber immer ganz traurig, wenn du eine Strecke gehst und da keine genauere Beschreibung ist, wo man langgehen muss. (Frauchen verläuft sich auch mit Karte und Navi – ich find‘s super, da sind wir länger unterwegs!).
    Trotzdem meine Bitte: könntet ihr nicht immer so tolle Karten mitliefern wie bei der Meerestiersuche? Da würde ich mich so freuen!!! Und Frauchen erst.
    Es grüßt dich ganz herzlich
    Linda