Lutz Urbach. Foto: Laura Geyer

Einhellig begrüßen Bürgermeister Lutz Urbach und Landrat Stephan Santelmann die Entscheidung von vier Bundesländern, im Handel und im ÖPNV eine Maskenpflicht einzuführen. Dazu geben sie einige praktische Tipps.

Am Mitwoch hatten Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachen und des Saarlandes eine einheitliche Maskenpflicht beim Einkauf und im öffentlichen Personennahverkehr beschlossen, die ab Montag gilt. Urbach und Santelmann betonen, dass damit ein „Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen” vermieden wird.

Ein eindeutige Regelung für die Schulen steht allerdings aus. Grundsätzlich geht das Land NRW davon aus, dass die Abstandsregeln durch kleine Gruppenstärken eingehalten werden können, daher gibt es in den Schulen keine Maskenpflicht. In Einzelfällen können die Schulleiter aber anders entscheiden – wie es die Otto-Hahn-Realschule und das Berufskolleg bereits ankündigten.

Nach Einschätzung der Stadt Bergisch Gladbach ist die Zuständigkeit klar: „Ob der Mundschutz auch in den Schulen Pflicht wird, hängt nicht von der Stadt als Schulträger ab, sondern von den Schulen selbst bzw. von den landesweiten Vorgaben”, heißt es in einer am Abend verschickten Pressemitteilung. Auf Anfrage des Bürgerportals hatte sich die Verwaltung zuvor gleichlautend geäußert.

Hintergrund ist offenbar auch die Frage, wer für die Versorgung der Schulen mit Masken verantwortlich ist. Im Moment, so die Einordnung der Stadt, ist es das Land. Gäbe es eine landesweite Maskenpflicht auch in den Schulen, könnte diese Aufgabe dennoch noch auf die Kommunen zukommen.

Wie sinnvoll das Tragen einer Maske ist

Wie sinnvoll es ist, eine Maske zu tragen, beurteilt die Stadtverwaltung zurückhaltend: „Das Tragen eines einfachen Nasen-Mund-Schutzes kann bei richtiger Anwendung und Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln ein Stück weit vor Ansteckung schützen”, heißt es in der Erklärung.

Deutlich offensiver wirbt der Kreis für die Maske. „Die Überführung der bisherigen dringenden Empfehlung in eine Pflicht, im ÖPNV und beim Einkaufen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, begrüße ich auch aus gesundheitlicher Sicht sehr“, sagt Landrat Santelmann.

Stephan Santelmann

Erik Werdel, Kreisdirektor und Krisenstabsleiter, ergänzt: „Ich halte die Maskenpflicht aus gesundheitlicher Sicht im ÖPNV für geboten, weil dort nach wie vor die zu beachtenden Abstandsregelungen nicht so stringent eingehalten werden können. Gleichwohl sollte niemand davon ausgehen, dass das Tragen von Masken bei Nichteinhaltung von Mindestabständen einen sicheren Schutz bietet.“   

Stadt will weitere Dienststellen öffnen – und Masken ausgeben

Gleichzeitig kündigt die Stadt an, nach der Öffnung der Grünschnittannahmestelle Birkerhof und dem Wertstoffhof Kippemühle in den kommenden Wochen schrittweise weitere Stellen der Stadtverwaltung wieder zu öffnen.

Besuchern soll dann bei vereinbarten persönlichen Terminen „eine Mund-Nasen-Maske zu ihrem eigenen und zum Schutz unserer Kolleginnen und Kollegen“ gegeben werden, erläutert Bürgermeister Urbach.

Masken selbst nähen

Angesicht der hohen Nachfrage nach Masken empfiehlt die Stadt den Bürgern, eine Eigenproduktion ins Auge zu fassen – „denn jeder Mundschutz ist besser als keiner”. Dabei verweist die Verwaltung auf den Apotheker Markus Kerckhoff. Der empfehle einen zweilagigen Stoff mit einer Tasche für ein Filtervlies. Der Stoff solle atemdurchlässig, dicht gewebt und mindestens bei 60 Grad waschbar sein. Für den Filter eignen sich Kaffeefilter oder unbedenkliche Vlieseinlagen.

Die Stadt weist aber ausdrücklich darauf hin, dass eine selbstgenähte Maske keine Schutzmasken im eigentlichen Sinn sei und nicht hundertprozentig vor Ansteckung schütze. Sie könne das Risiko einer Ansteckung mit dem Corona-Virus jedoch vermindern.

Genähte und industriell gefertigte Masken kann man aber auch in vielen Geschäften und Apotheken kaufen; auch Kirchengemeinden und die Grünen halten Angebote bereit. Ein Moitzfelder Manager versorgt in Eigenregie Geschäfte, Apotheken, Pflegedienst und auch Privatkunden mit Masken.

Zwei Meter Abstand

„Der beste Schutz ist immer noch das Abstandhalten“, empfiehlt Bürgermeister Urbach. „Auch wenn die Innenstädte jetzt wieder voller werden, sollte jeder nach wie vor auf die zwei Meter Entfernung zum Nebenmann oder zum Gegenüber achten.“

Virtuelle Bürgermeistersprechstunde

Am Donnerstag wird Bürgermeister Urbach darüber hinaus in einer virtuellen Bürgersprechstunde Fragen der Bürger beantworten. Die Fragen können vorab per Mail an pressebuero@stadt-gl.de eingereicht oder während des Livestreams auf der Facebookseite der Stadt gestellt werden. Die Aufzeichnung der Sprechstunde ist anschließend auf der Website der Stadt verfügbar.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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